MS-DOS 6.22: Microsoft-Legende feiert den Kult-Defrag
Bevor das Internet jede freie Minute füllte, gab es Defrag and Chill: 45 Minuten lang dem Defragmenter aus MS-DOS 6.22 beim Sortieren der Festplatte zusehen. Microsoft-Veteran Dave Plummer erinnert nun an das Kult-Ritual der frühen 1990er.
Bevor MTV-Dauerschleife, Netflix-Binge oder TikTok-Scroll die freie Zeit besetzten, lief in deutschen Kinderzimmern und Büros noch ein ganz anderes Programm, wie der Disk Defragmenter aus MS-DOS 6.22, gestartet per defrag.exe, der in zähen 45 Minuten die Cluster einer 540 MiB großen Festplatte neu angeordnet hat.
Die heilige Festplatten-Andacht vor dem Internet-Zeitalter
Microsoft-Veteran Dave Plummer (@davepl1968), der nach eigenen Worten an MS-DOS 6.22 mitgearbeitet hat, erinnert nun in einem Beitrag auf X an dieses Ritual - mit einem Begriff, der das damalige Lebensgefühl perfekt einfängt: "Defrag and Chill".
Plummers Beschreibung liest sich wie die Anleitung für eine analoge Achtsamkeitsübung: Licht dimmen, eine Dose Surge öffnen - jenes legendäre, leuchtend grüne Citrus-Getränk von Coca-Cola, welches in den 90ern Kultstatus genoss - und andächtig den blauen Blöcken zusehen, wie sie sich quälend langsam über den Bildschirm schoben.
45 Minuten Meditation am 486er-System
Keine nervigen Pop-ups, keine Notifications, keine Algorithmen, dafür das gleichmäßige Rattern der mechanischen Festplatte und das stille Versprechen, dass die nächste Partie Solitaire am 386er- oder 486er-System danach geschmeidigere drei Prozent schneller laufen würde. Aus heutiger Sicht erscheint die Szene fast wie eine Tech-Variante des Lagerfeuer-Romantizismus.
Der Schöpfer? Selbst dem Microsoft-Veteran unbekannt
Eine kuriose Pointe liefert Plummer gleich mit: Obwohl er an MS-DOS 6.22 beteiligt war und später für den Windows-Task-Manager, die ZIP-Ordner im Explorer, den Port von 3D Pinball: Space Cadet udn die Produktaktivierung in Windows XP verantwortlich zeichnete, weiß er bis heute nicht, wer "Defrag" ursprünglich geschrieben hat.
Defrag entstammt den Norton Utilities
Tatsächlich entstammt das Werkzeug einer Lizenzkooperation Microsofts mit Symantec und basiert auf Technik der Norton Utilities - ein offenes Geheimnis der Branchengeschichte. Dem Kultstatus hat das nie geschadet: Plummers nostalgischer X-Beitrag dürfte erneut zigtausend Reaktionen einsammeln und beweisen, wie tief der gemächliche blaue Balken im kollektiven Tech-Gedächtnis verankert ist.
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Quelle: Dave Plummer via X

Ich hatte da Dos und NC und Gem 2/3 und Geoworks, Norton/pc utilities 1-9 natürlich original gekauft , Windows 3.1 unter os/2 als Winos2 dort den Norton Desktop 1.0-3.0
Gespielt hab ich unter Dos und winos2 und WinNT3 das wo lief, wenn nicht egal.
Jetzt Win 11 Laptop und alles läuft immer noch sogar ein Dos mal wider eingerichtet per vm und freeGem und geoworks und NC und Norton Desktop 3 installiert, wie früher. 😁
Spielen tu ich nicht mehr Gott sei dank.
Sonst lief alles mit Win 11 dank Gog.com