Tesla Full Self-Driving Chip: Eigenentwicklung ersetzt Nvidias Tegra Xavier

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Tesla Full Self-Driving Chip: Eigenentwicklung ersetzt Nvidias Tegra Xavier (4)
Quelle: Tesla

Tesla hat auf seinem Autonomy Day seine erste eigene Chipentwicklung vorgestellt. Der Full Self-Driving Chip, FSD-Chip abgekürzt, ersetzt die bisherigen Tegra-Xavier-Systeme von Nvidia, um komplett autonomes Fahren nach Level 5 zu ermöglichen. Der Die bringt sechs Milliarden Transistoren auf einer Chipfläche von 260 mm² unter und wird bei Samsung in 14 nm gefertigt.

Bisher setzte Tesla bei seinen Elektroautos auf Hardware von Nvidia, um den Fahrassistenten nach Level 2.5 beziehungsweise 2+ zu realisieren. Hinter dem Handschuhfach sitzt ein Drive-AGX-Xavier-Board mit dem Tegra Xavier, der die Videoinhalte verarbeitet und Fahrentscheidungen trifft. Diese Lösung setzt Tesla inzwischen nicht mehr ein. Der Hersteller hat einen eigenen Chip entworfen, der seit dem vergangenen März in allen Model S und Model X sowie seit April in allen Model 3 eingesetzt wird.

Tesla entwickelt seine Prozessoren jetzt selbst

Das Hauptaugenmerk im Full Self-Driving Chip liegt im Prozessor für neuronale Netzwerke, der keine Erweiterung der GPU darstellt, wie Nvidia seine Tensor-Kerne löst, sondern ein eigenständiger Cluster. Zwei Blöcke können 96 × 96 Multiplikationen oder Additionen berechnen und kommen gemeinsam auf eine Rechenleistung von 72 TOPS bei 2,0 GHz. Die Leistungsaufnahme beläuft sich auf 72 Watt. 32 MiByte SRAM dienen als Cache mit einer Bandbreite von rund einem Terabyte pro Sekunde. Allgemeine Berechnungen übernehmen 12 Standard-Cortex-A72-CPU-Kerne von ARM. Eine vergleichsweise schwache GPU bestehend aus 16 Clustern (die IP wird nicht genannt) erreicht 600 FP32-GFLOPS und beherrscht zusätzlich FP16. Sie kümmert sich um das Post-Processing der Bild- und Videoinhalte. Dank des schnellen SRAM-Caches können die Speicher-Controller überschaubar dimensioniert werden: An einem 128 Bit breiten Interface hängt LPDDR4-4266-RAM mit einer Bandbreite von 68 GB/s. Ein Security- und ein 24-Bit-Bildprozessor, der zum Beispiel Kontraste herausarbeitet, runden das Paket ab.

Ein FSD-Chip fasst sechs Milliarden Transistoren auf einer Chipfläche von 260 mm². Gefertigt werden die Prozessoren bei Samsung in einem nicht konkret genannten 14-nm-FinFET-Prozess, womöglich 14LPP. Zum Vergleich: Nvidia lässt seinen Tegra Xavier bei TSMC im optimierten 16-nm-Prozess 12FFN produzieren. Er bringt neun Milliarden Transistoren auf 350 mm² unter. Tesla spricht von 21 TOPS beim Tegra Xavier, Nvidia selbst von bis zu 30 TOPS, wenn die TDP von 30 Watt ausgereizt wird. Die Effizienz beim Ausführen von neuronalen Netzwerken ist dementsprechend ähnlich, wobei Tesla einen größeren Fokus auf das Deep Learning setzt und daher mit einer kleineren Chipfläche auskommt. Nvidia hat die deutlich potentere GPU mit acht Volta-Shader-Multiprozessoren (512 Shader) und 1,4 FP32-TFLOPS. Die CPU besteht aus acht selbstentwickelten Carmel-Kernen.

