Cyberpunk 2077: 50 Minuten Gameplay auf der E3 - The Future is now!
Auch auf der diesjährigen E3 in Los Angeles nahm uns CD Projekt RED mit auf eine Reise in die Zukunft von Cyberpunk 2077. Lesen Sie in unserer Mega-Preview, welche Abenteuer unsere Hauptfigur V in diesem Jahr erlebt - und warum Cyberpunk ein waschechtes, tiefgehendes Rollenspiel ist.
In diesem Artikel
Keine langen Vorreden: Auf der E3 2019 in San Francisco zeigen die Entwickler von CD Projekt RED einmal mehr, dass sie derzeit in konkurrenzlosen Höhen unterwegs sind. Natürlich reden wir von Cyberpunk 2077, das mit Watch Dogs Legion derzeit um den Preis des Spiels der Messe rangelt. Hinter verschlossenen Türen sahen wir einmal mehr 50 live gespielte Minuten aus Night City, dem Schauplatz von Cyberpunk 2077. Unser Reiseführer: Level Designer Miles Tost, den aufmerksame Leser noch aus unserem Mega-Interview aus dem letzten Jahr kennen.
Brigitte verzweifelt gesucht
"Was wir euch heute zeigen, hat bisher keiner außerhalb des Studios gesehen", eröffnet Miles Tost. Und das buchstäblich, denn wir sind die erste Gruppe, die das Spiel zu sehen bekommt. "Heute wollen wir euch primär Spielmechaniken zeigen, und das etwa zur Mitte des Spiels." Held V, diesmal in der männlichen Variante, hat schon einige Perks freigeschaltet, muss aber immer noch herausfinden, was es mit dem Biochip in seinem Kopf auf sich hat. Spoiler-Alarm: Er trägt das Geheimnis der Unsterblichkeit in sich. Dazu tummelt sich noch Johnny "Keanu" Silverhand in unserem Kopf, so ein bisschen wie Cortana beim Master Chief.Was wir euch heute zeigen, hat bisher keiner außerhalb des Studios gesehen
"Ihr seid auf der Suche nach Brigitte, der Anführerin der Voodoo Boys", erklärt Miles Tost. Die ist die Chefin dieser Gang, die sich vor allem in Pacifica herumtreibt: Dieser am Meer gelegene Stadtteil sollte einst das Domizil der Reichen und Schönen werden, doch aus Gründen sprangen alle Investoren ab und hinterließen allerhand unfertige Bauten, in denen sich allerlei zwielichtige Bewohner niedergelassen haben, die in den anderen fünf Stadtteilen schräg angesehen würden. Anders als die Burschen, die wir im letzten Jahr um ihren Roboter erleichtert haben, besitzen die Voodoo Boys allerdings durchaus Ansehen in der hiesigen Bevölkerung.
Gute Attribute
Ein kurzer Blick auf die Charaktererstellung: Wir suchen uns zum Spielstart unseren Hintergrund beziehungsweise Lebensweg aus - Nomad, Street Kid und Corporate heißen die drei Varianten. Dazu kommen die schon im letzten Jahr vorgestellten Individualisierungen: Geschlecht, Auge, Nase, Ohren, Mund, Kinn, Bart, externe Verkabelungen, Frisur, Haut und Augen.
"Das mag sich im finalen Spiel noch ändern, aber wir wollten euch zeigen, was derzeit alles möglich ist", sagt Miles Tost. Dazu packen wir rollenspieltypisch Punkte in die Attribute Körperbau, Intelligenz, Reflexe, Technikverständnis und Coolness. Hier heißt es weise wählen, denn je nach Attributsverteilung öffnen sich uns später neue Wege beziehungsweise Dialogoptionen. Was natürlich den Wiederspielwert immens erhöht.
Universalübersetzer inklusive
Ab geht's ins Spiel: Das Interface ist erfreulich zurückhaltend, nur eine Karte unten links und etwaige Munitionsvorräte in Kämpfen unten rechts verdecken den Blick auf Night City. Und der ist prächtig: Draußen geht langsam die Sonne unter, während wir uns durch eine schummrig ausgeleuchtete Kirche vortasten, in der gerade eine Beerdigung stattfindet. Wir könnten dem kreolisch sprechenden Redner zuhören, aber suchen einen Kontakt, der uns zu Brigitte bringen kann. Denn die Voodoo Boys sind die besten Hacker und Netrunner der Stadt.
