Core i5-4570T im Test: Haswell-Dualcore mit 35 Watt TDP
Quelle: PC Games Hardware
Der Core i5-4570T ist der bisher einzige Haswell-Prozessor für Desktop-Systeme, welcher über nur zwei statt vier Kerne verfügt. Im Test erweist sich der 35-Watt-Chip dank der geringen TDP als sehr sparsam und dennoch flott. Einzig der Preis ist sehr hoch angesetzt.
Inhaltsverzeichnis
- Seite 1Core i5-4570T im Test: - Specs, Benchmarks und Fazit
- 1.1Core i5-4570T im Test: Modellpalette und Spezifikationen
- 1.2Core i5-4570T im Test: Spieleleistung im Überblick
- 1.3Core i5-4570T im Test: Anwendungsleistung im Überblick
- 1.4Core i5-4570T im Test: Stromverbrauch im Leerlauf, bei Teil- und Voll-Last sowie in Spielen
- 1.5Core i5-4570T im Test: Overclocking
- 1.6Core i5-4570T im Test: Zusammenfassung und Fazit
- Seite 2Core i5-4570T im Test: - Testsystem, Benchmarks und Treiber
- Seite 3Bildergalerie zu "Core i5-4570T im Test: Haswell-Dualcore mit 35 Watt TDP"
Die für Spieler spannenden mit vier Kernen ausgestatteten Haswell-Prozessoren Core i7-4770K, Core i5-4670K und Core i5-4570 überprüften wir bereits auf ihre Leistung, die Dualcores in Form der Core i3 erscheinen jedoch erst im Herbst. Allerdings gibt es mit dem Core i5-4570T einen Exoten: Das T zeigt an, dass die TDP bei nur 35 Watt liegt, das i5-Präfix weist darauf hin, dass Features wie ein Turbo, AVX2, PCI-Express 3.0, TSX, AES und sogar VT-d aktiviert sind - der Preis für diese vermeintlich eierlegende Wollmilchsau beläuft sich jedoch auf fast 200 Euro, zudem ist er nur als Tray-Version verfügbar.
Der Core i5-4570T wurde uns freundlicherweise von Alternate als temporäre Leihgabe zur Verfügung gestellt.
Core i5-4570T im Test: Modellpalette und Spezifikationen
Teildeaktivierter Quadcore im C0-Stepping
Quelle: PC Games Hardware
Der 4570T ist der bisher einzige Desktop-Dualcore. Die Rückseite des Trägers und auch das ausgelesene C0-Stepping lassen jedoch darauf schließen, dass Intel hier keinen nativen Zweikerner verbaut, sondern vermutlich einen Vierkerner zurechtgestutzt hat. Im Falle des Vorgängers, des Core i5-3470T, setzte der Hersteller noch auf ein Dualcore-Die wie bei den später erschienen Core i3.
Der Chip selbst bietet wie erwähnt zwei Rechenherzen, diese greifen auf 4 MiByte L3-Cache zurück und können dank SMT (Simultaneous Multithreading) vier Thread parallel berechnen - im Prinzip handelt es sich also um einen halbierten Core i7-4770K. Der Core i5-3470T bot übrigens nur 3 MiByte L3-Caches. In Sachen Takt liefert der 4570T einen Grundfrequenz von 2,9 GHz und einen Turbo von 3,3 bis 3,6 GHz. Die Grafikeinheit taktet von 200 bis 1.150 MHz - all das steckt in 35 Watt TDP, daher auch das T-Suffix.
| Modell | Kerne | Basistakt | Turbotakt | L3-Cache | Grafikeinheit | iGPU-Takt | TDP | Listenpreis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Core i5-4670K | 4 | 3,4 GHz | bis zu 3,8 GHz | 6 MiByte | HD Graphics 4600 | bis zu 1,20 GHz | 84 Watt | 242 USD |
| Core i5-4670 | 4 | 3,4 GHz | bis zu 3,8 GHz | 6 MiByte | HD Graphics 4600 | bis zu 1,20 GHz | 84 Watt | 213 USD |
| Core i5-4670S | 4 | 3,1 GHz | bis zu 3,8 GHz | 6 MiByte | HD Graphics 4600 | bis zu 1,20 GHz | 65 Watt | 213 USD |
| Core i5-4670T | 4 | 2,3 GHz | bis zu 3,3 GHz | 6 MiByte | HD Graphics 4600 | bis zu 1,20 GHz | 45 Watt | 213 USD |
| Core i5-4570 | 4 | 3,2 GHz | bis zu 3,6 GHz | 6 MiByte | HD Graphics 4600 | bis zu 1,15 GHz | 84 Watt | 192 USD |
| Core i5-4570S | 4 | 2,9 GHz | bis zu 3,6 GHz | 6 MiByte | HD Graphics 4600 | bis zu 1,15 GHz | 65 Watt | 192 USD |
| Core i5-4570T | 2 | 2,9 GHz | bis zu 3,6 GHz | 4 MiByte | HD Graphics 4600 | bis zu 1,15 GHz | 35 Watt | 192 USD |
| Core i5-4430 | 4 | 3,0 GHz | bis zu 3,2 GHz | 6 MiByte | HD Graphics 4600 | bis zu 1,10 GHz | 84 Watt | 182 USD |
| Core i5-4430S | 4 | 2,7 GHz | bis zu 3,2 GHz | 4 MiByte | HD Graphics 4600 | bis zu 1,10 GHz | 65 Watt | 182 USD |
Core i5-4570T im Test: Spieleleistung im Überblick
Core i5 4570T mit Turbo auf einem Kern
Quelle: PC Games Hardware
Als Basis unserer Spiele-Benchmarks dient ein neuer Test-Parcours So kommen Anno 2070, Battlefield 3, Crysis 3, Dirt Showdown (inklusive AVX - sofern es die CPU unterstützt), Starcraft 2 Heart of the Swarm und The Elder Scrolls 5 Skyrim zum Einsatz. Als Grafikkarte zeichnet eine auf 900/3.300 MHz übertaktete Geforce GTX Titan verantwortlich, die Auflösung beträgt 1.280 x 720 Pixel ohne Kantenglättung oder anisotrope Filterung, dies verhindert eine Grafiklimitierung und zeigt das volle Potenzial der getesteten Prozessoren. Falls Sie Ihr System benchen möchten, werfen Sie einen Blick auf die Benchmark-FAQs: So testet PCGH CPUs und Grafikkarten mit Spielen.
