Sony WH-1000XM4: Die neuen ANC-Kopfhörer kommen
Vor geraumer zeit gab es schon mal einen Hinweis darauf, dass Sony Seite beliebten ANC-Kopfhörer in die vierte Generation schickt und nun ist es soweit: Die SonyWH-1000XM4 sind da und wollen Bose NC 700 ärgern, aber auch Bowers & Wilkins PX7.
Sony hat die Nachfolger der beliebten WH-1000XM3 angekündigt und die heißen wenig überraschend WH-1000XM4. Bei den Kopfhörern handelt es sich um Active-Noise-Canceling-Set, das in direkter Konkurrenz zu den Bose Quiet Comfort 700 steht und auch zu den Bowers & Wilkins PX7. Das ist die magische Preisliga um 300 Euro Straßenpreis.
Mit den WH-1000XM4 will Sony nun noch mehr Druck auf die Mitbewerber ausüben. Technisch ändert sich wenig am Erfolgskonzept, was auch nicht überrascht. Vor allem die ANC-Technik wurde verbessert, so Sony. Ob das von Erfolg gekrönt ist, müssen dann Tests zeigen. Aus dem Marketing im Rahmen der Ankündigung heißt es, dass die Dual Noise Sensor Technology und der HD Noise Cancelling Processor QN1 zusammen mit dem neuen Bluetooth-Audio-SOC die Umgebung in 700 ms nach Geräuschen abfragen, um diese auszugleichen. Wie gut dieses Ausgleichen gelingt, zeichnet gute ANC-Headsets aus.
Einige Softwarespielereien
Ebenfalls ein Software-Thema ist Edge AI und DSEE Extreme. Beides im Grunde Analysecode für Software, um digitale Kompressionsartefakte zu eliminieren. An Bord ist nun auch 360 Reality Audio, eine spezielle, immersive Audio-Erfahrung, die zusammen mit einer App den Zuhörer glauben lassen soll, dass er direkt vor dem Künstler sitzt. Adaptive Soundcontrol soll die Wiedergabelautstärke so anpassen, dass sie im Einklang mit der Umgebungslautstärke steht. Auch diese Funktion lernst über die Zeit den Nutzer und seine Gewohnheiten kennen. Auch "speak to chat" ist neu; eine Funktion, die Außengeräusche für einen Moment durchlässt und Musik anhält, um etwa Kaffee zu bestellen. Das funktioniert per Spracherkennung.
Evolution bei der Hardware
Was die meisten Nutzer wirklich interessiert, sind neben der wichtigen ANC-Funktion die technischen Eigenschaften. Das Vorgängergerät hatte etwa noch Bluetooth 4.2, was die Reichweite leicht einschränkte, vor allem aber nur das Pairing von einem Gerät zuließ. Bei dem Thema ist Sony nun auf Augenhöhe mit Bose und bietet Bluetooth 5.0 sowie Fast Pairing per NFC. Wie schon der Vorgänger soll auch das WH-1000XM4 30 Stunden Akkulaufzeit bieten. Geladen wird per USB Typ C Quick Charge; Sony verspricht 5 Stunden Laufzeit mit 10 Minuten Laden. Und wie beim Vorgänger ist ein eingeschränkter Betrieb über Kabel möglich, dann ohne ANC und die intelligenten Helferlein sowie eingebauter Verstärkung.
Spannend wird werden, ob Sony die Signalverzögerung verkürzen konnte. Die XM3 waren etwas zu langsam für Spielgenuss im Bluetooth-Modus mit ANC - und teilweise auch für Film. Am Gehäuse hat sich wenig geändert und auch an der Bedienung. Beides galt als gelungen, was die sparsamen Änderungen erklärt. Bemängelt wurde meist nur, dass manche Ohren die Treiber leicht berührten.
Verkauft werden die WH-1000XM4 in schwarz und silbern für 389 Euro UVP. Die Marktpreise dürften nach der Einführung dann in den Bereich um 300 fallen - da bewegt sich auch die direkt vergleichbare Konkurrenz; der Vorgänger wird im Moment teilweise für um 250 Euro angeboten.

Für guten Sound im Headset Betrieb müssten beide Seiten zwei BT Verbindungen parallel unterstützen. Einmal A2DP für die Wiedergabe und einmal HSP für das Mikro. Aus Sicht des Empfängers wäre der Kopfhörer dann zwei Geräte. Das scheitert schon daran dass die Hälfte der Benutzer das nicht mehr richtig konfiguriert bekommen.
Persönlich wäre ich schon froh wenn meine Kopfhörer im Headset Modus nicht nach 15 Minuten automatisch abschalten würden.