Total War: Warhammer in der E3-Vorschau - Durchaus beeindruckende Fantasy-Strategie
Heerscharen von Sammelfiguren, die sich auf einem weiten Schlachtfeld bekämpfen. Ein Studio, in dessen Strategiespielen Heerscharen von Kriegern auf weiten Schlachtfeldern kämpfen. Vorhang auf für Total War: Warhammer.
"Ein Problem hatten alle unsere Spiele", eröffnet Henry Hankin, Community Coordinator beim englischen Entwickler Creative Assembly, die Vorführung des neuesten Total-War-Strategiespiels. "Wir mussten uns immer an die historischen Gegebenheiten der jeweiligen Zeitalter halten." Damit ist jetzt Schluss, denn Total War: Warhammer hat mit einem Geschichtsbuch so viel zu tun wie ein Big Mac mit einem Fünf-Sterne-Gourmettempel.
Die Schlacht am Schwarzfeuerpass
Zwar ist Total War: Warhammer nach wie vor ein klassischer Vertreter der Total-War-Serie, komplett mit einer Einzelspielerkampagne, in deren Verlauf wir zahlreiche Schlachten schlagen und überstehen müssen. Doch statt irdischer Armeen stehen sich jetzt die Völker der zwei verfeindeten Warhammer-Fraktionen des Imperiums und der Grünhäute gegenüber. Bei unserer E3-Vorführung bleibt demzufolge kein Auge trocken. Wir beobachten eine der Schlachten am Schwarzfeuerpass, wo sich beide Fraktionen seit Langem bekriegen - verbindet der Pass doch ihre jeweiligen Reiche. Das Schlachtfeld selbst könnte zwar bisherigen Total-War-Titel entlehnt sein, doch die Umgebung mit düster aufragenden Bergen, von denen Lava herabströmt, finsteren Burgen und eben den vielen Fantasy-Einheiten ist definitiv nicht historisch belegt.
Spinnenreiter und Wyvern-Flieger
Würde man alle Einheiten, die auf dem Bildschirm zu sehen sind, mit gekauften Warhammer-Tabletop-Figuren nachstellen, müsste man tief in die Tasche greifen. Da wären locker fünfstellige Summen fällig, denn hunderte von Menschen, Orks, Goblins, Riesen und Fahrzeugen bewegen sich unaufhaltsam aufeinander zu. Der Kampf am Blackfire Path ist laut Henry Hankin eine sogenannte "Quest-Schlacht", bei dem die siegreiche Partei neue Gegenstände und Fähigkeiten freischaltet. Hankin zoomt mit der Kamera die Schlachtreihen entlang und kommentiert, welche Einheiten wir gerade sehen. "Kanonen und Raketen sind ja noch halbwegs realistisch, aber Riesen und Ork-Schamanen, Goblins, die auf Spinnen reitend in den Kampf ziehen und Ork-Kriegsherr Grimgork Eisenpelz, der auf einem Wyvern-Drachen den Truppen des Imperiums entgegenfliegt, haben wir so noch in keinem Warhammer-Spiel gehabt", sagt er. Wo Menschen auf Pferden reiten und auf Greifen fliegen, sitzen die Grünhäute auf Wölfen oder Wildschweinen, deren Hauer Gegnern schweren Schaden zufügen.
Giftspucker und Kamikazeflieger
Total War: Warhammer erstmals mit fliegenden Einheiten.
Apropos Schaden: Auch hier geht es äußerst kreativ zu. Ein riesiger grüner Ball, der als Ergebnis eines Zaubers Dutzende menschlicher Reiter umbringt, ist dabei fast noch alltäglich. Deutlich wilder sind Trolle, die ihren grün leuchtenden Mageninhalt auf die Gegner spucken und sie aus ihrem Weg treten. Über den Armeen kämpfen oft je zwei fliegende Einheiten gegeneinander - "das erste Mal, dass wir das in unseren Spielen haben", freut sich Henry Hankin. Auch hier muss das Imperium einstecken: Ein Greif gerät ins Trudeln und wirft seinen Reiter ab, der ohne Fallschirm auf dem Boden aufschlägt. Ohne Fallschirm ist auch der Doom Rider unterwegs: Diese Goblinart steigt mit übergezogenen Flügeln in eine überdimensionale Schleuder und lässt sich dann von seinen Gefährten abschießen. Wir dürfen den in Kamikazemanier zu den Gegnern fliegenden Goblin noch steuern, doch schließlich stürzt er inmitten einer verbündeten Gruppe ab und nimmt einige derer Mitglieder mit in den Tod.
Götter und Kometen
Eine Gruppe von Füsilieren probt derweil den Aufstand gegen einen Drachen der Grünhäute. Doch der zeigt sich von den Kugeln eher irritiert denn verletzt, landet und beginnt damit, unter den Gewehrschützen aufzuräumen. Ein Magier auf der Seite des Imperiums ist indes mit einer Lichtkanone beschäftigt, die seinen Zauber bündelt und mit dem daraus resultierenden Strahl einen Riesen umhaut. Ein anderer Riese ist nicht besonders beeindruckt: Er nähert sich einer Gruppe Fußsoldaten, schnappt sich einen und reckt ihn in die Höhe, um ihn wenig später zu verspeisen. In seiner Not sucht das Imperium himmlischen Beistand und ruft einen Gott herbei. Den sehen wir zwar nicht direkt, doch hinterlässt sein Fuß einen mächtigen Abdruck auf dem Gras. Feinde, die sich innerhalb des Abdrucks befunden haben, sind jetzt sehr viel flacher als vorher. Mit dem Kometen von Cassandora, den ein Zauberer auf eine Gruppe von Grünhäuten hinabstürzen lässt, endet die Vorführung - in einem modernen Spiel könnte man die Folgen des Kometeneinschlags am ehesten mit der Explosion einer Atombombe vergleichen ...
E3-Fazit: Total War: Warhammer
Die Entwickler von Total War: Warhammer stellen mit der aktuellen Version des Strategiespiels ihre Liebe zur Tabletop-Vorlage unter Beweis. Sämtliche Rassen und Spezialeinheiten entstanden mit viel Liebe zum Detail, auch die Zaubersprüche und andere für ein Total-War-Spiel ungewöhnliche Angriffsvarianten sind dem Vorbild prächtig nachempfunden. Was wir gerne gesehen hätten, wären ein Blick auf die Kampagne sowie auf andere Schauplätze - denn so ausgefallen die Figuren auch sind, so herkömmlich wirkte bis auf Lava und Felsenburgen das Schlachtfeld.

