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  • Radeon-Treiber 16.8.1 und 16.8.2 Beta beheben Wolfenstein-Bug - teilweise massive Leistungssteigerung für RX 480 & Co.
    Quelle: PC Games Hardware

    Radeon-Treiber 16.8.1 und 16.8.2 Beta beheben Wolfenstein-Bug - teilweise massive Leistungssteigerung für RX 480 & Co.

    AMDs Treiberabteilung nimmt Fahrt auf. Nicht nur unter DirectX 12 und Vulkan liefern Radeon-Karten meist überzeugende Performance, auch unter Open GL. Zumindest wenn es um Doom geht. Das ebenfalls auf einer id-Tech-Engine basierende Wolfenstein jedoch wurde bis dato von einem schweren Bug geplagt - und wird es teils noch immer.

    Bereits seits knapp einem Jahr (genauer seit Ausgabe 11/2015) ist Wolfenstein The Old Blood - natürlich in der "German Edition" - fester Bestandteil im Benchmarkparcours Grafikkarten von PC Games Hardware. Es war seinerzeit einer der letzten Open-GL-Mohikaner und als einer von 15 Titeln im Aufgebot repräsentierte es vornehmlich Spiele auf Basis der id-Tech-Engine. Diesen Part hat zuletzt in deutlich modernisierte Form Doom übernommen und wir sind gerade dabei unseren Standard-Parcours zu überarbeiten.

    Just in diesem Moment behebt AMD mit der Radeon Software Crimson Edition allerdings noch einen Performance-Bug, welchen wir gemeldet haben. Allerdings ist es nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Doch der Reihe nach.

    Vorgeschichte: Das Wolfenstein/OpenGL/Tonga/Polaris-Problem

          

    Bereits während der ersten Verwendung des Benchmarks fiel auf, dass Karten mit hoher Speichertransferrate überdurchschnittlich gut abschneiden, sodass etwa eine Geforce GTX 780 Ti auf dem Niveau einer Titan X arbeitete. Auch in der Folge zeigte sich, dass etwa die R9 280X mit dem ansonsten eher veralteten Tahiti-Chip, aber 384-Bit-Speicherinterface noch gut mithalten konnte. Dann kam Tonga. Die Radeon R9 380X versagte in Wolfenstein The Old Blood geradezu und kam nicht einmal ansatzweise an Tahiti heran. Um ihr um ein Drittel schmaleres Speicherinterface auszugleichen, setzt die R9 380X und mit ihr die Tonga-GPU auf eine verlustlose Speicherkomprimierung, bei der für kleine Bildschirmkacheln nur die Differenzwerte zweier Farben gespeichert werden. Das kann, entsprechende Inhalte vorausgesetzt, gute Resultate erbringen, funktionierte in der Kombination Wolfenstein ToB mit 4× MSAA, Tonga-GPU und Radeon Software Crimson jedoch nicht.

    Da die anderen Radeon-Modelle wie erwartet, in Relation zum restlichen Index gar überdurchschnittlich gut abschnitten, lag der Verdacht eines Treiberbugs nahe. Ein Beispiel mit normierten Index-Werten.

    • GTX 1080: Indexwert = 100; WtoB-Index 97,9 (100 wird hier von der Titan X gestellt)
    • GTX 980 Ti: Indexwert = 78,8; WotB-Index 92,4
    • R9 Fury X: Indexwert = 70,8; WotB-Index 81,7
    • R9 390X: Indexwert = 59,8; WotB-Index 72,9
    • R9 280X: Indexwert = 39,9; WotB-Index 49,5
    • RX 480/8G: Indexwert = 52,0, WotB-Index 31,4
    • R9 380X: Indexwert = 36,6; WotB-Index 23,0

    Wie Sie sehen: 980 Ti, Fury X, R9 390X und 280X schneiden - wohl aufgrund ihres gemeinsamen Merkmals "Hohe Speicherübertragungsrate" - in Wolfenstein The Old Blood überdurchschnittlich gut ab: Die WotB-Indizes liegen teils deutlich über dem Durchschnittsindex. Man könnte auch sagen, die GTX 1080 als 100-Prozent-Marke im Index hat eine Wolfenstein-Schwäche.

