Amazon Fire HD10 Plus im Alltagstest: Wird das Tablet zum günstigen Netbook-Ersatz?

Mit einem optionalen Tastatur-Dock und Microsoft-Bundle will die 11. Generation des Fire HD 10-Tablets ein kostengünstiges Netbook sein. Was steckt dahinter, wie gut schlägt sich das Tablet im Alltag und was ist die wahre Bestimmung für den kleinen Rechner?

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Amazon Fire HD10 Plus im Alltagstest: Wird das Tablet zum günstigen Netbook-Ersatz?
Quelle: PCGH

Ein Jahr nach dem Fire HD 8 (Plus) mit acht Zoll großem Touchscreen hat Amazon im Jahr 2021 die Neuauflage des Fire HD 10 auf die Straße gebracht. Amazon hat sich bei der aktuell 11. Generation des Fire HD 10 dazu entschlossen, eine Partnerschaft mit Microsoft einzugehen. So ist für das 10-Zoll-Tablet eine Bluetooth-Tastatur inklusive eines Abonnements von Microsoft 365 erhältlich. Wird damit das Amazon Fire HD 10 (Plus) zum Ersatz für ein kleines Notebook oder Netbook?

Amazon Fire HD 10 (Plus): Ersteinrichtung

Typisch für Amazon-Produkte gelingt die Ersteinrichtung sehr einfach. Zwingend erforderlich ist ein Nutzerkonto bei Amazon. Die Verbindung mit einem WLAN-Netzwerk ist ebenso Pflicht, damit man auch wirklich Inhalte von verschiedenen Quellen abspielen kann. Zwar kann man auch ein Kinderkonto einrichten, sodass der Nachwuchs nichts bei Amazon kaufen kann, doch ohne ein Amazon-Konto geht überhaupt nichts beim Tablet. Im Vergleich zum kleinen Bruder hat das HD10 Plus etwas mehr Leistung spendiert bekommen. So können in der Splitscreen-Ansicht auch zwei Programme parallel genutzt werden. Als Betriebssystem ist Android 9 vorinstalliert, mit der spezifischen FireOS-Oberfläche in der Version 7.3. Neben dem optionalen Tastaturdock kann man auch eine Bluetooth-Maus mit dem Fire HD10 verwenden. Was kann das Amazon Fire HD 10 (Plus) zum UVP-Preis von 150 Euro?

Modellübersicht: Amazon Fire HD 10 (Plus)

Hinweis: Rabattierte Preise im Rahmen der Black Friday Woche 2021.

Amazon Fire HD 10 Plus: Performance

Um zu einem Netbook-Ersatz zu werden, sollten die Tablets Leistung bieten. Die Fire-HD-8-Modelle werden vom ARM-SoC MT81865 mit vier Kernen und einer Taktrate von 2,0 GHz angetrieben und bieten 1,5 Gigabyte Arbeitsspeicher. Doppelt so viel RAM offeriert das Fire HD 8 Plus, sodass die Performance etwa beim Wechsel zwischen Apps höher ausfallen soll, als beim Fire HD 8. Im Gegensatz dazu haben die Fire-HD-10-Modelle einen leistungsstärkeren Chipsatz spendiert bekommen. Wie bei Amazon-Geräten üblich kommen die SoCs vom Hersteller Mediatek aus Taiwan. Im 10-Zoll-Tablet verrichtet der MT8183 seinen Dienst, der bereits seit dem Jahr 2019 angeboten wird. Hierbei handelt es sich um einen SoC mit acht Kernen und 64 bit Support. Der DDR4-RAM ist vier Gigabyte groß (beim Plus-Modell).

Mit einem derartigen Hardwareausstattung agiert das Fire HD 10 Plus deutlich schneller als das Schwestermodell Fire HD 8 Plus. Allerdings kommt der Chipsatz an seine Grenzen, etwa wenn man mehrere Browsertabs zusätzlich zur Video-App geöffnet hat oder man grafisch aufwendige Spiele spielen will. So muss man sich etwa in PUBG Mobile mit maximal 30 Fps zufriedengeben. Von der Performance her kann man das Fire HD 10 Plus etwa mit Tablets mit Qualcomm Snapdragon 662 vergleichen. Das Amazon-Tablet liegt gleich auf mit einem günstigen Samsung Galaxy Tab A7 (2020).