Hersteller Tesla Nvidia
Name FSD-Chip Xavier
Chipfläche 260 mm² 350 mm²
Transistoren 6,0 Mrd. 9,0 Mrd.
Fertigungsprozess Samsung 14 nm FinFET (14LPP?) TSMC 12FFN 
CPU 12 × Cortex A72 @ 2,2 GHz 8 × Carmel
GPU 16 Cluster, 600 GFLOPS 8 Volta-SMs (512 Shader), 1.400 GFLOPS
Speicher-Interface 128 Bit LPDDR4 256 Bit LPDDR4X
DL-Rechenleistung 72 TOPS 21-30 TOPS
Leistungsaufnahme 72 Watt 20-30 Watt

144 TOPS mit zwei FSD-Chips

Ein FSD-Computer nutzt ein Board mit zwei FSD-Chips. Das Board ist so groß wie Nvidias Drive AGX Xavier und lässt sich dementsprechend umrüsten. Die zwei Prozessoren arbeiten fast komplett unabhängig voneinander. Sie stellen zwei getrennte Systeme mit eigenem Netzteil, RAM und Flash-Speicher für das Betriebssystem dar und werden jeweils mit sämtlichen Video- und Sensordaten versorgt, um alle Berechnungen durchzuführen. Am Ende einer jeden Berechnung vergleichen die beiden Prozessoren ihre Ergebnisse. Erst wenn beide identisch ausfallen, führt der Computer eine Aktion aus. Gleichzeitig schafft Tesla so eine Redundanz: Wenn ein Chip ausfällt, funktioniert das System weiter. Die Wahrscheinlichkeit, dass beide FSD-Chips ausfallen, sei um Größenordnungen geringer, als dass ein Fahrer bewusstlos wird, so Elon Musk.

Quelle: Tesla Autonomy Day (Stream-Aufnahme auf Youtube; FSD-Vorstellung ab ca. 1:12:00)

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    • Kommentare (13)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von TheGermanEngineer BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von RtZk
        Es gibt überraschend viele die damit in Urlaub fahren, also irgendwie scheint es zu klappen, wie auch immer, zu einem reinen E-Auto greife ich erst, wenn mir die Bedingungen passen.
        Im letzten Urlaub haben wir z.B. auch einen Model X gesehen, voll besetzt mit 5 Mann oder so. Aber natürlich nicht in Deutschland. Elektro hin oder her, selbst ein voll beladener Passat braucht im Urlaub dann nur seine 5.5l Diesel und kommt dank 70l-Tank weit über 1000km ohne Stopp. Das ist dann iwie doch entspannter.
      • Von TheGermanEngineer BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von RtZk
        Es gibt überraschend viele die damit in Urlaub fahren, also irgendwie scheint es zu klappen, wie auch immer, zu einem reinen E-Auto greife ich erst, wenn mir die Bedingungen passen.
        Im letzten Urlaub haben wir z.B. auch einen Model X gesehen, voll besetzt mit 5 Mann oder so. Aber natürlich nicht in Deutschland. Elektro hin oder her, selbst ein voll beladener Passat braucht im Urlaub dann nur seine 5.5l Diesel und kommt dank 70l-Tank weit über 1000km ohne Stopp. Das ist dann iwie doch entspannter.
      • Von RtZk Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von TheGermanEngineer
        Ist eine gute Idee. Die sind immerhin ordentlich verarbeitet.
        Für 50.000+ würde ich mir dann doch eher gleich einen Mercedes oder einen BMW kaufen.

