Akaneiro Demon Hunters: American McGees neues Action-Rollenspiel im PCGH-Test - Ein echte Diablo-3-Alternative?

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Akaneiro Demon Hunters: American McGees neues Action-Rollenspiel im PCGH-Review (5)
Quelle: pcgameshardware.de

Das Studio Spicy Horse von Entwicklerlegende American McGee stellte vor einiger Zeit sein neuestes Spiel vor: Mit dem Action-Rollenspiel Akaneiro Demon Hunters will man in das Genre von Diablo 3 und Co. eintauchen. Mit welchen Mitteln der Entwickler versucht, in dem heiß umkämpften Genre Fuß zu fassen und warum das Free-to-Play-Spiel gegen die Konkurrenz schlechte Karten haben wird, klären wir in unserem PCGH-Test zu Akaneiro Demon Hunters.

Letztes Jahr sorgten die beiden Action-Rollenspiele Diablo 3 und Torchlight 2 für reichlich Furore bei allen sammelwütigen Spielern. Vor ein paar Monaten erschien mit Path of Exile ein weiteres Hack'n'Slay, das durch seine Innovationen und neue Gameplay-Features auf sich aufmerksam machen konnte. Seit gut einer Woche ist die Early Access-Version von Akaneiro Demon Hunters über Steam erhältlich. Das Action-Rollenspiel von Spicy Horse, dem Studio von American McGee versetzt den Spieler ins Japan der Edo-Era und lässt ihn zahlreiche mystische Monster jagen.

Mit altbekanntem Gameplay und einem interessanten Grafikstil, der seit Okami nicht mehr wirklich verwendet wurde, sollen die Fans wieder auf Item-Jagd gehen. Warum der neue Free-to-Play-Titel von Spicy Horse auf den ersten Blick unterhalten kann, allerdings schon nach wenigen Stunden der Spielspaß verloren zu gehen scheint, klärt unser PCGH-Review zur Alpha-Version von Akaneiro Demon Hunters.

Wenig Story, wenig Abwechslung - Handlung und Leveldesdign in Akaneiro Demon Hunters

Als waschechter Dämonenjäger starten wir in Akaneiro Demon Hunters ohne große Erklärung in einem mysteriösen Dorf, über das wir dank isometrischer Perspektive einen guten Überblick haben. Über die Hintergründe des Dorfes sowie unseres Charakters, der ein Mitglied des Order-of-Akane-Ordens ist, wird wenig erzählt: Die Alpha-Version von Akaneiro Demon Hunters spart sich jeglichen Dialog oder Zwischensequenz und schickt den Spieler direkt in das kleine, japanische Dorf, dass als Hub-Welt fungiert. Hier können wir wie in jedem Action-Rollenspiel unsere gesammelten Items verkaufen, neue Fertigkeiten erlernen, einen KI-Kollegen anwerben oder uns mit speziellen Boni ausrüsten.

Von hier aus können wir auch die einzelnen Gebiete ansteuern, die auf einer Weltkarte angezeigt werden. Allerdings gibt es in Akaneiro Demon Hunters keine zusammenhängende Spielwelt, die der Jäger Schritt für Schritt erkunden kann, vielmehr können die Gebiete nur einzeln angesteuert werden. In den Levels angekommen, müssen erst einige kleinere Mobs erledigt werden, bevor der Boss-Gegner in der finalen Schlacht niedergestreckt wird. Danach können Sie das Gebiet wieder verlassen. Die einzeln anwählbaren Levels und die lineare Struktur der Gebiete lassen dabei keinerlei Erkundungs- oder Entdeckungsausflüge zu: Sie folgen einer streng abgesteckten Strecke bis zum Endgegner der Level. Ist der einmal erledigt, können Sie wieder ins Dorf zurück gehen. Neben der Linearität der Levels ist die Armut an Abwechslungen das große Problem von Akaneiro Demon Hunters.

Die einzelnen Abschnitte in den Levels gleichen sich wie ein Ei dem Anderen, dazu müssen Sie jede Level viermal besuchen, um sie auf den unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden durchzuspielen. Am Aufbau der Gebiete ändert sich bei ihren vier Durchläufen herzlich wenig, viel mehr müssen Sie die gleichen Areale mit einer neuen Anzahl von Gegnern durchstreifen. Da tritt Langweile auf, selbst wenn Sie die Möglichkeit haben, andere Levels zwischen Ihren vier Durchläufen zu erkunden und durch eine zeitliche Blockade sogar teilweise dazu gezwungen werden, das zu tun.

