GTA Trilogy: Statt Top ein reiner Flop? Bestandsaufnahme mit Vergleichen und Mods - Update

Niemand hat die Absicht, ein Remake zu vergeigen. Und dennoch gesellt sich das sonst eigentlich renommierte Rockstar Games mit der vor kurzem erschienenen GTA-Trilogy neben Flops wie Blizzards Warcraft-3-Reforged. Spieler toben, Modder fixen und Rockstar muss liefern - eine Bestandsaufnahme mit anschließendem Einblick in den Modding-Bereich der Originale und der Definitive Edition samt Bildergalerie.

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GTA Trilogy: Statt Top ein reiner Flop? Bestandsaufnahme mit Vergleichen und Mods - Update
Quelle: PC Games Hardware
Aktuelle Änderungen hervorheben

Update: Rockstar Games hat so eben das erste größere Update-Fundament mit 1.03 für den PC und andere Plattformen veröffentlicht. Gefixt wurden neben dem Regen kleinere Performance-Einbrüche, Rechtschreibfehler bei hochskalierten Texturen und Anpassungen bei manchen fehlerhaften Animationen und Modellen. Auch bei einigen Details wurde nachgesetzt, so sind die Menü-Sounds den Spielen entsprechend und nicht alle im San-Andreas-Style.


Es hätte ja so schön werden können. Die für Rockstar Games doch so historisch essenzielle 3D-Trilogie mit Claude Speed, Tommy Vercetti und Carl Johnson im neuen Engine-Kleid zu sehen, hätte nicht nur Nostalgiker aus der Reserve hervorlocken, sondern auch einer völlig neuen Generation von Spielern die Klassiker zeigen können, wie sie alte Hasen beim Durchdaddeln in den 2000er-Jahren gesehen haben. Dass Remakes technisch und spielerisch auch klappen können, zeigen nicht zuletzt Meta- und User-Score-Beispiele wie beim beliebten Demon-Souls-Remake oder den Activision-Neuauflagen der Spyro- und Crash-Bandicoot-Trilogie. Auf der Schattenseite ziehen Neufassungen wie das berühmt-berüchtigte Warcraft-3-Reforged oder die jüngste GTA-Trilogy von Rockstar mehr als nur sachliche Kritik an, sondern blankes Unverständnis und Häme - und das ehrlicherweise oft berechtigt, auch wenn das Remake nicht selbst von Rockstars vergleichsweise großen internen Studios, sondern vom externen Grove-Street-Games-Portierungsstudio entwickelt wurde.
Optisch kann das Remake vor allem in Standbildern durch das Unreal-Engine-Beleuchtungssystem punkten. Vice City sah wohl nur selten so hübsch aus. Quelle: PC Games Hardware Optisch kann das Remake vor allem in Standbildern durch das Unreal-Engine-Beleuchtungssystem punkten. Vice City sah wohl nur selten so hübsch aus.

Bestandsaufnahme: Ein Blick zurück

Der Name des kleinen Port-Entwicklers Grove Street Games lässt auf den ersten Blick auf einen weiteren Arm des Spielegiganten Rockstar schließen, allerdings trügt der Eindruck - zumindest bedingt. Das in Gainesville (Florida) ansässige War Drums Studios, so der ursprüngliche Firmentitel von 2007 bis 2020, benannte sich 2020 in den doch recht ikonischen Straßennamen von GTA-San-Andreas um. Der Twist: Das Studio sitzt im Grove-Street-Viertel von Gainesville, die Umbenennung steht insofern nicht in direkter Beziehung zur Rockstar-Games-Spieleentität. Was allerdings auch auffällt, sind die vorangegangenen Projekte des Studios, darunter auch die einzelnen 3D-GTA-Titel, die jeweils für Android und iOS erfolgreich portiert wurden. GTA 3, 2011 als 10-Year-Anniversary-Edition auf Smartphones erschienen, läuft praktisch auf jedem aktuellen Mobilgerät mit Android oder iOS, samt kleineren Remaster-Qualitäten wie ausmodellierten Fingern, angepasster Steuerung und Menü. Auch GTA: Vice City konnte ein Jahr später überzeugen, sowohl in Sachen Performance als auch Qualität konnte sich der Ableger größtenteils behaupten. Erst bei der Mobile-Fassung von GTA: San Andreas wurden deutliche Schwierigkeiten erkennbar, nicht zuletzt auch wegen des höheren Hardware-Hungers der San-Andreas-Welt.

