AMD Ryzen 7000 FAQ: Temperaturen, Spannung, Kühlung - PCGH beantwortet die meistgestellten Fragen
Warum wird meine CPU so heiß und was ist eigentlich EXPO? Die Foren waren schon zu Zen-3-Zeiten überfüllt mit den immer gleichen Fragen. Hier sammeln und beantworten wir die meistgestellten Fragen zu Zen 4. Sie können hier regelmäßig nachschlagen, denn dieses FAQ ist als Live-Artikel geplant und wird kontinuierlich überarbeitet und erweitert.
In diesem Artikel
Generell: Dieser Artikel beruht auf den Erfahrungen der PCGH-Redakteure, in Absprache mit den Ingenieuren von AMD. Wir haben alle Fragen nach besten Wissen und Gewissen beantwortet, sind aber selbst auch nur Menschen und machen Fehler. Falls Sie etwas entdecken, was so nicht stimmen kann oder konstruktive Kritik für uns haben, dann scheuen Sie sich nicht, auf diesen Thread mit einem Kommentar zu antworten. Wir haben schon erwähnt, dass wir beim Test von Zen 4 auf erstaunlich wenig Probleme gestoßen sind. Doch wie sieht es mit der Temperatur und den Taktraten unter Last aus? Ist ein Ryzen 7 7700X, wie seine Vorgänger, auch wieder so eine Hitzeschleuder? Was brauche ich, um Zen 4 in meinem Privat-PC ordentlich betreiben zu können? Gibt es sonst etwas zu beachten? Wir nutzen die Möglichkeit und möchten ein paar der wichtigsten Fragen zu Ryzen 7000 beantworten.
Auf dieser Seite
- 1 Ryzen 7000 FAQ: Hilfe, mein Ryzen wird zu heiß!
- 2 Ryzen 7000 FAQ: Die Spannung ist doch viel zu hoch!
- 3 Ryzen 7000 FAQ: Was genau bedeuten TDP, PPT, TDC und EDC?
- 4 Ryzen 7000 FAQ: Der Eco-Mode und warum man ihn nutzen sollte
- 5 Ryzen 7000 FAQ: Unterstützt Ryzen 7000 ECC-Arbeitsspeicher?
- 6 Ryzen 7000 FAQ: Werden vier RAM-Riegel ohne Probleme unterstützt?
Ryzen 7000 FAQ: Hilfe, mein Ryzen wird zu heiß!
Wir haben Robert Hallock schon zu Zen-3-Zeiten danach gefragt. Die Antwort ist so simpel wie genial: "Ich möchte klarstellen, dass AMD Temperaturen von [...] bis zu 95 °C als typisch und als Design für Volllastbedingungen ansieht. Eine höhere Maximaltemperatur zu haben, die vom Silizium und der Firmware unterstützt wird, erlaubt es der CPU, eine höhere und längere Boost-Performance zu verfolgen, bevor der Algorithmus aus thermischen Gründen einen Rückzieher macht. Das heißt nicht, dass etwas nicht stimmt. Die Bauteile arbeiten exakt so, wie sie entworfen wurden und bieten die von uns beabsichtigte Performance." Sie können das auf Zen 4 übertragen, denn am eigentlichen Aufbau hat sich von Zen 3 zu Zen 4 nichts getan:
Quelle: AMD
AMD Ryzen 7000 FAQ: PCGH beantwortet die meist gestellten Fragen zu Zen 4 (3)
So schaut eine Zen-4-CPU unter der Haube aus. Unten befindet sich der I/O-Die (grau), während sich oben, im goldenen Bereich, die Kerne tummeln. Auf dem Bild sehen Sie zwei CCDs, in denen sich jeweils ein CCX mit acht Kernen befindet. Da die Zen-4-Kerne mit 5-nm-Fertigung sogar noch kleiner sind, als die Zen-3-Kerne (in TSMC 7), wird die Abwärme auf kleinstem Raum an den Heatspreader abgegeben. Es sollte Sie daher nicht verwundern, dass diese Prozessoren unter Last so heiß werden. Aber sind über 90 °C nicht zu viel? Nimmt die CPU davon keinen Schaden? Und wie soll man so etwas kühlen? Uns liegen aus erster Hand Informationen von AMD vor. Sie geben an, dass alle Zen-4-Prozessoren dauerhaft mit der Maximaltemperatur von 95 °C arbeiten können, ohne dabei Schaden zu nehmen. Wir haben beim Test mit dem 7700X bemerkt, dass diese CPU selbst im Eco-Mode und einer Wasserkühlung die 70 °C knackt. Bei Anwendungen wie Cinebench oder Handbrake steigt die Anzeige innerhalb von einer Sekunde auf 90 °C. Dank der Bauweise des 7950X (mit zwei CCX), ist der 16-Kerner leichter zu kühlen, das wird allerdings durch die hohe TDP egalisiert. Generell werden Sie Ihren Ryzen-Prozessor im Bereich von über 70 °C beobachten können. Doch Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, das ist vollkommen normal. Dahin gehend sollte man die Temperaturen, die vom Hersteller vorgesehen sind, auch nicht als Negativ-Punkt aufführen, das ist dem Produkt nicht gerecht.