    Vermeintlicherweise betraf der Tonga-Bug auch die RX 480, welche mit maximal rund 20 Fps (nein, VSync war nicht schuld) in diesem Spiel sogar noch langsamer als die R9 380X war - bei der hatte es wenigstens geholfen, Antialiasing abzuschalten. Wie schon zum Start der R9 380X traten wir auch hier mit AMD in Kontakt, um dieser indiskutablen Performance auf den Grund zu gehen. Dieses Mal jedoch tat sich etwas aufseiten des GPU-Herstellers!

    Ein "Known Issue" wurde in den Release-Notes der Radeon Software-Crimson Edition vermerkt - auch wenn das Problem eher verharmlost klang und auf die RX 480 begrenzt angegeben wurde (RX 470 und 460 waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht offiziell verfügbar).
    RSCE 16.7.3 Release Notes: Wolfenstein verbuggt RSCE 16.7.3 Release Notes: Wolfenstein verbuggt Quelle: PC Games Hardware Seit dem jüngst veröffentlichten Radeon-Treiber Crimson Edition 16.8.1 Hotfix wurde der Bug auf einmal unter "fixed Issues", behobenen Problemen also aufgeführt. Wir haben uns also gleich ans Werk gemacht, gespannt, wie denn nun die neue Performance der RX 480 ausfallen würde. Käme sie nun an ihre Schwesterkarten vorbei? Schlägt sie eine GTX 970? Wir waren neugierig und gespannt wie Bolle.
    RSCE 16.8.1 Release Notes: Wolfenstein-Bug behoben. RSCE 16.8.1 Release Notes: Wolfenstein-Bug behoben. Quelle: PC Games Hardware
    Doch die Enttäuschung folgte auf dem Fuße: Keine Veränderung der Performance. Ein nochmals komplett neu installierter Treiber, Wolfenstein und schließlich Windows 10 in der brandneuen Anniversary Edition "Redstone" - ohne jemals einen anderen als den Radeon-Treiber 16.8.1 und in direkter Folge den 16.8.2 Hotfix gesehen zu haben. Auch eine andere Skylake-CPU und ein anderes Z170-Mainboard eines anderen Herstellers haben wir ausprobiert. Allein - es half alles nichts, die Performance blieb (selbst auf niedriger Detailstufe!) auf unterirdischem Niveau.

    Doch wir blieben dran. Ein zeitgleich neu aufgesetztes System, welches eigentlich für weitere CPU-Tests älterer Modelle dienen sollte, die mit einer UEFI-Installation samt GPT-Bootloader nichts anfangen können, wurde zwangsverpflichtet und Wolfenstein The Old Blood auf einem Core i7-990X installiert. Die RX 480 war weiterhin an Bord, ebenso der RSCE 16.8.2 Hotfix. Bereits das Menü lief deutlich flüssiger, erreichte locker die 60 Fps-Marke (und überschritt diese durch den Startparameter "+com_synctotime 0" deutlich). Hoffnung keimte auf! Und tatsächlich, die desaströsen 20 Fps waren Geschichte.

    Damit nicht genug: Nun wissend um die Funktionalität dieser Windows/Wolfenstein-Installation klemmten wir die SSD an unser Skylake-System - nur um wiederum enttäuscht zu werden. 20 Fps. An der neuen Windows-Version oder verkorksten Treibern auf dem ursprünglichen System lag es also auch nicht.

    Wir deaktivierten nochmals Hyperthreading - ohne Veränderung. Wir verzichteten auf Antialiasing - kein Effekt. Am Ende unseres Lateins angekommen, machten wir den Crosscheck: Ja, am betagten 990X-System gab es keine Probleme mit derselben Installation auf derselben SSD. Ein letzter Versuch: Sollte es gar an einer Unverträglichkeit zwischen Wolfenstein, dem Radeon-Treiber, einer Polaris-GPU (denn Fury X, Tahiti und Hawaii funktionierten ja vergleichsweise prächtig!) liegen?

