Watch Dogs Hands-On-Test: Der E3-Überraschungshit glänzt mit Ideen
Das Spiel der Messe? Für viele Besucher war das ganz klar Ubisofts Watch Dogs. Als Superhacker Aiden Pearce kontrollieren wir im Action-Adventure ganz Chicago per Smartphone und kennen die intimsten Geheimnisse seiner Bewohner.
Mit einer gelungenen Kombination aus bekannten und neuen Titeln für Intensiv- und Gelegenheitsspieler machte Ubisofts Pressekonferenz am E3-Vortag einen hervorragenden Eindruck. Ein Spiel, das besonders aus dem Portfolio herausragte, war Watch Dogs: kein Nachfolger einer bekannten Serie unter neuem Namen, sondern ein brandneues Action-Adventure von Ubisoft Montreal. In Watch Dogs sind wir als Computerexperte Aiden Pearce im Chicago der Gegenwart unterwegs. Der Clou: Mit Hilfe seines Smartphones greift Hacker Aiden auf das ctOS zu, das Central Operating System der Stadt. Das regelt nicht nur den Verkehr, sondern überwacht auch die Telefongespräche, Bankgeschäfte und persönliche Daten aller Stadtbewohner. Er kontrolliert die Welt quasi wie die Matrix - mit dem Unterschied, dass es sich um die reale Welt handelt.
Ein paar Tage später am Ubisoft-Stand: In unserer Vorführung hinter verschlossenen Türen nutzt Aiden Pearce seine Fähigkeiten, um den unter dubiosen Umständen freigekommenen Mörder Joseph DeMarco aufzuspüren. Der stellt in einer schicken Galerie mediale Installationen aus, doch natürlich steht jemand wie Aiden nicht auf der Gästeliste. Wie am gestrengen Türsteher vorbeikommen? Kein Problem, über ctOS stört er den Empfang aller Handys und Funkgeräte, was den Türsteher mit seinem Knopf im Ohr gar nicht erfreut. In der so entstandenen Unruhe spaziert Aiden entspannt in die Galerie. "Auf ähnliche Weise könntet ihr auch Polizisten loswerden, die euch verfolgen", sagt KI-Designer David, dessen Nachnamen wir nicht erfahren sollen.
Watch Dogs auf der E3: Nur der Einsatz von Köpfchen reicht in Watch Dogs nicht
Kaum sind wir in der Galerie, kommt uns ein schlecht gelaunter Typ entgegen, der sich darüber beschwert, schon über eine Dreiviertelstunde auf uns gewartet zu haben. Es stellt sich heraus, dass er ein alter Bekannter Aidens ist. Er steckt ihm unauffällig eine Waffe zu, als er von unserem Plan hört, den Lockvogel für deMarco zu spielen. Der Plan geht auf, wie wir feststellen, als wir die Anwesenden in unserer Umgebung mit dem sogenannten Profiler-Tool scannen: Eine Mitarbeiterin spricht just mit deMarco, der ihr eindringlich zu verstehen gibt, uns bis zu seinem Eintreffen festzuhalten. "Stellt euch das Potential für Nebenmissionen vor, die wir euch auf diese Weise präsentieren könnten", begeistert sich David. Aiden begibt sich derweil zum Ausgang, denn er will nicht wie eine Maus in der Falle sitzen, sondern die Begegnung mit deMarco nach seinen Vorstellungen gestalten. Das gefällt den Türstehern gar nicht, doch Aiden macht mit einer Art Teleskopschlagstock kurzen Prozess mit dem Muskelprotz, der die Tür bewacht. Nur der Einsatz von Köpfchen reicht in Watch Dogs also auch nicht.
