Cooler Master Cosmos C700P - Auswirkungen der Platinenrotation auf die Kühlleistung von GPU und CPU
Zu den auffälligsten Ausstattungsmerkmalen des Cooler Master Cosmos C700P gehört neben den RGB-Leuchtleisten und den geschwungenen Türen aus Glas und Alu ein flexibles Innenraumdesign mit drei verschiedenen Platinenpositionen. Wir ermitteln mit unserer Gehäuse-Testplattform, wie sich diese auf die Kühleigenschaften des Big-Towers auswirken.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Cooler Master Cosmos C700P: Volle Flexibilität dank des speziellen Rahmens
- 2 Cooler Master Cosmos C700P: Ein unproblematischer Umbau
- 3 Cooler Master Cosmos C700P: Die verschiedenen Board-Positionen
- 4 Cooler Master Cosmos C700P: Temperatur-Messwerte bei verschiedenen Platinenpositionen*
- 5 CM Cosmos C700P: Das Standard-Layout bliebt empfehlenswert
- 6 Cooler Master Cosmos C700P: Das Fazit
Mit dem Cosmo 700P präsentiert Cooler Master das neueste Modell der legendären Cosmos-Serie. Nach der Urversion und dem Nachfolger Cosmos II, den Cooler Master Mitte 2017 mit zwei Glas-Seitentüren als 25th Anniversary Edition neu auflegte, ist der mit einer RGB-Beleuchtung ausgestattete Big-Tower die mittlerweile vierte Cosmos-Variante. Dabei führt das Cosmos C700P die klassischen Designelemente der Serie wie die schienenartigen Griffe aus Aluminium oder viel Platz im Innenraum (Volumen: 127 Liter) fort und kombiniert diese mit innovativen Ausstattungsmerkmalen. Dazu gehört neben den RGB-Leuchtleisten (Front, Ober/Unterseite) und den geschwungenen, abnehmbaren Seitenteilen aus Glas und Alu vor allem das spezielle Rahmendesign, das den flexiblen Einbau der Hauptplatine ermöglicht. Im Gehäuse-Vergleichstest der Ausgabe 01/2018 stellten wir bereits fest, dass der optisch beeindruckende und aus hochwertigem Material gefertigte 300-Euro-Tower bereits bei der regulären Mainboard-Position eine gute bis sehr gute Kühlleistung abliefert. Ob sich diese durch das Drehen der Platine um 90/180 Grad noch verbessert oder gar verschlechtert, zeigt der Praxistest mit unserer Gehäuse-Testplattform
Cooler Master Cosmos C700P: Volle Flexibilität dank des speziellen Rahmens
Quelle: PC Games Hardware
Coolermaster Cosmos C700P - Platinenrotation, Kühlung bei verschiedenen Platinenpositionen (5)
Gehäuse, deren Mainboard-Halterung sich für den bequemeren Einbau zentraler Komponenten (CPU/GPU/RAM) oder einer bestimmten Lüftungsstrategie mithilfe eines Schubladensystem oder einer Schlittenkonstruktion entfernen lässt, gibt es schon länger im Angebot (z. B. Nanoxia Project S/Lian-Li-Gehäuse). Die Technik, die Platine um 180 Grad gedreht, also invertiert, einbauen zu können, gehört beispielsweise zur Ausstattung des Be Quiet Dark Base Pro 900 und Dark Base 700. Trotzdem legt Cooler Master mit dem für das Cosmos C700P entwickelten, innovativen Rahmendesign in puncto Flexibilität nochmals nach.
Im groß dimensionierten und mit ausreichend Montageplätzen für Lüfter/Radiatoren und Laufwerke bestückten Innenraum lässt sich ein reguläres Platinenlayout, ein Layout mit Schornsteineffekt (Board um 90 Grad gedreht) sowie eine invertierte Variante (Platine um 180 Grad gedreht) realisieren. Zu diesem Zweck lässt sich die Halterung mit der Hauptplatine komplett aus dem Gehäuse nehmen, um gedreht eingebaut oder am gegenüberliegenden Teil des Spezialrahmens invertiert befestigt zu werden. Dabei garantieren die abschraubbaren Abdeckungen für das Netzteil und die Kabelführung die problemlose Verlegung aller notwendigen Kabel.
