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  • iPad Air 2 im Hands-on-Test: Der optimale Formfaktor für Spieleentwickler

    Es ist immer leicht, Technologie-Konzernen Faulheit zu unterstellen, doch wir sollten uns vielleicht daran erinnern, wie dick und klobig frühere iPad-Generationen mal waren. Quelle: PC Games Hardware

    Das iPad Air 2 ausprobiert: Dünner, leichter, schneller - Reicht das noch? PC Games Hardware blickt hinter die Kulissen des iPad 2 Air, spricht mit Entwicklern und Insidern, die enthüllen, warum das iPad trotz viel Power aktuell kaum für Grafik-Blockbuster geeignet ist. Von Ryan Southardt / Benjamin Kratsch

    16 Prozent dünner, 32 Gramm leichter, eine Milliarde mehr Transistoren als das iPhone 6 Plus. Die Welt ist eher ernüchtert von Apples neuem iPad Air 2 und viele Journalisten werfen dem Giganten aus Cupertino Faulheit und mangelnde Innovations-Kraft vor. Tatsächlich wirkt Apple aktuell etwas müde, dem iPhone 6 Plus fehlte zuletzt die Design-Perfektion seines Vorgängers 5S. Einige Teile wirken stark auf Marge getrimmt, wobei es immer noch ein hochwertiges und schönes Telefon ist, nur eben nicht mehr bis auf den letzten Millimeter mit Liebe designt. Doch als PC Games Hardware auf der Enthüllung des neuen iPad Air 2 das Tablet in die Hand nimmt und mit zahlreichen internationalen Journalisten sowie Entwicklern spricht, werden auch etliche Punkte klar, die zeigen, in welcher Sackgasse Apple mit seinen Tablets sitzt, warum der aktuelle Formfaktor optimal ist für Spieleentwickler und es trotzdem nur sehr wenige Grafik-Blockbuster auf iOS gibt.

    iPad Air 2: 9,7 Zoll gut zum Spielen, Lesen und Surfen

    Die 9,7 Zoll sind eine gute Größe für ein Tablet. Es ist genau so groß, dass wir mit beiden Händen komfortabel Renn- oder Strategiespiele darauf spielen können. Es ist mit 437 Gramm so leicht, dass wir es gut mit einer Hand halten und mit der anderen bedienen können. Und es ist nicht zu schwer, um es auch für längere Zeit über den Kopf zu halten, sollten Sie zu den Surfern gehören, die am liebsten auf der Coach liegen und das Gerät in die Höhe halten wie einen Kindle. Die Frage wäre also, wie sehr hätte das iPad wachsen dürfen? Sagen Sie uns Ihre Meinung gerne in den Kommentaren. Hätten Sie sich ein 11 oder gar 12-Zoll iPad gewünscht? Laut Recherchen des Wirtschafts-magazins Bloomberg soll Apple angeblich im Frühjahr 2015 ein 12,9 Zoll-iPad veröffentlichen. Wenn Sie uns fragen, klingt das aber mehr nach einem Display fürs Home-Entertainment und als Erweiterung für den AppleTV. Es sei denn, es wird ein randloses Display präsentiert, das ähnlich wie bei Microsofts Surface mittels zusätzlicher Tastatur zum Notebook umfunktioniert werden kann. Auch hier die Frage an Sie: Würden Sie den Formfaktor eines Macbook Air als Tablet begrüßen?

