Balkonkraftwerk kaufen: Was nun erlaubt ist und was man vor dem Kauf wissen sollte

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Wir klären in diesem Artikel, was man in puncto Bagatellgrenze und Schukostecker beachten sollte und für wen sich Balkonkraftwerke eignen. Zudem zeigen wir Ihnen aktuelle Deals bei Amazon, Netto und Lidl sowie deren Tücken.

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Balkonkraftwerk kaufen: Was nun erlaubt ist und was man vor dem Kauf wissen sollte
Quelle: Erzeugt mit ChatGPT

Zwar ist es schade um die deutsche Solarindustrie. Die Überproduktion chinesischer Hersteller hat Solarmodule jedoch erst für eine breite Käuferschicht erschwinglich gemacht. Längst sind sie nicht mehr nur großflächig auf Dächern zu sehen, sondern zunehmend auch an Balkongeländern. Mehr als eine Million sogenannter Balkonkraftwerke - genauer: steckerfertige Photovoltaik-Anlagen - sind in Deutschland inzwischen angemeldet. Schon vor dem sogenannten Solarpaket 1, das die Ampelkoalition im 2024 verabschiedet hatte, erfreuten sie sich großer Beliebtheit.

Mittlerweile genügt für die Anmeldung ein Eintrag im Online-Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Auch letzte Unsicherheiten - etwa zur Nutzung eines handelsüblichen Schukosteckers - wurden ausgeräumt. Der VDE hat ihn inzwischen offiziell für Anlagen innerhalb der Bagatellgrenze sowie für Modulkonfigurationen bis 960 Wp freigegeben.

Sets mit zwei Modulen sind inzwischen für deutlich unter 400 Euro erhältlich und damit für viele erschwinglich. Statt einfacher Glas-Folie-Module kommen dabei häufig bereits langlebigere bifaziale Glas-Glas-Module zum Einsatz. Trotz der attraktiven Einstiegspreise lohnt es sich, den Markt aufmerksam zu beobachten. Denn längst sind nicht alle Angebote so gut, wie es den Anschein hat.

Der Klassiker ohne Speicher: Für wen er sich lohnt und wo es gute Deals gibt

Auch wenn Speicher günstiger geworden sind, lässt sich mit einem handelsüblichen Balkonkraftwerk aus zwei Modulen an einem 800-Watt-Wechselrichter schon ordentlich sparen. Bei guter Ausrichtung sind durchaus 200 bis 350 Euro drin. Schon vor zwei Jahren hatte die Verbraucherzentrale Niedersachsen eine Ersparnis von bis zu 200 Euro bei guter Ausrichtung und Nutzung prognostiziert - damals lag die Bagatellgrenze noch bei 600 statt 800 Watt.

Wie viel am Ende gespart wird, ist stark vom Eigenverbrauch abhängig. Solarmodule produzieren nur tagsüber Strom, also sollte während der Sonnenstunden auch jemand zu Hause sein. Viele Standby-Geräte sind durchaus von Vorteil, etwa der Router, oder die üblichen Verdächtigen wie der Kühlschrank und die Kühltruhe. Ein Balkonkraftwerk deckt einen Teil dieser Dauerlast kontinuierlich ab, selbst ohne aktives Verbrauchsmanagement. Moderne Waschmaschinen und Spülmaschinen lassen sich derweil so timen, dass sie während der Sonnenstunden laufen.

Wer tagsüber arbeitet und Computer, Monitore oder weitere Geräte betreibt, steigert den Eigenverbrauch automatisch. Gerade hier entfaltet ein 800-Watt-System sein Potenzial. Mehrere Monitore und ein vielleicht nicht ganz effizient arbeitender Rechner, da zugleich Gaming-PC, sind im Homeoffice keine Seltenheit.

