Windows 11: Microsoft bestätigt speicherhungrigen Bug - so prüft man, ob man betroffen ist
Windows 11 kann auf manchen Systemen ungewöhnlich viel Speicherplatz belegen. Ursache ist offenbar eine Datei des Capability Access Manager.
Windows 11 kann auf manchen Systemen ungewöhnlich viel Speicherplatz auf dem Systemlaufwerk belegen. Microsoft nennt in den aktuellen Patchnotizen inzwischen eine Änderung an der Datei CapabilityAccessManager.db-wal. Diese steht mit dem Capability Access Manager zusammen, der unter anderem Berechtigungen für Kamera, Mikrofon, Standort und Bildschirmaufnahme verwaltet.
Der Hinweis fällt allerdings knapp aus. In den Release Notes zu Windows 11 KB5095093 schreibt Microsoft lediglich, dass das Update die Speicherplatznutzung für die Datei CapabilityAccessManager.db-wal verbessere. Eine ausführliche Fehlerbeschreibung oder eine eigene Warnmeldung gibt es bislang nicht.
Normalerweise sollte eine solche WAL-Datei nur wenig Speicherplatz belegen. WAL steht für Write-Ahead Log und wird bei Datenbanken genutzt, um Schreibvorgänge zunächst zwischenzuspeichern. Bei betroffenen Windows-11-Systemen soll die Datei laut Berichten jedoch nicht im erwarteten Rahmen bleiben, sondern teils mehrere Dutzend oder sogar Hunderte GiByte belegen.
Dazu gibt es inzwischen auch mehrere passende Meldungen auf Reddit. In r/WindowsHelp beschreibt ein Nutzer, dass die Datei CapabilityAccessManager.db-wal auf rund 200 GiByte angewachsen sei. In r/techsupport ist von einem Fall die Rede, bei dem Treesize die Datei als Ursache für rund 500 GiByte verschwundenen Speicher angezeigt haben soll. Weitere Beiträge nennen kleinere, aber ebenfalls auffällige Werte, etwa 12, 16 oder 80 GiByte. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht, sie zeigen aber, dass das Fehlerbild nicht nur in einem einzelnen Bericht auftaucht.
Auch Microsofts eigene Community-Seiten enthalten ähnliche Hinweise. In einem Microsoft-Q&A-Beitrag meldet ein Nutzer beispielsweise 111 GiByte im Bereich "System and Reserved", wobei später CapabilityAccessManager als Ursache diskutiert wurde. Ein weiterer Beitrag nennt eine CapabilityAccessManager.db-wal-Datei von mehr als 65 GiByte. Microsoft selbst bleibt in KB5095093 dennoch bei der nüchternen Formulierung, dass die Speicherplatznutzung der Datei verbessert werde.
Problematisch ist dabei, dass Windows den Verursacher nicht unbedingt klar benennt. In den Einstellungen kann der belegte Platz unter "System & reserviert" oder den Systemdateien auftauchen, ohne dass dort direkt ersichtlich ist, welche Datei dafür verantwortlich ist. Wer plötzlich deutlich weniger freien Speicher auf Laufwerk C: hat, obwohl keine größeren Spiele, Downloads oder Programme hinzugekommen sind, sollte daher gezielt prüfen.
Der erste Weg führt über die Windows-Einstellungen. Unter "Einstellungen", "System", "Speicher" lässt sich kontrollieren, wie groß der Bereich "System & reserviert" ausfällt. Werte im hohen zweistelligen oder dreistelligen GiByte-Bereich müssen nicht automatisch auf diesen Fehler zurückgehen, können aber ein Hinweis sein. Genauer wird es mit Tools wie Treesize, Wiztree oder Windirstat, die mit Administratorrechten gestartet werden sollten. Dort lässt sich nach großen Dateien im Ordner C:\ProgramData\Microsoft\Windows\CapabilityAccessManager suchen.
So prüfen Sie, ob Ihr System betroffen ist
Alternativ nennt Windows Latest einen Prüfweg über die Eingabeaufforderung mit Administratorrechten. Der folgende Befehl listet den Inhalt des CapabilityAccessManager-Ordners auf, ohne Dateien zu kopieren:
Taucht CapabilityAccessManager.db-wal dort nur mit wenigen Megabyte auf, dürfte das System nicht betroffen sein. Belegt die Datei dagegen mehrere GiByte oder wächst sie innerhalb kurzer Zeit weiter, spricht das für das beschriebene Problem. Eingriffe an Systemdateien sollten dennoch mit Vorsicht erfolgen. Das Löschen oder Umbenennen kann zwar in einzelnen Berichten geholfen haben, ist aber kein sauber dokumentierter Microsoft-Workaround.
Der reguläre Weg führt daher über Windows Update. KB5095093 ist zunächst ein optionales Vorschau-Update für Windows 11 24H2 und 25H2. Der enthaltene Fix soll laut Bericht mit dem nächsten regulären Patchday am 14. Juli 2026 breiter verteilt werden. Wer nicht akut durch ein volles Systemlaufwerk eingeschränkt ist, sollte daher eher auf das reguläre Update warten, statt manuell an geschützten Systemdateien zu arbeiten.
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Quelle: Windows Latest
