Drama im 3D-Drucker-Markt: Was ist da bei Bambu Lab los?
Der 3D-Drucker-Hersteller Bambu Lab mahnte den Entwickler eines OrcaSlicer-Forks ab. Daraufhin entbrennt eine wilde Debatte über Open-Source-Software, die sich zur öffentlichen Schlammschlacht entwickelt. Auch mit einem Rechtsweg wird kokettiert.
Seit über einem Jahr wird die 3D-Drucker-Branche von einer Krise durchgerüttelt. Bambu Lab, einer der meistgekauften Hersteller solcher Consumer-Geräte, steht im Zentrum der Kontroverse: Im Januar 2025 führte das Unternehmen ein sogenanntes "Authorization Control System" ein, das Drittanbieter-Software vom direkten Zugriff auf die jeweiligen Drucker ausschloss.
Nutzer, die drucken wollten, mussten den Umweg über "Bambu Connect" nehmen - eine geschlossene Middleware, für die externe Entwickler keine API-Schlüssel erhielten.
- Ein Workaround war schnell gefunden: Der polnische Entwickler Pawel Jarczak veröffentlichte am 23. April 2026 einen Fork namens "OrcaSlicer-bambulab", der die gesperrten Cloud-Funktionen wiederherstellte.
- Bambu Lab antwortete mit einer Abmahnung - und Jarczak nahm das Projekt vorsichtshalber vom Netz, obwohl er nach eigener Aussage ausschließlich öffentlich verfügbaren Quellcode verwendet hatte.
Was steckt hinter dem Fork?
"OrcaSlicer" ist ein Fork des gleichnamigen Open-Source-Slicers. Ein Slicer ist dabei die Software, die ein 3D-Modell in druckbare Anweisungen für den Drucker übersetzt. Laut Bambu Labs eigenem Blogbeitrag vom 7. Mai 2026 ging der Fork technisch so vor:
- Er las den HTTP-User-Agent-String aus Bambu Studio aus und sendete diesen beim Verbindungsaufbau mit der Bambu-Cloud - was dem Server vortäuschte, es handle sich um einen offiziellen Client.
- Bambu Lab nennt das "Client-Impersonation" und stützt seine Abmahnung daher unter anderem auf Abschnitt 1201 des US-amerikanischen Digital Millennium Copyright Act, der das Umgehen technischer Schutzmaßnahmen unter Strafe stellt.
Allerdings ist Bambu Studio selbst unter der AGPL-3.0-Lizenz veröffentlicht. Dabei handelt es sich um ein Copyleft-Lizenzmodell, das Nutzern ausdrücklich erlaubt, den Code zu verändern und weiterzuverbreiten.
Bambu Studio ist seinerseits ein Fork von PrusaSlicer, der wiederum auf Slic3r basiert. YouTuber Louis Rossmann argumentiert demnach, eine Unterlassungsklage gegen einen AGPL-Fork hätte vor Gericht kaum Bestand - mitsamt provokanter Forderung an Bambu, ihn und alle Beteiligten trotzdem zu verklagen, wenn sie sich der Sache so sicher seien.
GamersNexus und Rossmann stellen sich quer
Nachdem Jarczak den Fork eigenständig offline genommen hatte, bat er GamersNexus und Rossmann, die Software mit seiner ausdrücklichen Erlaubnis weiterzuhosten. Beide sagten zu. GamersNexus veröffentlichte diese entsprechend auf der eigenen Website unter dem Titel "F**** euch, Bambu Lab"; das Projekt selbst übernahm indes die gemeinnützige Organisation FULU-Foundation.
Hinzu kommt ein finanzielles Signal: GamersNexus und Rossmann sichern Jarczak jeweils 10.000 US-Dollar Rechtsbeistand zu - egal ob Bambu Lab gegen ihn vorgeht oder er selbst aktiv wird.
Recht auf Reparatur oder Sicherheitsfrage: Das Argument dahinter
Bambu Lab selbst betonte im erwähnten Blogbeitrag vom 7. Mai 2026, dass AGPL-Forks von Bambu Studio grundsätzlich erlaubt seien - OrcaSlicer jedoch nicht, weil der Fork die Cloud-Infrastruktur durch gefälschte Identitätsmetadaten anspreche. Die Cloud sei ein privater Dienst und falle nicht unter die AGPL-Lizenz, so das Unternehmen.
