Turing im Test: Zusammenfassung mit Fazit
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Turing im Test: Zusammenfassung mit Fazit

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Wie schlagen sich die Geforce RTX 2080 Ti und RTX 2080 summa summarum? Die neuen Turing-Features und die Mehrleistung gegen den Preis gestellt, spricht Nvidia zunächst vor allem eine Zielgruppe an. PCGH holt ein bisschen zu Nvidias Preispolitik aus.

Raytracing und KI vs. Nvidias Preisgestaltung

Am Ende hinterlassen Nvidias ersten beiden Geforce-Ableger der Turing-Generation ein gemischtes Bild. Einerseits ist Nvidias Engagement im Bereich Raytracing und künstliche Intelligenz im Spielebereich absolut lobenswert. Raytracing lässt 3D-Grafik zweifelsohne hübscher aussehen, ohne dass Entwickler bei der Beleuchtung beziehungsweise Verschattung herumtricksen müssen. Nvidia hat sich getraut, für das Feature Chipfläche zu "opfern", ohne die Raytracing nicht performant funktioniert, und gleichzeitig namhafte Entwicklerstudios ins Boot geholt, die davon auch Gebrauch machen. Ausführlich testen konnten wir das Ganze noch nicht, mit Shadow of the Tomb Raider, Battlefield V und Metro: Exodus stehen jedoch namhafte Titel auf der Release-Liste, die bald mit RTX als Microsoft-DXR-Backend erscheinen oder zeitnah einen entsprechenden Patch erhalten werden. Voraussichtlich mit einem Oktober-Patch wird Microsoft Windows 10 für Raytracing endgültig fit machen, sodass die Entwickler folgen können.

Raytracing in Videospielen steckt letztendlich aber noch tief in den Kinderschuhen. Das muss ganz klar gesagt werden. Nutzer müssen definitiv Nachteile in Kauf nehmen. Der größte davon: Konditionierten Nvidia und auch AMD die PC-Spieler in den letzten Jahren auf Ultra HD als das Werbemittel schlechthin, bringt Raytracing erst einmal wieder einen Rückschritt auf niedrigere Auflösungen, wenn man stabile 60 Fps und mehr ins Visier fasst. Wer eine Geforce RTX 2080 Ti, RTX 2080 oder später eine RTX 2070 aufgrund der Raytracing-Option kauft, ist klar ein Early-Adopter.

Sowohl für den Raytracing- als auch den klassischen Rasterisiereransatz interessant sind die Tensor-Kerne. Sie nutzen die künstliche Intelligenz, um Bildinformationen aufzufüllen. Beim Raytracing kommen sie für das sogenannte "Denoising" zum Einsatz: Für das Berechnen eines Frames stehen nur einige Millisekunden zu Verfügung, in denen nicht unbedingt an jede relevante Stelle ein virtueller Lichtstrahl gelangt. Die KI kann so trainiert werden, dass sie diese schwarzen Pixel passend auffüllt, womit sie der Spieler nicht mehr sieht. In eine ähnliche Kerbe schlägt das Deep Learning Super Sampling, kurz DLSS, welches Spiele mithilfe der Tensorkerne aufpeppt und dabei dank reduzierter Basisauflösung sogar Leistung freisetzt. Der Ansatz ist, wie im vorhergehenden Artikelabschnitt erläutert, vielversprechend. Derzeit mangels es jedoch an Spiele-Unterstützung. Bleibt Nvidia am Ball und verbessert DLSS konsequent auf breiter Spielebasis, freuen sich PC-Enthusiasten über einen echten Mehrwert.

