Erschreckende Studie: Videospiele vor 2010 schlechter legal verfügbar als Stummfilme
Eine Studie der Video Game History Foundation in den USA zeigt ernüchternde Zahlen zur Verfügbarkeit von Videospielen.
Die Video Game History Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich der Archivierung, Bewahrung und Verbreitung historischer Medien rund um Videospiele verschrieben hat. Eine gemeinsame Studie mit der Software Preservation Network zeigt nun erschreckende Erkenntnisse hinsichtlich der Verfügbarkeit von Videospielen.
"87 Prozent vermisst: Das Verschwinden klassischer Videospiele"
Der Titel der Studie, die in ihrer Art einmalig sein soll, deutet schon an, worum es geht: Die Verfügbarkeit von Videospielen ist bedroht. Fast 9 von 10 Spielen, die in den USA veröffentlicht wurden, seien demnach nicht mehr kommerziell verfügbar und damit bedroht. Nur 13 Prozent der Spiele, die zwischen 1960 und 2009 veröffentlicht wurden, seien demnach noch verfügbar - 87 Prozent der veröffentlichten Titel seien aus vielen Gründen nicht mehr offiziell zu haben. Und selbst Titel, die zwischen 2005 und 2009 veröffentlicht wurden, also die neuesten in der Studie sind, erreichen keine 20 Prozent Verfügbarkeit.
Wer sich für eines dieser "verlorenen" Spiele interessiert, müsse nach alten Sammlerstücken oder Hardware suchen, quer durchs Land reisen, um eine Bibliothek zu besuchen oder Piraterie nutzen. Zu den 13 Prozent noch verfügbarer Spiele gibt es einen drastischen Vergleich: Audio-Aufnahmen vor dem Zweiten Weltkrieg seien zum Beispiel noch zu 10 Prozent verfügbar, aber es gebe immerhin noch 14 Prozent der Filme aus der Stimmfilmzeit - Spiele zwischen 1960 und 2009 seien im Schnitt also schlechter verfügbar als Stummfilme.
Die Methodik hinter der Studie
Wer sich nun die Frage stellt, wie die Studie methodisch vorgegangen ist: Auch das wird ausführlich erklärt. Natürlich sind in der Studie nicht alle veröffentlichten Spiele erfasst, das wäre zu aufwendig. Basis ist dabei eine zufällige Liste von 1.500 Spielen der Webseite Mobygames. Den Zeitraum hat man deshalb 2009 enden lassen, weil 2010 den Beginn der digitalen Verfügbarkeit von Spielen markiert. Im Report wird genau gezeigt, welche Gründe zur Nichtverfügbarkeit führen, darunter sind technische, rechtliche und kommerzielle Gründe sowie das Schließen von digitalen Stores. Wichtig sind auch aufgegebene Systeme wie der C64, wo es ein geringes kommerzielles Interesse an einer Neuveröffentlichung gibt. Dazu kommen vernachlässigte Ökosysteme wie die Game-Boy-Familie, für die es zwar ein großes kommerzielles Interesse gibt, aber immer noch nicht viele Spiele. Dazu kommen auch aktive Ökosysteme, in denen Spiele für diese Plattformen ständig neu aufgelegt werden, wie die Playstation 2.
Gerade beim Game Boy hat man genau hingeschaut und tatsächlich alle Spiele geprüft, sodass die Zahl auf 4.000 anwuchs. Hintergrund war das Schließen der E-Shops für 3DS und Wii U, wodurch die Zahl der verfügbaren Game-Boy-Spiele drastisch reduziert wurde.
Weitere erschreckende Ergebnisse
Die Ergebnisse der Verfügbarkeit von Spielen seien "in allen untersuchten Zeiträumen und Plattformen" durchweg niedrig, so die Stiftung. Das nicht mehr genutzte Ökosystem, der Commodore 64, kam auf "miserable 4,5 %", während das aktive Ökosystem, die Playstation 2, es nur auf 12 % schaffte. Der Gameboy komme nach dem Ende der erwähnten E-Shops auf nur noch 5,87 Prozent. Durch weitere Retro-Shops, die auf der Kippe stehen (Xbox 360, PS3 oder Vita), stehen weitere, aktuell noch verfügbare Titel auf der Kippe. Sollte beispielsweise irgendwann Antstream Arcade schließen, wären C64-Titel offiziell nur noch zu 0,75 Prozent verfügbar.