Cooler Master Cosmos C700P: Ein unproblematischer Umbau
Quelle: PC Games Hardware
Cooler Master Cosmos C700P - Platinenrotation, Kühlung bei verschiedenen Platinenpositionen (7)
Es ist keinesfalls kompliziert, die Platinenhalterung in alternativen Positionen in den Rahmen des Cosmos C700P einzubauen, ein halbwegs geübter Gehäuseschrauber sollten Sie aber doch sein. Die Möglichkeit, die Abdeckungen des Netzteils, der Laufwerkskäfige (Vorderseite) und der Kabelführung (Rückseite) demontieren zu können, schafft maximalen Platz für alle Umbauarbeiten. Das mitgelieferte Handbuch liefert dafür zwar auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, diese hätte Cooler Master aber für eine bessere Lesbarkeit nicht im DIN A5-, sondern im DIN A4-Format drucken sollen.
Die Drehung des Mainboard-Trays um 90 Grad lässt sich trotzdem problemlos bewerkstelligen. Wichtig: Da die I/O-Ports der Platine und die Anschlüsse der Grafikkarte nach oben ragen, muss vorher die hintere Abdeckung mit dem montierten 140-mm-Lüfter gegen ein Modell mit einem Kabeldurchlass (Cooler Master Rear Panel for Cosmos C700 Series für 17 Euro) ersetzt werden. Das Invertieren des Mainboard-Trays gestaltet sich etwas komplizierter. Die Netzteilhalterung wandert nach oben unter den Deckel, während die Befestigungsstreben für die Platine und die Laufwerke in derselben Position auf der gegenüberliegenden Seite des Gehäuserahmens wieder angebracht werden müssen.
Cooler Master Cosmos C700P: Die verschiedenen Board-Positionen
Standard- Platinenlayout
Quelle: PC Games Hardware
Cooler Master Cosmos C700P: Reguläre Platinenposition - Seitenansicht
Das Hauptmerkmal der regulären, bei vielen aktuellen Gehäusen genutzten Platinenposition ist die horizontale Lage der GPU respektive der PCI-E-Slots (siehe Bildvergleich).
Bei diesen am häufigsten vorkommenden Standard-Board-Layout, mit dem wir zum Beispiel unsere Gehäusetests durchführen, holt sich der Axiallüfter der Gigabyte GTX 1070 die Luft zur Kühlung aus dem unteren Innenraum des Big-Towers. Letzterer wird genauso wie der Bereich, in dem sich der CPU-(Top-Blow)-Kühler befindet, von den beiden Frontlüftern mit Frischluft versorgt. Da das Cosmos C700P über einen Hecklüfter verfügt, der die Abluft aus dem Gehäuse befördert, entsteht ein Luftstrom. Der ist verantwortlich für eine etwas bessere als gute Kühlleistung (Wertung: 1,90), die wir beim Test in der PCGH 01/2018 gemessen haben.
Der Kamineffekt (Mainboard wird um 90 Grad gedreht)
Quelle: PC Games Hardware
Cooler Master Cosmos C700P: Platine um 90 Grad gedreht - Seitenansicht
Bei einer um 90 Grad nach rechts gedrehten Platine ändert sich die Lage der GPU. Die befindet sich nicht mehr direkt im Luftstrom, den die Frontlüfter erzeugen (siehe Bildvergleich).
