RDNA 3: Navi 31 nur mit 96 MiB Infinity Cache?
AMDs kommende RDNA-3-Grafikkarten sollen kleinere Chips als vermutet erhalten und gleichzeitig auch weniger Infinity Cache als ursprünglich angenommen erhalten. Die Dies sind dabei aber immer noch größer als RDNA 2 und das Highend-Modell bietet ein breites 384-Bit-Interface. Lesen Sie dazu im Folgenden mehr.
AMDs RDNA-3-Architektur soll das erste Multi-Chip-Design (MCD) im Grafikkartenmarkt sein, bei dem es nicht ein einzelnes monolithisches Die, sondern mehrere einzelne Chips gibt. Das Konzept ähnelt dabei dem von AMDs hauseigenen Prozessoren, die sich ebenfalls so skalieren lassen und AMD damit den Vorteil niedrigerer Fertigungskosten im Vergleich zu großen monolithischen Dies geben. Anders als bei RDNA 2 nutzt man allerdings den großen Ausbau bzw. die große Chip-Version nicht mehr auch für die Mittelklasse, sondern tatsächlich nur noch für den Highend-Bereich.
Daher kann eine kolportierte Radeon RX 7900 XT auch auf ein volles 384 Bit breites Speicherinterface zugreifen. Im Vergleich zu RDNA 2 besteht daher auch kein Bedarf nach größeren Mengen an Infinity Cache, der bei diesen Karten das schmale Interface kompensieren konnte. Daher sollen nach Informationen der Webseite "Angstronomics" anstatt wie bisher angenommen 192 MiB Infinity Cache bei dem großen Modell tatsächlich nur 96 MiB Cache verbaut werden.
Doch auch die Karten mit Navi-32-Chips sollen weniger Cache als ursprünglich erwartet erhalten. Hier sind nur noch 64 MiB vorgesehen. Gleichzeitig scheint der Chip selbst doch nicht mit 64 Compute-Einheiten im Vollausbau zu erscheinen, sondern dabei nur 60 Compute-Einheiten bieten. Dadurch hat die Grafikkarte nicht wie bisher angenommen 8.192 Shader-Einheiten, sondern derer nur noch 7.680.
Auch die eigentlichen Dies der neuen MCD-Chips sollen kleiner als angenommen werden. Ein Navi-31-GCD soll nur eine Fläche von 308 mm² haben, während die MCD-Chips 37,5mm² messen. Ein volles Navi-31-Die hätte damit eine Fläche 533 mm², bei Navi 32 sollen es 350 mm² sein, während Navi 33 nur noch auf 203 mm² kommt.
Quelle: Videocardz

Wer hier ein wenig mehr oder weniger die Nase vorne haben wird, bleibt abzuwarten, ein "Dominieren" wird es aber gesichert nicht geben. Übrigens hoffenlich auch nicht bei nVidia, denn das wäre ein regelrechtes Desaster für AMD und schlecht für uns Konsumenten.
Dass es nun doch nicht so einfach ist, kann man schon aus den bisherigen Gerüchten (und deren regelmäßigen Änderungen) ableiten. Aktuell ist nicht einmal gesichert ob es tatsächlich ein 2-GCD-Design geben wird und eine 7800 XT, wenn nicht gar eine 7900 XT wird absehbar auf einem einzelnen GCD basieren.
Darüber hinaus waren etwaige "leicht / hinwegfegen / dominieren"-Ansprüche aber grundsätzlicher Unsinn und eher Tagträumerei, da es natürlich absurd ist zu meinen, dass der Marktführer so etwas einfach tatenlos geschehen lassen würde. Dass nVidia rein monolithisch entwirft dürfte eine bewusste Entscheidung und weniger eine Art Zwang gewesen sein. Auch nVidia entwickelt schon lange an MCM-Designs und hat bei TSMC die gleichen Möglichkeiten wie AMD und hat sich lediglich bewusst dafür entschieden, dass sie den mit MCMs verbundenen Aufwand in dieser Generation wohl noch nicht brauchen werden, schlicht weil sie nicht erwarten, dass ihnen AMD davonrennen können wird, insbesondere nicht im LowEnd- bis MidRange-Bereich, in dem weiterhin monolithische Design zum EInsatz kommen werden.