Das ist die Sonnenseite der Medaille, doch Schatten ist nicht weit. Nvidia widmet den Raytracing-Einheiten und Tensor-Kernen bei den Turing-GPUs TU102 (RTX 2080 Ti), TU104 (RTX 2080) und TU106 (RTX 2070) einiges an Chipfläche, welche die Leistung in den genannten Szenarien zwar massiv steigert, in "klassischen" Spielen aber nichts bringt. Während der TU102 also beispielsweise mit 754 mm² rund 56 Prozent größer ausfällt als der GP102 auf der Geforce GTX 1080 Ti (die GPUs sind auf beiden Grafikkarten minimal teildeaktiviert), steigt die Leistung im PCGH-Ultra-HD-Index gerade einmal um 35 Prozent. Für einen Generationssprung ist das schon eher mau. In Zukunft könnte der Abstand durch eine stärkere Compute-Nutzung steigen, aber das lässt sich noch nicht absehen.

Schwierig wird es schließlich beim Thema Preisgestaltung. Gab es die Leistungssteigerung bisher zum Preis des Vorgängers, kostet sie im Falle der Geforce RTX 2080 Ti extra. 1.200 Euro und aufwärts sind eine Ansage, die den meisten nicht gefallen wird. Selbst wenn die günstigeren Modelle erscheinen und sich bei circa 1.000 Euro einpendeln werden, ist das noch ein ordentlicher Aufschlag gegenüber der GTX 1080 Ti, die sich in den vergangenen Monaten auf Straßenpreise von 700 Euro aufwärts eingependelt hat. Erste Abverkaufsangebote gab es sogar schon für 600 Euro. Raytracing und DLSS mal außer Acht gelassen, müssen Nutzer die Mehrleistung mehr als 1:1 bezahlen. Die Geforce RTX 2080 erbt derweil den Preis der GTX 1080 Ti und liefert auch eine ähnliche Leistung ab. Auf der Habenseite stehen die Raytracing- und Tensor-Kerne, dafür umfasst der Grafikspeicher "nur" 8 statt 11 GiByte.

Geforce RTX 2080 Ti & RTX 2080 im Test: Turing gegen Pascal und Vega (3) Quelle: PC Games Hardware Geforce RTX 2080 Ti & RTX 2080 im Test: Turing gegen Pascal und Vega (3)

Geforce RTX 2080 (Ti): Fazit

Technisch sind Nvidias Turing-Grafikkarten Geforce RTX 2080 Ti und RTX 2080 beeindruckend. Raytracing bringt frischen Wind in die Videospieltwelt und die Möglichkeiten rund um Machine Intelligence sind vielfältig. Und ganz nebenbei haben Enthusiasten ein neues Produkt zum Anhimmeln - die RTX 2080 Ti ist zweifellos die schnellste Gaming-Grafikkarte. Die GTX 1080 Ti, unter den PCGH-Lesern sehr verbreitet und beliebt, wird um bis zu 35 Prozent distanziert. Auch die Geforce RTX 2080 kann sich knapp an der GTX 1080 Ti vorbeischieben und duelliert sich daher meist mit der Titan Xp - die Top 5 der Grafikkarten sind damit fest in Nvidias Hand. Letztendlich erscheint die Geforce RTX 2080 Ti dann interessant, wenn man einen der angekündigten PC-Titel mit Raytracing spielen möchte oder als Enthusiast einfach die schnellste Grafikkarte haben möchte (von der wahrlich sündteuren Titan V abgesehen).

In ersterem Fall müssen sich Käufer im Klaren sein, dass sie Early-Adopter darstellen und die Technologie gewissermaßen mit tragen. Wer erst einmal abwarten möchte, wie sich die Kernkompetenzen Turings entwickeln, oder generell nur alle paar Jahre eine neue Grafikkarte kauft, könnte mit dem Nachfolger - dann wahrscheinlich mit einem großen Leistungssprung durch die 7-nm-Fertigungsgeneration - besser bedient sein.

Auf der anderen Seite wird interessant, wie sich die Preise der Geforce GTX 1080 Ti in den kommenden Wochen entwickeln werden. Im Abverkauf könnten sich attraktive Angebote ergeben, welche das alte Pascal-Topmodell ein gutes Stück unter die RTX 2080 (nicht Ti) rutschen lassen. Ohne Rabatte stellt letztere Grafikkarte das wahrscheinlich bessere Produkt dar, weil man neben der ähnlichen Spieleleistung noch die neuen Turing-Features erhält - und die 8 GiByte Grafikspeicher sollten ebenfalls noch eine Weile genügen.