Das Fazit der Studie lautet: Da oft der kommerzielle Druck fehlt, alte Titel zu erhalten, müssen Archive und Bibliotheken einspringen. Einer der Stiftungsmitglieder schreibt: "Ich hoffe, dass diese Studie die Menschen wachrüttelt. Seit Jahren wissen wir, dass die Verfügbarkeit klassischer Videospiele auf legale und sichere Weise katastrophal ist, aber niemand hat das jemals beziffert. Die Ergebnisse sind schlimmer als wahrscheinlich bei jedem anderen Medium".
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???
Das macht überhaupt keinen Sinn. Spieler wollen Remakes, die das Grundspiel modernisieren. Da ist es egal, ob das Grundspiel noch verfügbar ist. RE4R hat sich bspw. auch blendend verkauft, obwohl das Original noch verfügbar ist. RE4R ist auch nur ein Beispiel von vielen. Selbst wenn das Original kostenfrei wäre, würden die Leute dennoch das Remake kaufen.
Tatsächlich würden sich Spieleentwickler - allen voran Nintendo - einen (auch wirtschaftlich starken) Gefallen tun, wenn Sie einfach einen eigenen ROM-Store anbieten würden, denn dann könnte man ROMs legal erwerben. GabeN hatte hier nämlich vollkommen Recht, dass "Piraterie" hauptsächlich ein Service-Problem ist.
Man darf auch eine Sache nicht vergessen.
Wenn jemand rausgekriegt hat wie einfach & günstig man an Filme, Musik, Bücher & Software ohne EXTRAS (*)
kommt könnte das dazu führen das derjenige sich fragt warum diese Delexue-Version auch nicht bei neuen Dingen haben zu wollen?
Das mit Remakes (wenn man nur HD-Versionen mit einrechnet) stimmt.
Obwohl wir z.B. System Shock haben wurde auch das Remake zum "Voll"preis von ~40€ bei GoG gekauft.
Das gleiche würde ich auch bei vielen anderen Spielen machen (na wer sagt da NOLF
Naja das "Piraterie" hauptsächlich ein Service-Problem ist sehe ich zwar auch so.
Bin aber kein Freund von nur 50% Lösungen. Kann jeden verstehen der keine Lust hat sich z.B. GTA zu kaufen nur um dann z umerken das viele Lieder fehlen. Alles eben eine Frage von "Service".
(*) Extras wie z.B. nicht-abbrechbare Vorspanne die einem erklären das man eine Raubmord-kopierer ist welcher lebenslang im Gefängniss vergewaltigt wird, ohne "Sony-Rootkit", ohne Installationslimits....
Also war bei GTA 3 bis GTA IV jemand gierig / hat in kauf genommen das die Käufer sauer werden / Service ist denen xyz egal.
Naja bis auf GTA IV habe ich alles als CD (DVD) Version.
Wenn die Musik für 10 Jahre (?) lizienziert wurde warum wuste man nicht es dann "Probleme" mit der CD Version gibt.
oder warum wurde die Onlineversion nicht verlängert / dauerhaft geschaltet.
Klappt ja auch bei Fallout; da ist ja die ganze Musik noch drin.
Du bzw. wir sind ja nicht die zwei Einzigen die sich min. eine Vortsetzung wünschen.
Man muß eben -bei einigen Wünschen- sehr viel Gedult mitbringen.
Jedes Spiel ist individuell. Es kann ja auch sein, dass Bethesda die Musiklizenzen für eine lange Zeit abgeschlossen hat. Aber in Fallout gibt es ja nicht sonderlich viele Lizenzmusik. Eher sind es Eigenkompositionen. Ein NFS hat da schon eher einen Druck. Das war auch der Grund, warum NFS The Run komplett vom Verkauf entfernt wurde.
Rockstar Games hat sogar mit dem neusten Patch für GTA 4 einige Musiklisten gestrichen.
Was soll denn da mehr Fragen aufwerfen? Das klingt doch alles logisch, oder nicht?