Absehbar wird es in der kommenden Gen ein interessantes Konkurrenzbild geben, aber lediglich im absoluten HighEnd wird man hoffen können, dass möglicherweise AMD nVidia den Rang ablaufen wird, jedoch ist das auch das Segment, das für den GPU-Markt mengentechnisch mit am irrelevantesten ist, da nur sehr wenige Käufer das größte Produkt kaufen, das mittlerweile deutlich im vierstelligen Bereich rangiert.
Als ergänzende Infos: Das Navi31-Design alias GFX1100 wird, wenn die aktuellen Leaks korrekt sind, rund 533 mm2 Waferfläche benötigen, wovon bereits rd. 308 mm2 auf den GCD entfallen (der GCD bei Navi32 soll dagegen nur um die 200 mm2 messen, ist also ein eigenständiger Chip).
Weiterhin, wie gesagt, ob es 2-GCD-Varianten geben wird, ist bisher unklar. Darüber hinaus ist Navi33 davon komplett ausgeschlossen, denn bereits Navi33 ist angeblich ein rein monolithischer Chip im klassischen Sinne mit voraussichtlich 203 mm2 im günstigeren N6.
Einfach mal abwarten was kommt ... und vor allem wann es kommt. Absolutes HighEnd ist dieses Mal für mich verbrauchstechnisch ausgeschlossen und die kleineren Modelle kommen möglicherweise gar erst 2023, wer weiß ... :-/
*) Einen deutlichen Vorteil könnte ein 2-GCD-Design durchaus haben: Man könnte Fertigungskosten gegen Effizienz im Betrieb tauschen, denn man könnte bspw. die Shaderzahl deutlich erhöhen (mehr Chipfläche), aber den Takt reduzieren und die beiden GCDs somit deutlicher an ihrem SweetSpot betreiben, was die Perf/Watt signifikant erhöhen könnte. Ob es in der kommenden Gen jedoch so etwas geben wird, bleibt abzuwarten.
Bspw. Tomshardware, die ihre "Facts"-Sammlung zu RDNA3 schon mehrfach überarbeitet haben, sprechen bspw. nicht von einem 2-GCD-Design und haben zusätzlich ebenso von der Aufkündigung einiger Überlegungen gesprochen:
Each MCD has 16MB of AMD's Infinity Cache so Navi 31-powered graphics cards will rock up to 96MB of Infinity Cache. Navi 31 comes with a 384-bit memory interface. Navi 31’s Infinity Cache is smaller than Navi 21, which has 128MB of Infinity Cache. Angstronomics reckons that AMD is prepping a 3D-stacked MCD (1-hi) that would double the Infinity Cache. Nonetheless, the performance uplift isn’t substational given the increase in cost so mainstream Navi 31 will stick to 96MB. In fact, a beefed-up version with 288MB Infinity Cache (2-hi) was previously in AMD’s plans, but the chipmaker may have canned it due to the abysmal benefit-cost ratio.
Während der größte Einzelchip gleichzeitig nur knapp über 300 mm² misst?
Das klingt irgendwie nicht ganz schlüssig für mich was das high end angeht.
Die Chipfläche für Controller + Cache dürfte max. bei 33% liegen – und AD102 wird momentan auf über 600 mm² geschätzt!
Wenn AMD eine technische Lösung hat, werden sie die auch als Halo-Produkt zum Einsatz bringen, egal was es kostet (siehe 5800X3D).
Und eine Karte mit zwei teilaktivierten Navi31 oder auch nur mehreren Navi33 wäre höchst interessant! Der Stromverbrauch (der AMD-Nutzern hier im Forum meist extrem wichtig zu sein scheint) wird natürlich entsprechend exorbitant sein und durch die ganzen Interfaces auch schlecht skalieren. Nichtsdestotrotz wäre hier eine Chance mit absolut verrückten Specs einen rauszuhauen: 2x Navi31, 24.000+ Rechen Einheiten, 650-800W, nur mit Wasserkühlung ausgeliefert. Mindestens 80% schneller als AD102.