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Turing im Test: Spezifikationen, Raytracing, KI, Preissituation
  2. Seite 2 Turing im Test: Die Founders Editions
  3. Seite 3 Turing im Test: Spiele-Benchmarks von WQHD bis 5K und HDR
  4. Seite 4 Turing im Test: DLSS und Raytracing in Aktion
  5. Seite 5 Turing im Test: Lautheit, Leistungsaufnahme und OC-Verhalten
  6. Seite 6 Turing im Test: Zusammenfassung mit Fazit
    • Kommentare (1422)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Mitchpuken
        AW: Geforce RTX 2080 Ti & RTX 2080 im Test: Turing gegen Pascal und Vega

        Sorry fürs Zerpfücken
        Zitat von Rollora
        Du siehst auch nur einen Teil. Einen PC hat man heutzutage sowieso daheim.
        Ganz im Gegenteil. Immer mehr Leute im Bekanntenkreis verzichten auf einen PC, sobald man diesen Aufrüsten müsste. Die meisten steigen auf einen Laptop um oder nutzen die Gelegenheit für ein Tabletkauf, weil das Handy für alles doch zu klein ist. Eine PC mit Bildschirm braucht viel Platz. Wohnungen werden immer kleiner und viele der Bekannten haben jetzt Kinder für die ein Konsole wichtiger ist als ein PC.
      • Von Mitchpuken
        AW: Geforce RTX 2080 Ti & RTX 2080 im Test: Turing gegen Pascal und Vega

        Sorry fürs Zerpfücken
        Zitat von Rollora
        Du siehst auch nur einen Teil. Einen PC hat man heutzutage sowieso daheim.
        Ganz im Gegenteil. Immer mehr Leute im Bekanntenkreis verzichten auf einen PC, sobald man diesen Aufrüsten müsste. Die meisten steigen auf einen Laptop um oder nutzen die Gelegenheit für ein Tabletkauf, weil das Handy für alles doch zu klein ist. Eine PC mit Bildschirm braucht viel Platz. Wohnungen werden immer kleiner und viele der Bekannten haben jetzt Kinder für die ein Konsole wichtiger ist als ein PC.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Geforce RTX 2080 Ti & RTX 2080 im Test: Turing gegen Pascal und Vega

        Zitat von DarkWing13
        >60" UHD TV + Spiele-Konsole + ein paar Spiele obendrauf = GTX2080Ti

        Klar, nicht die FPS, nicht die "Bildqualität", wie beim PC, aber die meisten "sehen" den Unterschied im Eifer des Gefechts sowieso nicht...außerdem fehlt bei der Rechnung auch noch der restliche PC und Monitor dazu (nochmal >1000€)

        mfg
        Du siehst auch nur einen Teil. Einen PC hat man heutzutage sowieso daheim. Für Spiele benötigte Hardware ist billig und langlebig sofern es keine Highend GPU/CPU sein soll. Mein 2008er i7 (220€) und meine 2011er 7970 schaffen zumindest auf dem 2010er 27 Zöller (200 Euro) auch heute noch jedes Spiel. Die ich dank Steam Sales um 5-10 Euro kaufe (neulich Witcher 3 um 10, Doom um 5).
      • Von Duvar Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Geforce RTX 2080 Ti & RTX 2080 im Test: Turing gegen Pascal und Vega

        Auch interessant YouTube
      • Von cPT_cAPSLOCK BIOS-Overclocker(in)
        AW: Geforce RTX 2080 Ti & RTX 2080 im Test: Turing gegen Pascal und Vega

        Zitat von Duvar
        Poste doch einfach das Video YouTube
        Wirklich sehr gut gemachtes Video, was vieles sehr gut auf den Punkt bringt. Nur dieser Akzent..
        gRU?; cAPS
      • Von Duvar Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Geforce RTX 2080 Ti & RTX 2080 im Test: Turing gegen Pascal und Vega

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