Corsair auf der CES: Neue Funk-Tastatur und -Mäuse für Gamer
Kein Kabel? Kein Problem: Corsairs neue Tastatur K63 Wireless sowie die Mäuse Dark Core RGB Wireless in Normal- und SE-Ausführung setzen auf die schnurlose Kommunikation mit dem Computer - und halten dabei die für Spieler so wichtige Latenz so niedrig wie möglich.
"Unplug and Play" - so lautete das Motto von Corsairs Pressekonferenz am Vortag der CES 2018 in Las Vegas. Aber keine Angst: Der Hersteller fordert PC-Spieler mitnichten auf, auf ihr Hobby zu verzichten und an die frische Luft zu gehen, sondern präsentierte zwei kabellose Eigenentwicklungen: die Tastatur K63 Wireless sowie die Dark Core RGB Wireless. Dazu gab es ein K63-Lapboard für das Spielen auf dem Sofa sowie das Mauspad MM1000 mit drahtloser Ladefunktion.
Kleine Corsair-Historie
Corsair macht so schnell niemand etwas vor. Nach den Worten von Firmengründer Andy Paul hat kein Zubehörhersteller mehr Overclocking-Speicherriegel, mehr PC-Netzteile und mehr CPU-Kühler ausgeliefert. Außerdem produzierte Corsair als erster Hersteller RGB-Keyboards mit individueller Tastenbeleuchtung.
Mit dem Corsair One wagte sich die Firma aus dem kalifornischen Fremont im letzten Jahr erstmals an ein High-End-Komplettsystem. Nun gibt es eine weitere Premiere: Corsair steigt in den Markt für kabellose Peripheriegeräte ein. Zu diesem Zweck entwickelte der Hersteller sogar ein eigenes Übertragungsprotokoll im 2.4-GHz-Band. Doch der Reihe nach.
K63 Wireless: Funk, Bluetooth und USB
Corsairs kabellose Tastatur hört auf den Namen K63 Wireless. Die Datenübertragung erfolgt rasend schnell mit einer Latenz von nur einer Millisekunde über das 2.4-GHz-Funknetz. Damit finstere Mächte nicht abhören können, welche Taste Sie wann drücken und so etwa an Ihr Steam-Passwort kommen, kodiert die K63 die Kommunikation per 128-Bit-AES-Verschlüsselung. Das verursacht lediglich eine Latenz von 80 Mikrosekunden, sodass der Gesamtwert auf 1,08 Millisekunden steigt. Wem das gefühlt zu viel ist, der schaltet die Verschlüsselung auf Wunsch auch aus.
Wer das Empfangs-Dongle für das Keyboard im PC stecken hat, aber die Tastatur für einen anderen Rechner nutzen möchte, kann das per Bluetooth 4.2 tun. Zwar läuft die Datenübertragung dann etwas langsamer, ist aber nach Herstellerangaben für Anwendungsfälle wie E-Mail oder Textverarbeitungen ausreichend. Wer etwa auf einer LAN-Party komplett auf Funk-Lag verzichten will, schließt die K63 per USB an den PC an.
K63 Wireless: Cherry on Board
Vieltipper freuen sich über die verbauten Tasten vom Typ Cherry MX Red, die individuell ansteuerbar sind. Derzeit noch nicht in allen Farben des Regenbogens, sondern zunächst nur in Blau und Eisblau - denn sobald Mischfarben mit Weiß ins Spiel kommen, werden die Batterien stärker als bei einer monochromen Beleuchtung beansprucht, erzählte uns ein Corsair-Mitarbeiter.
Bei 33 Prozent Helligkeit halten die Batterien 15 Stunden durch, drei Stunden weniger per schaltbarer Maximalbeleuchtung von 66 Prozent, was gefühlt arg hell ist. Mit Hilfe von Corsairs CUE-Software sind auch 100 Prozent drin, die allerdings dann dem Licht aus dem Monitor Konkurrenz machen. Ohne beleuchtete Tasten hält die K63 Wireless satte 75 Stunden durch. Die Batterien sind nicht vom Benutzer austauschbar, laut eines Corsair-Mitarbeiters verlieren sie nach 300 Ladezyklen jedoch nur etwa 15 Prozent ihrer Kapazität. Ob Corsair dann ein Austauschprogramm anbietet, ist noch nicht bekannt.
K63 Gaming Lapboard: Zocken auf dem Sofa
Wer dank schnurloser Verbindung entspannt vom Sofa aus spielen oder surfen will, greift zum K63 Gaming-Lapboard. In dieses rastet die K63 Wireless von zwei Arretierungen gehalten sicher ein. Neben einem Schoßpolster aus Memory Foam sowie einer Auflage für das Handgelenkt kommt es mit einem stoffbedeckten Mauspad, das sich problemlos austauschen lassen soll.