Unser Kontaktmann spricht uns kurz darauf seinerseits an, und wir können ihm auf drei Arten und Weisen antworten. Wir beschließen die freundlichste und fragen ihn nach Brigitte. Die ist natürlich nicht hier - stattdessen sollen wir bei Placide vorbeischauen, der in einem Fleischergeschäft auf der Carne Street - hah! - arbeitet. Er habe einen neuen Auftrag für uns. Fleischer, das ist 2077 ein eher technischer Beruf: "Der stellt synthetisches Fleisch her, echtes ist ein wahrer Luxusartikel", erklärt Miles Tost. Übrigens: Ein Augenimplantat übernimmt die Übersetzung des Kreolischen, das auch unser Kontakt verwendet - was die Authentizität und das Spielgefühl mächtig erhöht.
Ich verkaufe diese schönen Lederjacken
Wir treffen Placide in seinem Laden und nach kurzem Gespräch bittet er uns, ihm zu folgen - vermutlich in sein Büro. Auf dem Weg dorthin erzählt er uns ein paar Geschichten über Pacifica, speziell über die Great Imperial Mall, kurz: GIM. Auch die wurde nie fertiggestellt, ist seit letzter Woche aber von einer Gang besetzt: den Animals. Bei Raytracing-Sonnenuntergang und einem Blick auf Riesenrad, Achterbahnen und das Wasser stellen wir uns wehmütig vor, was aus diesem Stadtteil hätte werden können.Cyberpunk 2077 ist ein waschechtes Rollenspiel - Crafting inklusive
"In den halbfertigen Bauten gibt es auch viele Märkte, in denen ihr elektronische Goodies und andere Waren kaufen könnt", sagt Miles Tost. Wie etwa einem Geschäft, an dem wir vorbeikommen und in dem Placide ein Schwätzchen mit einer Bekannten hält. Wir nutzen die Zeit, um uns die Auslagen anzusehen: Rollenspielkonform sind die je nach Gütegrad violett, blau, grün und grau markiert.
Wir schnappen uns das Software-Upgrade Daemon Deadlock, eine neue Netrunning-Fähigkeit. Denn unser Held nutzt statt seiner Muckis sein Köpfchen, um Hindernisse zu überwinden. Dazu kommt eine schöne Lederjacke, die wir im Inventar verstauen. Dort sehen wir neben Klamotten und Knarren auch ein paar Attribute - sowie weitere Reiter namens Stufe, Ruf, Ausrüstung, Charakter, Karte und Quests. Ja, Cyberpunk 2077 ist ein waschechtes Rollenspiel - Crafting inklusive.
Ab ins Einkaufszentrum
In Placides Büro angekommen, eröffnet der uns, sich mit unserer "Gehirn-Hardware" verbinden zu wollen. "Das ist eigentlich ein großes Tabu", sagt Miles Tost, "aber Placide ist eure einzige Chance, zu Brigitte zu kommen." Wir stimmen also zu, was von Johnny etwas launig kommentiert wird. Placide checkt die Taten aus der 2018er E3-Demo und erkennt den Mystery-Chip, wovon wir aber geschickt ablenken. Dabei sind einige Antworten zwar lesbar, aber ausgegraut, weil wir in den dafür notwendigen Attributen und Perks nicht genug Punkte versenkt haben.
Jetzt zeigt uns Placide unser Ziel: Wir sollen herausfinden, was es mit dem seltsamen Lieferwagen auf sich hat, den die Animals im Einkaufszentrum geparkt haben. Derweil kommt ein anderer Voodoo Boy ins Büro, den Placide aber wieder verjagt. "Begegnungen wie diese könnt ihr oft kommentieren oder Fragen dazu stellen", sagt Miles Tost. "Dadurch schalten sich möglicherweise neue Optionen oder Dialoge frei." Derweil hat Placide unsere Implantate mit dem Netzwerk seiner Gang verbunden, über das er uns bei unserer Mission unterstützen will - hurra, jetzt haben wir gleich zwei Stimmen im Kopf. Bei all dem wabern kinofilmmäßig dunkle Elektronica-Klänge aus den Lautsprechern, die die Handlung untermalen. Schick.