Akaneiro Demon Hunters: American McGees neues Action-Rollenspiel im PCGH-Review (23) Quelle: pcgameshardware.de Akaneiro Demon Hunters: American McGees neues Action-Rollenspiel im PCGH-Review (23)

Langatmiges Gekloppe: Die Gegner und Gameplay-Entscheidungen

Ein weiterer Grund für diese Monotonie ist das Gegnerdesign und vor allem die Schwierigkeit von Akaneiro Demon Hunters. Die Vielfalt der möglichen Widersacher hält sich stark in Grenzen: Wölfe, Goblins, stärkere Wölfe und verwunschene Bäume sind alle Typen, die Ihnen in den ersten Stunden in den Levels über den Weg laufen werden. Die Gegner werden genretypisch per Klick angegriffen, und größtenteils mit einem Schlag aus dem Weg geräumt.
Akaneiro Demon Hunters: American McGees neues Action-Rollenspiel im PCGH-Review (19) Quelle: pcgameshardware.de Akaneiro Demon Hunters: American McGees neues Action-Rollenspiel im PCGH-Review (19)
Gerade in den ersten Spielstunden haben Ihnen die Mobs absolut nichts entgegen zu setzen. Selbst bei einer Horde von fünf Gegnern rührt sich die Lebensanzeige keinen Millimeter, die meisten Bossgegner liegen nach wenigen Schlägen auf den Brettern. Zu keiner Zeit hatten wir bei unserem ersten Durchlauf das Gefühl, dass unser Dämonenjäger gefährdet sein könnte. Seelenruhig spazierten wir in die feindlichen Gruppen, um möglichst viele Gegner gleichzeitig aus dem Weg räumen zu können. Die Mobs in Akaneiro Demon Hunters sind keine spielerische Herausforderung, Sie verzögern lediglich die Zeit, bis wir die Level abschließen können. Die automatische Schlagfunktion macht die Kämpfe noch langweiliger als davor: Jetzt müssen wir nicht einmal mehr aktiv auf die Gegner klicken, sondern nur noch in die Richtung laufen, warten bis unser Charakter die Mobs erledigt hat und das Loot aufsammeln.

Echte Spannung oder Abwechslung werden Sie bei den Kämpfen nicht finden, selbst die Bossgegner entpuppen sich als eine größere Version der Standard-Typen. Dabei zeigt Akaneiro Demon Hunters gerade beim letzten Durchlauf, dem höchsten Schwierigkeitsgrad, dass die Kämpfe durchaus fordernd sein können. Hier halten die Gegner mehr aus, sind zahlreicher und bringen Sie teilweise in Bedrängnis. Leider müssen Sie bei jeder Level die ersten drei langatmigen Durchläufe absolvieren, bevor Sie eine echte Herausforderung präsentiert bekommen. Selbst in den späteren Levels strahlen nur manche Gegnerhorden Gefahr aus, normalerweise sollte ein einzelner Feind keine Bedrohung darstellen.

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Die Optik von Akaneiro Demon Hunters

Es ist schade, dass Akaneiro Demon Hunters spielerisch so wenig Abwechslung zu bieten hat, denn rein optisch kann der Titel durch seinen besonderen Grafikstil durchaus überzeugen. Die gemalten Texturen, deutlich an die Tuschfarben-Optik von Okami orientiert, kreieren einen schönen Unterschied zu der üblichen Grafik der Action-Rollenspiele. Angriffe und Spezialfähigkeiten werden durch ansprechende Effekte dargestellt, rein optisch macht Akaneiro Demon Hunters nichts falsch. Andere Hack'n'Slays zeigten sicherlich schon eines schönere Optik, aber über kleine Matschtexturen oder unscharfe Kanten kann man bei diesem Genre hinweg sehen.
Akaneiro Demon Hunters: American McGees neues Action-Rollenspiel im PCGH-Review (24) Quelle: pcgameshardware.de Akaneiro Demon Hunters: American McGees neues Action-Rollenspiel im PCGH-Review (24)
Das Gameplay hat zugegeben seine Schwächen, leidet aber vor allem an der starken Konkurrenz: Diablo 3, Torchlight 2 oder auch Path of Exile bieten schon genug Hack'n'Slay-Action und inszenieren genau das gleiche Gameplay sehr viel spannender und abwechslungsreicher. Die interessante Neuerung durch das Setting und den Grafikstil von Akaneiro Demon Hunters wird durch das kopierte Gameplay schnell verworfen. Spicy Horse hat ein Hack'n'Slay entwickelt, das sich den anderen Genre-Vertretern angleichen will, es aber durch eigene Schwächen nicht schaffen kann.