Wie kann ein Hacker ein Auto mit einem Bösewicht blockieren? Ganz einfach: Aiden, der inzwischen auf der Brücke in unmittelbarer Nähe der Galerie steht und die Straßen beobachtet, schaltet über ctOS die Ampelanlage vor der Galerie ab. Großes automobiles Chaos ist die Folge, als zahlreiche Wagen ineinander krachen - auch der von deMarco. Nun wird Watch Dogs dann doch etwas handfester, denn einige von deMarcos Leibwächtern kommen mit gezogenen Waffen aus dem Auto und eröffnen das Feuer auf Pearce, der sich in dem Blechknäuel aus gut einem Dutzend Fahrzeugen versteckt und zurückschießt. Und das gar nicht schlecht, denn nur wenig später hat er die Aufpasser ausgeschaltet und nähert sich deMarcos Wagen, während ein paar Meter weiter eine Tankstelle in die Luft geht, deren Zapfsäulen von ein paar Querschlägern beziehungsweise Teilnehmern der Massenkarambolage getroffen wurden. Aiden zieht den nun nicht mehr so überlegenen deMarco aus dem Rückfenster und verpasst ihm mit den Worten "Ich habe eine Nachricht für deinen Boss" eine Kugel. Die Tat selbst sehen wir nicht, sondern hören nur den Schuss und erspähen etwas später deMarco in einer Blutlache - hoffentlich ein Zeichen dafür, dass die Entwickler nicht wie so viele andere auf dieser E3 Gewalt so plastisch wie nur möglich zelebrieren.
Watch Dogs auf der E3: Koop ändert Gameplay
Bleibt nur noch der Abgang: In unserer Vorführung schnappt sich Aiden Pearce ein herrenloses Auto und flieht damit vor der anrückenden Polizei, die verständlicherweise die Verfolgung aufnimmt. Aiden sieht es locker: Er hackt sich in das Kontrollsystem einer Zugbrücke, die sich nach ihm hebt und den Cops das Weiterfahren unmöglich macht. In der Pressekonferenz sahen wir einen minimal anderen Ausgang: Ein zweiter Spieler - hallo, Koop-Modus! - erhält die Nachricht, die Gesetzeshelfer abzulenken und so Aiden zu beschützen, was er auch prompt macht. In unserer Vorführung greift David nach einem iPad und meint: "Das hier sollen wir eigentlich nicht zeigen, aber das ist unsere iOS-Anwendung von Watch Dogs." Dahinter verbirgt sich nicht nur eine Karte Chicagos mit Hintergrundinformationen zu allen besuchten Schauplätzen und getroffenen Personen - wir können auch anderen Spielern zusehen und ihr Missionslogbuch studieren. Selbst NPCs lassen sich verfolgen, so dass wir im Spiel in etwa wissen, wann wir sie wo treffen können oder ihnen aus dem Weg gehen können. Wir können sogar Brücken, Ampeln und Co. deaktivieren und damit herumspielen, doch nur, wenn uns ein Mitspieler dazu seinen Segen gibt. "Ansonsten macht es wenig Sinn: Ihr besitzt fast unbegrenzte Macht über die Stadt, warum sollte sich das ohne Eure Zustimmung ändern?"
Watch Dogs auf der E3: Fazit
Auch für uns ist Watch Dogs das Spiel der E3 2012. Ubisoft Montreal kombiniert darin die hauseigene Erfahrung in Sachen Menschenmengen (Assassin's Creed) und Hightech-Gadgets (Splinter Cell) mit einer wirklich guten Idee, die in der Zeit von Passwort- und Identitätsklau absolut nicht mehr wie abstruse Science Fiction klingt. Wir sind extrem auf weitere Details zur Story und ctOS-Manipulationen gespannt und freuen uns, dass Ubisoft bei aller Konsolenlastigkeit des US-Marktes den PC nicht vergessen hat.

Ich weiß gar nicht mehr wie das war... Assassins Creed Brotherhood hab ich mir auf Steam gekauft, deswegen bin ich mir nicht sicher, ob das uPlay Teil dabei war oder nicht, aber ich glaube schon. Bei AC Revelations (non Steam) wars dabei. Ich denke das Ubisoft weiter darauf bauen wird. -.-
Na gut, AC hat auch ein MP Part, wenn Watchdog keinen hat, lassen sie es hoffentlich weg.
Bohr nööö ey. Ich will auch mal wieder was spielen was nicht Anno 2009 und drunter raus kam
Kommt bestimmt mit diesem uPlay oder wie das heißt. Irgendso ein Ding von Ubisoft.
Also der Anfang klingt ja stark nach den Hacker Bösewichten aus "Stirb Langsam - 4.0" (der Punkt spricht man laut mit). Das Spiel an sich gefällt mir jetzt schon, ich hoffe doch sehr dass es nicht versaut wird durch irgendein "immer Online Zwang", "Fehler 37 Server", oder so Tools wie Social Club, EAs Origin, ... und Co. Da habe ich damals auch auf GTA IV verzichtet. Und verzichte immer noch auf BF3.