PCGH-Plus Label Grafikkartenkiller 5K: Praxistest mit 10 Spielen und 7 Geforce- und Radeon-Grafikkarten

PCGH Plus: Was kommt nach 4K? 5K, ist doch klar. Die Auflösung von 5.120 × 2.880 Pixel stellt enorme Anforderungen an die Grafikkarte. Wir prüfen, ob und wie man mit einem 5K-Monitor spielen kann. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 05/2018.

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Grafikkartenkiller 5K: Praxistest mit 10 Spielen und 7 Geforce- und Radeon-Grafikkarten
Quelle: PC Games Hardware

Die Menschheit neigt zu Extremen. Das wird nicht nur beim Blick auf die Geschichte deutlich, sondern auch bei unserem Lieblingshobby, dem PC-Gaming. Nehmen wir das Thema, welches Sie gerade aufgeschlagen haben: Ultrahochauflösende Displays üben auf Enthusiasten und Grafiker einen großen Reiz aus, sind aber bei der großen Masse kein Thema. Wirft man einen Blick auf die monatlich veröffentlichte Hard- und Software-Umfrage der Plattform Steam, gewinnt man gar den Eindruck, dass die Zeit dort stehen geblieben ist: Full High Definition und diverse Auflösungen darunter beanspruchen fast 95 Prozent des Kuchens. Die fortschrittliche PCGH-Leserschaft hat hingegen verstanden, dass die Grafik eines jeden Spiels von höher auflösender Darstellung profitiert und kehrt Full HD immer mehr den Rücken. Mitte März spielten rund 40 Prozent der Umfrageteilnehmer in 1080p, 30 Prozent in WQHD alias 1440p, fast zehn Prozent in Ultra HD und nochmals sieben Prozent in Ultrawide-Quad-HD. Darüber hinaus schrumpft der Nutzeranteil gegen Null.

5K-Übersicht

Aber warum ist das so, obwohl jeder zusätzliche Bildpunkt zu einem hübscheren Bild führt? Das Hauptargument gegen noch höhere Auflösungen ist der Leistungshunger, da jedes Picture Element (Pixel) von der Grafikkarte berechnet werden muss. WQHD hat sich als derzeit optimaler Kompromiss aus "sieht gut aus" und "läuft gut" herauskristallisiert, weshalb wir dem Thema 1440p bei 144 Hertz in der vergangenen Ausgabe einen großen Vergleichstest widmeten. So schön WQHD auch ist, im Vergleich mit 5K ist es ziemlich grobkörnig. 5K steht für 5.120 × 2.880 Pixel, ergo doppelt so viel pro Achse und viermal so viel pro Flächeneinheit. Doch erst der Vergleich mit Ultra HD alias 4K zeigt den gigantischen Sprung auf: 5K entspricht 78 Prozent mehr Bildpunkten und erreicht somit extreme Pixeldichten von üblicherweise 217 ppi (pixel per inch) auf 27 Zoll.

<strong>Kleine Pixel sind gute Pixel</strong><br>
Egal, auf welchen Monitor Sie schauen, die dargestellten Bilder bestehen aus mehr oder minder grobkörnigen Bildelementen – Picture Elements, kurz Pixel. In den meisten Fällen handelt es sich um kleine Quadrate, welche in ihrer Gesamtheit die Auflösung des Monitors ergeben. Je mehr Pixel pro Flächeneinheit, desto feiner das Bild. Eine höhere Auflösung stellt sicher, dass auch pixelfeine Objekte vollständig dargestellt werden. Das gilt auch, wenn ein Bild intern hochauflösend berechnet und anschließend auf die native Auflösung heruntergerechnet wird. Kleine Pixel sind gute Pixel
Egal, auf welchen Monitor Sie schauen, die dargestellten Bilder bestehen aus mehr oder minder grobkörnigen Bildelementen – Picture Elements, kurz Pixel. In den meisten Fällen handelt es sich um kleine Quadrate, welche in ihrer Gesamtheit die Auflösung des Monitors ergeben. Je mehr Pixel pro Flächeneinheit, desto feiner das Bild. Eine höhere Auflösung stellt sicher, dass auch pixelfeine Objekte vollständig dargestellt werden. Das gilt auch, wenn ein Bild intern hochauflösend berechnet und anschließend auf die native Auflösung heruntergerechnet wird.
Tatsächlich konnten "Feinseher" schon Ende 2014 entsprechende Monitore kaufen. Seit dem Dell UP2715K, welchen wir vor drei Jahren begutachteten, fristet 5K jedoch ein Nischendasein - das könnte sich nun ändern. Die Display-Spezialisten von Iiyama haben mit dem Prolite XB2779QQS im Januar das erste 5K-LCD für deutlich unter 1.000 Euro angekündigt. Bei Redaktionsschluss war das entspiegelte 27-Zoll-Gerät schon für rund 750 Euro lieferbar und wildert damit im Revier ordentlicher UHD-Panels. Zwar handelt es sich nicht um einen expliziten Gaming-Monitor, der erschwingliche Preis und die vollständige Abwesenheit von Alternativen machen den Pro­lite jedoch attraktiv. Die anderen im PCGH-Preisvergleich aufgeführten 5K-LCDs kosten weit vierstellige Summen und richten sich mit ihrer hohen Farbtreue an Grafiker. Wissenswert für Interessenten ist auch, dass der Iiyama XB2779QQS auf den aktuellen Displayport-Standard 1.4 setzt und daher seine 5K-Auflösung bei 60 Hertz Bildwiederholrate mit einem einzelnen Kabel stemmen kann - bei älteren Displays waren dafür zwei DP1.2-Stränge notwendig.

