Raytracing auf Intel Arc: Benchmarks
Intel Arc-Grafikkarten offenbarten in unseren Benchmarks eine klare Raytracing-Stärke. Wir fühlen mit weiteren Benchmarks nach.
In diesem Artikel
An dieser Stelle klopfen wir die Raytracing-Fertigkeiten der Arc A770 16GB und A750 8GB etwas genauer ab als im großen, aber allgemein gehaltenen Test. Dort zeigte sich die Raytracing-Stärke der Intel-Grafikkarten mehr als deutlich, weshalb wir alle Benchmarks im Folgenden erneut abbilden - diesmal mit allen von uns getesteten Grafikkarten für das Gesamtbild. Außerdem haben wir weitere Spiele sowie den 3DMark mit Arc getestet, um das Bild entweder zu festigen oder in Teilen zu widerlegen. Die neuen Titel bestehen aus Metro Exodus Enhanced Edition, Hitman 3, Control, Quake 2 RTX, F1 22 und Spider-Man Remastered. Zu Letzterem gibt es gute Neuigkeiten:
Bildergalerie
Alle neuen Benchmarks entstanden bewusst mit hoher Strahlenlast in Form von maximalen Details, um die Standfestigkeit der Arc-GPUs auf die Probe zu stellen. Damit es nicht langweilig wird, betreten Kontrahenten einer höheren Gewichtsklasse den Ring. Was kann Intels Topmodell A770 16GB gegen eine Geforce RTX 3060 Ti und Radeon RX 6700 XT ausrichten? Intel selbst sieht Alchemist auf dem Niveau von Ampere, bekräftigt von 3DMark-Werten - diese können wir mithilfe eigener Messungen verifizieren. Dennoch sollten die Tests praxisnah bleiben, weshalb wir uns auf Full HD und WQHD beschränken und den Bildraten in Härtefällen mit wohldosiertem Upscaling auf die Sprünge helfen. Gehen wir direkt ans Eingemachte:
Erneut gibt es nur eine Architektur, welche durchgängig stark performt: Ampere. Die Geforce RTX 3060 Ti rangiert um circa 30 Prozent vor der RTX 3060 (solange der Speicher ausreicht) und kann sich daher an die Spitze der meisten Benchmarks setzen. Die beim Rasterizing schnellere Radeon RX 6700 XT fällt demgegenüber meist zurück - und Arc zieht daher in vielen Fällen an ihr vorbei. Klammert man F1 22 aus, das auf den Intel-GPUs schlechter läuft als auf der Konkurrenz (aber flüssig), liefern die A770 und A750 erneut eine starke Vorstellung ab. Besondere Erwähnung verdienen die anspruchsvollen Titel Metro Exodus EE und Hitman 3, bei denen die Arc A770 an der RTX 3060 Ti vorbeiziehen kann. Der vom 3DMark skizzierte Bestfall ist folglich auch in der Praxis anzutreffen. AMD fällt in diesen Spielen deutlich zurück, wobei der Abstand bei geringerer Raytracing-Komplexität stets abnimmt. Ampere bewies in der Vergangenheit, dass er besonders gut für komplexe Raytracing-Kalkulationen zu haben ist - wir planen derartige Härtetests mit Arc für die Zukunft. Nicht unerwartet, aber erwähnenswert ist unterdessen, dass höhere Auflösungen von Arc am besten verdaut werden, was wir auf die suboptimale Auslastung durch den Treiber zurückführen.
Im Gegensatz zu ein paar unserer Indextests (siehe unten) fällt die Arc A750 in den neuen Spiele-Stichproben nicht nennenswert wegen ihrer Speicherkapazität zurück. Zur Erinnerung: Der Speichermangel äußert sich besonders deutlich in Marvel's Guardians of the Galaxy und The Riftbreaker. Pro MiByte erzielt Intel laut unseren Tests die schlechteste Effizienz, gefolgt von AMD und mit Nvidia an der Spitze. Zwar ist auch bei einer Geforce ein MiByte nur ein MiByte, die flotte Ressourcenverwaltung weiß Mangelsymptome aber bestmöglich zu kaschieren.
