Nichtssagende PCGH-Tests? Leser übt heftige Kritik - Leserbrief der Woche
Tag für Tag erhält PC Games Hardware Anfragen, Vorschläge und Kritik von Lesern. In der Rubrik "Leserbrief der Woche" stellen wir Ihnen wöchentlich einen ausgewählten Leserbrief und bei Bedarf die Antwort eines Fachredakteurs vor. Beachten Sie, dass der Leserbrief der Woche nicht zwangsläufig in der Woche an die Redaktion geschickt wurde, in der er Ihnen an dieser Stelle präsentiert wird.
PCGH-Leser W. P. liebäugelt mit einem Skylake-System, hält die Testberichte von PC Games Hardware allerdings für nichtssagend und übt deutliche Kritik.
Der Leserbrief:
"Eine Testzeitschrift erwerbe ich in erster Linie dann wenn ich eine Anschaffung plane und aus diesem Grunde irgenwo Rat suche. In Ihrem Falle geht dies lediglich komplett in die Hose! Die Testberichte erscheinen viel zu spät (1 Jahr oder mehr). Diese Berichte eignen sich lediglich dazu, um im Nachhinein festzustellen ob der Kauf OK oder ein Flop war. Wenn ich mir z. B. einen Computer anhand Ihrer Bestenliste anschaffe, so ist der mindestens bereits ein Jahr alt. Man hat einfach den Eindruck, Ihre Redakteure kommen nur in das Büro um sich einmal richtig auszuschlafen. Die Neuerungen in der Computerbrache sind bei weitem nicht so überfallsartig und umfänglich, sodass sie nicht rechtzeitig beschrieben werden könnten.
Ich wollte jetzt auf Skylake umschalten und holte mir den Bericht aus der Ausgabe 10/15 hervor (von Torsten Vogel signiert), einen drei Seiten langen Bericht mit einem 5 × 5 cm langen Fazit. Ich zitiere: "Mit Skaylake legt Intel eine sehr effiziente und gleichzeitig schnelle Architektur mit vielerlei interessanten Optionen vor. Die Architektur selbst bietet noch weitere Optionen in Sachen Sicherheit oder Medien, aber auch die für Spieler relevanten Neuerungen stellen in Verbindung mit der neuen Plattform ein attraktives Paket vor."
BLA, BLA, BLA, absolut nichtssagend !!!!
Wofür habe ich drei Seiten gelesen? Um das Ganze auf den Punkt zu bringen: Ein Testbericht sollte zu dem Ergebnis kommen, wer ist der Beste und sonst nichts. Bei Ihren Berichten ist es eher so, dass Sie zunächst alles beschreiben, was irgenedwie relevant sein könnte, auch wenn das niemanden wirklich intessiert (nicht jeder ist Computerfreak). Irgendwie hat man den Eindruck, es geht lediglich darum die Seite zu füllen, doch die Erkenntnis Ihrer Kritik, das Fazit, fällt mehr oder weniger nichtssagend aus. Doch genau darum geht es doch, die Leute wollen wissen, wer ist bessser oder schlechter. Genau hier ist es wichtig, Stellung zu beziehen und klare Aussagen zu machen. Wenn es Ihnen lediglich darum geht, keinem Hersteller in irgendeinerweise weh zu tun, dann haben Sie Ihr Ziel, objektive Kritik zu üben, offensichtlich nicht erreicht und sollten eher eine Werbebroschüre für den einen oder anderen herausgeben. Sollte ich Ihre Zeitschrift weiterhin beziehen, dann mit Sicherheit mit gewaltigen Abstrichen in den Bereichen Vertrauen und Glaubwürdigkeit!!!!!!!!!!!!!!!"
Die Antwort von Stephan Wilke (Community-Manager):
"Besagte drei Seiten stammen nicht von Torsten Vogel, sondern von Carsten Spille - leicht zu erkennen am Kürzel "(cs)" am Ende des Fließtexts. Es handelt sich hierbei um zusätzliche Informationen zur Skylake-Architektur, keinen Produkttest. Den finden Sie in ausführlicher Form in Ausgabe 10/2015 (11-seitiges Special), dazu den vierseitigen Nachtest des Core i7-6700K als Retail-Version in Ausgabe 11/2015.
Sie schreiben: "Ein Testbericht sollte zu dem Ergebnis kommen, wer ist der beste und sonst nichts." Woher sollen wir Ihre spezifischen Anforderungen kennen? Da wir sie weder von Ihnen noch zehntausenden anderen Lesern im Detail kennen, geben wir Ihnen die Informationen, anhand derer Sie selbst entscheiden können, welches Produkt für Sie am besten geeignet ist. Wenn Sie einfach nur das Produkt möchten, das unserer Ansicht nach in der Summe das beste Gesamtpaket bietet, können Sie sich ganz einfach an der Wertung orientieren - ein Blick in den Einkaufsführer genügt. Bei Prozessoren liegt aktuell der Core i7-6950X mit einer Wertung von 1,51 an der Spitze. Dieser Prozessor kostet allerdings aktuell über 1.700 Euro. Ich weiß nicht, wie es bei Ihnen aussieht, aber diese Summe kann und möchte ein sehr großer Teil der Leser nicht für einen Prozessor ausgeben, völlig unabhängig von dessen Qualitäten. An der Stelle sind wir wieder bei den individuellen Anforderungen an ein Produkt: Wir wissen nicht, wieviel Geld einzelne Leser für einen Prozessor maximal ausgeben möchten. Daher testen wir eben nicht nur einfach die beste Hardware, sondern liefern Detailinformationen wie Preis-Leistungs-Indizes, einem Leistungs-Index für Spiele, einem Leistungs-Index für Anwendungen, Messungen der Leistungsaufnahme, Angaben zu den unterstützten x86-Erweiterungen, praxisnahe Overclocking-Tests etc. Auf aus verschiedenen Gründen interessante Produkte weisen wir durch unterschiedliche Auszeichnungen (etwa "Top-Produkt" oder "Spartipp") hin, an denen Sie sich ebenfalls orientieren können.
