Turing im Test: Lautheit, Leistungsaufnahme und OC-Verhalten
Die neuen Founders Editions der Geforce RTX 2080 Ti und RTX 2080 im Einsatz: PCGH hat die Lautheit gemessen und anfängliche Probleme entdeckt, die Nvidia per Treiber beheben möchte. Erste Praxiseindrücke gibt es zudem zum Übertaktungsverhalten inklusive offiziellem OC-Scanner.
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Nvidia hat uns sowohl von der Geforce RTX 2080 Ti als auch von der RTX 2080 je ein Testmuster in der Founders Edition geschickt, die wir uns an dieser Stelle näher ansehen. Die ersten Custom-Designs der Boardpartner sind ebenfalls im PCGH-Testlabor eingetroffen, erste Eindrücke zu diesen finden Sie in den eingefügten Videos. Die Founders Editions sind natürlich wegen ihres neuen Kühlaufbaus von besonderem Interesse. Spoiler: Nvidias Umsetzung kann sich sehen lassen.
Angenehm leise unter Last
Quelle: PC Games Hardware
Oben die Geforce GTX 1080 Ti FE mit dem altbekannten DHE-Kühler, unten die Geforce RTX 2080 Ti FE mit der neuen Axiallösung.
Unter Vollast in Anno 2070 kommt die Geforce RTX 2080 Ti FE auf eine Lautheit von 2,4 Sone. Die Grafikkarte ist damit klar hörbar, aber noch angenehm leise - die 4,0 Sone der GTX 1080 Ti FE sind im Vergleich als wesentlich lauter einzustufen. Die Lüfter drehen dabei mit circa 55 Prozent PWM (~2.000-2.100 U/min) im offenen Testaufbau. Die GPU erreicht Temperaturen von rund 75 °C - ist also noch deutlich kühler als die früheren Referenzmodelle. Zum Vergleich: Die leisesten Custom-Designs des Pascal-Topmodells kommen auf Werte knapp unterhalb von 2,0 Sone. Dort sortiert sich die RTX 2080 FE, die mit der gleichen Kühllösung dank der knapp 40 Watt niedrigeren Leistungsaufnahme auf 1,9 Sone kommt. Die Lüfter drehen mit 50 Prozent PWM (~1.800-1.900 U/min) etwas langsamer, gleichzeitig bleibt die GPU wenige Grad Celsius kühler.
Wer seinen PC nicht gerade absolut leise zusammenstellen möchte, kann bedenkenlos zu den Founders Editions als Alternative zu den Custom-Designs der RTX 2080 Ti und RTX 2080 greifen. Zu beachten gilt lediglich, dass der Aufbau mit zwei Axiallüftern prinzipbedingt eine rudimentäre Gehäusebelüftung braucht, da sich ansonsten ein Hitzestau bildet. Zwei 120-mm-Ventilatoren dürften Pflicht sein.
Die Turing-Grafikkarten leiden derweil noch an Kinderkrankheiten, die jedoch an der Soft- und nicht der Hardware liegen, wie uns Nvidia auf Nachfrage versicherte. Der Treiber lässt den GDDR6-Grafikspeicher im Leerlauf nicht korrekt heruntertakten, gleichzeitig ist die Leistungsaufnahme höher als bei den Vorgängern. Die Lüfter drehen fest mit einem PWM-Wert von 41 Prozent, was in Drehzahlen von 1.500 U/min und unnötig lauten 0,8 Sone resultiert. Kurios: Diese Entscheidung trifft der Treiber - ohne einen solchen sind die Turing-Gründereditionen beinahe unhörbar. Die Leistungsaufnahme, der Speichertakt und die Lüfterdrehzahlen im Leerlauf sollen nach dem Launch per Treiber gefixt werden, sodass die FE-Modelle im Idle künftig deutlich leiser agieren sollten.