    iPad Air 2: Optimale Bedingungen für Spieleentwickler

    Ein Spiel für drei Geräte? Größer hätte das iPad Air 2 schon alleine deswegen nicht werden können, weil es dann auf einen unschätzbaren Vorteil hätte verzichten müssen. Laut des Hamburger Entwicklers Fishlabs ist es für Entwickler von Vorteil, wenn die Formfaktoren der einzelnen Geräte nicht zu unterschiedlich sind und sich immer mehr angleichen. Das iPhone 6 Plus hat bekanntlich 5,5 Zoll, das iPad Mini 3 7,9 und das iPad Air 2 9,7 Zoll. Früher musste man im Grunde zwei komplett unterschiedliche Interfaces bauen, weil das iPhone 5S einen sehr kleinen Screen hatte. Hätte sich Apple jetzt also für einen deutlich größeren Screen beim iPad Air 2 entschieden, hätten sie wieder mehr UI-Anpassungen vornehmen müssen. Nun gibt es drei Gerätekategorien, auf denen die Spiele im Querformat im Grunde gleich aussehen und sich entsprechend bedienen lassen.

    Aus unserem Gespräch mit dem Fishlabs haben wir erfahren, dass der größere Formfaktor des iPhone 6 Plus vor allem auf Strategiespiele einen positiven Effekt hat. "Gerade Aufbau-Strategiespiele wie unser Sci-Fi-Strategie-MMO Galaxy on Fire: Alliances funktionieren auf dem Tablet besonders gut, entsprechend begrüßen wir auch, dass sich das 6 Plus dem iPad Mini 3 stark angenähert hat." Krach hat vorher als Producer an Crysis bei Crytek gearbeitet und ist dann zu Battlefield-Entwickler DICE gewechselt, ehe er vor anderthalb Jahren als Head of Studio zu Fishlabs kam, die mittlerweile zum großen deutschen Publisher Deep Silver gehören. Er glaubt an eine Renaissance des Strategiegenres auf iDevices, die Größe sei perfekt. Das läge an so recht simplen Faktoren wie der Größe des Benutzer-Interfaces: "Wenn das Interface sehr viele Buttons, Regler und Informationen transportieren muss, sorgt bereits wenig mehr Platz für ein großes Plus an Übersichtlichkeit und Bedienkomfort." Gerade für Strategiespiel-Entwickler mit Fokus auf horizontales Gameplay ist es also sehr vorteilhaft, Spiele produzieren zu können, die sich mit verhältnismäßig wenig Aufwand auf iPhone 6, iPad Mini und iPad Air 2 optimieren lassen.

    Es ist immer leicht, Technologie-Konzernen Faulheit zu unterstellen, doch wir sollten uns vielleicht daran erinnern, wie dick und klobig frühere iPad-Generationen mal waren. Es ist immer leicht, Technologie-Konzernen Faulheit zu unterstellen, doch wir sollten uns vielleicht daran erinnern, wie dick und klobig frühere iPad-Generationen mal waren. Quelle: PC Games Hardware

    iPad Air 2: Reicht die Prozessor-Power?

    Das iPad Air 2 hat eine Milliarde Transistoren mehr als das iPhone 6 Plus. Viele hätten sich einen größeren Sprung gewünscht, doch ein leistungsfähigerer Chip produziert natürlich auch signifikant mehr Abwärme. Das neue iPad Air ist aber nur noch 6,2 Millimeter dünn, deutlich mehr Leistung würde hier auch zu deutlich mehr Wärmeentwicklung führen. Das sehen Sie ganz gut am kleineren iPhone 6. Setzen Sie das mit seinem A8-Chip und zwei Milliarden Transistoren mit Spielen unter Volllast, wird es nicht nur warm, sondern fast schon heiß. Ein anderer spannender Punkt ist aber auch die aktuell recht schwierige AppStore-Ökonomie, wie uns PocketGamer-Redakteur Giles Armstrong erklärt: "Die Leute geben sehr gerne sehr viel Geld aus für das neueste iPhone oder iPad. Aber direkt danach setzt bei ihnen eine Sparmentalität ein", erörtert er. Viele seiner Leser hätten mittlerweile eine psychologische Preisschwelle adaptiert, die ungefähr bei 1 Dollar pro Spiel liegt. "Nicht selten testen wir fantastische Titel und lesen dann Feedback im Stil von: "Sieht cool aus, habe ich Lust drauf. Aber das kostet ja 2,50 Dollar, ganz schön teuer. Für einen Dollar hätte ich es mir gekauft." 2,50 Dollar sind umgerechnet ungefähr 1,95 Euro. "Manchmal habe ich das Gefühl, die Leute geben für Spiele weniger Geld aus als für den Starbucks-Kaffee, den sie gerade schlürfen, während sie den Kommentar absenden."

