LG-Fernseher: HDMI 2.1 mit nur 40 Gbps statt 48 Gbps - Problem oder nicht?
Die LG-Fernseher des Jahrgangs 2020 unterstützen HDMI 2.1 mit nur 40 Gbps statt 48 Gbps. Ein Downgrade zum Vorjahr, wie schon bei DTS-Encoding. Ist das ein Problem oder nicht?
LG kommt aus den Negativschlagzeilen mit seinen OLED-Fernsehern für das Jahr 2020 nicht heraus. Nachdem bereits das DTS-Encoding gestrichen wurde und auch das fehlerhafte Pass-Through die Hi-Fi-Enthusiasten nicht gerade begeisterte, folgt nun der nächste Schlag: Das viel beworbene HDMI 2.1 der Geräte läuft nicht mit voller Bandbreite. Das Thema war schon bei anderen Herstellern vielen sauer aufgestoßen und LG scheint sich nun ohne Not ebenfalls ins Kreuzfeuer zu begeben.
Konkret unterstützt HDMI 2.1 an den Geräten des Jahrgangs 2020 nur 40 statt der vollen 48 Gbps. 2019 wurde noch die volle Bandbreite unterstützt. Das sorgt für Aufregung, gerade auch bei Spielern, die sich LG-Geräte bewusst kaufen, weil die Südkoreaner HDMI 2.1 bieten. Die Frage ist natürlich auch, ob das in der Praxis ein großes Problem ist. Die Antwort darauf ist wohl "meistens nicht". Aber eben auch nur meistens.
Wie viel Bandbreite braucht man?
Es gibt Tabellen im Internet, aus denen sofort ersichtlich ist, wie viel Bandbreite ein Übertragungsmodus braucht. UHD-Videomaterial bis 60 Fps in 10 oder 12 Bit und 4:4:4 braucht unkomprimiert 18 Gbps. Komprimiert ca. 9 Gbps. Probleme sind da weit weg. Selbst mit 120 Hertz auf der Konsole sollte man noch nicht in Probleme laufen, denn auch mit 10 Bit HDR und 4:4:4, also voller Farbabtastung, ist man genau an der Grenze von 40 Gbps. Was nicht mehr geht, sind 12 Bit - da müsste man dann 4:2:2 übertragen, um wieder ins Limit zu kommen. Und das alles wohlgemerkt unkomprimiert. Komprimiert halbieren oder dritteln sich die Bandbreiten jeweils.
Nüchtern betrachtet verliert man also nicht viel durch die Reduktion. Konkret eben alles in UHD, 12 Bit, 4:4:4 bei 120 Hertz. Der Rest ist ohne Einschränkungen technisch möglich. Und angesichts der Tatsache, dass die Panels nativ nur 10 Bit liefern, kann man 12 Bit auch eigentlich streichen, weil das sowieso nie in ein Bild umgesetzt wird, selbst wenn man sie anliefert. Das geht, wenn auch selten - manche Dolby-Vision-Inhalte nutzen 12 Bit aus, die aber dann im Prinzip schon im Quellgerät auf 10 Bit gestaucht werden können/müssen, wenn das Panel nicht mehr hergibt.
Aufregung aber trotzdem gerechtfertigt?
Ärgern darf man sich aber wohl trotzdem, weil die Information nicht offen kommuniziert wurde. Und zu Recht geht man bei beworbenem HDMI 2.1 davon aus, dass auch die volle Bandbreite unterstützt wird. Bei Samsung war und ist das auch ein Thema, dass Anschlüsse nicht die volle spezifizierte Bandbreite liefern. Das Misstrauen der informierten Kunden wird dadurch am Ende nur größer werden. Man sollte Herstellern nicht blind vertrauen und kann es auch nicht, wie der Fall zeigt.
Am Ende ist es wie bei USB 3.2 und verfügbare Geschwindigkeiten: Wenn man eine gewisse Funktion von HDMI 2.1 erwartet, sollte man genau prüfen, ob sich auch wirklich unterstützt wird. Sei es die volle Bandbreite oder VRR. Wem zum Beispiel unkomprimierte Videosignale wichtig sind, der muss eben genau hinschauen, ob DSC unter HDMI 2.1 verwendet wird oder nicht. Ob die Komprimierung jetzt so viel Bildinformation wegnimmt, dass einen das stören würde oder nicht... Das wird jeder selbst herausfinden müssen. Und auch dagegen abwägen, dass mit DSC und HDMI 2.1 8K, 120 Fps, 4:4:4 möglich wird. Unkomprimiert wäre es nicht - man bräuchte einen anderen Standard. Manch einer verweist auf Display Port mit seinen höheren Bandbreiten. Einer der Gründe, warum es beide Standards gibt, ist aber, dass HDMI Daten über 10 Meter ohne Verstärkung übertragen kann. Dieses Szenario ist bei Display Port passiv gar nicht vorgesehen, weil man es eigentlich auch nicht braucht. In 99 Prozent der Fälle dürfte der Monitor maximal zwei Meter vom PC weg sein.
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Am Ende lässt sich wohl zusammenfassend sagen, dass die 40 Gbps meistens kein Problem sein sollten - aktuell schon gar nicht, mangels Zuspieler. Die neuen Konsolen werden HDMI 2.1 haben, aber hier ist VRR ein größeres Thema als ausreichend Bandbreite für 120 Fps 4:4:4 in UHD, weil nicht mal sicher ist, ob das überhaupt ausgegeben wird. Bei PC-Grafikkarten ist im Moment noch gar nicht klar, ob die kommende Generation HDMI 2.1 unterstützen wird. Wer hier in die Zukunft investieren will, geht ein gewisses Risiko ein.

Ich rechne doch auch die Nettodatenrate aus.
Aber ich weiss wo mein Fehler liegt, ich bin von 40GBit/s Nettodatenrate ausgegangen, es sind aber nur ~35,5GBits.
Dann passt das natürlich nicht, da hast du Recht.
Der kommt bei UHD 120Hz 8bit auf 32,08GBit/s.
3840*2160*120*24 sind bei mir 23,88GBit/s.
Wenn man nach dem Rechner geht, dürfte UHD120Hz 8bit mit DP1.4 nicht funktionieren, tut es aber.
DP 1.4 schafft 25,92GBit/s.
"This standard increases overall transmission bandwidth to 32.4Gbit/s with the new HBR3 mode featuring 8.1Gbit/s per lane (up from 5.4Gbit/s with HBR2 in version 1.2), for a total data throughput of 25.92Gbit/s after factoring in 8b/10b encoding overhead. This bandwidth is enough for a 4K UHD display (3840 × 2160) at 120Hz with 24bit/px RGB color"
BTT - selbst LG gibt an, dass die Bandbreite bei den 2020er Modellen nur für 10bit ausreicht:
"The 48Gbps rate is required to handle uncompressed 12-bit 4K at 120Hz with RGB 4:4:4 chroma sampling. LG tells me now, though, that while all the HDMIs on its premium 2019 TVs were indeed full 48Gbps examples, all four HDMIs on the WX, GX and CX OLED TVs will instead handle 10-bit (rather than 12-bit) 4K at 120Hz with RGB 4:4:4 chroma sampling. This implies a likely 40Gbps data rate."
Der kommt bei UHD 120Hz 8bit auf 32,08GBit/s.
3840*2160*120*24 sind bei mir 23,88GBit/s.
Wenn man nach dem Rechner geht, dürfte UHD120Hz 8bit mit DP1.4 nicht funktionieren, tut es aber.
DP 1.4 schafft 25,92GBit/s.
Oder auch diese Übersicht:
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