Microsoft hilft russischer Regierung bei Festnahme oppositioneller Gruppen - korrupte Anwälte sind schuld

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News Eric Herrmann Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Eine Aktivistengruppe, die den Baikalsee schützen wollte, wurde unter dem Vorwand festgenommen, illegal kopierte Microsoft-Software verwendet zu haben. Vladimir Putin kann nun ungestört seine Papierfabrik eröffnen.

Update vom 14.09.2010: Microsoft gibt korrupten Anwälten Schuld
Brad Smith, der Chefjustiziar von Microsoft, hat sich zu den Vorwürfen gegen Microsoft geäußert. So wolle er eine unabhängige Anwaltskanzlei damit beauftragen, die Fälle in Russland zu überprüfen. Gegen Umweltaktivisten, Bürgerrechtler und andere Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) kam es in Russland nun mehrfach zu Anklagen wegen vermeintlich raubkopierter Microsoft-Software, wodurch die Anwälte des Konzerns der russischen Polizei die rechtliche Grundlage schufen, die Vereine dauerhaft Handlungsunfähig zu machen.

Microsoft möchte solche Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen. Auch schon im Vorfeld habe man, wie Smith weiter zu verstehen gab, für über 42.000 NGOs Microsoft-Produkte im Wert von 390 Millionen US-Dollar kostenlos zur Verfügung gestellt. Offenbar sei um diese Offerte keine ausreichende PR betrieben worden, mein der Justiziar weiter.

Original Artikel vom 13.09.2010: Microsoft hilft russischer Regierung bei Festnahme oppositioneller Gruppen
Im Januar 2010 stürmte die russische Polizei die Zentrale der Baikal Environmental Wave. Auf dem Durchsuchungsbefehl hieß es, man müsse Computer mit illegal erworbener Microsoft-Software konfiszieren. Auf den Rechnern der Organisation waren Dokumente gespeichert, die über eine Generation hinweg gesammelte Daten zum Schutz des Baikalsees enthielten. Zuletzt organisierten die Aktivisten Proteste gegen die Pläne des Premierminister Vladimir Putin, eine alte Papierfabrik wieder zu eröffnen. Sie würde den Baikalsee verschmutzen, der Schätzungen zufolge 20 Prozent der weltweiten Trinkwasserreserven beherbergt.

Überall in Russland sei von vergleichbaren Aktionen berichtet worden, heißt es in der New York Times. Immer wieder heißt es, die Klagen kommen von Microsoft. Das Unternehmen erstatte Anzeige gegen vermeintliche Raubkopierer seiner Produkte. Daraufhin werden reihenweise Durchsuchungen bei oppositionellen Gruppen durchgeführt. Dabei beteuerten die Anwälte von Baikal Environmental Wave, dass ihr Klient darum gewusst habe und ganz besonders deswegen darauf geachtet habe, nur legale Kopien zu verwenden. Selbst als sich Marina Rikhvanova, stellvertretende Vorsitzende von Baikal Environmental Wave, persönlich mit Microsoft verständigt hat, und um Unterstützung gebeten hatte, erhielt sie nur die Antwort: "Diese Angelegenheit muss von den Sicherheitsdiensten bearbeitet werden".

Während des Prozesses dürfen betroffene Organisationen nicht weiterarbeiten. Sämtliche Aktivitäten gegen die Papierfabrik müssen vorerst ohne die Organisation stattfinden. In Redmond, wo Microsofts Zentrale sitzt, äußert man sich zu dem Fall: Der Konzern sei nicht der Anlass für die Untersuchungen. Vielmehr sei man durch die russische Gesetzgebung zu solchen Schritten angehalten.

Die Moskau Helsinki Gruppe, die sich für die Menschenrechte und die demokratische Entwicklung Russlands einsetzt, richtete in diesem Jahr einen offenen Brief an Microsoft, in dem die Organisation den Konzern als Komplizen bezeichnet, der die staatliche Verfolgung von Bürgerinitiativen unterstütze.

