Galaxy Camera im Test: Foto-Shooting mit Android 4.1
Handycams teilen jedes Foto in Sekundenschnelle. Doch der Fotografie sind enge Grenzen gesetzt. Daher hat Samsung Smartphone-Technik und Kamera-Technik verschmolzen: Die Samsung Galaxy Camera kommt mit 16-Megapixelsensor und optischem Zoom sowie Android 4.1, HSDPA und WLAN. Unsere freie Mitarbeiterin Yvonne Göpfert konnte die Galaxy Camera einen Test unterziehen.
Wer Galaxy Camera hört und ein aufgebohrtes Smartphone erwartet, denkt falsch: Die Galaxy Camera ist eindeutig eine Kamera, die nebenbei noch Smartphone-Funktionen beherrscht. Das merkt man zum einen am Gewicht: Rund 300 Gramm liegen deutlich schwerer in der Hand als jedes Smartphone. Glücklicherweise hilft der nach vorn gewölbte Griff, diese Bürde auszugleichen. Zum anderen bietet die Galaxy Camera einen 7,66 mm großen BSI-CMOS-Sensor mit 16 Megapixeln und einem optischen 21-fach-Zoom-Objektiv. Ab 23 mm Weitwinkel geht es los. Die Kamera ist gut verarbeitet, aber nichts für Fans von Metallgehäuse-Kameras: Samsung verbaut wie schon bei seinen Smartphones nur Plastik.
An der Oberseite des Gehäuses sitzen der Ein-/Ausschalter, die Zoomregelung und der Auslöser. Auslöser und Zoom lassen sich gut bedienen. Rechts am Gehäuse lässt sich ein microUSB-Kabel einstecken. Darüber können Bilder heruntergeladen und der Akku aufgeladen werden. Einen Zentimeter tiefer gibt es eine Öse, in die sich eine Schlaufe einfädeln lässt. Damit können Sie die Kamera bequem tragen. An der Unterseite befindet sich die Öffnung für den Akku, eine microSD-Karte und eine microSIM-Karte. Diese erlaubt es, Fotos auch dann auf Facebook und Instagramm zu posten oder per E-Mail zu verschicken, wenn Sie sich gerade nicht im Hotel oder nahe einem anderen WLAN-Hotspot befinden. Wer ins Ausland reist, dem sei jedoch empfohlen, die SIM-Karte vor der Reise zu entfernen oder in den Einstellungen den Offline-Modus zu aktiveren. Oder sich genau zu überlegen, wie viel vom Reisebudget für Roaming-Kosten noch übrig ist.
Kamera für Einsteiger, Motivprogrammliebhaber und Experimentierfreudige
Die Galaxy Kamera kann eigentlich jeder bedienen. Denn es gibt drei Modi. Wer einfach nur ein Foto nach dem anderen schießen will, stellt am besten auf Automatikmodus. Wer Bilder optimieren will, wählt den intelligente Modus. Hier versammeln sich 15 Motivprogramme. Sie helfen mit Belichtungseinstellungen namens "Sonnenuntergang", "Nachtmodus", "Feuerwerk" oder "Leuchtspuren", die beste Einstellung für Aufnahmen bei Dunkelheit zu finden.
Extrem praktisch ist das Motivprogramm "Bestes Gesicht": Bei Gruppenaufnahmen schießt die Kamera mehrere Bilder der Gruppe und sucht für jedes Gesicht das beste aus. Anschließend montiert sie die Bilder zusammen. Ergebnis: kein Griesgram auf dem Bild. Die Berechnung dauert allerdings ein bis zwei Sekunden. In dieser Zeit ist ein Weiterfotografieren blockiert. Wer viele Bilder am Stück machen möchte, schaltet in den Serienbildmodus. Allerdings schafft die Kamera nur 4 Bilder pro Sekunde.
Die Motivprogramme lassen sich schnell auswählen. Wer unsicher ist, ob das gewählte Programm das Richtige ist erhält noch einen kleinen Tipp. Im "Landschafts"modus wird beispielsweise erklärt, dass die Kamera die Grün- und Blautöne verstärkt. Das Wechseln der Motivsituation erfordert allerdings immer ein paar Sekunden. Daher lohnt es sich, sich einzuprägen, welche intelligente Einstellung für welche Situation die beste ist.