Ryzen 7000 FAQ: Die Spannung ist doch viel zu hoch!
AMD sagt, bis 1,5 Volt ist alles im Rahmen. Ein Boost bis an die Spitze, in dem Fall 5,85 GHz beim Ryzen 9 7950X, erfordert eine hohe Spannung. Für Zen 4 gibt AMD den Spannungsbereich von 0,650 bis 1,475 Volt an. Mehr oder weniger wird nicht anliegen, sofern Sie keine Veränderungen an den Einstellungen wie dem Boost oder anderen Dingen vornehmen. Es gibt eine Sache zu beachten, wenn Sie die Spannung Ihrer Ryzen-CPU auslesen möchten: Ein Zen-4-Prozessor passt sich innerhalb von einer Sekunde 1.000 Mal dynamisch an die Last an. Um zu das noch einmal zu verdeutlichen: In dem Moment, wo Sie blinzeln, hat Ihr Ryzen 7 7700X etwa dreihundertmal den Takt für jeden einzelnen Kern verändert!
Quelle: AMD
AMD Ryzen 7000 FAQ: PCGH beantwortet die meist gestellten Fragen zu Zen 4 (2)
Das ist unvorstellbar schnell und für uns Menschen nicht mehr greifbar. Jetzt stellen Sie sich vor, dass Sie mit dem Analyse-Tool Ihrer Wahl alle 500 Millisekunden die anliegende Spannung auslesen wollen. Sie werden dann den Wert bei Millisekunde 500 und Millisekunde 1.000 ablesen. Die anderen 998 Werte bleiben Ihnen dagegen verborgen. Dazu kommt, dass Analyse-Tools die Spannung nur auslesen können, wenn der dazugehörige Kern gerade etwas "macht" - befindet sich dieser dagegen im Ruhemodus, wie es bei modernen Prozessoren in der Regel oft der Fall ist, wird der Wert nicht ausgelesen. Das Analyse-Tool zeigt Ihnen immer nur den Durchschnittswert an, der gerade in dem Moment anliegt, wo er ausgelesen wird. Ein paar Zahlen: Während einer Sekunde macht Kern 4 in 998 Millisekunden nichts und die "Schlafspannung" von 0,650 Volt liegt an. In den anderen zwei Millisekunden liegt ein Takt von 5,7 GHz und eine Spannung von 1,475 Volt an. Was werden Sie im jetzt im Tool zu sehen bekommen? Wir glauben, Sie haben es verstanden.
