Intel dränge PC-Hersteller zu teureren 18A-CPUs: Engpässe bei älteren Prozessoren verschärfen sich
Intel und AMD kämpfen laut Nikkei Asia mit knappen CPU-Kapazitäten. Besonders günstige PC-Prozessoren sind betroffen, während Server-CPUs und KI-Rechenzentren Vorrang erhalten. Intel versucht es nun laut einem Bericht mit Einflussnahme bei den OEM-Herstellern.
Intel hat PC-Hersteller laut einem Bericht von Nikkei Asia dazu aufgefordert, stärker auf neuere und teurere 18A-Prozessoren zu setzen. Hintergrund ist eine angespannte Versorgungslage bei bestimmten CPU-Serien. Nach Angaben aus der Lieferkette haben sich Lieferzeiten teils von ein bis zwei Wochen auf acht bis zwölf Wochen verlängert. In Ausnahmefällen ist sogar von Wartezeiten bis zu einem halben Jahr die Rede. Besonders betroffen sind Einsteiger- und Mittelklasse-Prozessoren, während Intel die Kapazitäten stärker auf Server-CPUs und höherpreisige Modelle ausrichtet (was auch bei AMD generell der Fall ist).
Server-CPUs und KI-Rechenzentren haben Vorrang
Die Ursache liegt nicht allein im klassischen PC-Markt. Durch den Ausbau von KI-Rechenzentren steigt die Nachfrage nach Server-Prozessoren, Speicher und weiteren Komponenten. Die Branche verschiebt ihre Kapazitäten daher zunehmend zu margenstarken Produkten. Intel hatte bereits in den eigenen Finanzunterlagen von hoher Nachfrage und anhaltenden Engpässen gesprochen. CFO David Zinsner erklärte im Januar, die Versorgung werde im ersten Quartal 2026 ihren Tiefpunkt erreichen und sich danach verbessern.
Auch im ersten Quartal 2026 verwies Intel weiter auf eine hohe Nachfrage nach CPUs im KI-Umfeld. Laut CRN, das sich auf Aussagen aus Intels Earnings Call beruft, priorisiert Intel Server-Prozessoren, will den Client-Markt aber nicht vollständig vernachlässigen. Im PC-Segment rücken demnach Mittelklasse- und High-End-Produkte stärker in den Fokus, während Low-End-Modelle zurückstehen.
Für PC-Hersteller hat das direkte Folgen: Werden ältere oder günstigere Prozessoren knapper, müssen OEMs andere Konfigurationen planen, auf neuere Plattformen wechseln oder höhere Einkaufspreise akzeptieren. Nikkei nennt bei Intel Preissteigerungen von rund zehn Prozent, bei AMD seien 10 bis 15 Prozent im Gespräch. Intel bestätigte gegenüber Nikkei geplante Preisanpassungen für ausgewählte Produkte und verwies auf anhaltende Nachfrage, höhere Kosten und veränderte Marktdynamiken.
Auswirkungen auf Desktop-PCs und Notebooks
Die Lage dürfte vorerst angespannt bleiben. Intel verweist auf höhere Waferstarts, bessere Ausbeute und zusätzliche Fertigungswerkzeuge. Die Versorgung über Intel 7, Intel 3 und Intel 18A hinweg soll sich im Laufe des Jahres 2026 verbessern. Bis diese Maßnahmen greifen, müssen PC-Hersteller aber offenbar weiter mit knappen Kontingenten planen.
Laut Nikkei seien Produkte auf Intel-7-Basis für OEMs teils eingefroren. Stattdessen solle stärker auf Intel 18A (Panther Lake) gesetzt werden, wo die Versorgung besser ausfalle als bei älteren Plattformen wie Alder Lake, Raptor Lake und Arrow Lake. Intel-7-Kapazitäten dürften demnach verstärkt in den Servermarkt fließen, etwa zu Xeon 6 alias Granite Rapids. Ein nicht namentlich genannter Branchenmanager sagte, man habe 100 Intel-7-Produkte bestellt, aber nur 30 erhalten - zusätzlich seien 10 nicht gewünschte Intel-18A-Produkte angeboten worden.