Die hier benannten Abmessung + der Aussage von AMD das man 50 % mehr Performence/Watt bekommen soll. Könnte ja wirklich Karten hervorbringen die Bezahlbar und schnell sind. Wenn ich die Leistung einer 6950XT/3090 für 500€ bekomme mit ein bisschen besseres Raytracing ist doch alles super. 16 GB Videospeicher alles supi.
Sehe kein Problem.
Nvidia wird bei den schnellen Chips ja alles über 600 € kosten, die 4080 eher 800 €.
Wenn AMD jede Generation auf jeder Menge Karten sitzenbleiben würde, könnten wir sagen AMD verkauft sich schlechter, aber was wir in der Regel sehen ist, dass sich sowohl AMD als auch Nvidia Karten durchverkaufen vor jeder Generation. Das deutet darauf hin, dass die Marktposition von AMD auch darauf beruht, dass sie nicht mehr Karten herstellen und es deshalb nicht für mehr Marktanteil reicht.
Das gilt umso mehr, da AMD ja nicht pro Chip an TSMC bezahlt, sondern pro Wafer. Dann wiederum stellt sich die Frage, welches AMD Produkt ist auf den mm² Chipfläche betrachtet rentabler. Das ist der Ryzen. Aus einem 125mm² Chiplet kann man mitunter eine 500€ CPU machen. Bei einer 500€ GPU wären wir bei 335mm² Oberfläche eines Wafers. Dann kommt hinzu, dass AMD immer gerne noch mehr TSMC Kapazität hätte. Irgendwo ist denke ich schon ein Limit, das nicht nur auf die Wahl der Konsumenten zurückgeht.
a) Wenn AMD regelmäßig auf nennenswerten Restbeständen sitzen bleiben würde, hätten sie dagegen ein handfestes Planungsproblem und würden den Markt nicht ausreichend analysieren. So etwas wird man gezielt vermeiden. AMD kennt seine Absatzmöglichkeiten recht genau und wird seine Produktion daraufhin ausrichten, d. h. das gilt natürlich auch für die vorab bestellten Wafer-Kapazitäten bei TSMC.
b) Die Absatzzahlen der beiden großen GPU-Hersteller kennt man dank Analysten wie JPR recht genau, die auf quartalstechnischer Basis ihren Report aktualisieren (ohne Geld auszugeben, kommt man da nur nicht ganz so leicht heran und muss zudem mit einiger Unschärfe leben
Ein vergleichbares Bild zeichnet sich bei dGPUs allgemein ab, also inkl. der mobilen, dedizierten Chips. Hier kam man im 1HJ19 von 29 % und lag in 4Q21 nach über einem Jahr RDNA2 nur noch bei 19 % (zwischenzeitlich lag man hier auch gar bei nur noch 17 % Anteil Mitte 2021, konnte mittlerweile aber wieder ein paar Prozentpunkte gutmachen). **)
c) Die Frage was rentabler ist, sprich bspw. GPUs oder Ryzen's stellt, sich in der Form auch nur bedingt, da die vorrangige Frage ist, was man auch tatsächlich absetzen kann. Selbstredend könnte AMD optimistisch versuchen ein paar mehr Wafer-Kapazitäten zu buchen um mehr GPUs zu verkaufen, denn dem allgemeinen Tenor nach geht ja alles weg wie geschnitten Brot.
AMDs Stand bei CPUs ist zudem ein ganz anderer als bei den GPUs. Bei ersteren könnte AMD weitraus einfacher mehr Output generieren und sich realtriv sicher sein diesen auch absetzen zu können. Im GPU-Markt ist das für sie offensichtlich weiterhin nicht so einfach möglich.