Amazon Fire HD 10 Plus: Bildschirm und die wahre Bestimmung des Tablets

Im Gegensatz zum günstigeren Fire HD 8 verbaut Amazon beim Fire HD 10 einen Touchscreen mit 10,1 Zoll und einer Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixeln, statt nur einen acht Zoll großen Bildschirm mit 1.280 x 800 Pixeln wie beim Fire HD 8 (Plus). So ergibt sich ein scharfes Bild, welches gerade beim Video schauen und Lesen von Texten und Webseiten viel Freude bereitet. Insgesamt ist der berührungsempfindliche und spiegelnde Bildschirm mit seinen maximalen 450 Candela als ausreichend hell zu bewerten - im Freien muss man aber zwingend einen Platz im Schatten nutzen, sonst sieht man gar nichts auf dem Bildschirm. Das Kontrastverhältnis ist in Ordnung, primär bei der Darstellung von Schwarz, ist aber noch Luft nach oben.

Es macht aber trotzdem Spaß, etwa E-Books oder E-Magazine wie die PCGH als PDF auf diesem Tablet zu lesen. Die integrierte Kindle-App kann nicht nur mit einem proprietären E-Book-Format von Amazon umgehen, sondern auch PDF-Datei darstellen. Es gibt aber auch andere PDF-Reader zum Herunterladen, die teilweise noch mehr Funktionen oder eine andere Darstellung offerieren. Amazon verzichtet auf PWM für die Helligkeitsregelung.

Amazon Fire HD 10 Plus: Akkulaufzeit

Eine Besonderheit beim Fire HD 8 und dem Plus-Modell des Jahrgangs 2020 (10. Generation) ist der integrierte Echo-Show-Modus, der aus den Tablets ein portables Alexa-Gerät mit Touchscreen macht. Über das Benachrichtigungscenter kann dieser Show-Modus jederzeit aktiviert werden. So kann man dann etwa Skills für Amazon Alexa benutzen, die über eine Bildausgabe verfügen, wie etwa die Tagesschau. Gleiches gilt auch für das Fire HD 10 (Plus), welches sich ob des größeren Bildschirms noch besser als Echo Show Ersatz eignet.

Ein größeres Display mit höherer Auflösung sowie ein stärkerer SoC könnten sich auf die Akkulaufzeiten im Vergleich zum Fire HD 8 auswirken, so die erste Vermutung. In der Praxis zeigen sich diese Bedenken als - größtenteils - unbegründet. Ohne Aufladen kommt man zwischen 12 und 14 Stunden weit, je nachdem, in welcher Helligkeit man den Bildschirm laufen lässt und ob man im Internet surft oder Videos schaut. Folglich liegt die 10-Zoll-Version auf Augenhöhe. Der interne Akku hat eine Kapazität von 6.500 mAh. Im Vergleich zum Fire HD8 wiegt das Fire HD 10 rund 110 Gramm mehr und bringt so 465 Gramm auf die Waage.

Amazon Fire HD 10 (Plus): Verbesserungspotenzial

Neben dem kleinen Bildschirm stört hauptsächlich die Software im Hinblick auf einen produktiven Einsatz. Der integrierte Webbrowser Amazon Silk basiert zwar auf der Chromium-Engine, doch so manche Webseite wird falsch dargestellt oder baut sich eher schleppend auf. Bei Youtube ist das aber nicht der Fall, eher bei Webseiten, die für die Desktop-Ansicht optimiert wurden. Im Amazon Appstore gibt es zu wenig Produktivitätsapps, sodass man mit Sideloading arbeiten muss. Leider unterstützt der verbaute USB-C-Anschluss nicht den Displayport-Alt-Mode, sodass man daran keinen externen Monitor anschließen kann. Zur Datenübertragung bietet der USB-Port nur das alte und langsame USB 2.0.

