Cyberpunk 2077 Phantom Liberty: Überraschende Ergebnisse mit dem Ryzen-SMT-Fix und unser CPU-Fazit
Der große PCGH-CPU-Test zu Cyberpunk 2077: Wir beschäftigen uns mit dem AMD-SMT-Patch der Entwickler und ziehen schließlich ein Fazit.
Ja, wir sind ja selbst schuld. Wir haben CD Projekt Red solange genervt, bis ihnen aufgefallen ist, dass AMD-Prozessoren mit mehr als sechs Kernen Performance-Defizite aufweisen. Das ist uns vor allem dank der PCGH-Community gelungen, die eifrig Benchmarks am eigenen PC durchgeführt hat, aber auch durch die Messungen anderer Communitys im deutschsprachigen Raum. Das Problem kurz erklärt, für alle, die das zum ersten Mal hören: Kurz nach Release von Cyberpunk 2077 ist Usern bei Reddit aufgefallen, dass AMD-Ryzen-Prozessoren ihre Leistung nicht auf die Straße bekommen. Es hat sich schnell herauskristallisiert, dass die SMT-Threads nicht korrekt ausgelastet werden, während Intel-Prozessoren dieses Problem nicht haben. Den Reddit-Post von 2020 finden Sie hier, inklusive der alten, aber immer noch aktuellen Anleitung, wie Sie dieses Problem umgehen können (erster Kommentar).
Am 19.12.2020 veröffentlichte CD Projekt Red das Update Hotfix 1.05, welches sich dieses Problems annehmen sollte. Es sorgt für eine optimierte Standard-Kern-/Thread-Auslastung für Vier-Kern- und Sechs-Kern-AMD-Ryzen-Prozessoren. Acht-Kern-, Zwölf-Kern- und 16-Kern-Prozessoren dagegen bleiben unverändert und verhalten sich "wie vorgesehen", so CDPR. Diese Änderung wurde in Zusammenarbeit mit AMD implementiert und basiert auf Tests auf beiden Seiten, die zeigen, dass eine Leistungsverbesserung nur bei CPUs mit sechs Kernen und weniger auftritt. Das Problem war somit geboren, dass alles mit acht oder mehr Kernen fortan ohne SMT-Threads auskommen musste. Doch jetzt ist Schluss damit!
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Cyberpunk 2077 Phantom Liberty: Der AMD-SMT-Fix
Damit Sie die Werte nachvollziehen können, erklären wir Ihnen jetzt, wie der AMD-Patch im Cyberpunk 2.0 Update funktioniert. Wenn Sie einen Ryzen-Prozessor verbaut haben, taucht im Optionsmenü unter Gameplay eine neue Option namens AMD Simultaneous Multithreading (SMT) auf. Ab Werk steht diese Option auf Automatisch und diese erkennt laut Entwickler in den meisten Situationen die optimale Performance. Vermutlich greift das Spiel auf eine Datenbank zurück und erkennt so nach Abfrage der verbauten CPU, ob es sinnvoll ist, die SMT-Threads anzusprechen oder nicht. Schalten Sie die Option auf An, so wird AMD-SMT jederzeit genutzt. Schalten Sie die Funktion auf Aus, werden die SMT-Threads nicht angesprochen. Das passiert unabhängig davon, ob Sie SMT (im UEFI!) tatsächlich ein- oder ausgeschaltet haben. Natürlich kann das Spiel die SMT-Threads nur ansprechen, wenn diese auch vorhanden sind. Ab Werk läuft jedoch jede Ryzen-CPU mit eingeschaltetem SMT.
Quelle: PCGH
Für die meisten Spieler ist die automatische Einstellung am einfachsten. Versierte Nutzer, die genau wissen, welche CPU sie verbaut haben, können mit der manuellen Einstellung jedoch noch mehr Leistung gewinnen. Unsere Empfehlung auf Basis der uns vorliegenden Benchmarks: Bei Ryzen-Sechskernern Automatisch, bei Acht- und Zwölfkernern An und bei 16-Kernern Aus. Am besten testen Sie die Funktion selbst, Neustart zwischen dem Umschalten nicht vergessen.