    Fakt ist: Für Apple ist es nur Sinn sinnvoll, auf Hardware-Power zu setzen, wenn es auch genügend Entwickler gibt, die diese entsprechend umsetzen. Mit Armstrongs Theorie ließe sich auch erklären, warum traditionelle PC-Spiele-Publisher ihr Engagement auf iOS stark heruntergefahren haben. Square Enix konnte zwar einen Erfolg mit seinem Hitman-Spin-Off Hitman Go verzeichnen, das transportiert letztlich nur das Flair der Serie, arbeitet aber mit sehr minimalistischen Animationen und hat nichts mit dem auf PC grafisch überragenden Hitman: Absolution zu tun. Electronic Arts und Ubisoft hingegen haben den Vollpreis-Sektor vollständig hinter sich gelassen und setzen mit dem SimCity-Ableger BuildIt sowie Assassin's Creed: Identity auf Free2Play-Mechanismen.

    00:32
    iPad Air 2 im Video vorgestellt

    Fazit: iPad Air 2

    Das iPad Air 2 ist klassische Produktpflege Marke Apple, wurde aber nach der Enthüllung etwas zu Unrecht belächelt. Denn Sie dürfen nicht vergessen, dass dieses Tablet zwei Milliarden Transistoren mehr in seinem A8x-Chip hat als das iPad Air in seinem A7. Es richtet sich also vor allem an Power-User. Bei unserem ersten Hands-On konnten wir mit der neuen App Replay in Echtzeit Videos rendern und mit Filtern versehen. Das ist durchaus beeindruckend, denn Sie können jetzt im Grunde Ihr Filmmaterial fast genau so schnell bearbeiten wie Fotos. Replay könnte das neue Instagram werden und dürfte für den gerade durch die Decke schießenden Youtube-Markt sehr interessant sein. Ihnen sollte natürlich bewusst sein, dass eine solche App kein Adobe Premiere ersetzt, aber das Resultat war für einen Youtube-Clip oder Urlaubsvideo durchaus ansprechend.

    Auch gibt es aktuell noch kein einziges uns bekanntes Spiel, das die volle Leistung des A8-Prozessors im iPhone 6 voll ausnutzt. Das iPad Air 2 hat jetzt noch einmal ein Drittel mehr Power, ergo satte Leistungsreserven für künftige Spiele-Generationen. Völlig unverständlich ist allerdings, warum Apple nicht einfach zwei oder gleich vier Gigabyte RAM reinpackt, das wäre gerade bei Preisen um die 589 Euro für die 64 Gigabyte-Variante durchaus angebracht. Von der 16 GB-Variante würden wir eher abraten, das ist schlicht zu wenig für Musik/Film/Spiele/Magazin-Konsum. Bleibt festzuhalten: Ein Killer-Feature gibt es nicht, das iPad Air 2 ist kein Must-Have-Gadget. Allerdings waren wir vor Ort durchaus beeindruckt, wie viel Rechenkraft Apple mittlerweile in ein Gerät packt, das nicht viel mehr wiegt als eine Tiefkühlpizza.