Quelle: PCGH
AMD Ryzen 7000 FAQ: PCGH beantwortet die meist gestellten Fragen zu Zen 4 (1)
Es gibt nur ein Programm, welches die echte, anliegende Spannung der Zen-Kerne auslesen kann: der AMD Ryzen Master. Im Bild musste sich der Ryzen 7 5700X des Autors opfern, doch die Werte von Zen 3 sind denen zu Zen 4 recht ähnlich. In der Mitte sehen Sie die acht Kerne, die sich zum Zeitpunkt der Aufnahme im Ruhemodus befinden. Direkt darunter sind die anliegenden Spannungen. Hwinfo x64 zeigt uns dagegen eine CPU Core Voltage (SVI2 TFN) von 1.275 Volt an. Sie brauchen sich daher nicht um Ihre Ryzen-CPU zu sorgen, wenn Analyse-Tools (dauerhaft) hohe Spannungen anzeigen, das ist einfach in der Ungenauigkeit dieser Programme begründet.
Ryzen 7000 FAQ: Was genau bedeuten TDP, PPT, TDC und EDC?
Die TDP gibt bei AMD die Kategorie an, nach welcher die anderen drei Parameter PPT, TDC und EDC konfiguriert werden. In erster Linie steht die TDP jedoch für die Thermal Design Power und ist ein Wert für CPU-Kühler-Hersteller. Wenn Ihre CPU beispielsweise eine TDP von 105 Watt hat, dann sollten Sie eine Kühllösung installieren, die mindestens 105 Watt TDP bewältigen kann, um die CPU vor einer Überhitzung zu bewahren. Die TDP geben Kühler-Hersteller in der Regel auf deren Produktseiten an. Nun widmen wir uns den anderen drei Parametern, welche wir in der Tabelle zusammengefasst haben:
| Architektur | TDP (Watt) | PPT (Watt) | TDC (Ampere) | EDC (Ampere) |
|---|---|---|---|---|
| Zen 4 | 170 | 230 | 160 | 225 |
| Zen 4 | 105 | 142 | 110 | 170 |
| Zen 4 | 65 | 88 | 75 | 150 |
| Zen 3 | 105 | 142 | 95 | 140 |
| Zen 3 | 65 | 76-88 | 60 | 90 |
Package Power Tracking (PPT), Thermal Design Current (TDC) und Electrical Design Current (EDC) sind der Maßstab bei AMD-Prozessoren, welche die finale Leistungsaufnahme festlegen respektive als Grenzen fungieren. Der PPT-Grenzwert ist die zulässige Leistungsaufnahme des Sockels über die Spannungswandler, die den CPU-Sockel versorgen. TDC ist die maximale Stromstärke in Ampere, die von der Spannungsregler-Konfiguration einer Hauptplatine in thermisch eingeschränkten Szenarien geliefert werden kann. EDC beschreibt die maximale Stromstärke in Ampere, die das Mainboard kurzzeitig anlegen darf. AMD unterteilt ihre CPUs in feste TDP-Klassen und definiert somit Vorgaben für PPT, TDC und EDC. Die Angaben, die Sie in unseren Übersichten und Benchmarks vorfinden, beschäftigen sich dabei vorrangig mit dem PPT-Wert. Wir messen dabei nicht explizit "PPT", gleichwohl aber die Leistungsaufnahme unter Last in Watt, wir kommen daher dem PPT am nächsten. Ein Ryzen 7 7700X als Beispiel eine TDP von 105 Watt, was bei AMD bei Zen 4 eine PPT von 142 Watt bedeutet. Das bedeutet, dass diese CPU ohne Ihr Eingreifen niemals mehr als diese 142 Watt verbrauchen wird. Laut Robert Hallock sind diese Werte "hard coded", Hersteller wie Asus, Gigabyte oder MSI müssen sich also daran halten. Das ist recht angenehm, denkt man mal an die Konkurrenz.