    Radeon-Benchmarks: Vorher-Nachher

          

    Ein Devil's-Canyon-System mit einem auf 4,5 GHz übertakteten Core i7-4790K - also in 1080p und höher ähnlich flott wie unser reguläres Skylake-System - sollte Klarheit schaffen. Hinweis zur Benutzung der Benchmarks:
    Sie können weitere Grafikkarten und Settings in unseren dynamischen Benchmarks über die Dropdown-Menüs selbst hinzufügen!
    Und tatsächlich: Auch hier funktionierte die RX 480 wie erhofft und nicht wie befürchtet. Die miese Wolfenstein-Performance lag augenscheinlich an einem Bug, der durch das Zusammenspiel des Core i7-6700K, Windows 10 und einer Polaris-basierten GPU ausgelöst wurde. In diesem Wissen haben wir die letzten Tage damit verbraucht, alle wichtigen AMD-Karten, die uns zur Verfügung standen, erneut durch den Wolfenstein-Benchmark zu scheuchen, denn auch die übrigen Radeon-Karten konnten mal mehr, mal weniger zulegen.

    Wolfenstein The Old Blood

    Wählen Sie die Auflösung im Drop-Down-Menü aus. Und bitte lesen Sie auch den Text!

    • Wolfenstein unfixed/fixed
    • W: TOB - RSCE 16.7.3 und früher
    • W: TOB - RSCE 16.8.2
    • 16.8.2 MSAA: Tonga vs. Polaris
    Info Icon
    Game/Version Wolfenstein: The Old Blood (Steam), PCGH-Benchmark 'Canals'
    Details Max. detail, texture compression and CUDA off
    Software/Drivers Windows 10 x64 (TH2/RS), Radeon Software 16.7.3 and earlier vs. 16.8.2 Hotfix
    • Benchmarks (2 von 2)

    • Produkte ein-/ausblenden

    1.920 × 1.080, 4× MSAA/16:1 HQ-AF
    60.1
    50
    64.0
    52
    1.920 × 1.080, 4× MSAA/16:1 HQ-AF
    45.1
    35
    47.6
    37
    1.920 × 1.080, 4× MSAA/16:1 HQ-AF
    21.4
    17
    22.2
    18
    1.920 × 1.080, 4× MSAA/16:1 HQ-AF
    20.0
    19
    48.4
    43
    0
    10
    20
    30
    40
    50
    60
    70
    Name
    RSCE 16.7.3. (+ i7-6700K) (Average Fps)
    RSCE 16.8.2. (+ i7-4790K) (Average Fps)
    Minimum Fps

    System

    Core i7-6700K @ 4,5 GHz, 2 × 8 GiB DDR4-2800 (1T), Asus Maximus VIII Hero --- Core i7-4790K @ 4,5 GHz, 2 × 8 GiB DDR3-1600 (1T), MSI Z97S SLI Krait-Edition

    Resultate nicht unbedingt vergleichbar mit früheren Reviews/Results not necessarily comparable with earlier reviews


    Tipp: Vermissen Sie eine Radeon-Karte? Vielleicht finden Sie sie ja einblendbar im Dropdown-Menü. Wie's geht, erläutert dieses Video.

    Hierzu ein paar kleinere Anmerkungen: Für unseren Benchmark inklusive der genutzten Settings (Details hierzu hält das unten eingebundene Video bereit), genügen 2 GiByte bereits in 1080p nicht mehr (vgl. R7 370 2G vs. 4G; auch die hier nicht abgedruckte 4G-Version der GTX 770 legt gegenüber der 2G-Variante massiv zu) und in 1440p sind mehr als 3 GiByte bereits von leichtem Vorteil (nicht im Benchmark enthalten: R9 280X 3G vs. 6G zeigt dies). Für Ultra HD alias 2160p jedoch sind 4 GiByte ausreichend (vgl. R9 390/8G vs. R9 290X/4G).

