Praxis: Versteckte FSAA-Modi nutzen
16x Supersampling (4x4), 8:1 AF
Vor ein paar Tagen wiesen wir Ihnen den Weg zum besten Texturfilter, heute behandeln wir die Glättung von 3D-Szenen. Aktuelle Grafikkarten können nämlich mehr FSAA-Modi als Ihnen der Hersteller oder Grafiktreiber erlaubt. Ein paar schlummernde Verfahren können Sie aber mit Tools aktivieren.
Versteckte FSAA-Modi bei der Geforce 8
Wenn sie eine Geforce 6 oder 7 ihr Eigen nennen, dann kennen Sie sie schon: die Hybrid-Modi. Mit einem aktuellen Forceware-Treiber der 100-er Generation kann auch eine Geforce 8 die qualitativ überlegenen Modi wieder anzeigen (wir berichteten). Eine Mischung aus dem bekannten und bei jeder aktuellen Grafikkarte zuschaltbaren Multisampling (MSAA) und dem älteren Verfahren Supersampling (SSAA) erlaubt die beste Glättung, die man auf einer aktuellen Grafikkarte sehen kann. Das SSAA bearbeitet im Gegensatz zum MSAA nicht nur die Polygonkanten, sondern auch Texturen und Shader. Dies hat zur Folge, dass das gesamte Bild beruhigt wird, kostet aber viel Leistung. Aktivieren können Sie die am "S" erkennbaren Modi mit dem Tool Nhancer (siehe Downloads unten).
16xS verfügt beispielsweise neben dem 4x MSAA über einen SSAA-Anteil von 2x2. Das bedeutet, dass jede Achse intern mit der doppelten Auflösung berechnet wird - es entsteht also der vierfache Rechenaufwand. Im schlimmsten Fall sinken dadurch die Fps auf ein Viertel ab. Was 4x4 SSAA, also 16x reines Supersampling, kostet, können Sie sich nun denken. Wir haben unten viele Screenshots angefügt, die zeigen, dass die Hybriden 16xS und 32xS dem 16xQ-AA überlegen sind. Bei allen Bildern ist zudem Transparenz-Supersampling (und zum Vergleich Transparenz-Multisampling) an. Achten Sie auf den Zaun und die Pflanze links im Bild.
Versteckte FSAA-Modi bei einer Radeon
16xS samt TSSAA, 8:1 AF
Haben Sie eine Radeon 9500 oder besser, dann können sie testweise Transparenz-FSAA auf Multisampling-Basis probieren. Das ist bedeutend schneller als das bekannte Adaptive-FSAA von Ati, funktioniert aber bis dato nicht immer fehlerfrei, weshalb es noch nicht offiziell ist. Aktivieren können Sie das "EATM" getaufte Verfahren mit den Ati Tray Tools über "Tweaks", "Advanced Tweaks", "New AA and AF Methods" und einem Haken bei "EATM". Die untersten vier Optionen (erst in der aktuellen Beta des Tools verfügbar) beeinflussen dessen Qualität. In World of Warcraft beispielsweise sorgt EATM für eine angenehm "weich" aussehende Vegetation und ist selbst auf einer Radeon 9800 Pro fast kostenlos. Achten Sie darauf, dass "ATMAlphaSharpenmode" wie auf dem Bild nicht aktiviert ist, da es nicht selten für Anomalien sorgt.
Alle Bilder unten wurden in 1.280x1.024x32 samt 6x FSAA und 8:1 AF auf einer Radeon X1950 Pro geschossen. Übrigens läuft die Szene bei reinem 6x Multisampling, d.h. keiner Glättung der Vegetation, mit 130 Fps. Mit Performance Adaptive Anti-Aliasing sind es noch etwa 70 Fps, mit Quality schließlich rund 35 Fps. EATM erreicht beachtliche 120 Fps.
