Chip-Entwicklungskosten steigen rasant an, bald eine Milliarde US-Dollar pro Design?

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Chip-Entwicklungskosten steigen rasant an, bald eine Milliarde US-Dollar pro Design?
Quelle: IBM

Die Entwicklungskosten von Halbleiter-Chips explodieren seit der 7-nm-Fertigung angeblich. Nach dem 2-nm-Prozess dürften die Kosten dann schon in die Nähe der Milliarden gehen. Mit Abstand am teuersten ist dabei offenbar die Software.

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Entwicklung neuer Fertigungsprozesse und Chips immer aufwändiger wird. Während neue CPU- und GPU-Generationen früher jedes Jahr auf den Markt kommen, ist man hier inzwischen eher bei eineinhalb oder sogar zwei Jahren. Passend dazu steigen auch die Kosten - und das angeblich gewaltig.

Explodierende Kosten

Laut dem Twitter-Account The Transcript, der sich auf Daten des Beratungsunternehmens International Business Strategies (IBS) bezieht, kostet die Entwicklung eines 5-nm-Chips schon 449 Millionen US-Dollar. Im nächsten Schritt, mit der 3-nm-Fertigung, werden sogar 581 Millionen US-Dollar geschätzt, und bei der 2-nm-Fertigung sollen es schon 725 Millionen US-Dollar sein. Bei noch weiteren Prozessen wie etwa 18A (1,8 nm) dürfte es dann schon fast eine Milliarde pro Chip-Design sein.

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Interessant ist bei den veröffentlichten Daten insbesondere ein Sprung von der 16-nm-Fertigung auf den 7-nm-Prozess: Dort haben sich die Entwicklungskosten angeblich mehr als verdoppelt. Beim nächsten Fertigungswechsel gab es außerdem erneut 80 Prozent Zuschlag. Bei den älteren Fertigungsprozessen waren die Sprünge hingegen angeblich kleiner.

Die nach Abteilung aufgeteilten Kosten sind dabei alle deutlich gewachsen. Bei allen Designs war die Entwicklung oder Beschaffung der Software dabei am teuersten. Als nächster Posten folgt die Verifikation, also die Fehlerkontrolle während allen Entwicklungsschritten. Noch einmal wesentlich günstiger ist die Umsetzung des entwickelten Designs in Fertigungsdateien. Als nächster Kostenpunkt folgt die Validierung, mit der fertige Chips auf Fehler geprüft werden. Die für Spieler gefühlt wichtigen Punkte, die IP und die Architektur, kommen hingegen als Letztes und sind damit angeblich vergleichsweise günstig.

Inwiefern die Verhältnisse und Zahlen der Grafik zutreffen, ist in der Praxis leider fraglich. Je nach Chipgröße dürften die einzelnen Posten beispielsweise deutlich abweichen, und viele der Ausgaben werden nicht doppelt anfallen, wenn man mehr als einen Chip im selben Fertigungsprozess entwickelt. Die realen Entwicklungskosten pro Chip dürften bei Unternehmen wie AMD, Intel und Nvidia also niedriger liegen.

Ebenso spannend: 3-nm-Fertigung von TSMC: Erster Chip entwickelt, geht 2024 in Massenproduktion

Auch dort steigen sie aber wohl an, weshalb Chiplet-Ansätze in Zukunft immer wichtiger werden. Durch das Aufteilen in mehrere, identische Chips erhöht man schließlich nicht nur die Yield-Rate, sondern man senkt auch die Anzahl unterschiedlicher Chips in den modernsten Prozessen. Dafür werden dann zwar verschiedene Interposer gebraucht, die aber in älteren Prozessen hergestellt werden und damit deutlich günstiger sind.

Quelle: via 3D Center

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    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von lefskij Software-Overclocker(in)
        Zitat von Dr-Wandel
        Nein, das ist nicht oder nur zum Teil Gier. Mit Software ist hier vermutlich (auch) die "EDA-Software" gemeint, also die Programme zur Schaltungsentwicklung und -verifikation. Diese müssen zwangsläufig immer komplexer werden, weil es immer schwieriger wird, mit den vorhandenen Rahmenbedingungen (Wellenlänge des UV-Lichts und so) noch Strukturen korrekt hinzubekommen. Dazu kommt, dass die Chips mit kleineren Strukturen immer unzuverlässiger werden, und das muss durch mehr und breiter gestreute Simulationen (verschiedene Temperaturen, Spannungen, und Prozessvariationen) abgefangen werden. Die Programme dazu sind sehr aufwendig in der Entwicklung, und die Anbieter lassen sich das (via Nutzungslizenzen) bezahlen. Ich bin vom Fach und kenne mich da aus.