Hack'n'Slay und Free-to-Play: Item-Managment, Fertigkeiten und Ingame-Shop

Item-Managment und Levelaufstiege werden in Akaneiro Demon Hunters wie in jedem klassischen Hack'n'Slay umgesetzt: Getötete Gegner bringen Erfahrungspunkte und lassen Loot fallen, beides können Sie immer nach einer abgeschlossenen Level einsetzen, um stärker zu werden. Waffen und Rüstungen lösen den altbekannten Sammel- und Vergleichstrieb aus, wobei bei Akaneiro Demon Hunters lediglich zwischen einem bestimmten Wert und einigen Zusatzfeatures wie verstärkter Heilrate oder Feuerschaden verglichen werden kann. Akaneiro Demon Hunters: American McGees neues Action-Rollenspiel im PCGH-Review (27) Quelle: pcgameshardware.de Akaneiro Demon Hunters: American McGees neues Action-Rollenspiel im PCGH-Review (27)

Mit dem nötigen Kleingeld können die Gegenstände gekauft werden, wegen dem Free-to-Play-Modell gibt es auch die Möglichkeit via Echtgeld die virtuelle Währung Karma zu erkaufen. Ohne Echtgeld-Einsatz müssen Sie die roten Edelsteine lange sammeln, immerhin benötigen Sie das Geld bei fast jedem Gegenstand. Bei den Levelaufstiegen funktioniert der Titel hingegen anders als seine Genre-Kollegen. Der Dämonenjäger kann nur nach einer Mission wirklich aufsteigen. Dabei können Sie jedes Mal zwischen drei Pfaden wählen: Setzen Sie auf Angriff, Verteidigung oder Technik? Je nach Ihrer Auswahl verändern sich die Parameter Ihres Helden in die entsprechende Richtung.

Ein echtes Klassensystem gibt es nicht, viel mehr können Sie mit jedem Levelaufstieg Ihren Charakter in eine bestimmte Richtung ausbauen, oder versuchen, alle drei Pfade gleichmäßig zu entwickeln. Ähnlich verhält es sich bei den unterschiedlichen Fähigkeiten, die Ihr Charakter erlernen kann. Von speziellen Attacken über Angriffs- und Schutzzauber, bis hin zu unterstützenden Sprüchen kann Ihr Dämonenjäger jede Fertigkeit erlernen, solange Sie das nötige Level und ein bisschen Kleingeld zum Kauf der Fähigkeit mitbringen. Die unterschiedlichen Fähigkeiten können Sie sich dann auf verschiedene Hotkeys legen, bis zu neun Angriffe können Sie so schnell im Gefecht ausführen. Durch die große Auswahl an Fertigkeiten haben Sie im Kampf die freie Wahl Ihrer Taktik, auch wenn meistens nur wenige Fähigkeiten zum Zuge kommen.

Gerade auf höherem Level sind die Flächenangriffe das einzige Mittel gegen die vielen Gegner. Wir arbeiteten fast ausschließlich mit dem Meteoritenhagel, mit dem gleich ganze Gruppen der feindlichen Monster ausgeschaltet wurden. Bis auf Heilzauber waren alle anderen Fähigkeiten nichts mehr als hübsches Beiwerk.

Schwere Zeiten für Akaneiro Demon Horse: Unser Fazit zu dem Action-Rollenspiel

Der Free-to-Play-Titel Akaneiro Demon Hunters bringt bewährtes Action-Rollenspiel-Gameplay auf Ihren Rechner. Sollten Sie an der Monsterjagd, dem Sammeln von Items und dem japanischen Setting angetan sein, dann könnte Ihnen der Titel von Spicy Horse gefallen. Allerdings krankt das neue Werk von American McGees Studio an seiner fehlenden Abwechslung im Level- und Monsterdesign, dazu kommen Schwächen bei der Gegner-KI und dem Schwierigkeitsgrad.

Zwar funktioniert Akaneiro Demon Hunters als Action-Rollenspiel, die Konkurrenz macht ihre Sache aber einfach besser: Diablo 3 und Torchlight 2 bieten eine unterhaltsamere Monsterjagd und selbst das Free-to-Play-Pendant Path of Exile sorgt durch seine gelungenen Innovationen für mehr Aufsehen. Akaneiro Demon Hunters ist leider nichts mehr als ein durchschnittliches Hack'n'Slay, was bei dieser Konkurrenz zu wenig sein dürfte.

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von bofferbrauer Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH
        Schwere Zeiten für Akaneiro Demon Horse:...
        Sollte wohl Hunters, nicht Horse bedeuten. Da wohl der Schreiberling aufs falsche Pferd gesetzt
      • Von bofferbrauer Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH
        Schwere Zeiten für Akaneiro Demon Horse:...
        Sollte wohl Hunters, nicht Horse bedeuten. Da wohl der Schreiberling aufs falsche Pferd gesetzt
      • Von XmuhX Software-Overclocker(in)
        Hhhmm, da hätte ich jetzt mehr von dem Game erwartet.
        Da finde ich das hier, oder Teil2 davon, immernoch besser gegen!
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