"Eine Million Cowboys": Far Far West feiert Steam-Sensation und verweigert sich KI
Eine Million Verkäufe in wenigen Wochen: Far Far West wird überraschend zum Steam-Hit, während der Publisher gleichzeitig eine klare Grenze zieht bei generativer KI.
Wer aktuell nach der nächsten Indie-Erfolgsgeschichte auf Steam sucht, landet schnell bei Far Far West. Der schräge Koop-Shooter mit Roboter-Cowboys, Magie und Monsterjagd hat innerhalb weniger Wochen die Marke von einer Million verkauften Exemplaren geknackt. Dabei ist das Spiel bislang ausschließlich im Early Access verfügbar.
Selbst für den Entwickler Evil Raptor wirkt der Erfolg überraschend. Das Studio spricht von einem "Lifetime Achievement" und verspricht im selben Atemzug, weiter an Stabilität, zusätzlichem Content und Verbesserungen zu arbeiten.
Eine Million Verkäufe trotz Early Access
Der Erfolg fällt umso stärker auf, weil Far Far West kein klassisches Live-Service-Spiel ist. Statt endloser Monetarisierung setzt der Titel bislang auf ein simples Konzept: vier Spieler, wilde Schießereien, Fantasy-Monster, Dungeons und eine bizarre Mischung aus Western- und Cyberpunk-Ästhetik. Gerade dieser ungewöhnliche Mix scheint aber zu funktionieren.
Publisher zieht harte KI-Linie
Fast noch spannender als die Verkaufszahlen ist jedoch die Haltung des Publishers zur künstlichen Intelligenz. Fireshine-Chef Brian Foote macht in einem Interview mit Gamesindustry.biz deutlich: Studios, die sich auf generative KI oder KI-generierte Grafiken stützen, passen nicht zur Philosophie des Unternehmens.
Code-Hilfen oder Schreibweisen seien etwas anderes. Doch bei eigentlichen Spielinhalten zieht Fireshine eine Grenze: Denn man glaube aktuell weder an die Akzeptanz durch Spieler noch an einen gesunden Effekt für die Entwicklerbranche. Damit ist der Publisher deutlich kritischer als viele andere große Konzerne, die KI zunehmend in die Entwicklungsprozesse integrieren.
Laut Fireshine reichen Steam-Wunschlisten aber auch längst nicht mehr aus, um Erfolg vorhersagen zu können. Ein Spiel könne auf Steam unscheinbar wirken und gleichzeitig auf Tiktok enorme Reichweiten erzielen. Community-Aktivität, Playtests, Discord oder Social-Media-Dynamik seien inzwischen genauso wichtig wie klassische Kennzahlen.
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Quelle: Evil Raptor/Fireshine Games auf Steam, Brian Foote via Gamesindustry.biz