Angesichts von "nur" zwei Kernen samt SMT und 35 Watt TDP schlägt sich Core i5-4570T extrem gut. Im Mittel unseres Spiele-Parcours liegt er gut 20 Prozent vor einem Core i3-3220. Hier sorgen die höhere Frequenz plus Turbo, der größere L3-Cache sowie die durch die Architektur bedingte verbesserte Leistung pro Takt für den Unterschied. Der 4570T rangiert damit auf Augenhöhe mit AMDs FX-8350, dem allerdings Starcraft 2 überhaupt nicht schmeckt - lässt man Heart of the Swarm außen vor, ist der FX klar flotter. Zudem zeigt Crysis 3, dass ein Dualcore - und sei er noch so rechenstark - bei modernen Spielen Probleme bekommt.
Core i5-4570T im Test: Anwendungsleistung im Überblick
Core i5 4570T mit Turbo auf zwei (allen) Kernen
Quelle: PC Games Hardware
Der neue Parcours besteht aus 7-Zip (reales Packen von 3 GiByte gemischten Dateien), der Bildbearbeitung Faststone Image Viewer (100 Screenshots von 5.120 x 2.880 samt Lanczos-Filter auf 1.920 x 1.080 Pixel verkleinern, ein Singlethread-workload), der FPU-lastige Luxmark unter Open CL (die integrierte Grafikeinheit - sofern vorhanden - rechnet mit) sowie der Integer-lastigen Videokonvertierung via x264 HD.
Auch im Anwendungsbereich vermag der Core i5-4570T durchaus zu glänzen, der Vorsprung zum Core i-3220 beläuft sich auf etwa 18 Prozent. Die größten Unterschiede zeigen der Integer-lastige x264 HD, der Haswell dank der vierten ALU liegt, sowie der Luxmark - hier ist die HD Graphics 4600 der HD Graphics 2500 schlicht meilenweit überlegen. Die Singlethread-Leistung des 4570T ist ansprechend, bei Multithreading aber fällt er gegen ähnlich teure CPUs weit zurück.
| Modell | App-Leistung | 7-Zip | Image Viewer | Luxmark (mit iGPU) | x264 HD, Test 2 |
|---|---|---|---|---|---|
| Core i7-3970X | 100,0% | 217 Sekunden | 122 Sekunden | 739 Ks/Sekunde | 20,7 Fps |
| FX-8350 | 77,4% | 256 Sekunden | 141 Sekunden | 484 Ks/Sekunde | 15,1 Fps |
| Core i5-4670K | 76,2% | 398 Sekunden | 111 Sekunden | 569 Ks/Sekunde | 13,9 Fps |
| Core i7-2600K | 74,7% | 309 Sekunden | 120 Sekunden | 499 Ks/Sekunde | 12,8 Fps |
| Core i5-4570 | 73,4% | 407 Sekunden | 117 Sekunden | 561 Ks/Sekunde | 13,2 Fps |
| Core i5-3570K | 73,1% | 367 Sekunden | 116 Sekunden | 542 Ks/Sekunde | 12,1 Fps |
| Core i5-3470 | 68,4% | 372 Sekunden | 118 Sekunden | 451 Ks/Sekunde | 11,2 Fps |
| FX-6350 | 63,1% | 322 Sekunden | 141 Sekunden | 364 Ks/Sekunde | 10,5 Fps |
| Core i7-875 | 62,4% | 335 Sekunden | 157 Sekunden | 419 Ks/Sekunde | 10,7 Fps |
| FX-6300 | 61,0% | 329 Sekunden | 144 Sekunden | 340 Ks/Sekunde | 10,1 Fps |
| Core i5-4570T | 59,2% | 571 Sekunden | 117 Sekunden | 477 Ks/Sekunde | 7,4 Fps |
| A10-6800K | 57,9% | 467 Sekunden | 139 Sekunden | 458 Ks/Sekunde | 8,1 Fps |
| Core i5-2500K | 57,6% | 446 Sekunden | 128 Sekunden | 287 Ks/Sekunde | 10,4 Fps |
| A10-5800K | 54,8% | 492 Sekunden | 146 Sekunden | 427 Ks/Sekunde | 7,7 Fps |
| FX-4350 | 52,9% | 423 Sekunden | 139 Sekunden | 266 Ks/Sekunde | 8,1 Fps |
