Kostenlose Rechner und die Blizzard-Gründung (PCGH-Retro, 8. Februar)
Kostenlose Rechner: Der Fall Free-PC und Blizzard wird gegründet - das geschah am 8. Februar. Jeden Tag wagt PC Games Hardware einen Blick zurück in die noch junge, aber bewegte Geschichte des Computers.
...1991: World of Warcraft ist wohl jedem Computernutzer ein Begriff - egal ob man das Spiel leiden kann oder nicht, es gehört zu den Phänomenen unserer Zeit und hat dem Genre der sogenannten MMORPGs zum Durchbruch verholfen. Zunächst jedoch war Entwickler Blizzard mit Echtzeit-Strategiespielen im selbstgeschaffenen War- sowie Starcraft-Universum bekannt geworden.
Die Köpfe hinter diesen Millionenerfolgen, feiern an diesem 8. Februar die Firmengründung im Jahre 1991, wie uns Blizzard selbst bei einem Verlagsbesuch mitteilte. Anlässlich dieses Feiertages haben wir eine Galerie mit den Meilensteinen aus inzwischen mehr als 20 Jahren Blizzardgeschichte zusammengestellt.
...1999: Der Name "Free-PC" ist hier Programm: Die gleichnamige Firma verkündet am 8. Februar 1999 den Plan, im zweiten Quartal des Jahres zunächst 10.000 Computer zu verteilen - kostenlos. Die Compaq-Rechner sind mit einem 333-MHz-Prozessor, einer 4-Gigabyte-Festplatte, 32 MiByte RAM und einem 56k-Modem samt Windows 98 und 14-Zoll-Röhrenmonitor nicht gerade üppig ausgestattet, reichen aber für den gedachten Zweck: Die ebenfalls kostenlose Flatrate sollen, nein: müssen die Kunden dazu nutzen, im Internet herumzusurfen, online einzukaufen - und sich dabei permanent von Werbung berieseln zu lassen. Etwa ein Drittel des kleinen Bildschirms wird ständig von den Werbebannern eingenommen, egal ob eine Verbindung ins Netz besteht oder nicht. Doch damit nicht genug, alle Schritte im Internet werden protokolliert und an Free-PC übermittelt, damit die Werbung individuell auf jeden Kunden zugeschnitten werden kann. Zu diesem Zweck müssen Interessenten auch persönliche Daten vom Familienstand über die Hobbys bis zum Einkommen preisgeben, sonst gibt's keine Hardware.
Dies halten zur Zeit des Dotcom-Booms viele für eine gute Geschäftsidee, große Werbekunden wie Disney sind dabei und bald nach der Ankündigung finden sich - auch in Deutschland - zahlreiche Nachahmer. Handys werden schließlich schon lange erfolgreich im Paket mit teuren Verträgen "verschenkt", warum sollte so etwas nicht auch mit Rechnern möglich sein? Free-PC ist von seinem Geschäftsmodell überzeugt, will noch im ersten Jahr eine Million Gratis-Computer ausliefern. Dazu kommt es aber nicht mehr: Schon im November 1999, wenige Monate nach dem Start, wird der Vertrieb der kostenlosen Rechner wieder eingestellt, offenbar erweisen sich Hardware und technischer Support als viel zu teuer. Die Idee vom Gratis-Rechner ist damit gestorben.
Weitere Infos
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Man bezahlt lieber alles selbst und erträgt freiwillig Werbung, die man nicht bestellt hat.