Was kann ein riesiger 86-Zoll-TV von LG für unter 1.200 Euro?
Ein smarter Fernseher mit über zwei Metern Bildschirmdiagonale muss nicht mehrere tausend Euro kosten. Doch was kann ein LG-TV mit 86 Zoll für gerade mal 1.200 Euro?
Die Fernseher in deutschen Wohnzimmern werden immer größer. Bis vor einigen Jahren waren noch TVs mit rund einem Meter Bildschirmdiagonale der Standard, inzwischen sind 55 Zoll oder 139 cm Bildschirmdiagonale die neue Norm in der Bundesrepublik. Doch es geht immer noch größer, wie etwa LG beweist. Auf einer Diagonalen von 218 cm oder 86 Zoll stellt etwa der LG 86Nano756QA seine Inhalte dar. Aktuell gibt es den TV-Riesen schon zum Tiefstpreis von 1.199 Euro bei Amazon sowie Media Markt zu kaufen. Da könnte manch ein Leser ins Grübeln kommen, ob man für diesen Preis vielleicht ein Schnäppchen machen kann.
Wie gut ist der LG86Nano756QA TV?
Bei der Baureihe Nano756QA handelt es sich um einen UHD-TV aus dem Modelljahr 2022 der Firma LG. Wie die Modellbezeichnung verrät, steckt im Gehäuse ein IPS-LCD-Panel mit Nanocell-Technologie. Neben der Quantum-Dot-Technologie setzt auch Nanocell auf Nanopartikel, wobei diese LG-Technologie den unerwünschten Gelbanteil im Farbspektrum der LCDs mit LED-Backlight unterdrückt. Hierbei wird eine Filterfolie vor die Flüssigkristalle integriert, die Rot und Grün verstärkt und als Gegenentwurf zu QLED gilt. Schließlich sind die Quantum Dots bei Nanocell-TVs Bestandteil des Filterfolie, statt des Backlights wie bei QLED-TVs. Beim Nano756QA wird das Backlight über Direct LED realisiert. Egal, ob QLED oder Nanocell, bei dunklen Szenen oder Untertiteln sind jedoch OLEDs bauartbedingt im Vorteil. OLED-TVs sind im Vergleich zu QLED-TVs oftmals weniger hell, sodass bei Tageslicht LCD-Panels mit LED-Backlight die bessere Wahl sein können.
Zum Nano756QA schweigen die Fachportale, was professionelle Tests angeht. In verschiedenen Testberichten zum Schwestermodell Nano869NA (aus dem Baujahr 2021) wird ersichtlich, dass LG in der Nano-Baureihe zwar eine gute Farbdarstellung für einen Einsteiger-TV bietet, jedoch eine vergleichsweise schwache Hintergrundbeleuchtung. Maximal sind 500 cd/m² möglich, dann jedoch mit Abstrichen bei der Farbdarstellung. Wer den Kino-Modus aktiviert, um eine bessere Farbdarstellung zu bekommen, muss mit lediglich 335 cd/m² leben, was in so mancher Situation zu wenig ist. Lediglich in dunklen Räumen dürfte dies nicht weiter auffallen, bei Tageslicht oder in hellen Räumen dagegen spiegeln sich Gegenstände im Bildschirm. Ein echtes Schwarz, wie bei einem OLED-TV, darf man bauartbedingt nicht erwarten.
Wer vorwiegend TV-Programm ansieht und damit den erweiterten Farbraum HDR nicht nutzt, kann sich dafür an einem großen Bildschirm erfreuen. Die Bilddarstellung fällt zudem besser aus, als bei so manchem Schnäppchen-TV, etwa einem LG UR7006LB. Für Gamer interessant ist, dass der LG 86Nano756QA über einen Game-Modus mit 120 Hz verfügt und AMD Freesync unterstützt. Auf USB-Recording müssen Nutzer jedoch verzichten. Zudem merkt man das Alter des TV-Geräts daran, dass nur zwei der vier verfügbaren HDMI-Ports über den aktuellsten Standard HDMI 2.1 verfügen. Der LG 86Nano756QA wird derzeit für 1.199 Euro bei Amazon angeboten. Ein besseres Bild für weniger Geld liefert etwa der OLED-TV Philips 55OLED708/12, doch misst dieser Ambilight-TV nur 55 Zoll.
Preis, Daten und Fakten zum LG 86Nano756QA
- LG offeriert mit dem 86Nano756QA einen 86 Zoll großen TV-Riesen, wobei es sich bei der Baureihe Nano756QA um ein Modell des Jahrgangs 2022 handelt.
- Namensgebend ist die verwendete Display-Technologie mit Nanopartikeln. Hierbei wird eine Filterfolie vor die Flüssigkristalle integriert, die Rot und Grün verstärkt und als Gegenentwurf zu QLED gilt. So soll die Farbdarstellung besser ausfallen, als bei einem herkömmlichen LCD-LED-TV.
- In Testberichten, etwa zum Schwestermodell Nano816NA, wird die vergleichsweise niedrige Spitzenhelligkeit von 500 cd/m² kritisiert. Zudem lässt sich bauartbedingt kein echtes Schwarz, wie bei OLED-TVs darstellen. Wer vorwiegend TV-Programm ansieht und damit den erweiterten Farbraum HDR nicht nutzt, kann sich dafür an einem großen Bildschirm mit gutem Bild erfreuen, der sogar 120 Hz und AMD Freesync unterstützt.