Wie bereits erwähnt, ergänzen wir die neuen Benchmarks nachfolgend mit allen vorherigen Tests. Diesmal sind alle 20 Raytracing-fähigen, von uns getesteten Grafikkarten standardmäßig eingeblendet. Auf diese Weise wird das ganze Bild ersichtlich.
Neben Spiele-Fps (Durchschnitt und P1-Perzentil) sehen Sie in den Benchmarks auch die sich daraus ergebenden Gesamt-Indizes. Insgesamt sieht es für Arc gut aus: Das Topmodell A770 16GB erreicht in etwa die halbe Raytracing-Leistung einer Geforce RTX 3090 (Ti). Auf der nächsten Seite ziehen wir ein vorläufiges Fazit zu Raytracing auf Intels Arc-GPUs.

), dann wird man bei AMD und Intel natürlich absehbar das bessere P/L-Verhältnis finden. AMD, weil sie schon seit Jahren nicht zulegen können bzgl. ihrer Absätze und Marktanteile und Intel schon einmal per se wegen ihrem Neueinsteiger/Underdog-Status.
Die nächste Frage ist natürlich der Treiber *), aber wenn man sich ansieht, dass die schon jetzt relativ große Schritte machen, kann man sich ausmalen, dass ein Mitte- oder 2HJ23-Produkt dahingehend eher keinen übermäßigen Kritikpunkt bieten wird.**)
Absehbar wird man aber auch nächstes Jahr bei AMD und nVidia die ausgereiftere Technik bekommen, d. h. Intel wird auch wie AMD seit Jahren primär über P/L arbeiten müssen, was aber bei einem Markteintritt eine grundsätzliche Strategie ist.
Zu deiner Suche, hier wirst du nächstes Jahr wohl die Auswahl haben zwischen einer tatsächlichen 3080 oder 6800(XT), weil günstig im Abverkauf oder entsprechenden kleineren aber mindestens gleich schnellen Produkten aus der neuen Generation.
Zum "Saufen von Ada": Das ist ein Trugschluss, die Architektur in Verbindung mit dem 4N-Prozess ist extrem effizient und nach dem was nun vorgelegt wurde dürfte AMD mit RDNA3 da Watt/Frame-technisch bestenfalls rankommen aber wahrscheinlich nVidia nicht übertreffen können, zumal auch noch die RTX 4090 extrem hohes Undervolting-Potential zeigt. Ada ist tatsächlich extrem effizient. Entsprechend kannst du dir an zwei Fingern ausrechnen, dass man natürlich später auch kleinere Modelle mit entsprechender Effizienz kaufen können wird. Wie nVidia @Stock auslegt ist eine andere Frage, möglicherweise muss man tunen, aber dass Ada "viel säuft" ist grundsätzlich falsch, da wie gesagt das die mit sehr deutlichem Abstand effizientes GPU-Design am Markt. -- Der Preis ist wieder ein anderes Thema, denn das ist bei nVidia ein grundsätzliches Thema, da AMD zwar konkurrieren aber sie offensichtlich nicht übermäßig unter Druck setzen kann, sodass sie sich bei der Preisgestaltung noch nicht auf nennenswerte Kompromisse einlassen müssen.
Darüber hinaus, wenn Kosten eine nennenswerte Rolle spielen (bei wem nicht?
Ein mögliches Differenzierungskriterium dürfte mit Blick auf aktuelle und kommende Titel natürlich auch die Frage sein, wie man für sich persönlich Raytracing bewertet (also noch höhere grafische Qualität). Ada ist da offensichtlich sehr stark, bei RDNA3 und Battlemage weiß man noch nicht was kommt.***)
*) Interessanterweise scheint die Treiberproblematik zumindest teilweise nicht unmittelbar an Intel zu liegen, wenn man den Recherchen von SemiAccurate glauben darf. Intel entwickelt Treiberkomponenten verteilt über den ganzen Globus, jedoch wurden Schlüsselkomponten für den Shader Compiler und weitere performancerelevante Teile von einem Team in Russland entwickelt. Als Russland Ende Februar in die Ukraine einfiel und schnell straffe Sanktionen etabliert wurden war es nahezu unmöglich noch produktiv mit dem Team weiterzuarbeiten. Den vollen Artikel kann man hier nachlesen:
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**) Zumindest bei halbwegs aktuellen bzw. zumindest aktuelleren Titeln. Gräbt man dagegen bspw. einen 2010er Titel aus könnte man durchaus des Öfteren auf Probleme stoßen, denn Intel hat natürlich keine Zeit und kein Geld die letzten 10 oder 20 Jahre GPU/Spiele-Geschichte (vollständig) treibertechnisch aufzuarbeiten (zumal Kunden nicht bereit sind das zu bezahlen), denn typischerweise sind das Inkompatibilitäten der Softwareentwickler, die Intels Treiberentwickler hier abfangen und ausbügeln müssen und das pro Titel.