Baut man die Hauptplatine um 90 Grad gedreht in das Cooler Master Cosmos C700P ein, ändert sich nicht nur die Position der Grafikkarte und des Prozessorkühlers. Die mit Aussparungen für die I/O-Blende des Mainboards sowie einem 140-mm-Lüfter versehene Heckabdeckung muss gegen ein Modell ohne Lüfter mit Kabeldurchführung (siehe Bild) getauscht werden. Die Luftzufuhr erfolgt per Frontpropeller und dank des Kamineffekts steigt die erwärmte Luft nach oben oder dringt durch die Heckabdeckung aus dem Gehäuse. Das verbessert die CPU-Kühlung, während die GPU-Temperatur von 69 °C auf 74 °C klettert, weil sich Grafikkarte nicht mehr direkt in dem von den Frontlüfter erzeugten Luftstrom befindet. Des Weiteren messen wir im Innenrau jetzt sogar fast 43 °C.
Invertiertes Layout (Mainboard wird um 180 Grad gedreht)
Quelle: PC Games Hardware
Cooler Master Cosmos C700P: Platine um 180 Grad gedreht - Seitenansicht
Bei dem invertierten Mainboard-Layout wird die Grafikkarte auf den Kopf gestellt und das Netzteil samt Halterung unter den Deckel verbannt. Auf die Kühlung wirkt sich das leider negativ aus (siehe Bildvergleich).
Das spezielle Rahmendesign des Cooler Master Cosmos C700P vereinfacht zwar die Montage der um 180 Grad gedrehten Hauptplatine, diese Position bringt jedoch keine Kühlungsvorteile mit sich. Ganz im Gegenteil wird der Prozessor mit 69 °C so warm wie bei keinem anderen Layout, und die Grafikkarte hat mit 74 °C dieselbe Temperatur wie bei der Variante mit Kamineffekt. Im Falle der invertierten Konstruktion schaffen es die beiden 140-mmFrontlüfter anscheinend nicht, ausreichend Frischluft in den oberen Innenraum zu befördern, was sich positiv auf die GPU-Kühlung auswirken könnte.
Cooler Master Cosmos C700P: Temperatur-Messwerte bei verschiedenen Platinenpositionen*
| Normale Mainboard-Position | Mainboard um 90 ° gedreht (kein Hecklüfter) | Mainboard um 180 ° gedreht | |
|---|---|---|---|
| Temperatur CPU | 64,0 °C | 61,5 °C | 69,0 °C |
| Temperatur GPU (Lüfterumdrehzahl/Takt) | 69,0 °C (2.024 U/min/1835 MHz) | 74,0 °C (2.195 U/min/1.823 MHz) | 74,0 °C (2.182 U/min/1.823 MHz) |
| Temperatur Innenraum Gehäuse | 32,2 °C | 42,7 °C | 39,0 °C |
* System: Intel Core i7-6700K, Intel Z170, Gigabyte Geforce GTX 1070 OC Edition (83 Grad Temp-Target), 2 x 8 GiByte DDR4-2133-RAM, Themalright AXP-100 (Q-Fan-Profil: Standard), Corsair Corsair RM 550X/550 Watt (ATX), Umgebungstemperatur: 24 °C
CM Cosmos C700P: Das Standard-Layout bliebt empfehlenswert
Quelle: Coolermaster
Coolermaster Cosmos C700P - Platinenrotation, Kühlung bei verschiedenen Platinenpositionen (8)
Wie die Messergebnisse mit den verschiedenen Platinenpositionen (siehe Tabelle oben) zeigen, erzielen Sie mit der regulären Anordnung der Hauptplatine bereits ein sehr ordentliches Kühlergebnis (CPU: 64 °C/GPU: 69 °C). Das liegt daran, dass bei diesem Standard-Layout sowohl der Axiallüfter der GPU, als auch der Top-Blow-Kühler der CPU durch die zwei 140-mm-Frontlüfter mit Frischluft versorgt werden. Dazu kommt, dass der Hecklüfter die aufgeheizte Luft wieder aus dem Gehäuse befördert.