Der auf YouTube aktive und auf Urheberrecht spezialisierte Anwalt Leonard French, der unter anderem mit Gamers Nexus rund um die Bloomberg-Saga erfolgreich zusammenarbeitete, sieht hingegen ein "Bilderbuchstück für progressive Einschließung":
Der Fall ist eine lehrbuchmäßige Manifestierung [...] jener Strategie, mit der Hersteller quer durch alle Branchen Software-Sperren nutzen, um einmalige Hardware-Verkäufe in dauerhaft monetarisierbare Dienstleistungen umzuwandeln. Bambus Vorgehen folgt diesem Muster nahezu perfekt.
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Muss aber auch gestehen , das ich nach anfänglicher starker Skepsis es eben sehr positiv gesehen hab, als blutiger Anfänger quasi an die Hand genommen zu werden und aus dem unendlichen Pool an Möglichkeiten zu schöpfen und per Mobil-app Sachen zu starten, Fehler zu sehen,.
Den Dev-Mode hab ich noch nicht gefunden beim kleineren Modell.
Hat der P2S denn einen Lan-Anschluß?
Zumindest der P1S als Einsteigermodell hat nur WLan und "Lan only" bedeutet zwar ohne Cloud, aber dann über SD-Card zu arbeiten. Das klappt zwar gut, aber die Mobil-app synchronisiert nur über die Cloud.
Meines Wissens sind erst die Profi-Geräte wie der X1E vollständig im Lan zu nutzen.
Lass mich aber gern verbessern 🤘🏻
Alle Bambu Drucker können im "LAN Only" Modus mit dem PC kommunizieren bzw. mit Bambu Studio, auch der P1S - ein umweg über SD-Karte ist nicht nötig.
Der Entwicklermodus Button erscheint nur, wenn der Drucker sich im "LAN Only" Modus befindet.
Das einzige, was nicht funktioniert ist die Bambu Handy App.
Da das Slicing die meisten Smartphones überfordern würde, muss das in die Cloud ausgelagert werden.
Der Verlust ist allerdings vetretbar, da man mit der App sowieso in dem Bambu Ökosystem gefangen ist.
Da existieren bessere App Alternativen wie "simplyprint", die im Entwicklermodus auch mit Bambu Druckern funktionieren.
Ich werde demnächst testen, ob ich damit einen Rechner im lokalen Netzwerk als Slicing-Server einsetzen kann.
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(Menü Beispiel vom P2S)
Ich versthe nicht, wie sich diese Gerüchte immer so wehement halten.
Den Dev-Mode hab ich noch nicht gefunden beim kleineren Modell.
Hat der P2S denn einen Lan-Anschluß?
Zumindest der P1S als Einsteigermodell hat nur WLan und "Lan only" bedeutet zwar ohne Cloud, aber dann über SD-Card zu arbeiten. Das klappt zwar gut, aber die Mobil-app synchronisiert nur über die Cloud.
Meines Wissens sind erst die Profi-Geräte wie der X1E vollständig im Lan zu nutzen.
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(Menü Beispiel vom P2S)
Ich versthe nicht, wie sich diese Gerüchte immer so wehement halten.
Was mir bei Bambu sofort aufstieß: eigenes Ökosystem mit der Tendenz zu einem geschlossenen System. Egal wie einsteigerfreundlich diese Geräte sind, und wie gut sie funktionieren, das ist für mich ein absolutes NoGo. Niemand außer mir entscheidet, welchen Slicer ich verwende, und wenn ich lese, dass meine Druckaufträge vorher über die Cloud des Herstellers gehen, wird mir instant übel.
Na ja, und dann kommt es mit solchen Firmen exakt so wie es kommen muss. Sie denken, auch nach dem Kauf eines Gerätes, dem Kunden vorschreiben zu können, was er mit einem Gerät tun darf, und was nicht. Bei mir wird sich Bambu von diesem Arschlochmove mindestens die nächsten 10 Jahre nicht erholen.