Intel holt Nehalem-CPU-Architekten wieder an Bord

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Intel holt Nehalem-Architekt wieder an Bord (1)
Quelle: Intel

Intel holt sich einen der Architekten der Nehalem-Architektur an Bord. Glenn Hinton, 65 Jahre, beendet den Ruhestand und folgt dem Ruf von Pat Gelsinger, Intels neuem CEO.

Nehalem war zwar nicht das erste Core-Design, aber einer der wichtigsten Punkte in der Entwicklungsgeschichte dessen, was wir heute als Core-Prozessoren kennen. Erstmals wurde High-k + Metal Gate im 45-nm-Prozess verwendet und auch architektonisch gab es Änderungen, die lange nachwirkten und immer noch wirken. Etwa das Ende des Front Side Bus zugunsten des Quick Path Interconnect. Auch die von AMD bereits erfolgte Integration des Speichercontrollers in die CPU zog Intel hier nach und PCI Express wurde mit 16 Lanes direkt ab CPU realisiert. Es ist der zweite Auftritt von SMT, dass beim Pentium 4 sein Debüt feierte. Und mit Nehalem wurde zudem auch das Taktverhalten verfeinert, wie wir es heute kennen - inklusive Turbo-Ausbaustufe 1.0.

Glenn Hinton war seiner Zeit Lead Architect bei Intel und ist nun die erste personelle Veränderung unter dem neuen CEO Pat Gelsinger, der aus der Rente wiederkehrt und betont, dass Gelsinger der Grund dafür sei, sich wieder bei Intel zu engagieren. 35 Jahre war Hinton bei Intel, ist heute 65, und arbeitete da an Pentium 1 - 3 sowie am Pentium 4, der sich rückblickend als falscher Pfad erwies. Dann folgte der Umstieg auf die ersten Core-Prozessoren und folgend Nehalem.

Intel tauscht CEO aus: Pat Gelsinger kehrt zurück und soll es richten
Was genau Hinton machen wird, bleibt unklar. Sicher ist aber, dass Intel auch architektonische Lösungen braucht. Nicht nur die Produktion macht Sorgen, sondern es muss auch ein Weg gefunden werden, wie Mehrkernprozessoren ökonomisch auf den Markt bringen kann - im Prinzip, wie es AMD vorgemacht hat. Das Ringbus-Design ist zwar gut, skaliert aber nur bis acht Kerne ordentlich. Darüber verwendet Intel für Server das Mesh-Design, das aber für Prozessoren mit 12 oder 16 Kernen eigentlich beim Verhältnis Core/Uncore zu sperrig ist.

Die Kernskalierung erkauft man sich mit Nachteilen, zu denen man ein optimales Verhältnis finden muss. Bei AMD konnte man den Prozess zwischen Zen 1 und Zen 3 bereits beobachten. Die Architekturen müssen aber auch auf Prozesse wie der in 10 nm oder danach in 7 nm angepasst werden. Diese Herausforderungen könnten ebenfalls ein Spielfeld für Hinton werden.

Quellen: bizude (Reddit), Dylan Martin (Twitter), Glenn Hinton (Linkedin)

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    • Kommentare (52)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von OldboyX Freizeitschrauber(in)
        Hindsight 20/20 ist ein Englischer Ausdruck für "im Nachhinein alles besser Wissen".
        Hindsight = Rückbetrachtung (im Rückblick)
        20/20 bestätigt jemandem ausgezeichnete Sehschärfe bei US-typischen Sehtests, daher die Redewendung soweit mir bekannt zumindest.

        Ich wollte damit nur sagen, dass es immer schwierig ist kausale Ursachen für Erfolg auszumachen, weil man eben
        a) nicht weiß was im Alternativfall tatsächlich passiert wäre (die Standardannahme ist ja immer, dass erfolgreiche Projekte so gedeutet werden, dass es schlecht gelaufen wäre, wenn man es anders gemacht hätte, und umgekehrt Misserfolge immer so gedeutet werden, dass die Alternativen zum Erfolg geführt hätten, dabei ist das keineswegs so. Es ist nicht einmal besonders wahrscheinlich).
        b) viel zu viele Faktoren eine Rolle spielen.
        Daher traue ich mich maximal zu sagen, dass Kellers Anwesenheit bei Unternehmen mit erfolgreichen Projekten korreliert. Ob es dann tatsächlich an ihm liegt oder an anderen Umständen und Faktoren - keine Ahnung. Kann auch schlicht Glück sein.
      • Von OldboyX Freizeitschrauber(in)
        Hindsight 20/20 ist ein Englischer Ausdruck für "im Nachhinein alles besser Wissen".
        Hindsight = Rückbetrachtung (im Rückblick)
        20/20 bestätigt jemandem ausgezeichnete Sehschärfe bei US-typischen Sehtests, daher die Redewendung soweit mir bekannt zumindest.