Eins lässt sich zumindest festhalten: Das knapp aus 20 Personen bestehende, hauptsächlich mit Ports befassende Studio in Florida konnte bereits in der Vergangenheit GTA-Portierungen erfolgreich über die Bühne bringen. Erfahrungen wurden dort zwangsläufig bei der Entwicklung mit der alten Engine gesammelt. Wirft man also einen Blick zurück, dann erscheint Grove Street Games neben kleineren zu verschmerzenden Bugs durchaus als kompetenter und passender Entwicklungspartner für eine definitive Version des Remake-Vorhabens. Stellt sich die Frage, was genau hat Rockstar mit der Definitive Edition der GTA-Trilogie überhaupt versucht? Was erwartet Käufer des 60 Euro Remakes?

Eine Version, sie alle zur Kasse zu bitten

Die Ziele jeden Remakes lassen sich mit zwei Punkten grob zusammenfassen: Moneten und das Anbieten einer moderneren Spielvariante für Nostalgiker und neue Generationen, die bisher kaum bis keine Berührungspunkte mit den Klassikern hatten. Im Falle von Rockstar hat sich die 3D-Universe-Trilogie perfekt angeboten. Durch die lohnenswerten Gewinne vom immer weiter verarbeiteten 2013er-Titel GTA 5 und GTA: Online wird es wohl noch länger dauern, bis der heiß ersehnte Nachfolger GTA 6 auch tatsächlich erscheint. Die alten Klassiker sind währenddessen ohne vorherige Anpassungen durch Modifikationen mit aktuellen Betriebssystemen kaum bis gar nicht spielbar.

Charakter-Design mit veränderter Mimik

Remake Original mit Mods

Mit dem Erscheinen der neuen Definitive Edition wurden erst die alten Versionen aus dem Verkauf genommen. Die logische Konsequenz wäre gewesen, dass neue Käufer zu der deutlich teureren Variante hätten greifen müssen. Wäre - denn nach dem völlig verhunzten Release-Tag und der mysteriösen längeren Offline-Phase des Rockstar-Launchers und den Reaktionen entschied sich Rockstar nun doch für das Beibehalten der Originale im Online-Store. Käufer der aktuellen Unreal-Engine-4-Edition sollen zeitlich begrenzt bis zum 30. Juni 2022 auch die Originale erhalten. Bei manchen Aspekten hat die Definitive Edition allerdings die Nase vorn. Anpassungen sind nicht zwingend notwendig zum Starten und auf Details wie Controller-Support und ein völlig neues Beleuchtungssystem wurde geachtet.

Außen Hui: Beleuchtung, Ladezeiten, Menü

Der wohl größte optische Unterschied, den man auch mit Modifikationen bei den Originalen ohne Engine-Wrapper nicht leicht hinbekommt, ist bei dem Unreal-Engine-4-Beleuchtungssystem auszumachen. Lichtstrahlen, Schatten (samt Nachtschatten durch Scheinwerfer), Reflexionen, Flammen und besonders Explosionen sind optisch wahre Hingucker. Bei den Fahrzeugreflexionen sind neben der Screen-Space- alternativ auch eine Planar- und Cube-Map-Darstellung auswählbar. Auch wenn die üblichen Screen-Space-Aussetzer wie Lichtquellen an unmöglichen Stellen hier gelegentlich vorkommen, sehen die Reflexionen im Vergleich deutlich knackiger aus. Die Beleuchtung ist der größte Pluspunkt, allerdings war das durch die Implementierung in der Unreal Engine 4 auch zu erwarten. Andere positive Aspekte lassen sich unter anderem bei der Implementierung von DLSS-Upscaling und der Ladezeit feststellen. Durch die im Vergleich zu heutigen Blockbustern kleineren und weniger komplexen Welten halten sich die Ladezeiten extrem zurück. Ein Spielstart vom Hauptmenü aus liegt im Gegensatz zu GTA 5 mit der Rage-Engine in unseren PC-Tests meist im einstelligen Sekundenbereich.