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    Es gibt 15 Kommentare zum Artikel
    Von Cook2211
    Einen kleinen Seitenhieb kann ich mir, nach diversen nervigen Diskussionen in den letzten Wochen, an dieser Stelle…
    Von Bec00l
    Das iPad Air hat meiner Meinung nach mehr als genug Leistung für den Moment (Akkuleistung dürfte natürlich mehr sein).…
    Von cl55amg
    Ja Safari lädt jede Seite neu sobald man auf das Tab geht. Aber warum sollte dies anders sein mit mehr RAM? Man kann…
    Von spawa93
    Der Prozessor ist schon gut, aber 1 GB Ram sind beim Ipad Air bereits zum Surfen zuwenig. Ständig lädt Safari die…
    Von Mieber
    1GB Ram? Also laut anderen Quellen hat es 2GB Ram und auch der Rest des Artikels ist eher spekulativ. Kein Wort zu…
      • Von Cook2211 Kokü-Junkie (m/w)
        Einen kleinen Seitenhieb kann ich mir, nach diversen nervigen Diskussionen in den letzten Wochen, an dieser Stelle nicht verkneifen:

        Dafür, dass Apple Hardware - laut unseren Experten hier im Forum - so unglaublich veraltet ist (was diese Experten teilweise schon vor den Releases wissen), funktioniert das iPad Air 2 recht ansehnlich. Die neue Generation von Apple Displays liefert eine hervorragende Bildqualität (iPhone, Air 2 und iMac Retina) und der A8 SoC ist sauschnell. Wenn alte Hardware immer so gut funktioniert, dann kaufe ich zukünftig nur noch alt
      • Von Bec00l Software-Overclocker(in)
        Das iPad Air hat meiner Meinung nach mehr als genug Leistung für den Moment (Akkuleistung dürfte natürlich mehr sein).

        Jedoch gibt es bei einem 3Kerner sowie 2GB Speicher + flacher und nicht mehr so spiegelnd, gleich mehrere Kaufargumente für mich.
        Ebenso wurde die Grafikleistung erheblich gesteigert.
        Ich finde das schon super Ich bin mir sicher das es für die Konkurrenz schwer wird mit dem Air2 mithalten zu können.
      • Von cl55amg BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von spawa93
        Der Prozessor ist schon gut, aber 1 GB Ram sind beim Ipad Air bereits zum Surfen zuwenig. Ständig lädt Safari die Seiten nach, besonders wenn man mehr als ein Tab offen hat. Je mehr Tabs offen sind, desto öfter stürzt der Browser ab. Das ist mit IOS 8 noch schlimmer geworden.


        Ja Safari lädt jede Seite neu sobald man auf das Tab geht. Aber warum sollte dies anders sein mit mehr RAM?
        Man kann diesen Weg auch gehen mit 12 GB RAM...
        Oder kannst anhand einer Messung belegen das dies gemacht werden muss wegen zu kleinem RAM?
      • Von spawa93 PC-Selbstbauer(in)
        Der Prozessor ist schon gut, aber 1 GB Ram sind beim Ipad Air bereits zum Surfen zuwenig. Ständig lädt Safari die Seiten nach, besonders wenn man mehr als ein Tab offen hat. Je mehr Tabs offen sind, desto öfter stürzt der Browser ab. Das ist mit IOS 8 noch schlimmer geworden.
      • Von Mieber Schraubenverwechsler(in)
        1GB Ram? Also laut anderen Quellen hat es 2GB Ram und auch der Rest des Artikels ist eher spekulativ. Kein Wort zu drei Kernen, größerem Cache etc.
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iPad Air 2
iPad Air 2 im Hands-on-Test: Der optimale Formfaktor für Spieleentwickler
Das iPad Air 2 ausprobiert: Dünner, leichter, schneller - Reicht das noch? PC Games Hardware blickt hinter die Kulissen des iPad 2 Air, spricht mit Entwicklern und Insidern, die enthüllen, warum das iPad trotz viel Power aktuell kaum für Grafik-Blockbuster geeignet ist. Von Ryan Southardt / Benjamin Kratsch
http://www.pcgameshardware.de/iPad-Air-2-Tablet-259636/Specials/Test-1139893/
21.10.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/10/Apple_iPad_Air_2_Test_02-pcgh_b2teaser_169.jpg
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