***) Zum Vergleich zwei, drei Zaheln von Igor, wenn die GPU hochgradig ausgelastet wird, also 4K, Ultra Settings mit RT in Cyberpunk 2077 @Stock: Die RX 6950XT (verm. ein gepimptes Custom-Design) benötigt 431 W für 13,5 Fps, die RTX 3090 Ti 434 W für 24,7 Fps und die RTX 4090 422 W für 41,9 Fps. Bezüglich der Effizienz sind das 31,9 ; 17,6 ; 10,1 Watt/Frame, also ein drastischer Effizienzanstieg ggü. Ampere (noch ohne Berücksichtigun des guten Undervolting-Potentials). Das schlechte Abschneiden der Navi-Karte rührt daher, dass AMD die 6950XT noch einmal etwas "überzogen" hat und ist zudem durch die Raytracing-Schwäche zu erklären, so insbesondere auch in diesem Titel. Die reguläre 6900XT schneidet mit 25,0 W/F bereits deutlich besser ab und in einem weiter auf RDNA optimierten Titel werden die AMD-Karten grundsätzlich noch etwas besser abschneiden können, kommen aber nicht an die effizientere RT-Implementation von nVidia-Karten heran. Was RDNA3 diesbezüglich besser machen wird, wird man in ein, zwei Monaten sehen.
Da ich mich an Igors Arbeit "bedient" habe, hier auch der Link zur eigenen Recherche:
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****) Randbemerkung zum VRAM, bei Igor in Cyberpunk recht schön zu sehen: Hier bricht die 3080 10 GB deutlich ein, was voraussichtlich am zu knappen VRAM bei diesen Settings (4K, Ultra & RT) liegt. Die gemittelten Fps liegen zu weit von der Ti weg und die P1-Low-Fps brechen drastisch ein. Die 12 GB der Ti zeigen dagegen ein normales/erwartbares Verhalten, d. h. mit etwas wie gar 16 GB wird man auch mit deutlichem Puffer zukunftssicher aufgestellt sein, einen Ausbau den man bei AMD und Intel gar in einem unteren Segment angeboten bekommen wird (aus kompetetiven Gründen).
Da in dem Fall eine PCIe x16 Karte verbaut ist, stellt sich das Problem nicht.
Das eigentliche Problem ist, dass die Anschüsse Herstellerspezifisch sind. Wenn es statt einem 24Pin ATX nur einen 8 Pin 12VO Anschluss gibt, dann schaut man blöd und muß basteln, wenn man ein neues Netzteil möchte. Aber der ATX 12VO Standard sollte da hoffentlich Abhilfe schaffen.
Ähm nein.
Größtes Aufrüsthindernis ist ein fehlender PCIe x16 Slot, der ist aber zwangsweise vorhanden. Das Netzteil muß auch ausreichend dimensioniert sein, um die Intelkarte zu versorgen. Es ist ja nicht so, dass das Ding nur 30W benötigt und keine PCIe Stromanschlüsse hat.
Von daher läßt sich so ein Ding akzeptabel aufrüsten.
Vermutlich kaufst du jetzt nicht oft Fertig-PCs, aber ich hatte bereits einige in den Händen.
Da sind gerne mal fest verschweisste Teile dabei, MBs die exakt die Schnittstellen bieten die belegt sind und keine einzige mehr, Netzteile hart auf Kante genäht etc.
Lüfterkonstruktionen sind manchmal so angebracht, dass man sie nicht wieder einbauen kann wenn man sie einmal entfernt hat.
Allerdings sollte ich einschränken: Meine Erfahrungen sind da etwas älter, seit ca. 5 Jahren hatte ich dann doch keinen OEM-PC mehr hier.
MfG
Raff