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  • Sapphire Radeon R9 290 Tri-X OC Test: Endlich Stille auf Hawaii

    Der AMD-Partner Sapphire schickt die erste Radeon R9 290 mit verbesserter Kühlung und werkseitiger Übertaktung ins Rennen. PC Games Hardware hatte bereits die Gelegenheit, die Non-X mit X-Takt ausführlich zu testen. So viel vorweg: Das Warten auf die Herstellerdersigns hat sich gelohnt.

    R9 290 Tri-X OC im PCGH-Test

    Die Lautstärke des Standardkühlers ist der einzige schwerwiegende Kritikpunkt an der Radeon R9 290X und R9 290 (siehe PCGH-Test zur R9 290X). Es hat einige Monate gedauert, doch nun stehen die ersten Herstellerdesigns mit grundlegend veränderter Kühlung kurz vor der Markteinführung. Der AMD-Exklusivpartner Sapphire war als erster Hersteller in der Lage, uns eine derartige Grafikkarte zu schicken: Die Radeon R9 290 Tri-X OC, so der volle Name, soll mithilfe werkseitiger Übertaktung und kräftiger Kühlung den Ruf der Hawaii-Grafikkarten deutlich verbessern. Ob das gelingt, klären wir im Folgenden und in der PCGH 02/2014, wo die Karte gegen 11 weitere High-End-Modelle antritt.

    Sapphire Radeon R9 290 Tri-X OC: Spezifikation und Kühlung

          

    Die meisten Referenzversionen der Radeon R9 290 begnügen sich der Taktvorgabe AMDs, 947 MHz Kernboost- und 2.500 MHz Speichertakt. Sapphire gibt der R9 290 Tri-X OC 1.000 MHz Kern- und 2.600 MHz RAM-Takt auf den Weg, zusammen mit dem Versprechen, dass der Boost in Spielen stets anliegt - die Referenzkarten müssen nach einer Weile unter Last infolge einer Überhitzung den Takt senken. Man könnte daher sagen, die Grafikkarte sei nicht nur um sechs Prozent übertaktet, sondern effektiv um 10 bis 15 Prozent. Wir werden nachfolgend klären, wie sich die R9 290 Tri-X in Spielen verhält.

    Mit Spannung warten viele Spieler jedoch nicht auf noch höhere Leistung, sondern auf ein Kühldesign, das die Radeon R9 290(X) endlich leise im Zaum hält. Sapphire setzt bei der R9 290 Tri-X OC auf den hauseigenen "Tri Fan"-Kühler, welcher vor ein paar Wochen auf der 280X Toxic und 270X Toxic debütierte (Test in der PCGH 01/2014). Der mit drei Axiallüftern bestückte Kühlblock verlängert die Grafikkarte auf satte 30,5 Zentimeter, weshalb wir Interessenten dazu raten, vor dem Kauf den Gehäuse-Stauraum auszumessen. Eine modifizierte Trägerplatine kommt aktuell noch nicht zum Einsatz, wir gehen jedoch davon aus, dass Sapphire im Laufe der Produktion nicht mehr auf das Referenz-PCB zurückgreift. Genug der Worte, es folgen aussagekräftige Bilder und Töne:

    05:37
    Sapphire Radeon R9 290 Tri-X OC im Lautstärke-Test: Hawaii endlich leise

    Sapphire Radeon R9 290 Tri-X OC: Die drei L

          

    Kommen wir nun zur Leistung, Lautstärke und Leistungsaufnahme, den drei wichtigsten Wertungskriterien einer Grafikkarte. Schon nach wenigen Betriebsminuten zeigt sich, dass die Sapphire R9 290 Tri-X OC nur wenig mit der AMD-Vorlage gemein hat. Das gilt nicht nur für die Lautstärke, sondern auch für das Taktverhalten: Im Gegensatz zu Referenzversionen der Radeon R9 290 hält die Sapphire Tri-X ihren 1-GHz-Boost in jedem unserer Testspiele und kommt einer R9 290X im "Uber Mode" daher gefährlich nahe. Einzig im PCGH VGA-Tool, das eine Furmark-ähnliche Belastung erzeugt, fällt der Takt unter die Gigahertz-Marke; nach 15 Minuten beträgt der mittlere Takt 940 MHz. Mithilfe eines um 50 Prozent erhöhten Powertune-Limits via Catalyst Control Center oder alternativ gesenkter Kernspannung bleibt der Maximalboost überall erhalten.