Das Thema der Detailarbeit ist ein zweischneidiges Schwert, denn einerseits gibt es optisch polierte, passende Menü-Oberflächen, Karten, ein neues Waffenrad und Live-Navigation zu Zielen á la GTA 5 sowie eine illusorisch generierte Tiefe an beinahe allen Schaufenstern, andererseits lassen viele wichtige Punkte wie Charakter-Modelle, Wetterdarstellungen wie Regen (optisch mittlerweile gefixt, auch über Wassermassen) und eine verzerrte Spielphysik mehr als nur ein paar Wünsche übrig. Beispiele: Komplexität und Darstellungsweite lassen sich im Spiel nicht einstellen und die sonst so ikonischen Menü-Sounds wurden allesamt durch die von GTA: San Andreas ersetzt (mit Update 1.03 wurden die Sounds wieder nach Spiel verteilt). Kleine Details, die in der Summe große Wirkung erzielen und einen eher negativen Nachgeschmack zurücklassen.

Innen Pfui: Detail-Schliff, Performance und eine Menge Bugs

Besonders in der Definitive Edition von GTA 3 und GTA: San Andreas kann der billig wirkende Regen die Sicht auf das Spielgeschehen unangenehm verdecken. Abhilfe schaffen hier - mal wieder - erst Modder mit leichten Anpassungen. Die meisten Modifikationen drehen sich in erster Linie um das Aus- und Verbessern der Mängel der Release-Fassung. Doch egal wie sehr man sich selbst um Details wie zu geringes Level of Detail, Pop-Ins, Charakter-Designs, Textur-Upscaling-Fehler (einige wurden gefixt), NPC-Routing, schwebende oder nicht spawnende Fahrzeuge, unsichtbare Objekte sowie NPCs und Gameplay-Physik kümmert, die Performance und elementaren Bugs sind auch einige Zeit nach Release ein derartiges Manko, dass die Reaktionen der Käufer für Rockstar als Publisher keine Überraschung sein konnte.

Denn unabhängig vom ständig auftretenden Flackern der Vegetations- und Verkehrsobjekte vor Hintergründen wie volumetrischen Wolken, bleibt die Performance plattformübergreifend instabil und angesichts der älteren Materie zu Hardware-hungrig. Auch wenn mit der Unreal-Engine auf ein anspruchsvolles Grundgerüst gesetzt wurde, darf nicht übersehen werden, dass es sich letztlich um knapp 20 Jahre alte Spiele handelt, die durch fehlende Optimierung höhere Systemanforderungen stellen, als der aktuellste GTA-Platzhirsch Teil fünf. Für die meisten Spieler und potenziellen Käufer bedeutet das nüchtern betrachtet ein Abwarten, bis Rockstar Games und Grove Street Games mit Entwicklungsbandagen den Remake-Patienten gesund gepflegt haben. Der Weg zur ultimativen Version der Klassiker ist allerdings nicht mal eben schnell entwickelt.

Besserung in Sicht?

Realistischerweise ist in kürzester Zeit keine größere Besserung zu erwarten. Zu gravierend und zahlreich sind die Baustellen. Kleinere Fixes wie beispielsweise eine leichte Überarbeitung mancher Darstellungsfehler oder eine funktionierende, kohärente Fahr- und Objektphysik sind zwar mindestens zu erwarten, allerdings wird das kleine Team rund um Grove Street Games wohl noch einiges am Bundle zu knabbern haben - sofern Rockstar überhaupt noch an großen, zeitintensiven Reparatur-Versuchen Interesse haben sollte. Das erste größere 1.03-Update zeigt zumindest, dass manche Details aktiv verbessert werden. Die anspruchsvolleren Fehler werden aber wohl weiterhin noch einige Zeit in den Spielen vertreten sein, unter anderem auch das ständige Objektflackern durch temporale Darstellung. Immerhin: Die Original-Spiele werden wieder im Online-Sortiment für neue Käufer erwerbbar sein. Ein bitterer Beigeschmack neben den veranschlagten 60 Euro für die Definitive Edition bleibt jedoch. Rockstar Games geht nämlich auch gerichtlich gegen manche Mod-Ersteller vor. Als Markeninhaber ein womöglich zum Teil nachvollziehbarer Schritt, schließlich wird so der Anreiz für die neue zu zahlende Version geschmälert. Für Spieler bleibt das Vorgehen allerdings als rein negativ zu bewerten, denn ein möglicher, kostenfreier Gewinn an Spielverbesserungen wird letztlich durch unbeliebt machende, juristische Streitigkeiten erschwert. Und das umfasst auch Spielverbesserungen, wie man sie auf der nächsten Seite ansonsten öfter verpassen würde.

