X570-Mainboards: der8auer beschäftigt sich mit Leistungsaufnahme des Chipsatzes
In einem neuen Video befasst sich Roman "der8auer" Hartung mit dem neuen X570-Chipsatz von AMD. Dabei dreht sich alles um die Leistungsaufnahme, die gegenüber dem vorangegangenen X470-PCH deutlich gestiegen ist. An PCI-E 4.0 liege es jedoch nicht.
Den neuen Prozessoren der Ryzen-3000-Familie ging es kürzlich bereits an den Kragen. Overclocker Roman "der8auer" Hartung köpfte in einem aktuellen Video einen Ryzen 5 3600, warf einen Blick auf das OC-Potenzial der AMD-CPUs, die seit wenigen Tagen erhältlich sind, und beantwortete die Frage, ob sich der Tausch des Lots gegen Flüssigmetall lohnt. In einem weiteren Video beschäftigt sich der8auer nun genauer mit dem Chipsatz.
X570-Chipsatz verbraucht 7,38 Watt im Idle-Betrieb
Im Fokus des rund 25-minütigen Videos steht die Leistungsaufnahme des X570-PCH im Verbund mit dem unterstützten PCI-E-4.0-Standard. Beides wird als Grund seitens der Mainboard-Hersteller dafür genannt, dass die neuen Hauptplatinen - mit einer Ausnahme im Produktportfolio von Gigabyte - nicht ohne aktive Chipsatz-Kühlung auskommen.
Um die Leistungsaufnahme auszumessen, muss der8auer zunächst jedoch einiges an Lötarbeit verrichten und einige Zusatzkabel anbringen, da ein Auslesen benötigter Daten mittels Software nicht möglich ist. Stattdessen kommen Strommesszangen zum Einsatz. Zusätzlich gibt es auch einen Vergleich mit dem vorangegangenen X470-Chipsatz, dessen Werte nach ähnlicher Vorgehensweise ausgelesen wurden.
Die letztlichen Resultate gibt es ab der Marke von gut 16 Minuten zu sehen. Zunächst präsentiert Hartung den Stromverbrauch des X570-PCH im Idle-Zustand, der bei 7,38 Watt liegt. Anschließend gibt es eine größere Übersicht mit Vergleich zum X470-Chipsatz und unterschiedlichen Konfigurationen.
Stromverbrauch mit PCI-E-4.0-NMVe-SSD gegenüber PCI-E 3.0 nur geringfügig höher
Im Verbund mit einer PCI-E-3.0-NVMe-SSD (Samsung 960 Evo 512 GB) verbraucht der X470-PCH unter Last 4,3 Watt. Im Idle Betrieb seien es 2,89 Watt. Deutlich höher fällt das Resultat beim X570-Chipsatz aus. Hier sind es im erstgenannten Szenario 8,55 Watt. Werden zusätzlich noch Komponenten via SATA-Anschluss ausgelastet, steigt die Leistungsaufnahme knapp über die 9-Watt-Marke. Inklusive einer PCI-E-3.0-Grafikkarte sind es derweil 9,76 Watt.
Eine signifikant höhere Leistungsaufnahme kann der8auer bei der Nutzung einer PCI-E-4.0-NVMe-SSD (Corsair MP600 Gen4) gegenüber einer PCI-E-3.0-Variante derweil nicht feststellen. Die Unterschiede lägen fast im Bereich der Messtoleranz. Der Mehrverbrauch im Idle-Betrieb beträgt 0,43 Watt, unter Last sind es 0,31 Watt. Woher letztlich die deutliche Steigerung bei der Leistungsaufnahme komme, könne er nicht erklären, am PCI-E-4.0-Standard liege es jedenfalls nicht.
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Persönlich könne er über die deutlich gestiegene Leistungsaufnahme hinwegsehen, fraglich empfindet er allerdings, dass von Herstellerseite zu aktiven Chipsatz-Kühlern gegriffen wird. Auf seinem Test-Mainboard, einem Asus X570 Crosshair VIII Hero hat Hartung einen passiven 2-Euro-Kühler von Ebay verbaut. Nach 15 Minuten Auslastung via Crystaldiskmark betrug die Chipsatz-Temperatur 74 Grad Celsius. Entsprechend kann er den Einsatz von aktiven Lüftern nicht nachvollziehen.
Bezüglich der Leistungsaufnahme des PCH hat sich Hartung mittlerweile an AMD gewandt und wolle seine Community bezüglich neuer Erkenntnisse auf dem Laufendem halten. Gleiches gelte auch für Precision Boost Overdrive im Verbund mit den CPUs der Ryzen-3000-Familie. Im Nachgang des nächsten AGESA beziehungsweise BIOS-Updates wolle er nochmal nachtesten und sehen, ob es Verbesserungen gibt, wie der8auer via Youtube mitteilte.
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Den Preis der Heatpipe kann man doch lieber als Gewinn einstreichen. Da kommt dann ganz schön was zusammen und für Absatz in 3 Jahren ist auch noch gesorgt. Sozusagen eine Win Win Win Situation.
Ich bin schon gespannt, wie sich das Gigabyte X570 Aorus Extreme temperaturmäßig in einem geschlossenen Gehäuse verhalten wird.
... es ist verständlich, dass sich die Hersteller absichern wollen. Nur verstehe ich nicht, warum wann statt einem vernünftig dimensionierten Passivkühlkörper ggfs. mit Heatpipe nun wieder kleine Lüfter einsetzt. Ich kann mich noch gut an die Ausfälle vor ca. 20 Jahren erinnern. Ständig verdreckt und nach 2-3 Jahren Lagerschaden. Und das von Asus bis MSI. Für mich ein Schritt zurück. Schade!
Schon ein relativ kleiner Front-Lüfter kann die Temperaturen an der unteren rechten Mainboard-Ecke deutlich unter das Niveau eines offenen Benchtables senken. Wichtig ist es, warme Luft von anderen Wärmequelle abzuhalten und genau das ist bei einfachen offenen Aufbauten nicht der Fall. Nichtsdestotrotz müssen sich die Hersteller absichern, ja, aber in meinem Test (PCGH 09/19, ab Freitag digital, Mittwoch drauf am Kiosk) lieft trotzdem jedes Board auch mit blockiertem Lüfter. Zugegebenermaßen bei im Schnitt 13 K höheren Temperaturen als X470-Platinen erreichen, aber mit einem großen Kühlkörper an Stelle des Lüfters sollte man auf der sicheren Seite sein.