Gaming-Eignungstest

Spielen mit satten 14,7 Megapixeln pro Frame: Ob das geht? Um diese Frage zu beantworten, haben wir zehn aktuelle PC-Spiele mit unterschiedlichen Grafikkarten in 5K getestet. Da die kurzfristige Beschaffung eines XB2779QQS-Musters leider fehlschlug, entschlossen wir uns, aus der Not eine Tugend zu machen. Wie treue PCGH-Leser wissen, beherrschen aktuelle Grafikkarten von AMD und Nvidia die Kunst, intern mit höheren Auflösungen zu arbeiten, als sie der Monitor ausgeben kann. Die feinen Bilder werden dabei vor der Ausgabe interpoliert (downsampled) und erreichen das LCD mit sehenswerter Vollbildglättung.

Die landläufig nach ihrer Funktionsweise als "Downsampling" bezeichneten Funktionen hören auf die Namen Dynamic Super Resolution (DSR; Nvidia) und Virtual Super Resolution (VSR; AMD) und erlauben 5K-Pixelmengen auf gängigen Bildschirmen - nur eben nicht mit nativer Darstellung. Die Befürchtung, dass 5K mittels DSR/VSR etwas völlig anderes ist als 5K an einem entsprechenden Display, können wir entkräften: Der Vorgang des Zusammenrechnens kostet gemäß vorheriger Benchmarks nur wenige (einstellige) Prozente an Leistung. Natives 5K läuft ergo minimal besser, da hier der Zwischenschritt des Downsamplings wegfällt. Unsere Benchmarks mittels DSR/VSR an einem WQHD-LCD haben jedoch den Vorteil, dass sie für einen größeren Leseranteil Relevanz haben - die meisten können 5K am eigenen Rechner ausprobieren - und somit eine solide Vorschau auf die zu erwartende Leistung geben. Die Voraussetzungen für VSR und DSR erläutern wir am Ende dieses Artikels.

Probanden und Settings

Da 5K enorme Anforderungen an die Grafikkarte stellt, müssen Kompromisse eingegangen werden. Wir haben die Messreihen, welche bei der PC Games Hardware üblicherweise aus maximalen Details mit Referenzkarten bestehen, daher deutlich ergänzt, mit dem Ziel, praxisnähere Szenarien und bessere Bildraten zu erhalten. Das fängt bei der Grafikkartenauswahl an: Zum Einsatz kommen werkseitig übertaktete Modelle, wie sie ein Großteil unserer Leser verwendet. Dabei handelt es sich um typische, moderat boostende Modelle, wie wir sie auch bei den Spiele-Techniktests verwenden. Aufgrund der hohen Einstiegshürde verzichten wir dabei auf die Mittelklasse und eröffnen den Wettkampf bei der Leistungsklasse der Geforce GTX 980 Ti, in der sich grob auch die GTX 1070 und Radeon RX Vega 56 befinden. Zu diesen handelsüblichen Grafikkarten gesellen sich zwei Ausnahmen, welche das Ende der Fahnenstange aufzeigen: Wir übertakten je eine Geforce GTX 1080 Ti und eine Radeon RX Vega 64 ans absolute Limit und sehen uns an, ob diese Topsprinter der Herausforderung deutlich besser gewachsen sind, oder ob es einen Tropfen auf den heißen Stein bedeutet. Um welche Testkarten es sich im Detail handelt, erfahren Sie in der Tabelle im Folgenden. Spannend wird sein, wie sich die theoretischen Leistungsunterschiede durch die Übertaktung und zwischen den GPU-Architekturen in der 5K-Praxis auswirken.

Der Parcours besteht aus zehn aktuellen Spielen, von denen sich acht im PCGH-Leistungsindex Grafikkarten befinden. Hinzu kommen die technisch fortschrittlichsten Spiele des laufenden Jahres, Kingdom Come Deliverance und Final Fantasy 15. Die Messungen erfolgen zweigeteilt: Einmal mit maximalen und einmal mit reduzierten Details. Bei Letzteren peilen wir kein festes Fps-Ziel an, sondern ziehen schlichtweg so lange an den Presets und/oder Reglern, bis die Bildrate signifikant gegenüber den maximalen Details zulegt.

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Diese Inhalte finden Sie im Folgenden.

Benchmarks allgemein:
  • 5K mit maximalen Spieldetails
  • 5K mit reduzierten Spieldetails

Getestete Grafikkarten:
  • MSI GTX 1080 Ti Lightning Z
  • Gigabyte GTX 1080 Ti Xtreme Edition
  • AMD RX Vega 64 Liquid Cooled Edition
  • Powercolor RX Vega 64 Red Devil
  • Asus RX Vega 56 Strix 8G
  • EVGA GTX 1070 SC2 Gaming
  • Palit GTX 980 Ti Super Jetstream

10 Spiele im Test:
  • CoD WW2, Wolfenstein 2, GTA 5, Prey, The Witcher 3, Rise of the Tomb Raider, Assassin's Creed Origins, Final Fantasy 15, Hellblade, Kingdom Come Deliverance
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