Bildergalerie

Das Tastatur-Dock kostet rund 80 Euro Aufpreis und bietet neben einer Bluetooth-Tastatur auch einen eigenen Akku. Ungünstigerweise erhöht sich so das Gesamtgewicht aus Amazon-Tablet und Tastatur auf über ein Kilogramm. Zwar wirbt der Hersteller der Dockingstation mit der Bezeichnung Produktivitäts-Dock, doch abseits der Tastatur samt eigenem Akku hat diese Dockingstation nichts an Produktivitätsfunktionen zu bieten. So fehlen etwa Anschlüsse, wie USB-Ports oder ein HDMI-Anschluss. Auf eine Hintergrundbeleuchtung der Tasten muss man bedauerlicherweise auch verzichten und ein Touchpad gibt's nicht.

Amazon Fire HD 10 Plus: Fazit

Im Alltagstest über mehrere Wochen zeigt sich, was das Tablet kann. Das Fire HD 10 (Plus) geht deutlich schneller zu Werke, als das aktuelle Fire HD 8 (Plus). Hier spielt die Kombination aus stärkerem Chipsatz, 64-Bit-Architektur und mehr Speicher ihre Stärken aus. Das Plus an Leistung geht nicht mit weniger Akkulaufzeit einher. Noch immer sind 12 Stunden Laufzeit ohne Steckdose möglich, damit liegt der große Bruder auf dem Niveau vom Fire HD 8 (10. Generation). Die Splitscreen-Ansicht sowie die Full-HD-Auflösung sorgen für eine bessere Darstellung und mehr Individualisierungsoptionen im Vergleich zum Fire HD 8.
Das 10-Zoll-Tablet bremst sich als günstigen Netbook-Ersatz selbst aus. Das Fire HD 10 ist nur ein Tablet für den Medienkonsum.
Allerdings bremst sich das 10-Zoll-Tablet selbst aus, zumindest dann, wenn man es als günstigen Netbook-Ersatz einsetzen will. So ist die App-Auswahl im Amazon Appstore zu gering und der integrierte Webbrowser hat mit mancher Webseite Darstellungsprobleme. Zudem kann der verbaute USB-C-Anschluss einfach zu wenig, unterstützt etwa nur USB 2.0, aber keinen Displayport-Alt-Mode zum Anschluss eines externen Monitors. Das Produktivitäts-Dock hilft hier leider auch nicht weiter, da diese nur eine Bluetooth-Tastatur ist. Folglich bleibt auch das Fire HD 10 (Plus) - für die meisten Anwender - nur ein Tablet für den Medienkonsum, vorausgesetzt man besitzt ein Amazon-Konto.

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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Cruach Freizeitschrauber(in)
        Bin mit meinem "alten" FireHD 10 auch sehr zufrieden. Ist mein WC-Readly-Tablet!
      • Von Cruach Freizeitschrauber(in)
        Bin mit meinem "alten" FireHD 10 auch sehr zufrieden. Ist mein WC-Readly-Tablet!
      • Von Bugdriver Komplett-PC-Käufer(in)
        Ich finde das aktuelle Fire HD 10 (ohne +, wer auf kabelloses laden verzichten kann) für derzeit 79,99 Eur eigentlich unschlagbar günstig angesichts der gebotenen Leistungsdaten. Speicher einfach erweiterbar via SD-Card.

        Man kann übrigens problemlos mit kleinen Tricks den Google Play Store installieren, da das Tablet ohnehin auf einem abgespeckten Android basiert. Die Apps funktionieren alle einwandfrei! Zwar entsteht dadurch ein offizieller Garantieverlust, aber die Tablets von Amazon machen eigentlich nie Probleme und sind sehr zuverlässig.
      • Von Torsley BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Tetrahydrocannabinol
        Ist die Frage im Titel reine Rethorik, denn das Fazit klärt die Sache doch auf?! Nun ja, das Ding ist eh nicht für mich ...
        das ziel eines titels ist es doch das interesse zu wecken den artikel auch zu lesen zu wollen. wenn da gleich das TLDR in zwei zeilen steht wird keiner mehr den artikel lesen.
      • Von Tetrahydrocannabinol BIOS-Overclocker(in)
        Ist die Frage im Titel reine Rethorik, denn das Fazit klärt die Sache doch auf?! Nun ja, das Ding ist eh nicht für mich ...
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