Die OEMs stehen damit offenbar unter Druck, ihre Portfolios stärker auf teurere 18A-Prozessoren auszurichten. "Um ehrlich zu sein, haben die PC-Hersteller im letzten Jahr einige Modelle auf Basis des 18A-Chips entwickelt, hauptsächlich als Gefälligkeit gegenüber Intel, da der Chip teuer und die Marktnachfrage relativ gering ist, weil er zu hochwertig ist", so eine der Quellen. Hinzu kommt: Eine solche Plattformentwicklung dauere rund drei Monate. Intel wollte den Nikkei-Bericht nicht kommentieren und verwies darauf, sich grundsätzlich nicht zu Gerüchten zu äußern.
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Man hebt die Preise an, weil die neue CPU besser ist, aber niemand hat eine bessere CPU gebraucht.
Man hebt die Preise wegen CoPilot und KI Unterstützung an, aber niemand benutzt lokale Modelle und eine KI die nur ein Webinterface ist läuft auf einem RaspberryPI genauso.
Dann immer wieder Gebetsmühlenartik der Vortrag über die RAM Preise, worauf ich sage, ok, ich sehe ein, dass ein 16GB RAM Riegel jetzt 180€ kostet, aber das Laptop 550€ teurer geworden, für wie blöd haltet Ihr Eure Kunden?
Die Krise ist leider nur die halbe Wahrheit, wir stecken auch in einer Phase in der viele Firmen einfafch ausloten wie stark sie den Bogen spannen können was Gewinnmargen angeht. Einfach mal bis ins Extrem ausreizen und sehen wer übrigbleibt.
Da würde ich soweit gehen zu sagen, dass ich das schon mal gesehen habe Ende der 90er bis ca. 2005 und das wurde dann ein Gemetzel unter den damaligen OEMs von denen nur wenige überlebt haben und viele von den chinesischen OEMs ersetzt wurden, die man heute kennt. Von Fujitsu durfte man sich ja inzwischen schon verabschieden, bin mir sicher, weitere werden folgen.
Der Compute Die wird übrigens in Intel 3 gefertigt.
Lenovo hat gegenüber Firmen die Preise in den letzten 12 Monaten um 60% angehoben. Wenn die User von den Produkten schon die CPU Leistung nicht brauchen, dann ganz bestimmt nicht die von noch teureren und neuen Intels. Das ist nichts, weswegen Firmenkunden die Palettenweise bestellen sofort zum Hörer greifen. Das haben die meisten eh Anfang des Jahres gemacht, als die große Welle der Preiserhöhung kam und man sich für den Rest des Jahres zu alten Konditionen eingedeckt hat.
Intel muss lernen, was die OEMs schon wissen. Noch teurere Produkte bekommt man 2026 nicht mehr an den Mann.
Da Einzelverkäufe aber so oder so immer noch Einzelverkäufe sind, wird es hier um Rabattangebote geben: Billig-OEMs wollen alte CPUs zu besseren Konditionen haben, aber scheinbar gibt es keine Mengenrabatte mehr, wenn man nur das bestellt, was sich ohnehin schneller verkauft, als nachproduziert werden kann. Überraschung? Nur für Leute, deren Verständnis von Marktwirtschaft aus "wenn ich nicht den ganz großen Reibach mache, liegt eine Verschwörung vor" besteht. Ich habe noch keine Primärquelle gesehen, die behauptet, dass Intel alte Generationen gar nicht mehr einzeln verkaufen würde. Es wird nur "gedrängt", also bessere Preise für gute Kunden gemacht, welche das gesamte Portfolio in ihren Produkten nutzen.
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Intel-7-Kapazitäten dürften demnach verstärkt in den Servermarkt fließen, etwa zu Xeon 6 alias Granite Rapids.