"Die haben einfach das Commodore-Logo draufgeklebt": Commodore verteidigt das Callback
Das Callback-Handy von Commodore ist kein lizenziertes Produkt, das ein Commodore-Logo bekommt. Es wurde laut Unternehmen komplett neu inhouse entwickelt.
Mit dem Callback bringt Commodore ein neues Smartphone auf den Markt, das an die Geschichte des Unternehmens anknüpfen soll. Es ist nicht das erste Mobiltelefon mit Commodore-Bezug: Bereits 1983 erschien ein offizielles Commodore-Handy, das jedoch ausschließlich in Kanada gemeinsam mit dem VIC-Modem vertrieben wurde. Später kursierte ein inoffizielles Modell einer Firma, die das Commodore-Logo verwendete, ohne jemals ein funktionsfähiges Produkt auszuliefern.
Um mögliche Skepsis bei potenziellen Nutzern auszuräumen, ist Commodore beim Callback bestrebt, eine komplette Eigenentwicklung herauszubringen. Dafür arbeitet das Unternehmen mit dem früheren Nokia-Entwicklerteam Jolla zusammen, das das Betriebssystem Sailfish OS auf Basis von Linux entwickelt hat. Das Callback wird eine angepasste Version enthalten und nur ein Teil des Codes soll laut Commodore noch aus der Nokia-Ära stammen.
Das Smartphone bietet vorinstallierte Anwendungen wie Nachrichten, Karten, WhatsApp, Kalender, Kamera, Wetter, Podcasts, Radio, Notizen sowie ein Terminal für Entwickler. Zusätzlich lassen sich weitere Apps wie Signal, Telegram, Lyft oder Uber installieren. Eine Besonderheit ist die Anbindung an die Commodore-64-Welt: Nutzer können C64-Spiele sowie Klingeltöne im SID-Chip-Sound laden und einen C64 Ultimate direkt über das Smartphone steuern.
Auch bei der Hardware setzt Commodore auf eine eigenständige Entwicklung. Die Leiterplatte wurde maßgefertigt und das Design orientiert sich optisch an der Commodore-64-Ästhetik. Die Rückseite zeigt ein C64-typisches Gitter, ein kleines eingegossenes C=‑Logo sowie eine Mini-Antenne. Das Gerät erhält eine 48-Megapixel-Kamera von Sony, ein kuppelförmiges LED-Benachrichtigungssystem und Audiochips der Hersteller ESS und Cirrus Logic. Optional sind Kopfhörer der Marke FiiO erhältlich.
Nach Angaben des Unternehmens soll das Callback zum Unternehmen passen und das typische Commodore-Gefühl vermitteln. Das "Internot"-Handy" stößt auch beim Sohn von Commodore-Gründer Jack Tramiel auf Gegenliebe. Leonard Tramiel lobt den minimalistischen Ansatz und meint: "Einfachheit kann gut sein". Mittlerweile wurden nach der Preissenkung von 100 US-Dollar (über die wir hier berichtet haben) laut eigener Aussage bereits knapp 10.000 Exemplare des Commodore Callback vorbestellt.
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Quelle: Commodore