| Ph. II X6 1100T | 52,7% | 424 Sekunden | 186 Sekunden | 295 Ks/Sekunde | 11,3 Fps |
| A8-5600K | 50,6% | 501 Sekunden | 154 Sekunden | 353 Ks/Sekunde | 7,3 Fps |
| A10-5700 | 50,3% | 541 Sekunden | 152 Sekunden | 382 Ks/Sekunde | 6,8 Fps |
| Core i3-3220 | 50,2% | 559 Sekunden | 136 Sekunden | 329 Ks/Sekunde | 6,6 Fps |
| FX-4300 | 49,3% | 450 Sekunden | 149 Sekunden | 251 Ks/Sekunde | 7,4 Fps |
| Core i5-760 | 46,5% | 534 Sekunden | 164 Sekunden | 258 Ks/Sekunde | 7,9 Fps |
| Ath. II X4 750K | 46,1% | 503 Sekunden | 154 Sekunden | 220 Ks/Sekunde | 7,2 Fps |
| Ph. II X4 965 | 40,7% | 566 Sekunden | 201 Sekunden | 209 Ks/Sekunde | 7,6 Fps |
| Pentium G2120 | 40,0% | 872 Sekunden | 145 Sekunden | 219 Ks/Sekunde | 5,3 Fps |
| C2Q Q9550 | 36,7% | 745 Sekunden | 188 Sekunden | 174 Ks/Sekunde | 6,5 Fps |
Core i5-4570T im Test: Stromverbrauch im Leerlauf, bei Teil- und Voll-Last sowie in Spielen
Das Testsystem vertraut wie erwähnt auf eine Geforce GTX Titan (13 Watt in 2D). Um möglichst gute Werte zu erzielen, kombinieren wir jede CPU-Generation mit dem laut unseren Tests sparsamsten ATX-Board für den jeweiligen Sockel; selbstverständlich mit aktuellem UEFI und aktivierten Stromsparmodi. Wir messen im Leerlauf, bei Singlethread-Last (Faststone Image Viewer), bei Multithread-Last (x264 HD) und in Crysis 3 (720p, Very High).
Der 35-Watt-Dualcore ist laut unseren Messungen der drittsparsamste Chip im Testfeld, zumindest in Spielen. Im Leerlauf oder bei Teil- wie Volllast rein auf der CPU ist der 4570T nicht weit vom Core i3-3220 entfernt. Die Differenz aus Leerlauf und Vollast beträgt 26 Watt, allerdings arbeitet die iGPU hier nicht und die Wandlerverluste sind nicht eingerechnet. Die 35-Watt-Klassifizierung hat Intel zu Recht vergeben.
Core i5-4570T im Test: Overclocking
Core i5 4570T im Leerlauf
Quelle: PC Games Hardware
Abhängig vom Mainboard, etwa mit unserem MSI Z87-G43, ist es möglich, auch bei einer T-SKU den maximalen Turbo-Takt auf allen Kernen anzulegen. Somit rechnet der Core i5-4570T dann konstant mit 3,6 statt mit 3,3 GHz - das sind jedoch nur knapp zehn Prozent mehr Takt, weswegen die Leistung nicht sonderlich steigt. Der x264 HD Test #2 etwa legt von 7,4 auf 8,0 Fps zu und der Stromverbrauch des Systems erhöht sich hierbei von 63 auf 68 Watt (bei Auto-Vcore).
Core i5-4570T im Test: Zusammenfassung und Fazit
Simultaneous Multithreading (SMT) samt der aktuellen Haswell-Architektur verhelfen dem Core i5-4570T trotz nur zwei Kernen und einer mit 35 Watt sehr niedrigen TDP zu einer ansprechenden Leistung - kein Dualcore war je schneller. Allerdings lässt sich Intel die i5-Features und den sehr geringen Stromverbrauch einiges kosten, denn der 4570T ist als Tray-Variante (eigentlich nur für OEMs bestimmt) mit rund 170 Euro arg teuer. Für den gleichen Preis gibt's einen gewöhnlichen Core i5-4570 und der ist deutlich schneller sowie ebenfalls ziemlich sparsam. Dennoch gibt der 4570T einen Ausblick auf die Haswell-i3, welche im Herbst erscheinen.