        Dazu kommt natürlich ggf. die Entwicklung der Software auf dem Chip selbst, und bei solchen Projekten steckt man den geringsten Teil der Zeit in das Schreiben derselbigen und die meiste Zeit in das Prüfen. Einleuchtendes Beispiel wie wichtig das ist: Software im Auto.
        Vielen Dank für diese Erklärung, das klingt absolut plausibel
      • Von lefskij Software-Overclocker(in)
        Zitat von Dr-Wandel
        Nein, das ist nicht oder nur zum Teil Gier. Mit Software ist hier vermutlich (auch) die "EDA-Software" gemeint, also die Programme zur Schaltungsentwicklung und -verifikation. Diese müssen zwangsläufig immer komplexer werden, weil es immer schwieriger wird, mit den vorhandenen Rahmenbedingungen (Wellenlänge des UV-Lichts und so) noch Strukturen korrekt hinzubekommen. Dazu kommt, dass die Chips mit kleineren Strukturen immer unzuverlässiger werden, und das muss durch mehr und breiter gestreute Simulationen (verschiedene Temperaturen, Spannungen, und Prozessvariationen) abgefangen werden. Die Programme dazu sind sehr aufwendig in der Entwicklung, und die Anbieter lassen sich das (via Nutzungslizenzen) bezahlen. Ich bin vom Fach und kenne mich da aus.

        Dazu kommt natürlich ggf. die Entwicklung der Software auf dem Chip selbst, und bei solchen Projekten steckt man den geringsten Teil der Zeit in das Schreiben derselbigen und die meiste Zeit in das Prüfen. Einleuchtendes Beispiel wie wichtig das ist: Software im Auto.
        Vielen Dank für diese Erklärung, das klingt absolut plausibel
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von OptimiertesSpielen
        Das wird immer komplizierter und es wird schon lange Computer gestütz erstellt.
        Ja, Abstrahierung und Automatisierung ist ja schon lange die einzige Chance, der Komplexität noch irgendwie Herr zu werden. Aber mit jeder Stufe, die aufgrund ständig steigender Komplexität nötig wird, steigt auch der Aufwand und das Potenzial für Fehler.
      • Von OptimiertesSpielen PC-Selbstbauer(in)
        Die Chips werden nicht kleiner und deshalb werden auch nicht mehr Chips pro Wafer produziert. Die Transistoren Dichte wird immer höher. Und das bringt viele Probleme mit sich. Leckströme etc.
        Es gibt für jeden neuen Prozess neue Regeln nach dem die Schaltungen Designed werden müssen. Das wird immer komplizierter und es wird schon lange Computer gestütz erstellt. Weshalb Intel und viele andere Foschungszentren so scharf sind auf AI, da inzwischen selbst normale Computer Modelle lange berechnungszeiten brauchen und an Grenzen stoßen. Sprich die erste Technologie die Transistoren und Schaltungen drei Dimensional stapeln konnte, FinFET, ist langsam aus dem Rennen. Und Technologien Namens Nanosheet/Nanowire und GAA kommen. Was alles noch komplizierter macht.
        Ganz zu schweigen von der Euv Produktion um solche Schaltungen überhaupt zu ermöglichen. DUV ist dagegen ein Witz.

        Was am Ende aber nicht heisst das die Produzenten nicht mehr als nur die erhöhten Nebenkosten auf den Kunden Abzuwälzen um sich einen höheren Gewinn rauszuschlagen.
      • Von Gast1771456204
        Immer kleinere Chips sind immer aufwändiger herzustellen.
        Auf der anderen Seite kann man aber auch Effizienzgewinne erwarten, wenn ein Unternehmen seit Jahrzehnten nichts anderes macht.

        Ich habe das Gefühl in der Wirtschaft wedeln alle aktuell mit ihren angeblich enorm hohen Kosten um bei den Käufern Verständnis für steigende Preise zu wecken.
        Wenn man sich aber mal die Zahlen dahinter anguckt, dann sieht man sprudelnde Milliardengewinne. Gerade die Elektronikindustrie hat sich die letzten Jahre dumm und dämlich verdient.
      • Von soulstyle Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von GT200b
        dann schraube ich lieber etwas die Grafik herunter um die gewünschten FPS zu erreichen.
        Ich habe auch alles nach der GTX 770 ausgelassen bis dir RX 5700 kam.
        Das waren auch~11 Jahre ging auch habe wie Du auch die Regler bedient gehen tut alles.
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