Ultra-Widescreen-Gaming: 16:9, 21:9 und 48:9 im Benchmark-Check mit 7 Spielen - Lohnt sich das? [Special der Woche]
Die Zeiten von Bildformaten wie 4:3 und 5:4 ist im Gaming-Segment schon lange vorbei. Aktuell spielen die meisten Zocker im 16:9-Format. Doch Monitore mit Seitenverhältnissen von 21:9 werden immer populärer, wir werfen einen Blick auf Ultra-Widescreen-Gaming und gehen dabei auch noch auf Multi-Monitor-Setups ein.
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Anmerkung: Dieser Artikel hatte die meisten Seitenaufrufe diese Woche. Aus diesem Grund veröffentlichen wir es heute erneut.
Quelle: PC Games Hardware
Borderlands 2 48 zu 9
Widescreen-Gaming: Einleitung
In grauer Vorzeit dominierte das 4:3-Bildformat die Spieleszene. Mit dem Aufkommen der ersten TFT-Displays vollzog sich ein Schritt zum ähnlichen 5:4-Format, bevor die ersten 22-Zoll-Widescreengeräte auf dem Markt etablierten. Diese besaßen häufig eine Auflösung von 1.680 x 1.050 Bildpunkten. Das entspricht einem Seitenverhältnis von 16:10. Später wuchsen die Monitorgrößen auf 24-Zoll an, das Format wurde aber zunächst beibehalten und die gängige Auflösung war 1.920 x 1.200. Dieser Standard konnte sich jedoch nicht lange halten: Der Siegeszug von Full HD und 16:9 begann
Widescreen-Gaming: Der Status Quo
Bis heute hält sich Full HD und das Bildformat 16:9 als Quasi-Standard in der Gaming-Branche. Praktisch jeder Titel ist auf diese Parameter ausgelegt und bietet so das optimale Spielerlebnis. Egal ob Szeneninhalt oder Interface, alles ist dahingehend optimiert. Spielt man mit anderen Auflösungen oder Seitenverhältnissen ergeben sich stellenweise Nachteile: Spielt man beispielsweise Battlefield 4 oder andere Shooter in 16:10, so fehlen links und rechts Teile des Bildes, was besonders im Multiplayer einen kleinen Nachteil darstellen kann, einfach wel man Gegner später sieht.
Quelle: PC Games Hardware
Bioshock 48 zu 9
Widescreen-Gaming: Der aktuelle Trend
Seit Beginn des Jahres 2014 drängen verstärkt Monitore mit dem Ultra-Widescreen-Format 21:9 auf den Markt, typischerweise mit der Auflösung 2.560 x 1.080 Pixel. Diese zeigen spürbar mehr Bildinhalte an und erhöhen die Immersion durchaus. Der Nachteil ist, dass nicht jeder Titel mit dem Bildformat zurechtkommt. Trackmania Nations Stadium 2 beispielsweise erlaubt es zwar die Auflösung einzustellen, die Bildinhalte werden allerdings verzerrt dargestellt. Das fällt am ehesten bei Rundungen auf, die schnell zu Ellipsen werden. Auch ältere Titel kommen oft nicht mit dem neuen Standard zurecht.
Neuere Spiele haben hingegen kein Problem mit dem 21:9 Bildformat. Egal ob World of Warcraft, Dishonored, Bioshock: Infinite, Borderlands 2, DayZ, Tomb Raider, Call of Duty: Ghosts oder Skyrim: Hier traten bei unseren Tests weder Probleme beim Bildinhalt selbst, noch beim Interface auf. Nur bei den Menüs und den Ladebildschirmen war häufig zu erkennen, dass diese für 16:9-Geräte konzipiert waren und sie daher mit schwarzen Balken dargestellt wurden. Den Spielspaß störte dies aber nicht.
Quelle: PC Games Hardware
DayZ 48 zu 9
Im Gegenteil, das Spielen mit 21:9 hat uns viel Spaß bereitet: Besonders in Rollenspielen erhöhte sich die Immersion spürbar, da sich der sichtbare Bildausschnitt sichtlich vergrößert. Der Performanceverlust hält sich im Vergleich zu Full HD zudem sehr in Grenzen: Mehr als sechs Prozent Leistung hat in unseren Benchmarks kein Spiel an Performance verloren. Erstaunlich, schließlich wächst die gesamte zu berechnende Pixelmenge dann doch um etwa 30 Prozent an.