Sonnenuntergang in Pacifica
Schick sieht es auch draußen auf dem Weg zur Mall aus, den wir aus Zeitgründen mit dem Motorrad zurücklegen. "Global Illumination gepaart mit unserem Dynamic Light System", kommentiert Miles Tost knapp. Im fertigen Spiel dürfen wir übrigens auch andere Fahrzeuge lenken und aus einer Reihe von Radiosendern wählen, die uns in die richtige Stimmung versetzen - GTA lässt grüßen.Global Illumination gepaart mit unserem Dynamic Light System
Pacifica ist der südlichste der sechs Stadtteile von Night City, durch die wir uns komplett ohne Ladebildschirme bewegen. "Wegen Gangaktivitäten ist er etwas weniger belebt als die anderen", sagt Miles Tost, während wir unser Zweirad an brennenden Barrikaden vorbeisteuern, deren Rauch vom Sonnenlicht und unserem Motorradscheinwerfer volumetrisch angeleuchtet wird.
Vor dem Einkaufszentrum warten zwei Wachposten von Placide, die uns empfehlen, den Hintereingang zu nehmen. Gut hingehört: Ihre und unsere Stimmen haben etwas mehr Echo, weil wir uns auf einem menschenleeren Parkplatz unterhalten, wodurch die Schallwellen unserer Stimmen ohne Hindernisse auf die umliegenden Betonmauern prallen und zurückgeworfen werden. Wir könnten jetzt auch von vorne in die Mall, doch auch Placide rät davon ab. Na schön.



DA: Inquisition ist doch immerhin nicht so hart wie der zweite Teil. Und Andromeda, okay. war harter Tobak. Von 76 würde ich in dem Zusammenhang dann lieber nicht sprechen.
Ansonsten breite Zustimmung zu deinem Post.
Ein gutes 3D-RPG wäre nach meinem Verständnis inhaltlich ehr etwas das in die Richtung eines Fallout: New Vegas geht, oder auch Divinity: Original Sin 1 & 2. Das sind gute RPGs, in 3D Grafik, wo Charakterentwicklung nicht nur in weiten Teilen Kosmetik ist, man wirkliche Wahlmöglichkeiten zum lösen von Quests bekommt und Entscheidungen sichtbare und nachvollziehbare Auswirkungen haben, eben alles das was ein RPG ausmachen sollte.
DA: Inquisition ist doch immerhin nicht so hart wie der zweite Teil. Und Andromeda, okay. war harter Tobak. Von 76 würde ich in dem Zusammenhang dann lieber nicht sprechen.
Ansonsten breite Zustimmung zu deinem Post.
Haha, nein ernsthaft, CDPR hat mit einem The Witcher 3 die Messlatte im ARPG / Action Adenvtures Genre 2015 wirklich hart nach oben gelegt, es gibt wohl aktuell keinen Entwickler / Publisher der im AAA Segment schafft wirklich vergleichbares zu liefern, außer vielleicht noch aktuell zumindest in Teilen Rockstar mit Red Dead Redamption 2 & Ubisoft Montreal mit Assassins Creed: Odyssey und so wie es nach aktuellen Stand aussieht könnte Cyberpunk 2077 nächstes Jahr die Messlatte nochmal eine Etage nach oben befördern.
Aber das ist eben halt auch ein grundsätzliches / substanzielles Problem im Genre, wieso es niemand aktuell schafft CDPR bei ARPGs / Action Adventures Paroli zu bieten. Die Größen wie EA & Ubisoft wollen maximalen Gewinn, für selbigen aber möglichst wenige bis gar keine Risiken eingehen. CDPR hat mit TW3 und Cyberpunk 2077 Kapital in die Hand genommen und ist beim Inhalte entwickeln Risiken eingegangen und wurde dafür eben auch mit Erfolg belohnt.
Klar, es hätte auch anders ausgehen können, aber eigentlich hieß es früher in der Privatwirtschaft auch mal, wer nicht wagt, der eben auch nicht gewinnt.
CDPR hat gewagt und bis dato gewonnen, mal sehen ob sie das auch bei Cyberpunk 2077 fortsetzen können, aber aktuell bin ich da eigentlich, wie schon gesagt wurde, noch recht zuversichtlich.
E3 2019: Cyberpunk 2077 Gameplay Demo Was on PC, Not PS4 Pro - Push Square
aber das Fazit ist schon mutig
nach nur 50 Minuten Gameplay so etwas zu schreiben
Ich bin als Rollenspieler aber immer an Studios interessiert, die ein 3D-RPG mit solchen Wahlmöglichkeiten und solcher Präsentation auch so gut hinbekommen - darfst mir gerne welche nennen.