Zu Testberichten mit über 1 Jahr Verspätung kann ich mangels eines Beispiels nur mutmaßen. Komponenten wie Prozessoren, Grafikkarten oder auch SSDs testen wir üblicherweise sehr zeitnah nach dem Erscheinen. Wenn ein solches Produkt nach einem Jahr in den Bestenlisten platziert ist, dann schlicht deshalb, weil es auch ein Jahr später immer noch zeitgemäß ist. Die im August 2015 debütierten Skylake-Prozessoren, für die Sie sich wohl nicht grundlos interessieren, sind das beste Beispiel dafür. Bei manchen PC-Komponenten und Zubehörartikeln wie etwa Wärmeleitpaste ist der Markt allerdings nicht besonders dynamisch. Hier bleiben Produkte oft jahrelang unverändert, relevante Neuerscheinungen sind selten. In solchen Fällen verzichten wir üblicherweise auf Einzeltests und beschränken uns auf Marktübersichten, die zeitlich über ein Jahr auseinanderliegen. In anderen Feldern wie etwa bei Mainboards oder RAM-Kits ist das Angebot wiederum so groß, dass es weder für uns noch irgendeine andere mir bekannte Publikation möglich ist, sämtliche Produkte einem Testverfahren zu unterziehen. Daher setzen wir auf eine Mischung aus Tests ausgewählter Produkte und Hintergrundinformationen, die Rückschlüsse auf die Tauglichkeit nicht getesteter Produkte zulassen.
Leider kann ich wenig Konstruktives aus Ihrem Leserbrief ziehen, weil die Kritik sehr allgemein formuliert oder aus den von mir genannten Gründen nicht nachzuvollziehen ist. Was ich mitgenommen habe, ist aber immerhin, dass Fazitkästen gerne prägnanter ausfallen dürfen."
Leserbriefe können Sie an redaktion@pcgameshardware.de senden. Der Leserbrief der Woche gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen.

Das ist keine heftige Kritik, sondern schmäh Kritik
Tja das ist halt das gute am Internet, jeder darf schreiben was er möchte. Das schlechte daran ist, jeder tut es auch. Wenigstens weis die Antwort von Stephan Wilke sehr zu gefallen
Das hält sich meist in etwa die Waage.
Zudem muß auch jemand entscheiden, ob man das in ein Heft unbedingt einfügen muß, denn das hat nur eine begrenzte Seitenzahl zur Verfügung.
Was dagegen Onlinemeldungen angeht, da haperts oft schon gewaltig.
Man sieht aber deutliche Bemühungen durch die neueren aktuelleren Online-Newsschreiber von PCGH, auch wenn einige Wörter, oder Sätze, beim schnellen Schreiben einen lustigen Stoff liefern.
Ich verstehe auch, dass es voll im Trend liegt online sekundengenau zu berichten, aber ich könnte auch ein, zwei Tage länger auf das nächste Gerücht, Ankündigung, Release, Pressemitteilung etc. warten (Eigentlich kann ich das auch einen ganzen Monat, bis zum nächsten Heft nämlich. Nur gibts da die meisten News nicht drin, was auch ok ist). Von Livetickern ganz zu schweigen...schrecklich diese geposte wo es nichts zu sagen gibt.
Ich weiß, die Hardware-Welt ist schnellebig, aber nicht so schnellebig, dass es einen Unterschied macht ob ich heute, jetzt, sofort oder doch erst morgen Abend, dafür kommentiert und nachrecherchiert von ''beliebige PCGH-News einfügen'' erfahre.
Soviel zu meinem bisschen Kritik.
Zum Leserbrief gibt es nicht mehr zu sagen als in der veröffentlichten Antwort gesagt wurde.
Nur sollte man eins Bedenken: Viele Menschen merken garnicht wie ihre Intonation im Internet verloren geht.
Da wird ein Kommentar oder Leserbrief auch mal im rauhen Jargon geschrieben, einfach weil man meist direkt, noch im emotionalen Moment, antwortet. Das ist das schriftliche Äquivalent zu einem kurzen Aufreger/Ausraster den wir alle haben.
Nur dass man sich normalerweise beruhigt, ggf. entschuldigt wenn man zu hart war, und weiterlebt. Im Netz bleiben diese Ausraster aber stehen und vermitteln einen falschen Eindruck. Auch die fehlende Betonung und deren Auswirkungen sind den Meisten nicht klar. Also verurteilen wir den nicht den Leser, sondern lieber den Leserbrief.
Den letzten Satz hab ich so stehen lassen, weil er das perfekte Beispiel für dir Unverständlichkeiten ist, die ich oben kritisiert habe. Am Beginn des Satzes sollte es heissen: ,,Also verurteilen wir den Leser nicht(...)''. Mittendrin hat mein Kopf dann den Satz umformuliert. Ich betone das nur, um Folgendes klarzumachen: Ich verstehe wie solche Schnitzer passieren, doch von Journalisten erwarte ich eben dass sie ihre Meldungen prüfen. Denn wenn Jemand nicht die Zeit hat seinen Artikel für solche ,,Kleinigkeiten'' nochmal zu überfliegen, wie soll ich so jemandem abkaufen er hätte Zeit für Recherchen?
Wir befinden uns doch jetzt im postfaktischen Zeitalter. Der Leserbrief ist also absolut zeitgemäß. Meine Ausrufezeichen bekommt er !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!