        Ich wollte damit nur sagen, dass es immer schwierig ist kausale Ursachen für Erfolg auszumachen, weil man eben
        a) nicht weiß was im Alternativfall tatsächlich passiert wäre (die Standardannahme ist ja immer, dass erfolgreiche Projekte so gedeutet werden, dass es schlecht gelaufen wäre, wenn man es anders gemacht hätte, und umgekehrt Misserfolge immer so gedeutet werden, dass die Alternativen zum Erfolg geführt hätten, dabei ist das keineswegs so. Es ist nicht einmal besonders wahrscheinlich).
        b) viel zu viele Faktoren eine Rolle spielen.
        Daher traue ich mich maximal zu sagen, dass Kellers Anwesenheit bei Unternehmen mit erfolgreichen Projekten korreliert. Ob es dann tatsächlich an ihm liegt oder an anderen Umständen und Faktoren - keine Ahnung. Kann auch schlicht Glück sein.
      • Von latiose88 BIOS-Overclocker(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Was meinst du denn mit Hindsight etwa eigendesign oder?
      • Von _Berge_ BIOS-Overclocker(in)
        Scheitert Intel so sehr am 7nm Prozess, dass sie jetzt wieder auf 45nm gehen?

        Nein Spaß beiseite, weitere Hintergründe wären natürlich Interessant
      • Von Nuallan Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Rollora
        Mach ich gerade tatsächlich. Aber der Interviewer ist schrecklich. Warum nimmt man nicht die vielen Interviews von Dr. Ian Cutress als Basis?
        Stellenweise wird keller sogar unterbrochen. Brrrr. Verstehe immer nicht, wie solche Leute zu so einem Job kommen.
        Lex Fridman arbeitet am MIT, hat also wohl ein paar Connections die ihn beim Start geholfen haben. Schon am Anfang hatte er in seinem Podcast so Gäste wie Elon Musk oder Eric Schmidt. Seine Art ist aber echt gewöhnungsbedürftig ums mal milde auszudrücken..
      • Von OldboyX Freizeitschrauber(in)
        Ich habe das Interview auch schon ein paarmal angesehen und Keller ist eindeutig ein sehr intelligenter Mensch. Er mag zwar vielleicht nicht in jedes Enddetail involviert gewesen sein, aber er versteht Grundprinzipien auf eine besondere Art und Weise.

        Genau das braucht es für neue Ansätze, weil einfach nur ins Blaue hinein etwas zu versuchen kann man in diesem Bereich vergessen, denn dafür ist alles viel zu teuer und dauert zu lange. Selbst wenn sehr kluge Köpfe mit vernünftigen Prognosen etwas versuchen, kommt es ja zu Entwicklungen die dann zu jahrelangem Rückstand und Problemen führen (siehe AMD...).

        Wenn man in diesem Interview genau hinhört, dann weiß man auch, dass Intel sehr früh von den Problemen bei 10nm und 7nm gewusst hat und Keller wollte, dass man mutige Schritte geht (Auslagerung der Fertigung, Redesign der Architektur). Genau solche Fragen der längerfristigen (technischen!) Planung und Ausrichtung scheinen Kellers Fachgebiet zu sein und die Korrelationen zwischen wann Keller irgendwo gearbeitet hat und was dann im üblichen zeitlichen Abstand (von diesen Entscheidungen bis zum Produkt) herausgekommen ist, spricht sehr dafür, dass Keller großartiges geleistet hat. Intel hat sich wohl entscheiden den aus Sicht mancher sichereren Weg zu gehen und grosso modo beim Bekannten und Geplanten zu bleiben. Dabei ist es auch unklar, was nun der bessere Weg gewesen wäre, weil niemand weiß wie und ob eine Alternative funktioniert hätte. Weil X nicht funktioniert hat, wäre Y automatisch besser gewesen ist halt der klassische Fehlschluss. Aber in Zeiten von Corona ist Hindsight 20/20 ja der absolute Dauerbrenner.

        Den AI Teil finde ich besonders spannend, weil Keller Dinge so erklären kann, dass man auch ohne das ganze mathematische und IT Fachwissen begreifen kann, was eine AI tut.
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