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  1. Seite 1 GTA Trilogy: Statt Top ein reiner Flop - Das muss Rockstar noch angehen
  2. Seite 2 Mods statt Remake als Rettung? Optisch kaum, spielerisch schon eher
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      Zur Diskussion im Forum
      • Von AzRa-eL Lötkolbengott/-göttin
        Nur die Bilder betrachtend finde ich die Grafik der Remakes gut. Ich warte jedoch noch, bis es im Game Pass drin ist.
      • Von AzRa-eL Lötkolbengott/-göttin
        Nur die Bilder betrachtend finde ich die Grafik der Remakes gut. Ich warte jedoch noch, bis es im Game Pass drin ist.
      • Von wr2champ Software-Overclocker(in)
        Zitat von -Praesident-
        Ja stimmt, die Charaktere hätten noch detailreicher sein können.
        Mit dem Cheat, der die Köpfe der NPCs anwachsen lässt, wird das sogar erträglich.

        Insgesamt, ich spiele derzeit GTA SA im Gamepass, gefällt mir das Original besser. Die Grafik und die Effekte sind stimmiger.
        Man kann bei halbwegs gutem Wetter von fast jedem Punkt der Karte in jede der 3 Städte schauen. Im Flugzeug oder beim Einsammeln der Hufeisen bekommt man einen Überblick über die gesamte Spielwelt, und da merkt man erst, wie übersichtlich die Karte doch eigentlich ist. Die Erinnerung aus dem Original, dass die Karte riesig ist, wird im Remaster gar nicht bestätigt. Man fuhr und fuhr, und die nächste Stadt war immer noch nicht sichtbar - jetzt hat man diese bereits fast immer im Blick, bevor man überhaupt losfährt.
      • Von -Praesident-
        Zitat von Cook2211
        Finde ich überhaupt nicht - und ich habe SA gespielt. Alleine z.B. schon die Charaktermodelle sehen wirklich furchtbar aus. Und auch sonst halte ich dieses Remake in technischer Hinsicht nicht wirklich für überzeugend.
        Ja stimmt, die Charaktere hätten noch detailreicher sein können. Mir geht es um die Gesamterscheinung. Die finde ich halt klasse.
      • Von PCGH_Richie Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Cook2211
        Finde ich überhaupt nicht - und ich habe SA gespielt. Alleine z.B. schon die Charaktermodelle sehen wirklich furchtbar aus. Und auch sonst halte ich dieses Remake in technischer Hinsicht nicht wirklich für überzeugend.
        Was mich bei den Charakteren am meisten stört, ist die nicht mehr ganz passende Mimik. Die sieht im Original zwar wirklich veraltet und verzerrt aus, aber man erkennt zumindest die Emotion. Bei den neuen Titeln scheint es bei manchen Animationen eine Art Botox-Kur gegeben zu haben. Update 1.03 scheint da in Teilen angesetzt zu haben.

        Und man muss dem Remake lassen, dass alle Vorzüge der Unreal Engine auch deutlich zu sehen sind, gerade beim Beleuchtungssystem, Schatten, usw. Was fehlt, ist der Schilff. Der jetzt wohl Stück für Stück kommt. Den geschmacklichen Rest müssen dann Modder regeln, wie nicht allzu selten.
      • Von Cook2211 Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von -Praesident-
        Die Qualität und die Effekte usw. sind einfach wirklich wirklich toll geworden.
        Finde ich überhaupt nicht - und ich habe SA gespielt. Alleine z.B. schon die Charaktermodelle sehen wirklich furchtbar aus. Und auch sonst halte ich dieses Remake in technischer Hinsicht nicht wirklich für überzeugend.
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