Ryzen 7000 FAQ: Der Eco-Mode und warum man ihn nutzen sollte
Den Eco-Mode gibt es schon sehr lange bei Ryzen-Prozessor. Dieser macht nichts anderes, als die TDP-Klasse eurer CPU um eine Stufe zu senken. Aus 170 Watt TDP werden dann 105 Watt und aus 105 Watt TDP 65 Watt TDP und so weiter. Im Grunde bedeutet es, dass Sie Ihre Ryzen-CPU damit sparsamer betreiben könnt. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass Ihr etwas an Performance einbüßen müsst, gerade bei stark parallelisierter Last. Trotzdem empfehlen wir jedem Ryzen-Nutzer, den Eco-Mode zu aktivieren. Warum? Weil die Leistung im Verhältnis zum gesparten Strom gefühlt kaum geringer ausfällt. Der Test zum Ryzen 9 7950X hat beispielsweise gezeigt, dass der 16-Kerner im Eco-Mode bei 65 Watt TDP für die Berechnung in Handbrake zwar 26 Prozent länger benötigt. Das sind am Ende aber tatsächlich nur rund 18 Sekunden. Für diese 18 Sekunden benötigt die CPU ab Werk aber 135 Prozent(!) mehr Energie, als Durchschnitt in Zahlen: 91 gegen 214 Watt. Dass eine CPU mit Eco-Mode auch nicht so heiß wird, brauchen wir gar nicht zu erwähnen. Die Wahl liegt bei Ihnen, Sie können die Limits auf jedem AMD-Mainboard frei konfigurieren, entweder mit einem Klick mit festen Vorgaben bei den TDP-Klassen, oder sogar von Hand jeden Wert einzeln.
Ryzen 7000 FAQ: Unterstützt Ryzen 7000 ECC-Arbeitsspeicher?
Ja, Ryzen 7000 unterstützt ECC-RAM. Sie müssen allerdings auch auf die Unterstützung durch das Mainboard achten. Informieren Sie sich im Zweifel auf der Produktseite zum jeweiligen Mainboard oder kontaktieren Sie den jeweiligen Support.
Ryzen 7000 FAQ: Werden vier RAM-Riegel ohne Probleme unterstützt?
Selbstverständlich können Sie Ryzen 7000 auch mit vier RAM-Riegeln betreiben. Sie können maximal 128 GiByte verbauen, also im besten Fall 4×32 GiByte. Ihnen sollte allerdings klar sein, dass mehr Riegel auch mehr Arbeit für den Speichercontroller bedeuten. Nutzen Sie zwei von vier möglichen RAM-Slots, gibt AMD die Geschwindigkeit bis DDR5-5200 frei. Nutzen Sie alle vier Slots, sind es offiziell nur noch DDR5-3600. Das erscheint sehr niedrig. Ihr System kann vielleicht mehr bewältigen, doch AMD garantiert nur diese Taktfrequenzen.

Derweil habe ich versucht im Internet eine klare Aussage zu folgernder Frage zu suchen, finde aber eher so esoterische Antworten:
Wo liegt eigentlich der Unterschied darin, den Curve Optimizer zu verwenden zu einem negativ Offset bei der CPU Core Voltage?
Ist ein Krampf. Aber um Korrelationen optisch hervorzuheben ganz ok.
Heute abend gehts weiter.
Ich würde behaupten dass die Anpassung der Expo Voltages aktuell bei mir am meisten gebracht haben.
Die krassesten FPS Sprünge hatte ich in CS2. Da war von 270 bis 500 FPS alles dabei. Die 270 sehe ich kaum kaum mehr und alles spielt sich da jetzt zwischen 350 und 400 ab. Extra das Limit wieder aufgemacht dafür.
Dead Space Remake ist mein Frametimes Spucker. Meine auch, dass es jetzt etwas ruhiger zu geht, aber wollte dann einfach nur noch zocken und keine Graphen mehr anschauen.
Probiere aber dann mal das Layout von dir aus. Hatte eigentlich immer nur eine Sensorenoberfläche am laufen.
Ich würde mir eine Reihe solcher Screenshots hier anfertigen. Als Beispiel mein Ultra Eco Profil, nach rund zwei Minuten CineBench R24 Allcore. Da sehe ich auf einen Blick, was Sache ist: die echte anliegende CPU-Spannung durch Ryzen Master, die Taktfrequenzen, Temperaturen und an welche Limits ich möglicherweise stoße.
Bei mir etwa durchschnittlich 0,89 Volt auf der CPU, bei einem CPU-Verbrauch von ~18,46 Watt bei 39,5 °C im Schnitt. Diese Zahlen könnte ich mir nun aufschreiben, dann weiter optimieren und schließlich vergleichen.
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