Quelle: PC Games Hardware
Dishonored 48 zu 9
Widescreen-Gaming: Der Extremfall
Wer mag, kann das Prinzip "Ultra-Widescreen-Gaming" auf die Spitze treiben, indem mehrere Monitore eingesetzt werden. Wir haben dazu drei Full-HD-Geräte nebeneinandergestellt und mit einer Radeon R9 290X per Eyefinity angesteuert. Die sich ergebende Auflösung ist 5.760 x 1.080 Pixel. Das Bildformat entspricht dann 48:9 oder mathematisch gekürzt 16:3. Dieses extreme Breitbild macht besonders bei Rennspielen wie GRID: Autosport oder Project Cars Spaß, besitzt aber auch in anderen Genres seinen Reiz. Wie unsere Screenshots zeigen, finden die Hauptinteraktionen weiterhin auf dem mittleren Display statt. Der Bildinhalt auf den beiden zusätzlichen Monitoren wird recht stark verzerrt (Fischaugeneffekt), sorgt aber dennoch für eine höhere Immersion. Das liegt vor allem daran, dass wir diese Bildinhalte meist nur im peripheren Sichtfeld wahrnehmen. So steigt in Rennspielen das Geschwindigkeitsgefühl, da man rechts und links noch Teile der Strecke an sich vorbeiziehen merkt ohne gezielt darauf zu achten.
Durch die beiden zusätzlichen Monitore steigt die gesamte dargestellte Pixelmenge um satte 200 Prozent an! Die Performancekosten sind zum Glück bei Weitem nicht so hoch, allerdings variieren sie stark von Spiel zu Spiel. Das genügsame Dishonored beispielsweise läuft gerade mal sieben Prozent langsamer als in Full HD - zumindest auf unserem Testsystem, bestehend aus einer übertakteten Radeon R9 290X sowie einem auf 4,6 GHz übertaktetem Core i7-4770K. Den größten Leistungsverlust haben wir im sehr anspruchsvollen Tomb Raider gemessen: Dort kostet das Eyefinity-Setup ganze 61 Prozent Performance. Spielbar war der Titel mit 53,6 Fps aber immer noch. Im Schnitt müssen Sie für ein Drei-Monitor-System mit einem erhöhten Leistungsbedarf von etwa 30 Prozent rechnen.
Quelle: PC Games Hardware
Skyrim 48 zu 9
Widescreen-Gaming: Benchmarks
Widescreen-Gaming: Fazit
Die extrem breiten Bildformate 21:9 und 16:3 haben uns im Test sehr gut gefallen. Die Immersion steigt merklich an, das "im Spiel"-Gefühl ist wesentlich größer als mit einem schnöden 16:9-Gerät vor der Nase. Drei Monitore müssen es in unseren Augen aber nicht sein: Das lohnt sich eigentlich nur in Simulationen und Rennspielen, zudem sollten die Geräte einen sehr dünnen Rand besitzen, wie beispielsweise der Eizo Foris FG2434, damit diese nicht allzu sehr vom Spielgeschehen ablenken.
Das trendige 21:9-Format hingegen macht in vielen Genres eine gute Figur: Egal ob Rennspiel, Rollenspiel oder Ego-Shooter, stets haben wir einen gewissen Mehrwert empfunden. Nur bei Strategiespielen hat uns das Breitbildformat weniger begeistert. Hier hätten wir lieber mehr vertikale Bildinformation, eventuell sogar im mittlerweile fast ausgestorbenen 16:10-Seitenverhältnis. Je nach Lieblingstitel lohnt es sich also mal einen Blick auf ein 21:9-Gerät zu werfen.


(Habe jedoch den LG)
super Artikel! Ich habe diesen mit großem Interesse gelesen. Könnt ihr diesen evtl. um die jetzt neu auf den Markt kommenden 34" Displays (LG) mit 3440x1440p erweitern? Dieses Format würde mich brennend interessieren!
Danke und Grüsse
Chris