d) "was wir in der Regel sehen ..." Vermutlich eine Fehlinterpretation deinerseits. Konkret sieht es weiterhin so aus, dass AMD-Karten anscheinend keine vollwertigen Ersatzprodukte für nVidia-GPUs aus Sicht des (Gesamt)Marktes darstellen. Wäre dem so, würde man eine deutliche Substitution und einen relevanten Anstieg bei AMD sowie eine Verknappung von AMD-Produkten verzeichnen können. Genau das bleibt aber aus und überraschenderweise gerade zu einer Zeit als der Markt sich lange zurückhielt, da nVidia-Produkte so extrem überteuert waren, d. h. der grundsätzliche, aufgeschobene Kaufwunsch hoch war. Die nVidia-Produkte waren durch die Bank weg deutlich bis hin zu extrem viel teuerer und AMD konnte bei seinen oberen drei Top-Produkten gar noch zumeist mit deutlich mehr VRAM aufwarten und zudem einer vergleichbaren Rasterizer-Leistung. Trotzdem führte das zu keiner nennenswerten Substitution der nVidia-Produkte und zu einer damit zwangsläufigen Verknappung der AMD-Produkte. Die Verfügbarkeit an AMD-Produkten zeigte keine übermäßigen Auffälligkeiten i. V. z. nVidia bzw. eher im Gegenteil waren es zumeist letztere Produkte, die weiterhin trotz des überzogenen Preises knapper waren trotz des deutlich höheren Ausstoßes von nVidia. ***)
Aus welchen Gründen auch immer greift der Markt hier immer noch vorzugsweise zu nVidia, sei es wegen Raytracing, DLSS & Co, GSync & Reflex, dem "Marktführerbonus" oder einer Kombination aus allem. AMD wird weiterhin vorranging als Budget-Lösung gesehen, d. h. wenn man Geld sparen will ... und wenn dieses Prinzip durch einen verrückt spielenden Markt ad absurdum geführt wird, indem auch AMD-Produkte drastisch überteuert sind (auch wenn sie dennoch deutlich günster als die Konkurrenzprodukte bleiben), scheint ein Teil des Umsatzes verloren zu gehen, da ein Kaufargument zusätzlich zu entfallen scheint.
Schlussendlich wird RDNA3 bzgl. der Marktverhältnisse grundlegend interessant werden, sofern es ein konkurrenzfähiges Design wird (wovon auszugehen ist). Es wäre dann das zweite Design seit langem, mit dem man am Marktführer unmittelbar dran ist oder dieses Mal möglicherweise leicht in Führung liegt und absehbar wird AMD versuchen hier seinen Produktausstoß zu erhöhen, wenn sie ausreichend Vertrauen in ihre Entwicklung und ihr Marketing haben. Wie weit Sie erhöhen werden, wird man sehen, die Marktanteile Ende 2023 werden da zweifellos interessant werden ...
*) Darüber hinaus sind Marktanteilzugewinne grundsätzlich ein inkrementelles, langsam voranschreitendes Thema, wie man auch beim Ryzen sieht.
**) Zu 1Q22 gab JPR für "PC dGPU shipments" (inkludiertdie dedizierten Mobilchips wie auch die PC-AIBs) folgende Aufteilung bekannt: Intel 4 %, AMD 17 %, nVidia 78 %. Zahlen zu 2Q22 gibt es von JPR noch nicht.
***) Und das dennoch sehr viel Ampere bei Spielern landet, belegt Steam eindeutig.
Beispielsweise in der Juli-Statistik haben Desktop-Ampere/3000er-Karten einen Anteil von 12,51 % (gar 18,35 % inkl. der mobilen Chips) während sämtliche RNDA2-Desktop-Modelle gerade mal auf 1,62 % Anteil kommen (d. h. von 9 Desktop-Karten der aktuellen Gen's entfallen 8 Karten auf nVidia mit Ampere bei Steam).
AMD kommt nicht einmal an Amperes-Gesamtanteil heran, wenn man bei AMD sämtliche erfasste AMD-Alt-Hardware einrechnet, also bspw. auch so was wie alte R6/R7-Hardware und sämtliche mobilen, DX12-fähigen iGPUs, denn damit erreicht AMD insgesamt gerade mal 13,15 % Anteil und kann nicht einmal den Anteil von nVidia's aktuellster GPU-Generation erreichen.
Entsprechend (angelehnt an meinen obigen Abschluss) darf man gespannt sein ob sich vielleicht mit RDNA3 der Knoten löst und AMD relativ gesehen deutlich mehr GPUs unters Volk bringen kann als noch in den Vorjahren.
Bei mir gibts die 3 großen Fragezeichen: Preis, Leistung und Leistungsaufnahme.
Die Gerüchte waren bei dieser Generation ja reichlich diffus. Echt gespannt was da am Ende bei rauskommen wird.