AMD stellt 35-Watt-Richland-APUs für Notebooks vor

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Ein rundes Dreivierteljahr nach Trinity aktualisiert AMD seine Mobile-Plattform mit den Richland-Chips. Die neuen APUs basieren wie gehabt auf dem 32-Nanometer-Prozess, takten aufgrund diverser Optimierungen jedoch höher und arbeiten bei gleicher TDP flotter.

Letztes Jahr Mitte Mai ließ AMD die mobile Comal-Plattform vom Stapel laufen. Diese zweite Generation an APUs hört auf den Namen Trinity und nutzt die Piledriver-Architektur in Kombination mit einer VLIW-Grafikeinheit (auch wenn deren Name eine GCN-Zugehörigkeit suggeriert). An diesem Prinzip ändert die Richland-Ausbaustufe nichts, unter der Haube schlägt nach wie vor das Piledriver-VLIW-Doppelherz. Die Plattform hierfür nennt sich Annapurna und basiert weiterhin auf dem mit Trinity eingeführten Sockel FS1, jedoch in der Revision 2 (FS1r2).

Richland: Höhere Energie-Effizienz und Leistung

Der Richland-Chip wird wie Trinity im 32-Nanometer-Verfahren bei Global Foundries gefertigt, der Prozess ist jedoch seit letztem Jahr gereift - alleine diese Tatsache erlaubt es AMD, mehr Takt bei gleicher Spannung aus den APUs zu kitzeln. Obendrein implementierte AMD zusätzliche P-States für eine bessere Balance aus Takt und Spannung, wodurch die Effizienz steigt. Dieses Gleichgewicht betrifft auch die optimierte Turbo-Funktion, welche in erster Linie anhand einer Vielzahl von Temperatur-Sensoren erkennen soll, ob gerade der CPU- oder der GPU-Teil die Leistung oder die Fps limitiert und den bremsenden Faktor beschleunigt - also die Frequenz steigert.

Genau dieser Punkt ist der Vorteil von Richland gegenüber Trinity: Die neuen APUs takten innerhalb ihres TDP-Budgets von 35 Watt durch die Bank etwas höher als ihre Vorgänger. Das neue Flaggschiff beispielsweise, der A10-5750M, bietet gegenüber dem älteren A10-4600M einen um rund neun Prozent gesteigerten CPU- und einen fünf bis sieben Prozent flotter arbeitenden GPU-Takt; obendrein unterstützt der neue A10 DDR3-1866 statt DDR3-1600. Die meisten Trinity-Notebooks der 35W-Klasse basieren auf dem A6-4400M, dessen Nachfolger ist der A6-5350M. Hier bietet der Richland-Chip 200 bis 300 MHz (+7 bis +9 Prozent) mehr aufseiten der CPU sowie bis zu 34 MHz mehr bei der GPU (+5 bis +7 Prozent).

Modell Module Takt max. Turbo L2-Cache Grafikeinheit Shader / Last-Takt Speicher TDP
A10-5750M 2 2,5 GHz 3,5 GHz 4 MiByte HD 8650G 384 / 533 bis 720 MHz DDR3-1866 35 Watt
A8-5550M 2 2,1 GHz 3,1 GHz 4 MiByte HD 8550G 256 / 515 bis 720 MHz DDR3-1600 35 Watt
A6-5350M 1 2,9 GHz 3,5 GHz 1 MiByte HD 8450G 192 / 533 bis 720 MHz DDR3-1600 35 Watt
A4-5150M 1 2,7 GHz 3,3 GHz 1 MiByte HD 8350G 128 / 514 bis 720 MHz DDR3-1600 35 Watt
                 
A10-4600M 2 2,3 GHz 3,2 GHz 4 MiByte HD 7660G 384 / 497 bis 686 MHz DDR3-1600 35 Watt
A8-4500M 2 1,9 GHz 2,8 GHz 4 MiByte HD 7640G 256 / 497 bis 655 MHz DDR3-1600 35 Watt
A6-4400M 1 2,7 GHz 3,2 GHz 1 MiByte HD 7520G 192 / 497 bis 686 MHz DDR3-1600 35 Watt
A6-4300M 1 2,5 GHz 3,0 GHz 1 MiByte HD 7420G 128 / 480 bis 655 MHz DDR3-1600 35 Watt

Richland: Längere Akku-Laufzeit, konkurrenzlose Spiele-Performance und neue Software

Unterm Strich bietet AMD mit Richland also eine im einstelligen Prozentbereich höhere Leistung bei geringerem Energieverbrauch sowie höherer Effizienz. So soll das Referenz-Design von Richland gegenüber Trinity ein 720p-Video mit einem 55-Wattstunden-Akku knapp sechs statt nur gute vier Stunden abspielen und die integrierte Grafikeinheit ist wie gehabt drastisch flotter als alle HD Graphics von Intel.