Aktuelle Aktionen bei Amazon

Interessanterweise gibt es bei Amazon immer wieder gute Angebote. Das Problem: In der Regel handelt es sich um Drittanbieter, die ihre Sets dort einstellen. Da sollte man im Zweifel sehr genau hinsehen, heißt: Händlerbewertungen checken. So kostet ein Set von Sunniva aktuell nur 219 Euro. Dabei bietet es zwei Glas-Glas-Module bifazialer Bauart, was gar nicht mal schlecht ist. Der Wechselrichter ist ein Beny BYM800, dazu gibt es neben dem Schukostecker noch Solarverlängerungskabel. Das Set ist mit 4,6 von 5 Sternen auch ganz ordentlich bewertet. Der Händler, die Sunniva GmbH, steht mit 65 Prozent Zustimmung aber schon schlechter da. Zeitweise beklagten Kunden relativ lange Lieferzeiten oder dass sie die Ware nach wie vor nicht erhalten hätten. Der Schnitt der letzten 12 Monate steht daher nur bei 3,6 von 5 Sternen. Immerhin: Innerhalb der letzten Monate waren es schon wieder 4,5 von 5 bei 81 Bewertungen

Dabei handelt es sich mehr oder weniger um ein Dauerangebot. Daneben sind bei Amazon aktuell verschiedene Balkonkraftwerke befristet reduziert. Diese Woche, Stand 24. Februar, hat die Solakon GmbH bei Amazon einige spannende Offerten am Start. Dieser Drittanbieter aus Schwäbisch Hall hat eine Zustimmung von 75 Prozent, erreicht im Mittel der letzten drei Monate sogar 4,5 von 5 Sternen bei Amazon, während wir diese News schreiben. Der Versand erfolgt in der Regel gratis.

Aufseiten der Deals fällt aktuell das 1.000-Watt-Set des Anbieters ins Auge, das Amazon als Bestseller Nr. 1 in der Kategorie der monokristalline Solarmodule listet. Auf der Habenseite stehen zwei bifaziale Module des Typs Tongwei TWMNH54HD. Bifazial heißt: Die Panels können auch über die Rückseite Energie erzeugen. Das erfolgt in der Regel über Reflexionen oder zu ungünstiger Stunden, wenn etwa die Sonne noch seitlich in die Module scheint, ist aber auch keine Wunderwaffe. Viele Anbieter addieren die maximale Leistung der Module mit der rückseitigen, was keinen realistischen Praxisbezug hat. Dazu müsste die Sonne von beiden Seiten auf die Panels im idealen Winkel fallen. Ansonsten gibt es noch den Growatt Neo 800W als Wechselrichter, der im Rahmen der Bagatellgrenze drosselt, zwei 2 Meter lange Solarverlängerungskabel und ein Stromkabel zum Anschluss an handelsübliche Schukosteckdosen bietet.

Zeitlich befristet zahlt man für dieses Set aktuell nur 246,97 Euro. Laut Keepa-Preistracker wurde dieser Kurs auf Amazon noch nicht unterboten. Exklusive Coupons soll der 90-Tage-Schnitt bei 302,14 Euro gelegen haben, während wir diesen Text schreiben. Varianten findet man auf der Produktseite. Kritisch anzumerken ist allerdings: Die neue VDE-Norm erlaubt den Anschluss per Schukostecker nur bis zu einer Modulleistung von 960 Wp. Für Panels bis 2.000 Watt bräuchte es also einen Wielandstecker plus -buchse oder ähnliche Einspeisetechnik. Das heißt im Zweifel: umrüsten.

Ebenfalls befristet reduziert ist allerdings auch das 900-Watt-Set von Solakon. Hierbei handelt es sich um zwei Module des Typs TWMNH-48HD mit modernen N-Typ-Zellen zu je 450 Wp an einem Growatt Neo 800W. Der Preispunkt: 244,97 Euro nach 18 Prozent Nachlass auf die behauptete UVP. Hier lag, exklusive Coupons, das 90-Tage-Mittel bei 277,83 Euro laut Preistracker Keepa. Geliefert wird gratis über Solakon selbst.

Aktuelle Aktionen bei Netto

Auch bei Netto gibt es immer mal wieder gute Deals. Leider ruft der Discounter bei manchen Balkonkraftwerken hohe Versandkosten auf. Der aktuelle Bestseller Nr.1 in der Baumarkt-Kategorie wird dadurch schon weit weniger attraktiv, als es auf den ersten Blick erscheint. Es geht um ein 830-Watt-Set von Veska. 229,99 Euro nach einem Mondrabatt von 83 Prozent auf die hinterlegte UVP werden einem zunächst angezeigt - doch dann liest man: Lieferkostenzuschlag pro Artikel: 70 Euro. Obendrauf kommen noch 5,95 Euro als Versandkosten. Das lohnt eher nicht, zumal man den Aktionscode N-SOLAR-30, der bis zum 26. Februar Gültigkeit haben soll, erst ab einem Warenwert von 300 Euro nutzen kann, um den Kurs um 30 Euro zu senken.