| RTX 2080 Ti FE | RTX 2080 FE | Titan Xp CE | GTX 1080 Ti FE | GTX 1080 FE | GTX 980 Ti | Vega 64 LCE | Vega 56 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Lautstärke | ||||||||
| Leerlauf (Desktop) | 0,8 Sone | 0,8 Sone | 0,3 Sone | 0,4 Sone | 0,4 Sone | 0,3 Sone | 0,3 Sone | 0,2 Sone |
| 2 LCDs (UHD + FHD) | 0,8 Sone | 0,8 Sone | 0,3 Sone | 0,4 Sone | 0,4 Sone | 0,3 Sone | 0,3 Sone | 0,2 Sone |
| UHD-Youtube | 0,8 Sone | 0,8 Sone | 0,3 Sone | 0,4 Sone | 0,4 Sone | 0,3 Sone | 0,3 Sone | 0,2 Sone |
| Anno 2070 (UHD) | 2,4 Sone | 1,9 Sone | 3,5 Sone | 4,0 Sone | 3,2 Sone | 4,5 Sone | 1,8 Sone | 4,9 Sone |
| Leistungsaufnahme | ||||||||
| Leerlauf (Desktop) | 23 Watt | 17 Watt | 14 Watt | 12,5 Watt | 9,5 Watt | 15 Watt | 19 Watt | 15 Watt |
| 2 LCDs (UHD + FHD) | 59 Watt | 42 Watt | 16 Watt | 15 Watt | 11,5 Watt | 20 Watt | 19,5 Watt | 15,5 Wat |
| UHD-Youtube | 29 Watt | 21 Watt | 20 Watt | 19 Watt | 12 Watt | 21 Watt | 29 Watt | 26 Watt |
| Crysis 3 (FHD) | 263 Watt | 224 Watt | 253 Watt | 225 Watt | 175 Watt | 230 Watt | 352 Watt | 216 Watt |
| Anno 2070 (UHD) | 262 Watt | 224 Watt | 251 Watt | 230 Watt | 171 Watt | 234 Watt | 355 Watt | 216 Watt |
| Wolfenstein 2 (synced 60 Fps) | 82 Watt | 68 Watt | 109 Watt | 95 Watt | - | 164 Watt | 98 Watt | 106 Watt |
| Fps vs. Fps/Watt | ||||||||
| Crysis 3 (Full HD) | 155 Fps, 1,70 W per Fps | 126 Fps, 1,78 W per Fps | 138 Fps, 1,83 W per Fps | 125 Fps, 1,80 W per Fps | 95 Fps, 1,84 W per Fps | 76 Fps, 3,03 W per Fps | 80 Fps, 4,40 W per Fps | 69 Fps, 3,13 W per Fps |
| Anno 2070 (Ultra HD) | 78 Fps, 3,36 W per Fps | 61 Fps, 3,67 W per Fps | 65 Fps, 3,86 W per Fps | 56 Fps, 4,11 W per Fps | 44 Fps, 3,89 W per Fps | 33 Fps, 6,79 W per Fps | 41 Fps, 8,66 W per Fps | 32 Fps, 6,75 W per Fps |
| Wolfenstein 2 (FHD synced) | 60 Fps, 1,36 W per Fps | 60 Fps, 1,13 W per Fps | 60 Fps, 1,81 W per Fps | 60 Fps, 1,59 W per Fps | - | 60 Fps, 2,74 W per Fps | 60 Fps, 1,63 W per Fps | 60 Fps, 1,76 W per Fps |
Leistungsaufnahme wie erwartet
Die gemessenen Stromverbräuche mittels einer Amperezange liegen genau dort, wo man sie anhand der offiziellen TDP-Angaben erwartet: Gerundet bei 260 Watt im Falle der RTX 2080 Ti FE und 225 Watt im Falle der RTX 2080 FE. Die Effizienz liegt damit auf einem ähnlichen Niveau wie bei Pascal - eine Verbesserung ist dahingehend erst mit der nächsten GPU-Generation zu erwarten, die in 7/8 nm gefertigt werden sollte.
Geforce RTX 2080 (Ti): Höhere Leistungsaufnahme bei Raytracing?
