Bugatti, Ford & Porsche: Drei neue Lego-Technic-Rennwagen im Vergleich
Drei große Lego-Technic-Rennwagen treten im Vergleich gegeneinander an: Bugatti Chiron Pur Sport, Ford GT40 MKII und Porsche 911 GT3 R REXY AO. Wir prüfen Aufbau, Stabilität, Optik und Preis-Leistung.
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Die zweite Runde unseres großen Lego-Rennens steht an und diesmal warten gleich drei Kontrahenten in den Startlöchern: Bugattis Chiron Pur Sport, der 1966 Ford GT40 MKII und Porsches 911 GT3 R REXY AO. Statt knallharter Asphalt-Performance steht jedoch einmal mehr die Frage im Raum, wer sich den Sieg in den Kategorien Aufbau & Kreativität, Stabilität, Optik und natürlich Preis-Leistungs-Verhältnis holt. Kann sich Bugatti erneut den Sieg holen, oder zieht die Konkurrenz am Titelverteidiger vorbei? Wir machen den Vergleich.
Lego Technic Rennwagen: Was ist in der Box?
Da es sich in dieser Runde um deutlich größere Sets als noch in der vorigen Speed-Champions-Runde handelt, ist entsprechend auch die Teilanzahl gewachsen. Die Sets von Bugatti und Ford kommen mit fünf bzw. sechs Papiertaschen, während ersteres noch über drei separate Extrasteine verfügt. Porsche verpackt seine 1313 Steine dagegen in insgesamt zehn Plastiktüten.
| Set-Name & Nummer | Bugatti Chiron Pur Sport Hypercar | 1966 Ford GT40 MKII Rennwagen | Porsche 911 GT3 R REXY AO Racing Rennwagen |
|---|---|---|---|
| Themenwelt | Technic | Technic | Technic |
| Teileanzahl | 771 Teile | 793 Teile | 1313 Teile |
| UVP & Preis pro Teil | 64,99 €/ etwa 8 Cent pro Teil | 74,99 €/ etwa 10 Cent pro Teil | 139,99 €/ etwa 11 Cent pro Teil |
| Aufbauzeit | ca. 2 Stunden | ca. 2 Stunden | ca. 5 Stunden |
| Minifiguren | Keine | Keine | Keine |
| Aufkleber vs. Prints | 15 Sticker, 0 Prints | 28 Sticker, 0 Prints | 52 Sticker, 1 Prints |
| Maße des fertigen Modells in cm (L×B×H) | 29 × 13 × 8 | 29 × 12 × 7 | 39 × 16 × 10 |
| Altersempfehlung | 9+ | 18+ | 11+ |
Neben der obligatorischen und wie üblich hervorragenden Anleitung enthalten alle Sets zudem noch eine gewisse Anzahl an Stickern. Wer sich an diesem Thema stört, muss jetzt ganz stark sein: Bugatti ist hier mit 15 noch am sparsamsten, während Ford nicht nur mitgeht, sondern gleich auf 28 erhöht. Den Vogel völlig abgeschossen hat allerdings Porsche mit sage und schreibe 52 Stickern. Die sind zwar allesamt mit weniger Präzisionsarbeit als die mitunter sehr kleinen in Fords Set anzubringen - bei einem so auffälligen Fahrzeug wie dem 911 GT3 R REXY AO wären mehr Prints aber durchaus wünschenswert gewesen.
Ran an die Karosse
Beim eigentlichen Aufbau gehen die Rennwagen leicht verschiedene Wege. So fällt beim Chiron Pur Sport direkt die besonders bunte Steinauswahl auf, wogegen das markante Orange tatsächlich erst ungefähr auf Seite 60 zum Tragen kommt. Los geht es jedoch mit dem Motor. Der arbeitet wie üblich mit den gelben Kolben, wirkt im direkten Vergleich aber deutlich wuchtiger und massiver - ein Eindruck, der sich später noch verfestigen wird. Mit der niedrigsten Alterseinstufung (9+) unter den Dreien, erhält man hier zudem das geradlinigste Bauerlebnis, ohne dabei langweilig zu werden. Erwähnenswert sind vor allem die abgerundete Motorhaube und das geschwungene Türelement.
Aufbau - Bugatti
Ganz dem Vorbild nach, das 1966 den Sieg in Le Mans einholte, ist der Motor des Ford-Wagens deutlich leichter und seine Mechanik zudem eine Spur ausgefeilter. Letzteres setzt sich auch an der stabiler verankerten Tür sowie der Motorhaube fort, die mittels Pedal geöffnet werden kann. Doch vor allem der komplett aufklappbare Heckbereich sticht hervor, der sowohl beim Bauen als auch in der Vitrine einiges hermacht. Gleichzeitig birgt der Ford zwar nicht die meisten, aber dafür die kleinsten Sticker, die teilweise aufeinander aufbauen, obwohl das Gegenstück erst viel später hinzugefügt wird (Bild 13). Die Empfehlung wäre daher, die Türsticker am Ende gebündelt anzubringen, weil selbst ein kleiner Versatz hier schnell ins Auge sticht.