    Trotz der konstant hohen Leistung arbeitet der TriFan signifikant leiser als der Referenzkühler: Unter Spielelast protokollieren wir eine GPU-Höchsttemperatur von 77 Grad Celsius (gegenüber 94 mit dem Standardgebläse) bei einer Lautheit von 2,9 Sone (gegenüber 6,9). Einzig im Worst Case, dem PCGH VGA-Tool, sind die etwas höheren Werte 78 °C bei 3,1 Sone zu verzeichnen. Die Leistungsaufnahme steigt gegenüber der Referenzkarte kaum an, obwohl letztere zum Schutz vor Überhitzung ihren Kerntakt und die Spannung absenkt. In unseren Testspielen genehmigt sich die Sapphire Radeon R9 290 Tri-X OC höchstens 267 Watt - das ist keineswegs sparsam, aber für eine High-End-Grafikkarte nicht außergewöhnlich viel.

    LautstärkeSapphire R9 290 Tri-X OCR9-290X Uber (55 % PWM)R9-290X Quiet (40 % PWM)R9-290 (47 % PWM)GTX TitanGTX 780
    Leerlauf (Windows-7-Desktop)0,8 Sone0,6 Sone0,6 Sone0,6 Sone0,3 Sone0,6 Sone
    Anno 2070 (DX11)2,9 Sone9,6 Sone4,4 Sone6,9 Sone3,2 Sone3,1 Sone
    BF Bad Company 2 (DX11)2,7 Sone9,6 Sone4,4 Sone6,9 Sone3,2 Sone3,2 Sone
    Leistungsaufnahme   
    Leerlauf (Windows-7-Desktop)16 Watt21 Watt21 Watt21 Watt13 Watt14 Watt
    Anno 2070 (DX11)267 Watt289 Watt230 Watt243 Watt214 Watt201 Watt
    BF Bad Company 2 (DX11)246 Watt269 Watt249 Watt241 Watt214 Watt222 Watt


    Crysis 3 gehört zu den schönsten und anspruchsvollsten Spielen des Jahres 2013, weshalb wir es zur Leistungsmessung der Sapphire Radeon R9 290 Tri-X OC heranziehen. Eindeutig: Dank konstanter 1.000/2.600 MHz (GPU/RAM) ist die Radeon R9 290 im Referenzdesign kein würdiger Gegner, die Tri-X OC heftet sich stattdessen an die Fersen der R9 290X im Uber Mode.

    R9 290 Tri-X OC Bench Crysis 3


    Der starke Sapphire-Kühler lädt primär zum Übertakten ein, wir loten die Grenzen jedoch in beide Richtungen aus: mit erhöhter und mit gesenkter Spannung. Nach etwas Tweakerei ist unser Muster der Sapphire Radeon R9 290 Tri-X OC zu 1.150 MHz Kern- und 3.000 MHz Speichertakt fähig - mit +61 Millivolt Kernspannung und einem Powertune-Limit von 150 Prozent. Nach einer Vierstelstunde unter Crysis 3 zeigt sich, dass diese Werte die maximale PWM-Lüfterfrequenz von rund 50 Prozent zur Folge haben, was in einer Lautheit von 4,7 Sone resultiert. Ganz anders im Undervolting-Test: Eine manuell gesetzte Drehkraft von 35 Prozent reicht aus, um die Sapphire R9 290 Tri-X mit ihrem Standardtakt bei -31 Millivolt zu betreiben, die Lautheit beträgt in diesem Fall leise 1,5 Sone.

    R9 290 Tri-X Overclocking

    Sapphire Radeon R9 290 Tri-X OC: Fazit

          

    Gut Ding will Weile haben, dieser Leitspruch trifft auf die Radeon R9 290 definitiv zu. Nach Monaten des Wartens steht nun das erste Modell auf der Matte, das den Spieler nicht mit unnötigem Lüfterlärm belästigt. Sapphires Radeon R9 290 Tri-X OC ist eine rundum gelungene Oberklasse-Grafikkarte: Dank der werkseitigen Übertaktung und potenten Kühlung erzielt sie beinahe die Leistung einer Radeon R9 290X im "Uber Mode" und erzeugt dabei eine maximale Lautheit von 3,1 Sone. Wer möchte, wandelt die Kühlreserven der Tri-X in noch höhere Leistung um oder versucht sich mithilfe dosierten Undervoltings am Silent-Betrieb - im Falle unseres Samples hat beides funktioniert.

    Die schlechte Nachricht zum Schluss: Wer plante, sich eine leise Radeon R9 290(X) unter den Weihnachtsbaum zu legen, der wird enttäuscht, denn mehrere Hersteller geben an, dass der Marktstart erst Anfang 2014 erfolgt - das gilt auch für die Radeon R9 290 Tri-X OC. Zwar nannte Sapphire noch keine unverbindliche Preisempfehlung, wir gehen jedoch von Startpreisen um 400 Euro aus und halten Sie natürlich auf dem Laufenden.