Obendrein spendiert AMD den Richland-Chips neue Software für Windows 7+8: Face Login erkennt das Gesicht (nur A10+A8), ein Blinzeln loggt den User in Windows oder Facebook ein – in einem Kurztest klappte dies sehr gut. Per Gesture Control sehen wir Bilder an oder wechseln Musik-Titel, per Screen Mirror schieben wir den Bildschirminhalt einfach auf ein zweites DLNA-fähiges Gerät.

Die Richland-APUs werden bereits seit einigen Wochen an OEMs verschickt, laut AMD sollen erste Notebooks im April in den Handel gelangen. Die Versionen mit geringerer TDP, also (Ultra) Low Voltage, erscheinen im zweiten Quartal 2013. Am Ende bleibt zudem zu hoffen, dass die OEMs auf den vielversprechenden APUs gute Notebooks bauen, bei Trinity kann man beispielsweise Geräte mit dem A10-4600M ohne dedizierte GPU an einer Hand abzählen.

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    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Jooschka Freizeitschrauber(in)
        AW: AMD stellt 35-Watt-Richland-APUs für Notebooks vor

        Zitat von CD LABS: Radon Project
        Sehr schön gemacht AMD!
        Nur diesmalbitte nict nochmal so einen Partner-Fail wie bei Trinity hinlegen:
        Ein Notebook mit diesen Eigenschaften zu bekommen war da nämlich unmöglich:
        Kein Dual-Graphics, 13 bis 15 Zoll, matt, 1366x768, APU-Topmodell, gute Kühlung, 8GB (höchster supporteter) Ram, 128GB SSD, gute Eingabegeräte sowie eine gute Verarbeitung unter 800 Euro!

        Obwohl das ja nun alles andere als übertriebene Erwartungen sind gab es kein Notebook, dass das auch nur ansatzweise erfüllte:
        Mit einer Ausnahme: Das AMD-Referenznotebook, das aber nicht in den Handel kam
        Ja, danach habe ich auch sehr lange gesucht... und habs auch nicht verstanden, dass "die" es nicht verstanden haben... Für mich liegt der Sinn einer APU darin, keine dedizierte Graka mehr zu brauchen, selbst wenn ich im Zug mal Gothic 2 o.Ä. daddeln will, dafür aber für minimum 3 Stunden Spielspass habe...
        Was machen die Notebookhersteller? IMMMER ne dedizierte reinpacken, fast immer den langsamen Speicher verbauen, obwohl der 1600er gerade mal 3€ - 10€ mehr kostet... aber fast 20% Leistungsplus bietet... NIE einen vernünftigen Prozzi nehmen, sondern fast ausschließlich das untere Mittelklassemodell... und für ne 128gb SSD anstatt der 500gb hdd sollten schlappe 200€ Aufpreis kosten... gehts noch?
        Ich hätte mir ja auch noch einen Bildschirm gewünscht, so wie er damals, vor Jahren mal Standart war (für 15"), mit mindestens 1600*900 oder 1440*900 wie Apple, aber nein, sowas gabs dann garnicht... wenn dann nur mit A6 4x00 und dann ner dedizierten á lá hd7550, die in etwa fast genauso wenig leistet wie die schon integrierte... wo ist der sinn??
      • Von Jooschka Freizeitschrauber(in)
        AW: AMD stellt 35-Watt-Richland-APUs für Notebooks vor

        Zitat von CD LABS: Radon Project
        Sehr schön gemacht AMD!
        Nur diesmalbitte nict nochmal so einen Partner-Fail wie bei Trinity hinlegen:
        Ein Notebook mit diesen Eigenschaften zu bekommen war da nämlich unmöglich:
        Kein Dual-Graphics, 13 bis 15 Zoll, matt, 1366x768, APU-Topmodell, gute Kühlung, 8GB (höchster supporteter) Ram, 128GB SSD, gute Eingabegeräte sowie eine gute Verarbeitung unter 800 Euro!