Wer schließlich kreative Bilder machen will oder der recht guten Kameraautomatik nicht traut, kann Blende, Belichtung oder beides manuell einstellen. Samsung nennt das den Expertenmodus. Die kürzeste Belichtungszeit liegt bei 1/2000 Sekunden, die Anfangsblendenöffnung bei F2,8. Mit einer Spiegelreflexkamera und auch mit einer hochpreisigen Kompaktkamera kann die Samsung Galaxy Camera aber nicht ganz mithalten. Dazu ist Kamera letzten Endes zu langsam. Daran ändert auch der 1,4 GHz-Quadcore-Prozessor nichts, der in der Kamera sitzt.
Galaxy Camera: Großer Sucher-Bildschirm
Als Sucher dient der 10,5x6 cm große HD Super Clear LCD-Bildschirm, der mit 1280x720 Pixeln auflöst und so manchen Profifotografen neidisch macht. Damit lässt sich auf dem Display relativ gut beurteilen, wie das Bild gelungen ist. Nachteil: Das Display frisst viel Akku. Samsung hat sich für eine Akkukapazität von 1650mAh entschieden. Das ist für ein solches Gerät schlicht unterdimensioniert. Daher kommen Sie, wenn Sie auf Fototour gehen, mit einem Akku nicht über den Tag. Ein optischen Sucher, der Akkukapazität sparen helfen würde, gibt es nicht.
Galaxy Camera im Test: Bildqualität
Ein Bildstabilisator verhindert böse Verwackler bei Ihren Aufnahmen. Die Bildqualität ist gut, insbesondere bei hohen Kontrasten spielt die Kamera ihre Stärken aus (siehe Foto 1)und holt noch Details raus. Wenn das dagegen zu viel Licht ins Bild kommt, überstrahlt die Kamera. Jegliche Zeichnung fehlt dann. Videos leiden an der üblichen Trägheit beim Zoomen. Vorübergehend bleibt das Bild unscharf.
Wer mit den Bildergebnissen nicht ganz zufrieden ist oder einfach gern mit Filtern und Farben spielt, kann sich Apps aus dem Google Play oder Samsung App Store herunterladen und die Fotos damit bearbeiten oder die von Samsung vorinstallierte Bildbearbeitung nutzen. Im Laufe des Kurztestes stürzte die Kamera dabei jedoch einmal komplett ab, so das nur noch Akku raus und wieder ein die Situation retten konnte. Der "Movie Wizard" erlaubt Filmschnitt und Bearbeitung von eigenen Videos über das Touch Display.
Anschließend können die Fotos direkt per 3G-Netz oder WLAN auf Facebook & Co oder auf Dropbox hochgeladen werden. Das hat im Test mit Vodafone-SIM-Karten sehr gut funktioniert. Über Samsung AllShare können Nutzer direkte Verbindungen zu anderen GALAXY Geräten wie dem GALAXY SIII oder dem GALAXY Note II herstellen, um Fotos auszutauschen.
Galaxy Camera: Test-Fazit
Die Samsung Galaxy Camera bietet das, was einem Smartphone fehlt: eine gute Kamera mit vielen Einstelloptionen. Dafür müssen Sie 300 Gramm Gewicht in Kauf nehmen. Gegenüber gängigen Kameramodellen bietet sie den Vorteil der Vernetzung: Die aufgenommenen Fotos können jederzeit und überall blitzschnell verschickt und mit anderen Nutzern geteilt werden - per WLAN oder Mobilfunk. Nach ein bisschen Einarbeitung findet man alle Einstelloptionen ohne größere Probleme. Die Bildqualität ist gut. Die Auslöseverzögerung bei schlechtem Licht ist verbesserungswürdig. Und für die Galaxy Camera der zweiten Generation wünscht sich die Redaktion einen Akku mit mindestens doppelter Kapazität.
Die Samsung Galaxy Camera ist ab KW 48 für run 500 Euro Straßenpreis im Handel erhältlich.

Für rund 500 € kauf ich mir ne vernünftige (Einsteiger) DSRL und habe eindeutig mehr Spass mit der Kamera.
Wieder mal nen Spielzeug für "Poser"