RX 580 und RX 570 im Test: Testverfahren, Spiele-Benchmarks, Fazit
Radeon RX 580 und RX 570 im Test: PC Games Hardware testet die Spiele-Performance von Full- bis Ultra HD und gibt ein erstes Fazit ab.
RX 580 & RX 570: Testverfahren
Kommen wir nun zur wohl wichtigsten Disziplin bei der Bewertung einer Grafikkarte: Der (Spiele-)Leistung. Wie immer nutzen wir in unseren praxisnahen Spiele-Leistungstests keine integrierten Benchmarks, sondern echte Ingame-Action auf Basis selbstersteller Spielstände. Dies gibt die Anforderungen der Spiele besser wieder als es die oft stark hiervon abweichenden Benchmarks vermögen. Wie immer verwenden wir die zum Testzeitpunkt frischen Treiber und setzen, dem High-End-Gedanken folgend, die Qualitätsstufe der Texturfilterung im Geforce- wie im Radeon-Treiber auf "Hohe Qualität". Lediglich bei den Geforce-Ergebnissen ziehen wir aus Zeitgründen zum Teil Ergebnisse ab dem 378er-Branch heran - da die neueren Treiber nur die Performance in den jüngsten Spiele-Releases verbessern, erwarten wir dahingehend keine Auswirkungen auf unsere Ergebnisse.
Da AMDs Polaris-Grafikkarten anders als bei der Veröffentlichung der Radeon RX 480 und RX 470 ihre beworbenen, maximalen Boost-Taktraten durchgehend halten können, testen wir die Spiele mit diesen. Im Falle der Geforce-Grafikkarten setzen wir die Frequenzen auf die angegeben, laut Nvidia typischen Boost-Angaben fest, um einen fairen Vergleich "Stock vs. Stock" zu ermöglichen. Am ehesten werden Grafikkarten der Leistungsklasse Radeon RX 580 oder auch Geforce GTX 1060 in Full HD eingesetzt. Ergänzend finden Sie aber auch Benchmarks bis hin zu Ultra HD, um zum Beispiel Speicherschwächen ausfindig machen zu können.
RX 580 & RX 570: Spiele-Index-Benchmarks
Soweit keine Überraschungen: AMDs Radeon RX 580 verhält sich wie eine übertaktete RX 480, die RX 570 wie eine übertaktete RX 470. Das reicht der RX 580, um sich im PCGH-Index vor die Geforce GTX 1060 6GB zu setzen - wenn auch mit nur einem Prozentpunkt denkbar knapp. Die Custom-Designs werden mit einer Übertaktung ab Werk noch fünf bis knapp zehn Prozent schneller sein, müssen aber auch gegen übertaktete Geforce-Grafikkarten antreten. Am Ende befinden sich die Kontrahenten auf einem Niveau, sodass Interessenten ihre Vorlieben für die jeweiligen Lager entscheiden lassen können - wer neutral an die Sache geht, kann sich zwischen einem höheren Stromverbrauch zulasten der Radeons oder einem kleineren Grafikspeicher zulasten der Geforces entscheiden.
Radeon RX 580, RX 570 (2)
Launch-Review - Gaming Benchmarks
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RX 580 & RX 570: OC-Custom-Designs in Witcher 3 getestet
Wir haben alle Custom-Designs der Radeon RX 580 und RX 570, die es bis dato in das PCGH-Testlabor geschafft haben, exemplarisch in The Witcher 3 getestet. Damit können Sie sich ein Bild machen, wie Polaris 10/20 mit einem GPU-Takt von 1.450 MHz performt. Als Vergleich haben wir OC-Versionen der Geforce GTX 1060/6G herangezogen und zusätzlich eine 9-Gbps-Variante mit 500 MHz zusätzlichem Speichertakt simuliert - entsprechende Custom-Designs sollen in den kommenden Wochen auf den Markt gelangen.
Radeon RX 580, RX 570 (3)
Launch-Review - OC-Benchmark
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The Witcher 3 ist ein Beispiel, bei dem der 8-Gbps-Speicher die Radeon RX 580 nicht stark limitiert. Gut acht Prozent mehr Takt (1.450 vs. 1.340 MHz) resultieren in knapp sieben Prozent mehr Leistung. Eine auf fast 2,0 GHz übertaktete Geforce GTX 1060/6G profitiert hingegen von den zusätzlichen 500 MHz Speichertakt, sodass sich die 9-Gbps-OC-Version noch gute fünf Prozent von einer übertakteten RX 580 absetzen kann. In der Praxis dürften Nutzer die 4 Fps kaum merken und auch preislich werden die 9-Gbps-Varianten der GTX 1060/6G eine neue Klasse zwischen den normalen Custom-Designs und der GTX 1070 eröffnen - der flotte Speicher soll im Vergleich zu langsamerem GDDR5 nicht gerade günstig sein. Der Zweck, warum Nvidia die 9-Gbps-GTX-1060 in sein Portfolio aufgenommen hat, dürfte jedoch klar sein. Letztendlich spielen die OC-Karten der RX 580 und GTX 1060/6G aber auf einem Leistungsniveau.
RX 580 & RX 570: Fazit
AMD gibt sich mit den ersten Polaris-Refresh-Grafikkarten keine Blöße. Die Leistung liegt innerhalb der Erwartungen und konkurriert mit der Geforce GTX 1060 6GB und GTX 1060 3GB. Dort kommt es bei den Neulingen vor allem auf die Straßenpreise an. Können sich diese einigermaßen auf das Niveau der RX-400-Serie einpendeln, bleibt der Polaris-Refresh weiterhin eine attraktive Alternative. Die offiziellen Preisempfehlungen seitens AMD geben diesbezüglich Hoffnung: Die RX 580 mit 8 GiByte soll ab 259 Euro den Besitzer wechseln, 4-GiByte-Versionen kosten 34 Euro weniger. Die RX 570 mit 4 GiByte gibt der Chiphersteller mit 199 Euro an - eine UVP für 8-GiByte-Versionen wird gar nicht erst genannt.
Vor allem die zu erwartende niedrigere Idle-Leistungsaufnahme und die überarbeiteten Custom-Designs machen die Neuauflage für Besitzer älterer Grafikkarten interessant. Schade ist, dass solche Refresh immer höhere Taktraten mit sich bringen müssen, um wenigstens ein kleines Leistungsplus verzeichnen zu können. Dadurch arbeiten die Radeon RX 580 und RX 570 noch weiter außerhalb ihres Sweet-Spots, wodurch die Effizienz sinkt. Gegen Nvidias Pascal sehen sie deshalb in dieser Disziplin die Rücklichter. An dieser Stelle kommt es darauf an, wie gut die Custom-Designs werden - dieser Frage werden wir uns in den kommenden Tagen und Wochen widmen.