Schon anders liest sich das beim 1000-Watt-Balkonkraftwerk der Marke Solakon. Hier winken zwei bifaziale Module (Tongwei TWMNH54HD) und der Growatt NEO 800M-X. Das Anschlusskabel für die Steckdose hat eine Länge von fünf Metern. Auf den ersten Blick zahlt man schlanke 239,99 Euro. Leider kommen noch 60 Euro Lieferkosten und 5,95 Euro Versandkosten dazu. Überdies gibt es einen 30-Euro-Gutschein, den man noch rund 5 Tage nutzen kann. Man muss ihn auf der Produktseite nur anklicken. Auch hier sollte man beachten, dass die neue VDE-Norm DIN VDE V 0126-95 den Anschluss per Schukostecker nur bis einer Modulleistung bis 960 Wp vorsieht. Doch es gibt Alternativen.

So kann man sich beispielsweise auch ein 900-Watt-Set an Land ziehen. Wieder mal geht es um den Anbieter Solakon, dieses Mal mit zwei bifazialen Modulen des Typs Tongwei TWMNH-48HD an einem Growatt NEO 800M-X, zwei Solarverlängerungskabeln und einem Anschlusskabel für Schuko-Steckdosen in fünf Metern Länge. Hier gilt: 219,99 Euro für das Set, 60 plus 6,95 Euro fürs Zuschicken, nutzen kann man überdies einen bis maximal Sonntag gültigen Gutschein zum Abhaken auf der Produktseite im Wert von 25 Euro. Macht effektiv 260,94 Euro.

Weitere Deals dieser Art findet man bei Netto in der Übersicht. Aktuell werden für verschiedene Sets Gutscheine angeboten, ob nun mit oder ohne Speicher oder mit zwei und vier Modulen. Die Preise liegen mitunter höher als bei Amazon, allerdings bietet der Discounter auch Bezahlmöglichkeiten via Paypal an, was das Ganze für den einen oder anderen vielleicht wieder spannender macht.

Aktuelle Aktionen bei Lidl

Lidl hat ein ganz ähnliches Problem wie Netto: die hohen Versandkosten. Formal gibt es ein kompaktes 400-Watt-Balkonkraftwerk mit zwei Modulen samt Wechselrichter dort schon für 99,99 Euro nach 32 Prozent Nachlass auf die hinterlegte UVP. Mitgeliefert wird sogar ein Balkonhalterungsset. Doch es fallen noch Versandkosten in Höhe von 5,95 Euro an - plus eines Lieferkostenzuschlags von 39,95 Euro, was aus 145,89 Euro hinausläuft.

Bei größere Sets steigen die Lieferkosten noch weiter. Dabei ist das Vale als All-in-One-Komplett-Set eigentlich ganz gut bepreist, gerade vor dem Hintergrund, dass es auch Halterungen aufbietet. Es offeriert zwei Full-Black-Module zu je 415 Watt, hat einen Mikrowechselrichter des Typs AP Systems EZ1-M mit WiFi, vier Solarverlängerungskabel mit einer Länge von 1,5 Metern und sogar zwei Solarmodulhalterungen. Während der Kurs mit 254,99 Euro nach 48 Prozent Nachlass auf die hinterlegte UVP angegeben wird, kommen dazu: 5,95 Euro Versandkosten und ein Lieferzuschlag von 69,95 Euro. Damit kostet das Set dann leider schon 330,89 Euro.

Auch ein Set mit dem beliebten Ecoflow-Wechselrichter findet man im Sortiment des Discounters. Hier gibt es zwei bifaziale Full-Black-Module zu je 430 Watt. Beim Wechselrichter handelt es sich um den PowerStream EFWN511 von Ecoflow, wobei man überdies noch ein zwei Meter langes Solaranschlusskabel, vier MC4-Verlängerungskabel mit je zwei Metern Länge und ein Anschlusskabel für Schutzkontaktsteckdose reicht. Der Rabatt von 60 Prozent auf die UVP liest sich eher abenteuerlich, da 599 Euro schon lange keinen typischen Marktpreis für solche Anlagen mehr widerspiegeln. Der Straßenpreis in Höhe von 229 Euro ist kein schlechter. Allerdings kommen da die erwähnten Versandkosten in Höhe von 5,95 Euro und 69,96 Euro obendrauf, womit das Set schlussendlich knapp über 300 Euro kostet.