Dieser Luftstrom ist bei der um 90 Grad gedrehten Platine nicht vorhanden. Die beiden Frontlüfter blasen nach wie vor Frischluft in den Innenraum. Da in dieser Konfiguration der Hecklüfter fehlt, macht sich der Kamineffekt bemerkbar, denn die durch den CPU-Kühler und die Grafikkarte aufgeheizte Luft steigt nach oben und entweicht aus dem offenen Deckel. Das kommt der CPU zugute, die mit 61,5 °C noch kühler bleibt als bei der regulären Platinenposition. Im Gegenzug steigt die GPU-Temperatur auf 74,0 °C, da der Axiallüfter hier weniger Frischluft bekommt. Die schlechtesten Kühleigenschaften bietet indes die invertierte Mainboard-Position. Hier befördern die Frontpropeller zu wenig kühle Luft in den oberen Innenraumbereich. Ein hohe CPU/GPU-Temperatur von 69/74 °C sind die Folge.
Cooler Master Cosmos C700P: Das Fazit
Bei der regulären Board-Position sorgt der durch die Frontlüfter (Frischluftzufuhr) und den Heckpropeller (Abfuhr aufgeheizter Luft) erzeugte Luftstrom für eine gute Kühlung. Der bei der Drehung um 90 Grad entstehende Kamineffekt kommt der CPU-Kühlung zugute, erhöht aber leider auch die GPU-Temperatur. Der invertierte Einbau der Platine verschlechtert die Kühleigenschaften messbar.

Größtes Manko des Gehäuses, ist die fehlende Luftzufuhr von unten, da die untere Kammer hermetisch vom eigentlichen Montageraum getrennt bleibt.
(das betrifft aber auch alle momentan aktuellen Cosmos II Modelle, nur beim RC-1200 KKN1 hat man wenigstens einen Lufteinlaß vom Seitenteil her.)
Da hilft dann auch nicht die 90° Drehung.
Was mir persönlich fehlt, ob man bei der 90° Drehung, das MB auch invertiert montieren kann.
Das würde die Grafikkarte in den Luftstrom der zwei Frontlüfter bringen. Gleichzeitig könnte man den Hecklüfter in Richtung CPU blasen lassen und alles was an Abwärme entsteht kann ja großzügig oben entweichen.
Dafür wäre aber ein entsprechender Durchlaß für die Anschlußkabel notwendig und das NT müßte eventuell auch einen anderen Platz finden.
Problematisch wäre dieser Anschlußort meistenteils eh nicht, da man ja nicht jede Woche dort was neues Anschließen muß.
Die Netzteillösung könnte sich Cooler Master beim Azza GT1 abschauen.
Ich habe für den doch recht enormen Preis wenigstens ein wesentlich durchdachteres Belüftungssystem zu den verschiedenen MB-Montagepositionen erwartet.
Und die meisten ATX Boards haben als ersten PCIe Slot erstmal nen x1 Slot und darunter folgt erst der x16 Slot.
So hat die PCGH Red. quasi ein Worst Case Szenario simuliert.
Wer nutzt denn bitte ein TopBlower Kühler in solch einem Gehäuse? Das macht doch überhaupt keinen Sinn, wenn dann sollte man einen Tower-Kühler testn, auch kein normales ATX MB zu nutzen ist irgendwie quatsch.
Ich bin von den Temperaturen bei 90°-Drehung etwas enttäuscht - allerdings sollte bei so einem Aufbau konsequenterweise auch die Frischluft von unten zugeführt werden und nicht von der Front, damit der Luftstrom nicht "um die Kurve" geht.
Davon abgesehen würde mich interessieren, wie die Werte mit einer DHE-Grafikkarte aussehen. Nachdem die ja ihre Warmluft nach draußen führt, statt sie im Innenraum zu verteilen, sollte dies zu niedrigeren Innenraumtemperaturen führen, oder?
nicht schlecht aber bin zur zeit mit meinen thermaltake core x9 zufrieden.