Rund 110 US-Dollar soll die Tastatur, rund 60 das Lapboard kosten. Beide sollen noch in diesem Monat auf den Markt kommen Corsair plant auch ein Bundle des Duos, das die Brieftasche mit 160 US-Dollar belasten soll. Leider denkt Corsair zur Zeit nicht an Gamer, die die Maus mit der linken Hand herumschieben: Die Mausauflage ist auf der rechten Seite des Keyboards fixiert.
Quelle: Corsair
Lapboard K63 Lifestyle 0171
Dark Core RGB Wireless: Schnurloser Nager mit 16.000 dpi
Die Dark Core RGB Wireless Gaming Mouse setzt auf die gleichen drei Verbindungsarten wie die Tastatur: extrem Flink per 2.4-GHz-Funk, donglefrei per Bluetooth 4.2 und ganz ohne Verzögerung über eine USB-Verbindung. Letztere erlaubt auch das gleichzeitige Spielen und Laden - der Nager muss zum Laden also nicht wie etwa Apples aktueller Vertreter auf den Rücken gelegt werden, um Energie nachzutanken. Die Batterielaufzeit gibt Corsair mit 24 Stunden an.
Die 128 Gramm schwere, rund 80 US-Dollar teure Dark Core verfügt über eine optische Auflösung von 16.000 dpi, die Sie in 1-dpi-Abstufungen an Ihre persönliche Lieblingsempfindlichkeit anpassen dürfen. Anpassen lassen sich auch die seitlichen Griffe beziehungsweise Halterungen, bei deren Riffelung und damit Griffigkeit sich Corsairs Designer von Golf- oder Tennisschlägern inspirieren haben lassen. Drei RGB-Zonen leuchten dabei in den Farben der oben beschriebenen K63 Wireless.
Quelle: Corsair
DARK CORE RGB 09 CYAN
Dark Core RGB Wireless SE: Kabelloses Laden dank Qi
Für zehn US-Dollar mehr bekommen Sie eine Dark Core RGB Wireless SE: Diese Maus dürfen sie per Qi-Norm sogar ohne Kabel aufladen. Die bis auf ein etwa vier Gramm schweres Lademodul zur kleineren Variante identische SE benötigt etwa zwei Stunden, um wieder voll im Saft zu stehen. Beide Mäuse sind ebenfalls noch im Januar 2018 erhältlich.
Wer noch 80 US-Dollar übrig hat, darf diese in ein MM1000 Qi Wireless Charging Mouse Pad investieren: Diese stabile Unterlage verfügt über einen Ladebereich im Qi-Standard in der rechten oberen Ecke, über den sich nicht nur die Dark Core SE, sondern auch beliebige andere Geräte wie ein iPhone X laden lassen - und das nach Herstellerangaben etwa 20 Mal schneller als mit anderen Qi-Ladegeräten. Corsair liefert - auch noch in diesem Monat -sogar ein paar Dongles mit, etwa für etwas ältere Smartphones, die noch keinen Qi-Empfänger besitzen.
Fazit: Schöne kabellose Welt
Corsairs "Unplug and Play"-Technologie ist eine durchdachte Angelegenheit: Tastatur und Maus punkten mit drei Anschlussmöglichkeiten, langer Batterielaufzeit und individuell regelbarer Beleuchtung. Ob man ein Lapboard braucht, hängt vom jeweiligen Einsatzfall ab, das Mauspad mit Qi-Ladefunktion ist hingegen eine clevere Angelegenheit, um das Kabelgewirr auf dem heimischen Schreibtisch zu entheddern. Schade nur, dass die Batterien fest mit den Geräten verbunden sind - vielleicht finden die sich aber in ein paar Monaten auch auf eBay und Co. Aufschrauben lassen sich die Eingabegeräte nämlich.

Da wird sich die Corsair ein hartes Rennen mit meinem Favorit von Logitech auf sich nehmen müssen.
Kann man eigentlich eine mechanische Tastatur kabellos machen?
Die Dark Core Maus gefällt mir sehr gut. Bin zurzeit auf der Suche nach einer neuen Maus. Allerdings ohne, bzw mit wenig RGB-Beleuchtung, da meine Logitech G810 schon leuchtet.
Da wird sich die Corsair ein hartes Rennen mit meinem Favorit von Logitech auf sich nehmen müssen.
Aber nur interessant, wenn man auch andere Tastaturen werden kann. 200 EUR für die K63 halte ich für STARK übertrieben.