        Obwohl das ja nun alles andere als übertriebene Erwartungen sind gab es kein Notebook, dass das auch nur ansatzweise erfüllte:
        Mit einer Ausnahme: Das AMD-Referenznotebook, das aber nicht in den Handel kam
        Ja, danach habe ich auch sehr lange gesucht... und habs auch nicht verstanden, dass "die" es nicht verstanden haben... Für mich liegt der Sinn einer APU darin, keine dedizierte Graka mehr zu brauchen, selbst wenn ich im Zug mal Gothic 2 o.Ä. daddeln will, dafür aber für minimum 3 Stunden Spielspass habe...
        Was machen die Notebookhersteller? IMMMER ne dedizierte reinpacken, fast immer den langsamen Speicher verbauen, obwohl der 1600er gerade mal 3€ - 10€ mehr kostet... aber fast 20% Leistungsplus bietet... NIE einen vernünftigen Prozzi nehmen, sondern fast ausschließlich das untere Mittelklassemodell... und für ne 128gb SSD anstatt der 500gb hdd sollten schlappe 200€ Aufpreis kosten... gehts noch?
        Ich hätte mir ja auch noch einen Bildschirm gewünscht, so wie er damals, vor Jahren mal Standart war (für 15"), mit mindestens 1600*900 oder 1440*900 wie Apple, aber nein, sowas gabs dann garnicht... wenn dann nur mit A6 4x00 und dann ner dedizierten á lá hd7550, die in etwa fast genauso wenig leistet wie die schon integrierte... wo ist der sinn??
      • Von Locuza Lötkolbengott/-göttin
        AW: AMD stellt 35-Watt-Richland-APUs für Notebooks vor

        Zitat von ruyven_macaran
        Es gab Zeiten, da wären solche Updates bestenfalls an einem neuen Stepping zu erkennen gewesen, hier werden sie als neue Generation vermarktet
        Es gab Zeiten, da wurden nicht 90% der Produktpalette zu einer neue Gen rebrandet.
        Und es gab auch Zeiten, da gab es keine PCs.

        Wir wissen wie es ungefähr um unsere heutige Prozessor-IT steht und besonders mit welchen Problemen AMD zu kämpfen hat.
        Der Schnelllebigkeit geht die Puste aus.
      • Von Superwip Lötkolbengott/-göttin
        AW: AMD stellt 35-Watt-Richland-APUs für Notebooks vor

        Zitat
        Im Gegensatz zu Ivy Bridge gibt es hier aber mehr Performancevorteil gegenüber dem Vorgänger und dazu auch noch keine miserable Paste unter dem IHS

        Wo kein IHS ist kann auch keine Paste darunter sein
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        AW: AMD stellt 35-Watt-Richland-APUs für Notebooks vor

        Öhm - Ivy Bridge ist ein neues Design mit zu Recht neuem Namen. Man mag über die mangelnde Auslegung des Designs auf höhere Leistung ebenso enttäuscht sein wie über die Einsparmaßnahmen bei der Fertigung, aber es ist wenigstens etwas neu. Hier nicht.

        Wenn du einen aktuellen Intel-Vergleich ziehen willst, dann wäre das Refresh der IB-basierten Pentiums, dass dieser Tage in den Handel kommt, angemessen. Der gleiche Chip, nur mit 100 MHz mehr (bei AMD auch mal 200-300, aber das ist weniger eine Neuerung als ein Reduktion der Sicherheitsreserven, die die Fertigungsqualität ganz zu Anfang erzwungen hat) ergibt drei neue Modelle, die alten werden zu deren gunsten eingestellt. Und ändern tut sich nicht einmal die zweite, geschweige denn die erste Stelle der Produktziffer.

        Ich dachte, AMD-spezifischer, aber z.B. eher an den Wechsel von Thoroughbred A auf B: Keine Änderungen an der Architektur, keine Änderungen an den Features und somit auch keine Änderungen an der Produktbezeichnung, weil es aus Sicht des Kunden eben nichts neues gibt. Einzig höher getaktete Modelle waren das Ergebnis der technischen Entwicklung. (Im Falle von Thoroughbred, wo tatsächlich an der Verschaltung gearbeitet wurde, sogar deutlich höhere Steigerungen, als hier, wo de facto nur die Ausbeute gut funktionierender Chips gestiegen ist.)
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        AW: AMD stellt 35-Watt-Richland-APUs für Notebooks vor

        Im Gegensatz zu Ivy Bridge gibt es hier aber mehr Performancevorteil gegenüber dem Vorgänger und dazu auch noch keine miserable Paste unter dem IHS
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