Auch bei Lidl findet man weitere Sets in der Übersicht. Spannend ist bei Lidl sicherlich, dass der Discounter als größter der Welt ein entsprechendes Service-Angebot bereithalten dürfte. Ein kleiner Drittanbieter auf Amazon wird das möglicherweise nicht. Auch die Zahlungsarten sind dort breiter aufgestellt. Man bietet mittlerweile sogar Raten an. Außerdem kann man dort auch bequem per Paypal bezahlen, was bei Amazon so nicht funktioniert. Obendrein findet man bei Lidl immer wieder Gutscheine und Coupons für den Onlineshop, häufig auch in der Lidl-Plus-App.

Lohnt sich ein Speicher?

Speicherlösungen ermöglichen es, den tagsüber mit den Solarmodulen erzeugten Strom abends zu nutzen. Technisch funktioniert das inzwischen zuverlässig. Die Frage der Wirtschaftlichkeit fällt jedoch differenzierter aus. Kleine Speicherlösungen kosten häufig zusätzlich 800 bis 1.500 Euro. Dadurch verschiebt sich die Amortisation oft deutlich nach hinten. Hier sollte man also abwägen. Fällt der Eigenverbrauch am Abend besonders groß aus, rentiert sich ein Balkonkraftwerk mit Speicher. Wer die Anschaffungskosten scheut, greift erst mal zum einfachen Set und wird selbst aktiv: Haushaltsgeräte verfügen heute über Zeitprogramme oder App-Steuerung. Wasch- oder Spülmaschine lassen sich so auf die Mittagsstunden legen. Auch Wallboxen, Warmwasserboiler oder smarte Steckdosen helfen, Solarstrom gezielt zu nutzen. Seine steckerfertige PV-Anlage nachträglich mit einem Speicher auszustatten, ist nach wie vor eine Option. Üblicherweise haben solche Anlagen vier statt nur zwei Module. Dergestalt ist nicht nur der Akku schneller geladen; es lässt sich bei modernen Systemen mit Speicher auch gleichzeitig Solarstrom nutzen und die Batterie laden.

Wo muss ich ein Balkonkraftwerk anmelden?

Auch wenn sie genehmigungsfrei sind: Balkonkraftwerke muss man in Deutschland nach wie vor anmelden. Das erfolgt online im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur. Die Anmeldung muss in der Regel innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme erledigt werden. Andere Meldungen, etwa das separate Anmelden beim lokalen Netzbetreiber, sind seit den letzten gesetzlichen Vereinfachungen nicht mehr erforderlich. Die Bundesnetzagentur gibt die Daten automatisch weiter. Rückwärts drehende Stromzähler sind zwar grundsätzlich ein Problem, sollte man zum Beispiel keinen smarten Zähler besitzen. Das ist aber seit dem Solarpaket 1 nicht mehr die Sorge des Nutzers. Der lokale Energieversorger muss nach der Anmeldung selbst tätig werden und duldet übergangsweise den Betrieb mit einem alten Zähler.

Überdies gilt: Wenn man in einer Mietwohnung oder Eigentümergemeinschaft wohnt und das Gerät sichtbar am Balkon montiert wird, kann eine Abstimmung mit Vermieter oder WEG nötig sein. Rechtlich darf diese aber in vielen Fällen nur aus triftigem Grund verweigert werden.

Wie viel Leistung darf ich einspeisen?

Eingangs lag die Bagatellgrenze für den genehmigungsfreien Betrieb bei 600 Watt. Das wurde lange kritisiert, weil in unseren Nachbarländern gemäß EU-Empfehlung 800 Watt galten. Auch das hat sich mit dem Solarpaket geändert. Nun darf man über den Wechselrichter 800 Watt einspeisen. Diese Grenze gilt unabhängig von der Modulleistung, die theoretisch bis 2.000 Watt beziehungsweise Wattpeak (Wp) betragen darf. Das mag mancher für überdimensioniert halten. Allerdings können sich vier Module bei mäßigem Wetter auszahlen. Liefert ein Modul wegen Bewölkung nur 80 Watt, habe ich das immerhin mal vier und kann weiterhin Rechner, TV und Co. mit Gratisstrom betreiben.

