Das bringt hardwareseitiges Multithreading: AMD Ryzen 9 3900X und Intel Core i9-9900K im Vergleich
Simultaneous Multithreading (SMT) beziehungsweise Hyper-Threading (HT) bezeichnet die Fähigkeit eines Mikroprozessors, mittels getrennter Pipelines und/oder zusätzlicher Registersätze mehrere Threads gleichzeitig auszuführen. Dies soll in der Regel zu Mehrleistung führen, kann sich aber auch negativ auf die Performance auswirken. Wir vergleichen die Leistung der Topmodelle von AMD und Intel mit und ohne SMT/HT.
Hardwareseitiges Multithreading gibt es in Form von SMT beziehungsweise Hyper-Threading (Intel) bereits seit 1990. Der Hauptaufwand ergibt sich aus dem Bereitstellen mehrerer Registerfiles. Supercomputer wie beispielsweise der Tera MTA sind in der Lage gleichzeitig 128 Threads mit nur einem CPU-Kern zu bearbeiten. Eine Lösung wäre, mehrere CPUs auf einem Board unterzubringen, was wegen horrender Kosten und Materialaufwand aber viel zu aufwendig wäre. Im Gegensatz zur Ausführung auf mehreren Prozessoren, müssen sich Prozesse bei hardwareseitigem Multithreading dann allerdings sehr viele Betriebsmittel teilen, so u. a. L1-Cache, L2-Cache, µOp-Cache, Sprungvorhersage, Instruction-Fetcher, Befehlsdecoder, Physical Register File, Reservation Station, Load and Store Buffer, TLBs, Arithmetik-Logik-Einheiten und Gleitkomma-Einheiten. Da die Recheneinheiten eines Prozessor-Kerns selten vollständig ausgelastet werden, ergibt sich bei hardwareseitigem Multithreading gegenüber einfachen Prozessoren eine laut Intel bis zu 30 Prozent höhere Rechenleistung. Wie hoch der Wert wirklich ausfällt, und ob diese Technik bei Spielen einen Vorteil bringt, haben wir anhand eines AMD Ryzen 9 3900X und Intel Core i9-9900K getestet.
Benchmarks: SMT und HT bremsen CPUs aus
Um die Auswirkungen von Simultaneous Multithreading und Hyper-Threading im möglichst vielen Spielen zu prüfen, haben wir die Topmodelle von AMD und Intel ohne SMT respektive HT durch unseren PCGH-CPU-Benchmark-Parcours gejagt.
Beachten Sie bei den folgenden Benchmarks bitte, dass wir die Werte ohne hardwareseitges Multithreading für eine bessere Übersichtlichkeit markiert haben.
Einzig The Division 2 von Ubisoft läuft merklich besser mit Simultaneous Multithreading und Hyper-Threading. Alle anderen Titel weisen eine mehr oder weniger bessere Performance ohne auf. Die größten Unterschiede haben wir mit AMDs Ryzen 9 3900X in Battlefield 5 gemessen, ohne SMT legt die CPU satte elf Prozent an Leistung zu. Die erzielten Werte haben wir für einen Vergleich in den regulären CPU-Index eingetragen, um die normierte Gesamtleistung in Spielen abzubilden: Mit 100 Prozent steht auf Platz 1 der Intel Core i9-9900K ohne HT, dicht gefolgt vom AMD Ryzen 9 3900X ohne SMT mit 97,1 Prozent. Letzterer mit SMT erreicht mit 96,4 Prozent nur den vierten Platz während der Intel Core i9-9900K mit HT bei genau 97 Prozent liegt und somit den dritten Platz belegt.
Quelle: PC Games Hardware
Insgesamt sorgt die gleichzeitige Bearbeitung von zwei Threads durch einen CPU-Kern in Spielen für spür- und messbar weniger Leistung. Bei Hyper-Threading (Intel) ist der Effekt größer als bei Simultaneous Multithreading (AMD).
Die Zusammenfassung aller Ergebnisse (Anzahl Frames geteilt durch die Anzahl der Spiele) zeigt mit SMT eine leichte Abweichung nach unten, während durch HT merklich mehr Leistung eingebüßt wird. Wir empfehlen Ihnen daher, ab einem Achtkerner auf hardwareseitges Multithreading zu verzichten, sofern der PC (nur) für Spiele herhalten soll. In Anwendungen ist ein Prozessor ohne SMT/HT dann aber in der Regel etwas langsamer. Bei beiden Prozessoren stieg die Leistungsaufnahme ohne Simultaneous Multithreading und Hyper-Threading um rund acht Prozent an; den CPUs steht offensichtlich ein größeres Spannungsbudget zur Verfügung, was sich durch ein (minimales) Plus an Taktfrequenz bemerkbar macht, was die Mehrleistung erklären könnte. Es ist aber auch die Software, die mit derart vielen Threads umgehen können muss, womit die meisten Spiele noch überfordert sind.
Wie ist es bei Ihnen? Nutzen Sie SMT oder HT bei Ihrer CPU? Welchen Erfahrungen haben Sie gemacht? Hinterlassen Sie doch einen Kommentar.

Wenn das offensichtlich bei einigen Spielen immer noch nötg ist, sind die halt 2019 auf dem Stand von Adobe vor 8 Jahren (damals war Lightroom mit den i7-2600K mit deaktivieren HT schneller wie mit aktiviertem). Adobe und viele andere Anwendungswentwickler haben in den letzten 10 Jahren halt dazu gelernt, einige Spielestudios habe die Fortbildung der Architekten und Programmierer wohl verschlafen.
Gekühlt von einer 240er AIO, beide halten ihren typischen maximalen Takt, als GPU wir die Titan eingesetzt.
Ich ermittle allerdings zwischen 3700x und 3900x in Assassins Creed auch nur ~8% mehr Leistung.
Und ich finde quasi kein Szenario, in dem der 3900x vorne ist. Mhm... was mach ich nur falsch?
Das Spiel hängt auch beim Reinzoomen von großer höhe auf den Spieler beim Multiplayer derbe und danach pendelt sich das ganze wieder ein.
Vergiss die Speicherüberlauf-benches nicht.
Ich glaub da was zu messen bringts nicht. Da wird auch der 64Kern Threadripper nichts bringen.
Höchstens ne schnelle SSD vielleicht.
Bei mir ist der 9900K mit DDR4 3200 CL16 in Odysee 10% schneller als ein 3900x.
Und ich finde quasi kein Szenario, in dem der 3900x vorne ist. Mhm... was mach ich nur falsch?
Der Thread hier ist aber echt hammergeil, hab mich selten frühmorgens so amüsiert. Liebste Fanboys beider Lager, macht bitte weiter so und gebt dem Dave voll auf die Mütze. Der soll endlich mal objektive Tests abliefern, und net solche für die er mit viel Kohle gesponsert wurde.