    Wir haben AMD natürlich zu Beginn unserer Recherchen darüber in Kenntnis gesetzt und das Treiber-Team arbeitet an einer Lösung. Wie kann so ein Bug noch durchrutschen - der doch als behoben angegeben wurde? Nun, möglicherweise liegt es am Testsystem - denn zumindest in Review-Guides verwendete AMDs eigenes Testlabor einen Core i7-5960X auf Haswell-Basis - wäre also vermutlich nicht von einem nur in Verbindung mit Skylake-Systemen auftretendem Bug betroffen.

    Übrigens: Der Tonga-Bug ist losgelöst von diesem Problem - denn die Performance der R9-380- und 380X-Karten ist nach wie vor sehr schwach. Allerdings lässt sich hier (im Gegensatz zu Polaris auf der Skylake-Plattform) durch Absenken der Antialiasing-Stufe oder den gänzlichen Verzicht auf Multisample-AA eine deutliche Leistungssteigerung erreichen. Von rund 22 1080p-Fps mit 4× MSAA auf rund 33,3 Fps mit 2× MSAA und gar 71,0 Fps ohne MSAA steigt die Leistung einer R9 380X mit 4 GiByte unabhängig von Haswell, Skylake oder Gulftown. Auch hierüber haben wir AMD informiert und hoffen auf eine Lösung.

    RSCE, Polaris & Skylake vs. Wolfenstein - was bleibt

          

    Fassen wir noch einmal zusammen: Das Spiel heißt Wolfenstein The Old Blood. Der/die Bugs betreffen Radeon-Karten mit Tonga- und Polaris-GPUs. Zumindest bei Letzteren hilft (den Benchmark-Werten, nicht den betroffenen Usern) ein Wechsel auf beispielsweise Haswell/Devil's Canyon. Die spezifische CPU, Hyperthreading, das Mainboard und die Windows-Version sowie Installation konnten wir als Ursache ausschließen - ebenso die spezifische Detailstufe. Hier grenzt sich auch der Tonga-Bug zusätzlich ab - die ältere GPU reagiert zumindest auf die Multisample-AA-Ein- bzw. Abstellung positiv.

    Abschließend stehen wir vor der Frage: Welche Werte sind nun die für den Index relevanten? Fest steht, dass hier ein Bug vorliegt und AMDs Polaris-GPUs nicht im bestmöglichen Licht gezeigt werden. Doch die Spielerealität sieht nun mal so aus, dass Bugs wie diese durchaus auftreten und Spieler mit Skylake-Systemen und Polaris-GPU befallen sein können. Unter den Teppich kehren bringt keine Besserung, wie wir anhand der immer noch zu Wünschen übrig lassenden Leistung der Tonga-basierten Radeon-Modelle (R9 285, R9 380, R9 380X) sehen.

    Fest steht aber auch, dass hier ein folgenschwerer Präzedenzfall geschaffen werden könnte, wenn wir uns entscheiden, hier eine Ausnahme zu machen und die Wertung mit den Haswell-Ergebnissen in den Index einfließen lassen. Was wäre, wenn der Bug auf allen CPUs aufträte? Das Spiel komplett aus dem Index entfernen? Wie schlecht muss dann die Performance genau sein, um eine De-Indexierung zu rechtfertigen? Krasse Fälle, klar - aber fallen schon 20% Rückstand gegenüber dem Durchschnitt darunter? Oder gar 10%? Wie "Nische" darf ein Spiel sein, damit solche Maßnahmen greifen? Was ist, wenn es das nächste Battlefield oder Call of Duty betrifft? Wo hört Fairness auf und wo beginnt einseitige Bevorzugung?

    Was meinen Sie? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Gedanken zum Thema für ein unverbindliches Meinungsbild mit.

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http://www.pcgameshardware.de/AMD-Catalyst-Crimson-Grafikkarte-255517/News/RSCE-1681-1682-Bug-Wolfenstein-Skylake-Polaris-1204234/
16.08.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/08/PCGH-Benchmark-Wolfenstein-TOB-pcgh_b2teaser_169.jpg
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