Obwohl diese Funktion eigentlich nur für Achtkerner designt wurde, haben wir den Test mit allen Kernvariationen gewagt - und sind überrascht. Bei einem Ryzen 5 7600 mit sechs Kernen sorgt das Umschalten von Aus auf An für satte 27 Prozent mehr Fps. Die automatische Einstellung vom Spiel her sieht das ebenso, es werden alle logischen Prozessoren korrekt angesprochen. Beim Test mit dem Achtkerner Ryzen 7 7800X3D zeigt sich das ganze Ausmaß an brachliegender Performance, die Nutzer vor dem 2.0-Update von Cyberpunk 2077 nur mit einem inoffiziellen Fix freilegen konnten. Schalten Sie das AMD-SMT im Optionsmenü an, dann sind Ihnen satte 45 Prozent höhere Fps sicher. Das ist gewaltig und noch viel mehr, als es vorher der Fall war (siehe AMD-Akte-Special). Die automatische Einstellung sieht das ebenso, bringt aber mit einem Plus von 38 Prozent einen etwas kleineren Gewinn als die händisch forcierte Option.
Ähnlich verhält es sich auch beim Zwölf-Kerner Ryzen 9 7900X: Hier sind die Sprünge jedoch viel kleiner. Dennoch können Sie rund sieben Prozent höhere Fps erwarten, wenn Sie das Spiel auf allen logischen Kernen berechnen lassen. Beim 16-Kerner schließlich sind die Unterschiede kaum noch messbar. Hier scheint sogar die Berechnung ohne SMT-Threads am besten zu laufen. Ausprobieren lohnt sich, ganz abhängig davon, auf welche CPU Sie setzen. Bei einem Intel-Prozessor wird die Option im Menü übrigens nicht angeboten, erstere weisen das Problem gar nicht erst auf. Wir möchten uns an dieser Stelle bedanken, dass CD Projekt Red auf das Feedback von PCGH, unseren Foren-Usern und anderen Communitys gehört hat.
Cyberpunk 2077 Phantom Liberty: Fazit aus all den CPU-Messungen
CPU-Tester David Ney zeigt sich völlig aus dem Häuschen, wie könnte er auch anders, bei dieser grandiosen Vorstellung von Cyberpunk 2077. Egal, ob Sie jetzt erst mit dem 2.0-Update einsteigen, oder schon den dritten Durchlauf planen, die Zeit war nie besser, um sich jetzt in Night City zu stürzen. Aufseiten der CPU-Benchmarks ist ein Fazit einfach gezogen: Sie sollten mindestens auf sechs Kerne (mit SMT) setzen, wenn Sie halbwegs flüssig Night City mit Raytracing genießen wollen. Das kann auch ein altehrwürdiger Core i7-8700K oder Ryzen 5 3600 sein, welche Sie mit schnellem Arbeitsspeicher aus der Reserve locken können. Noch besser wäre allerdings ein vernünftiger Achtkerner, dann stimmen nämlich auch die Perzentile beziehungsweise Frametimes für ein flüssiges Spielgefühl. Nutzern von AMD-Ryzen-Prozessoren empfehlen wir, sich die SMT-Option im Hauptmenü zur Brust zu nehmen. Nutzer einer Intel-CPU benötigen das indes nicht, dort kann die Red-Engine selbstständig die beste Performance herausholen.
Sind Sie schon in Night City unterwegs? Oder wird das Ihr erster Ausflug, beflügelt durch das 2.0-Update? Wie immer freuen wir uns über Ihre fundierte Meinung in Form eines Kommentars zu diesem Artikel. Schon morgen erwarten Sie dann auch die Grafikkarten-Benchmarks, Sie dürfen gespannt sein. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und ordentlich durchgezockte Nächte in Night City wünscht die PCGH.


Warum wird bei einer Neuentwicklung eines Spieles nicht gleich so geplant das man das maximum aus der Hardware holen kann? Wie lange gibt es 8 Kerner am Markt? Die ersten kamen 2010! 13 Jahre später kommen die ersten Games die 16 Threads unterstützen? Warum wird jetzt nicht schon mit 64 oder 128 Threads für Games geplant? Es liegt noch soviel Potenzial in den CPU´s die einfach nicht genutzt werden kann!
Ein bisschen vorrausschauender zu planen darf doch wohl nicht zuviel verlangt sein?
Alle Prozessoren mit mehr als 8 Kernen (16Threads) schauen in die Röhre. Das muss doch besser gehen!
so genug gemeckert!
Grüße!
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Ohne SMT Fix:
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Mit SMT Fix:
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Oder wurde der SMT-Fix schon beim Testen der 60 CPUs berücksichtigt ? Der Artikel kam ja schon eine halbe Stunde später....