In Staaten mit wackeliger Demokratie und vor allem in totalitären Systemen gibt es oft Berichte von internationalen Konzernen, die ethisch fragwürdige Schritte gehen, um in die dortigen Märkte zu expandieren. Die jüngsten Berichte stammen von Research in Motion, das mit Indien, den vereinten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien den Datenschutz seiner Produkte lockern musste, damit in den Ländern Blackberrys verkauft werden durften.

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Quelle: New York Times

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    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Bauer87 Software-Overclocker(in)
        Was lernt man daraus? Besser keine Microsoft-Produkte einsetzen, wenn man kritische Daten sammelt.

        Mein Windows behauptet nach jedem Mainboard- oder Festplatten-Tausch auch, illegal kopiert worden zu sein. Wäre ich russischer Regierungskritiker, so stünde hier sicherlich schon lange die Polizei auf der Matte, um wegen Anfangsverdacht meinen Rechner (mit den wichtigen Dokumenten) zu beschlagnahmen.
      • Von Bauer87 Software-Overclocker(in)
        Was lernt man daraus? Besser keine Microsoft-Produkte einsetzen, wenn man kritische Daten sammelt.

        Mein Windows behauptet nach jedem Mainboard- oder Festplatten-Tausch auch, illegal kopiert worden zu sein. Wäre ich russischer Regierungskritiker, so stünde hier sicherlich schon lange die Polizei auf der Matte, um wegen Anfangsverdacht meinen Rechner (mit den wichtigen Dokumenten) zu beschlagnahmen.
      • Von Rocksteak Freizeitschrauber(in)
        Zitat von AMDFan2005
        Dass sich allerdings Microsoft auf so etwas herablässt, hätte ich nicht gedacht. Da kann Bill Gates noch einmal rund 1/3 seines Vermögens spenden, den Ruf Microsofts ein Komplize einer pseudo-demokratischen Diktatur zu sein wird er so nicht los.
        Du sprichst meine Gedanken

        Zitat von AchtBit
        Der gemeine Russe hat XP oder 7 als AK47 Edition.
      • Von AchtBit Software-Overclocker(in)
        Ist völlig logisch.

        Microsoft verhält sich zu Russland wie, Timex zu Hong Kong oder MGM zu Tschechien. Nur in dem Fall ists noch extremer, da Putin den Verstand einer eiskalten Ratte hat. Billy Boy sieht dagegen wie ein Hobby Diktator aus. Einer der wenigen Ärsche weltweit in die Gates noch reinkriechen muss.

        Nur Putin geht die M$ Lizenz Politik letztendlich am Arsch vorbei. M$ träumt, wenn es glaubt, es könne so Putins Souveränität unterminieren. Abhängigkeiten aller Art sind Putins Handwerk.

        Das die illegale M$ Software verwendet haben, glaub ich zu 100%. Für Durchschnitts - Russen ist das eine Selbstverständlichkeit. Kaum einer hat wird die Bedeutung einer M$ Lizenz kennen.

        Der gemeine Russe hat XP oder 7 als AK47 Edition.

        ähhh...wann hat eigenlich jemand mal versucht, Putin zu einer Stellungnahme zu bewegen. rofl
      • Von Heinoneon Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von A.d.j.u.t.a.n.t
        Tja eine Hand wäscht die andere.
        Anders ausgedrückt, eine Diktatur hilft der anderen Diktatur

        Da hast du Recht. Ich schaue oft russische Nachrichten. Russland hat keine "DEMOKRATIE", Russland hat eine DIKTATUR. Und nicht nur Russland!!! Kuck mal den Obama an. Macht grad weiter, was sein Vorgänger angefangen hat. NaJa, irgentiwe muss er ja die 1 Milliarde Dollar Kampagne wieder für seine Geldgeber einspielen.
      • Von Rayken Software-Overclocker(in)
        da kann man den Organisationen nur empfehlen auf Open Source Software zu setzen...

        Ubunto und ein Open Office schon kann man Putin den Stinkefinger zeigen, wenn ich nicht alles von der Uni hintergeschmissen bekommen würde von den Microsoft Produkten würde ich auch auf Ubunto und Open Office setzen...
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