    05:03
    Radeon R9 290X: Quiet Mode vs. Uber Mode im direkten Hörvergleich

    PCGH-Grafikkarten-Benchmarks 2013/2014: Testsystem

          

    Da sowohl AMDs GCN- als auch Nvidias Kepler-Chips PCI-Express 3.0 unterstützen, entspricht unser Testsystem dieser Entwicklung, um hier einen eventuellen Flaschenhals aufzubrechen. Daher haben wir uns als Basis der Grafikkarten-Tests für aktuelle Core-i7-4770K-Prozessoren entschieden, die uns vom Online-Shop Caseking zur Verfügung gestellt wurden. Die folgende Tabelle bezeugt, dass die Infrastruktur noch reichlich Luft nach oben hat:

    • Intel Core i7-4770K @ 4,6 GHz (vier Kerne plus SMT; ohne Turbo)
    • Asus Z87 Maximus VI Extreme (SLI- und Crossfire-tauglich)
    • 2 x 4 GiByte DDR3-2000; 10-10-10-20-1T
    • Corsair HX850 (850 Watt, 80-Plus Silber)

    Treiber und Betriebssystem
    • Catalyst 13.12 Beta - HQ
    • Geforce 331.93 Beta - HQ
    • Windows 7 Ultimate x64 SP1 inklusive Patches

    Weitere Details wie die Art der genutzten Kantenglättung können Sie den einzelnen Benchmark-Diagrammen sowie unserer PCGH-Benchmark-FAQ entnehmen.

    Treibereinstellungen: Hohe Qualität (HQ) ist Trumpf
    PC Games Hardware testet stets mit aktuellen Treibern und achtet dabei streng auf die Bildqualität. Wir haben uns nach dem Start der Radeon HD 7970 und ausführlichen Bildqualitätsbetrachtungen dazu entschieden, Grafikkarten fortan mit "Hoher Qualität" (HQ) im Treiber zu testen. Dies bezieht sich direkt auf den anisotropen Filter (AF), welcher in der HQ-Einstellung auf Radeon- wie Geforce-Grafikkarten nicht nur ein sehr gutes Bild liefert, sondern auch qualitativ vergleichbar ist - mit Qualität/Quality (Q) gibt es Unterschiede zugunsten Nvidias, sofern anisotrope Filterung zum Einsatz kommt.

    Falls Sie mit dem teils flimmrigen Q-AF zufrieden sind: Im Mittel unseres Spieleparcours bringt Q gegenüber HQ ein Fps-Plus von 3,5 Prozent - auf einer Radeon HD 7000. Nachdem AMD mit dem Catalyst 12.4 erneut an der Qualität des Treiberstandards (Q) geschraubt hat, gilt unsere Aussage umso mehr: HQ gegen HQ entspricht am ehesten "apples to apples". Frei nach AMDs Motto "Play the game as originally intended" setzen wir außerdem die AMD-Optimierung beim Tessellationsschalter für die Benchmarks außer Kraft und deaktivieren die Oberflächenoptimierung. Die vertikale Synchronisation ist auf allen Karten immer abgeschaltet (bei Titeln wie Skyrim und Batman zusätzlich in den Ini-Dateien).

    Die Benchmark-Auflösungen
    Jeder Benchmark-Durchlauf wird mindestens drei Mal durchgeführt und die Ergebnisse anschließend gemittelt. Auch bei den Auflösungen haben Sie, unsere Leser, maßgeblich mitbestimmt: Eine aktuelle Umfrage besagt, dass mehr als die Hälfte der PCGH-Leser in Full-HD spielt, daher nutzen wir diese Auflösung in den meisten Tests. Bei Spezialtests und/oder mit Supersample-AA variieren die Einstellungen.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    Radeon Catalyst Treiber Download: Crimson 16.5.3
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    Es gibt 155 Kommentare zum Artikel
    Von erazor12
    passiert schonmal !
    Von Terrahero
    Ich glaube in der dritten Zeile ist ein Rechtschreibfehler: ,,Herstellerdersigns"
    Von TrKillzZz
    Mit welchem Programm habt ihr die GPU Undervoltet ?

    Geht das überhaupt bei der Graka ohne ein anderes Bios draufzu flashen ?
    Von Shmendrick
    So meine ist jetzt leise (kein triX)http://extreme.pcgameshar...
    Von Duvar
    Ich schätze man nähert sich den 200W AVG Verbrauch. (GPU only)
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Sapphire Radeon R9 290 Tri-X OC Test: Endlich Stille auf Hawaii
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http://www.pcgameshardware.de/AMD-Radeon-Grafikkarte-255597/Tests/Sapphire-Radeon-R9-290-Tri-X-OC-Test-1102085/
19.12.2013
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2013/12/Sapphire_Radeon_R9_290_Tri-X_OC_6-pcgh.jpg
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