Aufbau - Ford
Kein anderes Modell sticht jedoch so sehr ins Auge wie Porsches T.Rex auf Rädern. Dessen Stickerflut haben wir bereits erwähnt und auch auf der ersten Anleitungsseite wird man direkt von einer kleinen Ungenauigkeit begrüßt (Bild 1). Der tatsächliche Stein ist aber zum Glück korrekt, weswegen der Bau relativ stringent vonstattengeht. Kommen wir also gleich zu den Besonderheiten: Typisch für Sets dieser Größen- und Preisklasse sind, neben beweglichen Türen und Motorhaube, etwa die Radfederungen auf allen vier Seiten. Hinzu kommen jedoch vier sogenannte Air Jacks, mit denen sich der gesamte Wagen anheben lässt, um ihn in der Vitrine noch besser bestaunen zu können. Deren Mechanik ist beim Bauen einer der interessantesten Aspekte und erfordert etwas mehr Feinmotorik - das Steuerrad auf dem Dach ist dagegen eine eher wackelige Angelegenheit.
Aufbau - Porsche
Schick, ja, aber auch stabil?
Über eine solche Steuerung zum Bewegen der Vorderräder verfügen alle drei Fahrzeuge. Bei Bugatti und Ford befinden sie sich allerdings mittig auf dem Dach, was optisch zwar mehr auffällt als beim Porsche, wo sie leicht rückseitig angebracht ist. Allerdings macht sie das beim Rückwärtsfahren auch deutlich unstabiler. Zieht man nämlich am Rad, neigt es durch die diagonale Anbringung schnell zum Ablösen. Einer der Ersatzsteine hilft ein wenig, löst das Problem aber nicht völlig.
Ein weiteres, welches sich der Porsche gewissermaßen mit dem Ford teilt, ist das empfindliche Dach. Ersterer besitzt ein recht dünnes Dach, das beim Anheben des Fahrzeugs sichtlich nachgibt. Beim Ford liegt es eher daran, dass die besonders geformten Türen schnell mal für das Dach gehalten werden können. Packt man ihn dagegen an der A-Säule, fällt jedoch auf, dass der eigentliche Rahmen durchaus stabil ist. Wie bereits zu Anfang angerissen, hat Bugatti hier die Nase leicht vorn. Dessen Dach bietet selbst mit einer Hand guten Griff, während bei seinen Kontrahenten etwas mehr Fingerspitzengefühl oder gar eine zweite nötig ist.
Elegant, ikonisch oder maximal auffällig?
Stehen die Autos aber ohnehin vorrangig auf dem Podest, steht mehr die Optik als die Stabilität im Vordergrund. Bilder sagen ja bekanntlich mehr als Worte - es lässt sich jedoch sagen, dass die immense Stickermenge an Ford und besonders Porsche zugleich für mehr Wiedererkennungswert sorgt, obwohl ersterer farblich am zurückhaltendsten ist. Bugatti birgt zwar ebenfalls einige Details, die allerdings in der direkten Gegenüberstellung geradezu untergehen. Der Originaltreue schadet das leider minimal, während die anderen beiden hier mehr Punkte holen können. Subjektiv gewinnt daher tatsächlich der vergleichsweise schlichte Ford GT40 MKII, der in vielerlei Hinsicht den Mittelweg geht. Letztlich überwiegt aber selbstverständlich der persönliche Geschmack und die Frage, welchen Markenvertreter man lieber im Regal stehen hat.
Fazit: Bugatti vs. Ford vs. Porsche - Wer holt den Sieg?
Objektiv beurteilen lassen sich dennoch einige Kategorien, denn alle drei Rennwagen liefern starke Argumente. Bugattis Chiron Pur Sport bietet einen zugänglichen Aufbau, gelungene Formgebung und die größte Stabilität. Der Ford GT40 MKII punktet dafür mit höherer Originaltreue und mehr Spielereien beim Bau, fordert beim Thema Sticker aber etwas mehr Geduld. Doch hinsichtlich reiner Bauzeit und damit Bauspaß hat das größte der drei Sets wenig überraschend die Nase vorn. Kein anderes Modell zieht so sehr die Blicke auf sich wie Porsches 911 GT3 R REXY AO. Bezahlt wird das allerdings mit dem größten Preis, riesiger Stickerlast und Schwächen bei der Stabilität.
Quelle: PCGH
Der LEGO Mercedes Benz G 500
Wem diese Auffälligkeit dennoch zusagt, greift zu Porsche, wer dagegen einen günstigeren, charakterstarken Klassiker möchte, ist beim Ford richtig. Schlussendlich leistet sich aber der Titelverteidiger insgesamt die wenigsten Patzer. Trotz des vergleichsweise geringeren Wiedererkennungswerts, was für andere wiederum ein Ausschlusskriterium sein mag, holt Bugatti mit seinem ausgewogenen Gesamtpaket also einmal mehr den Sieg nach Hause.
Doch natürlich sind das längst nicht alle Technic-Sets, die Lego bereithält. Wer eine Vorliebe für McLaren hat, sollte sich etwa den MCL39 F1 anschauen, während Filmfans mit dem Nissan Skyline GT-R auf ihre Kosten kommen. Und wer noch einen weiteren Klassiker in Augenschein nehmen möchte, findet hier unseren Test zum Mercedes-Benz G 500.
