Es kachelt: zwei Wochen mit Windows 8 - Die PCGH-Redaktionskolumne
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben. Zum Abschluss dieser Woche spricht Andreas Link über Windows 8 von Microsoft.
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben. Zum Abschluss dieser Woche spricht Andreas Link über Windows 8 von Microsoft.
Eigentlich mag ich ja Kolumnen, die ein Thema zynisch angehen oder mit Sarkasmus gespickt sind. Das ist einfach mein Ding und da kann ich lachen. Allerdings gibt es beim heutigen Thema kaum etwas schlechtzureden – und das überrascht mich selbst. Im Vorfeld war ich gewiss kein großer Fan von Windows 8, weil es auf dieses nun umbenannte "Metro-Ding" als Oberfläche setzt. Für Microsoft ist die Sache wichtig, um nicht endgültig den Anschluss zu verlieren, aber der geneigte Desktop-PC-Nutzer ist ein Gewohnheitstier, so wie ich, und der will eben seinen verdammten Startknopf haben.
Man kann sich jetzt Querstellen und Windows 8 deswegen boykottieren. Hätte ich vielleicht auch gemacht, aber in dieser Branche ist das dann doch ein wenig doof, wenn man nicht mitreden kann. Also hab ich mir zum Spotpreis von 40 Euro Windows 8 besorgt, runtergeladen, auf einen USB-Stick gepackt und installiert. Kollegen berichten hier von den ersten Hürden, die ich nicht hatte. Gut, die Sache mit der 32/64-Bit-Wahl ist zugegeben nicht schön, aber das Problem stellte sich mir nicht. Einmal installiert ging dann halt das Drama mit der Umgewöhnung los und nach 10 Minuten war ich schon recht genervt, weil ich fast alles suchen musste. Vor allem die rechte Leiste ist sehr gewöhnungsbedürftig und mit der Maus umständlich zu bedienen. Aber wenn man sich auf diesen Kampf mit den Kacheln und den versteckten Menüs und all dem, was nicht mehr am Windows-7-Platz ist, einlässt, dann gewöhnt man sich überraschend schnell an das neue System. Nach drei Tagen klickte ich schon in den meisten Fällen recht zielsicher in die richtige Ecke. Sie sind baff? Ich auch.
Mittlerweile geht die Bedienung von Windows 8 gut von der Hand und wem die Sucherei nach den Programmen – Verzeihung, Apps – zu anstrengend ist, der packt einfach alles als Shortcut auf den Desktop und/oder die Metro-Oberfläche. Die hat sogar ein paar nette Züge. Eine Wettervorschau gab's auch schon bei Windows 7, aber es ist schick, dass ich jetzt sofort sehe, ob ich eine E-Mail habe, ohne erst das Programm starten zu müssen. Die Nachrichten-Apps sind mir auch ganz recht. Alles in allem muss ich sage, dass ich nach zwei Wochen Windows 8 durchaus damit arbeiten kann und mir Windows 7 gar nicht zurückwünsche. Ich sag nur Benutzerkontensteuerung! Die geht einem bei Windows 8 nicht annährend so sehr auf den Keks. Angenehm finde ich auch, dass Popups diverser Anwendungen nun oben rechts aufgehen und nicht mitten im Sichtfeld. So lässt sich der Autostart gekonnt ignorieren und man kann weiterklicken, ohne dass man ihn explizit schließt. Er verkrümelt sich von alleine, wenn ihm ihr Desinteresse klar wird. Viele schimpfen auch über den versteckten Ausschalter. Ich schicke den Rechner in 70 Prozent der Fälle in den Standby. Fragen Sie mich nicht warum, es ist eben so. Daher vermisse ich das Ding nicht wirklich und wer es vermisst, der hängt sich einfach ein Shortcut auf die Oberfläche. Wir PCGH-Leser kriegen das auch ohne Hilfe hin.
Ja, für den Appstore muss man sich anmelden. Wo muss man das nicht? Google? Anmelden! Apple? Anmelden. Und ja, manche Apps kosten Geld. Die ignoriere ich ebenfalls gekonnt. Die Auswahl ist aktuell ohnehin überschaubar, aber wo war sie das zum Start denn nicht? Die Xbox-Stores hingegen kommen mir ganz recht, aber ich hab halt eine 360 und ein passendes Konto. Wer das nicht braucht, verbannt den Kram einfach und meldet sich nicht an.
Nur in einigen kleinen Momenten, da überkommt es mich dann doch. Das liegt aber daran, dass bei Windows 8 noch nicht alles perfekt läuft. Ich hatte schon Blue-Screens, was an meinem merkwürdigen System liegen dürfte. Manche Hardware läuft noch nicht mangels Treiber und das kostenlos heruntergeladene Windows Media Center macht es auch noch nicht so wie es eigentlich soll. Ab und zu vermisse ich auch den Windows-XP-Modus von Windows 7. Aber ansonsten kann ich wirklich nicht meckern. Geben sie Windows 8 eine Chance – vielleicht auf dem Zweitrechner. Für 40 Euro bekommen Sie so schnell kein Betriebssystem mehr – außer vielleicht Linux. Sehen die die Differenz zu einem normalen Preis als kleines Gehalt – Gehalt für Ihre Zeit, die sie zur Umstellung brauchen.
PS. Nein, die Kolumne ist nicht gekauft – ich bin selbst erschrocken. Aber falls Microsoft noch Lust hätte… ;-) Wenn Sie jetzt noch da sind: Danke fürs Lesen und schönen Sonntag.
Redaktions-Kolumne
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur seine Meinung über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben und zwar jeden Sonntag um 13:15 Uhr.

Arbeite inzwischen gerne damit und lasse es auf meiner SSD
Ach das.
Ich war geistig auf einer anderen Fährte, hätte mehr an was klassisch Startmenü-mäßiges gedacht.
Trotzdem danke.
Ist genau gleich geblieben wie in w7