Sind Schuko-Stecker mittlerweile erlaubt?

Ja. Der Betrieb eines Balkonkraftwerks über einen normalen Haushalts-Schuko-Stecker ist inzwischen offiziell in der Norm vorgesehen, allerdings mit gewissen technischen Voraussetzungen und Leistungsgrenzen

  • Bei Verwendung eines normkonformen (zertifizierten) Wechselrichters mit geeigneten Sicherheitsfunktionen und bei Einhaltung der Leistungsgrenzen ist Anschluss über Schuko zulässig.
  • Dabei gilt: Modulgesamtleistung bis 960 Wp, wenn ein Schuko-Stecker verwendet wird. Für höhere Modulleistungen sind meist ein spezieller "Einspeise-Stecker" (z. B. Wieland-Stecker) und eine passende Steckdose nötig.

Der VDE schreibt dazu unter unterem: "Die maximal zulässige Gesamtmodulleistung wurde auf 800 Wp + 20 % (also 960 Wp) festgelegt, wenn das Steckersolargerät mit einem Haushaltsstecker ausgestattet ist. Die maximal zulässige Gesamtmodulleistung beträgt 2000 Wp, wenn das Steckersolargerät mit einem speziellen Energiesteckvorrichtungsstecker, z. B. nach DIN VDE V 0628-1 (VDE V 0628-1), versehen ist."

In früheren Jahren war der Schuko-Anschluss rechtlich umstritten oder nur geduldet. Mit der neuen VDE-Produktnorm ist er klar erlaubt, sofern die Sicherheitsanforderungen erfüllt sind. Trotzdem dürfte nicht allen die VDE-Norm schmecken, denn das Solarpaket 1 sieht bis zu 2.000 Watt Modulleistung vor. Das ist, wie erwähnt, auch erlaubt, solange man auf 800 Watt Ausgabeleistung drosselt. Allerdings bedarf es dann spezieller Vorrichtungen wie des Wielandsteckers. Den kann man nicht so mir nichts, dir nichts beim Fegen herausreißen. Außerdem hat er keine herausstehenden Kontakte. Und ja, dafür müsste man leider eine spezielle Einspeisebuchse installieren lassen.

Balkonkraftwerke werden teurer. Was ist dran?

Der überwiegende Teil der weltweit verbauten Solarmodule stammt aus chinesischer Produktion. Diese Dominanz ist sicherlich auch das Ergebnis einer langfristig angelegten Industriepolitik. Während europäische Hersteller in den vergangenen Jahren an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt haben - unter anderem durch hohe Energiepreise, strengere regulatorische Rahmenbedingungen und eine vergleichsweise geringe Skalierung - hat China gezielt den Ausbau seiner Solarindustrie vorangetrieben.

Ein Faktor ist die umfassende staatliche Förderung. Chinesische Hersteller profitieren seit Jahren von Subventionen, günstigen Krediten und steuerlichen Vorteilen. Diese Unterstützung hat es ermöglicht, Produktionskapazitäten massiv auszubauen und Solarmodule zu Preisen anzubieten, mit denen internationale Wettbewerber kaum mithalten konnten. In der Folge wurde der globale Markt mit preisgünstigen Modulen aus China regelrecht überversorgt. Konkurrenten hatten dem kaum etwas entgegenzusetzen.

Eine aktuelle Entwicklung könnte diese Dynamik jedoch ausbremsen: Mit Wirkung zum 1. April hat die chinesische Regierung Exportrabatte für Solarmodule gestrichen. Darüber berichten unter anderem Medien wie der Focus sowie Branchenakteure wie der Händler Kleines Kraftwerk.

Ob Balkonkraftwerke nun wirklich teurer werden, muss sich jedoch erweisen. Zunächst dürften die Lager noch gefüllt sein. Sobald Händler die Vorräte wieder auffrischen, ist aber durchaus mit einer Preissteigerung zu rechnen. Die würde sich jedoch in Grenzen halten und eher bei zehn bis 15 Prozent liegen.

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