        Zitat von fotoman
        Tolles Netz, die Karte von Tesla zeigt mir auf der A95 keinen einzigen Supercharger an, selbst in München ist keiner. Will ich von meinem Wohnort Richtung Stuttgart/Karlsruhe, muss ich also erst einmal fast 160km bis Günzburg kommen. In die andere Richtung muss ich auch einen riesigen Umweg fahren (München über A96 nach Kempten und weiter nach Oberstdorf) um akzeptabele Ladezeiten erreichen zu können. Da 300km im Winter selbst mit dem großen Model S schon an der Grenze liegen, müsste ich mir also in Oberstdorf ein (teures) Hotel mit Lademöglichkeit suchen. Aber klar, ins Allgäu fährt man nicht in den Urlaub.

        Rein rechtlich habe ich keinen Anspruch darauf, in der TG des Mehrfamilienhauses auf eigene Kosten eine Ladestation anbringen zu lasen (der Hausanschluss würde es sowieso nicht hergeben, das wird also sehr teuer). Damit muss ich entweder das Auto ständig draußen irgendwo an der Ladesäule lassen oder riesige Umwege fahren, um nicht viele Stunden beim Laden zu verbringen.

        Nutzbare Infrastuktur sieht für mich anders aus. Da fahre ich lieber meinen EURO 5 Diesel noch so lange, wie ich damit noch irgendwie an die Zielorte komme, verbrauche nicht unnötig Ressourcen für die Herstellung eines neuen Autos inkl. Akkus und bin effektiv auch noch bedeutend schneller und stressfreier am Ziel.
        Es gibt überraschend viele die damit in Urlaub fahren, also irgendwie scheint es zu klappen, wie auch immer, zu einem reinen E-Auto greife ich erst, wenn mir die Bedingungen passen.
      • Von fotoman Volt-Modder(in)
        Zitat von RtZk
        Die Reichweite stimmt schon und das Supercharger Netz ist akzeptabel, mit den großen Model S oder X kann man problemlos in den Urlaub fahren
        Tolles Netz, die Karte von Tesla zeigt mir auf der A95 keinen einzigen Supercharger an, selbst in München ist keiner. Will ich von meinem Wohnort Richtung Stuttgart/Karlsruhe, muss ich also erst einmal fast 160km bis Günzburg kommen. In die andere Richtung muss ich auch einen riesigen Umweg fahren (München über A96 nach Kempten und weiter nach Oberstdorf) um akzeptabele Ladezeiten erreichen zu können. Da 300km im Winter selbst mit dem großen Model S schon an der Grenze liegen, müsste ich mir also in Oberstdorf ein (teures) Hotel mit Lademöglichkeit suchen. Aber klar, ins Allgäu fährt man nicht in den Urlaub.

        Rein rechtlich habe ich keinen Anspruch darauf, in der TG des Mehrfamilienhauses auf eigene Kosten eine Ladestation anbringen zu lasen (der Hausanschluss würde es sowieso nicht hergeben, das wird also sehr teuer). Damit muss ich entweder das Auto ständig draußen irgendwo an der Ladesäule lassen oder riesige Umwege fahren, um nicht viele Stunden beim Laden zu verbringen.

        Nutzbare Infrastuktur sieht für mich anders aus. Da fahre ich lieber meinen EURO 5 Diesel noch so lange, wie ich damit noch irgendwie an die Zielorte komme, verbrauche nicht unnötig Ressourcen für die Herstellung eines neuen Autos inkl. Akkus und bin effektiv auch noch bedeutend schneller und stressfreier am Ziel.
      • Von TheGermanEngineer BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Captain-S
        Kannst dir ja einen VW kaufen.
        Ist eine gute Idee. Die sind immerhin ordentlich verarbeitet.
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Ich würde nie einen Computer die völlige Kontrolle über mein Auto überlassen.
        Egal wie fortgeschritten die Technik ist und was Statistiken dazu sagen würden.
        Ich steige auch in kein Flugzeug. Obwohl es eines der sichersten Verkehrsmittel ist.
        Das ist rational vielleicht nicht nachvollziehbar... aber meine Intuition.
        Dann müßte man mich schon ausser Gefecht setzen wie "B.A." vom A-Team.
      Direkt zum Diskussionsende
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