Bei der Geforce-RTX-Vorstellung wurden Stimmen laut, die neuen Turing-Grafikkarten könnten ihr Energiebudget beim Einsatz von Raytracing sprengen. Die Begründung: Beim Raytracing werden nicht nur die traditionellen Rechenwerke (TMUs, ALUs, ROPs etc.) verwendet, sondern außerdem die RT- und Tensorkerne. Wir haben exemplarisch die Star-Wars-Reflections-Demo auf ihr Verhalten überprüft, denn eine andere Anwendung, die alle Einheiten nutzt, ist derzeit nicht verfügbar. Entwarnung: Selbstverständlich bleiben sowohl die Geforce RTX 2080 Ti als auch die Geforce RTX 2080 im Rahmen ihrer Power-Budgets (260 respektive 225 Watt). Beide Karten nutzen die verfügbare Energie voll aus und erzielen in der WQHD-Auflösung an der anspruchsvollsten Szene 47 respektive 36 Fps.
Quelle: PC Games Hardware
Nvidia Star Wars Reflections
Nvidia selbst gibt an, dass Turing zum Übertakten gebaut worden sei. Während sich das allgemeine Taktverhalten der beiden GPUs TU102 und TU104 schlecht anhand von wenigen Testmustern abschätzen lässt - Klarheit werden die kommenden Wochen bringen, wenn Privatanwender aufrüsten -, lässt sich die Aussage auf die Software ummünzen. Der Chiphersteller spricht vom GPU Boost 4.0, der dem Nutzer mehr Kontrolle überlässt. Die Takt-Spannungs-Kurve lässt sich bereits ab Pascal wieder einstellen. Neu ist bei Turing die Möglichkeit, das Verhalten im Temperaturlimit selbst zu definieren. Dafür gibt es im MSI Afterburner und EVGA Precision X1 eine neue Kurve mit drei Kontrollpunkten. Macht man sich an dieser zu schaffen, fällt der GPU-Takt beim Erreichen des Temperaturlimits nicht mehr schlagartig herunter, was in Mikrorucklern resultieren kann, sondern mäßigt sich nur.
OC-Scanner für automatisches Übertakten
Darüber hinaus stellt Nvidia eine API zur Verfügung, mit deren Hilfe die oben genannten Tools den sogenannten OC-Scanner integriert haben. Der OC-Scanner ist ein GPU-Stresstestprogramm, das die Turing-Grafikchips TU102, TU104 und TU106 komplett auslasten kann. Es legt verschiedene Spannungen (innerhalb von Nvidias festgelegten Grenzen) und Taktraten an, um das Taktmaximum der GPU herauszufinden. Dabei kann es vorkommen, dass Grafikkartentreiber abstürzt und sich die Einstellungen zurücksetzen, eben weil ein Takt nicht stabil mit einer bestimmten Spannung gehalten werden kann. Das Tool merkt sich jedoch den instabilen Punkt und setzt von dort an gemäßigter wieder an. Der OC-Scanner hält sich an die vorher eingestellte Takt-Temperatur-Kurve genauso wie das vorab definierte Powerlimit - wer sich höhere Taktraten wünscht, muss dort die Spielräume erhöhen, bevor der OC-Scanner gestartet wird. Ein Durchgang dauert derweil rund eine halbe Stunde. Erste Gehversuche mit dem Tool fielen erfreulich positiv aus und resultierten unter maximalen Powerlimits in bis zu 2.100 MHz GPU-Takt - ohne ins Temperaturlimit zu laufen, wie es bei früheren Founders Editions immer der Fall war.
- Seite 1 Turing im Test: Spezifikationen, Raytracing, KI, Preissituation
- Seite 2 Turing im Test: Die Founders Editions
- Seite 3 Turing im Test: Spiele-Benchmarks von WQHD bis 5K und HDR
- Seite 4 Turing im Test: DLSS und Raytracing in Aktion
- Seite 5 Turing im Test: Lautheit, Leistungsaufnahme und OC-Verhalten
- Seite 6 Turing im Test: Zusammenfassung mit Fazit


Sorry fürs Zerpfücken
Klar, nicht die FPS, nicht die "Bildqualität", wie beim PC, aber die meisten "sehen" den Unterschied im Eifer des Gefechts sowieso nicht...außerdem fehlt bei der Rechnung auch noch der restliche PC und Monitor dazu (nochmal >1000€)
mfg
Auch interessant YouTube
gRU?; cAPS
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