Test: Windows 8 Release Preview - Kriegt Microsoft noch die Kurve?
Windows 8 Release Preview im PCGH-Test: Die Release Preview von Windows 8 ist wie erwartet am Freitag erschienen und wurde rege heruntergeladen. Die dritte Testversion stellt die wahrscheinlich letzte Möglichkeit dar, den Fortschritt der Entwicklung aus erster Hand zu beurteilen.
Wie bereits seit Längerem vermutet hat Microsoft am vergangenen Freitag die lange erwartete Beta von Windows 8, die Release Preview gestartet. Diese Betaversion stellt die aktuelle und letzte Möglichkeit zum Sammeln eigener Erfahrungen dar, bevor im Herbst das finale Produkt in den Regalen zu finden sein wird. Für die, die keine Möglichkeit haben, Windows 8 zu testen, oder den Aufwand für Download und Installation scheuen, haben wir die wichtigsten Anpassungen in den folgenden Zeilen zusammengefasst.
Windows 8: Die Neuerungen im Überblick
Quelle: PC Games Hardware
Windows 8 erlaubt eine Größere Auswahl an Farben und Mustern für den Startbildschirm
Betrachtet man die News und Gerüchte zu Windows 8 der letzten Wochen, so muss man feststellen, dass die Gerüchteküche dieses Mal außergewöhnlich gut informiert war. Fast alle Neuerungen, Änderungen und Anpassungen konnte man vorher schon in den Tiefen des Netzes vorab lesen.
Das betrifft auch den neuen Bootscreen. Wurde man bei der Consumer Preview noch mit einem Fisch begrüßt, besinnt sich Microsoft nun auf Schlichtheit und stattet Windows mit einem komplett schwarzen Boot-Bildschirm aus, der bis auf dem Windows-8-Schriftzug und den sich bewegenden Kreis in der Mitte unten nichts weiter zeigt. Eine ähnliche Ausgabe des Bootscreens, die allerdings noch nicht mal den Kreis zeigt, bekommt man bereits zu Beginn der Installation zu Gesicht. Über Geschmäcker kann man zwar streiten, aber es ist davon auszugehen, dass diese Änderung von einem Großteil der Nutzer befürwortet wird. Bei der Installation bleibt alles beim Alten, der Ablauf und die Gestaltung hat sich im Vergleich zur Consumer Preview nicht mehr verändert.
Eine kleine Anpassung gab es beim Einrichtungsassistenten, der den User nach dem Bootvorgang nach Absolvierter Installation in Empfang nimmt. War die Auswahlmöglichkeit bei der vorhergehenden Beta noch auf wenige Auswahlmöglichkeiten beschränkt, erlaubt die Release Preview nun die Wahl der Farbe und Musters des Startbildschirms aus einem Pool von gut zwei Duzend Farbkombinationen und immerhin sechs unterschiedlichen Mustern. Warum Microsoft hier dem Nutzer nicht selbst freie Wahl über die Farben lässt und man ihm nicht schlicht einen Color-Picker zur Verfügung stellt, bleibt im Dunkeln.
Windows 8: Der Startbildschirm und Desktop
Quelle: http://windowsteamblog.com
Per Klick auf den Minus-Button zoomt der Startscreen hinaus
Quelle: PC Games Hardware
Die Bing-Travel-App
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Bing News
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Bing Sport
Auch beim Startbildschirm bleibt fast alles beim Alten. Design und Funktion bliebt quasi unverändert, nur in der rechten unteren Ecke kann ein kleines Quadrat mit einem Minus dazu, das angeklickt aus dem Startbildschirm heraus zoomt und damit den Blick auf alle Kacheln ermöglicht.
Mit dabei sind auch einige neue Apps. So kann man bei Bing Sports Sportereignisse in Echtzeit mit verfolgen kann, versorgen die Apps "Bing News" den Nutzer mit aktuellen Nachrichten, während Bing Travel Ziele für die nächste Reise vorschlägt. Die Sport-App wirkt dabei etwas wie eine "kleine Ausgabe" der News App, die Optik ist beinahe identisch, der einzige Unterschied, der sich bei der Sport-App ausmachen lässt, ist ein Zeitplan, der die Sportereignisse mit den Datums- und Zeitangaben auflistet. Dennoch sind beide Apps eine sinnvolle Ergänzung zum bereits seit längerem integrierten RSS-Feed-Reader. Die Musik-App bietet bereits Cloud-Anschluss und ermöglichen auch den präventiven Musikdownload, falls sich mal eine längere Netz-Abstinenz abzeichnet. Neben den vorinstallierten Apps ist nun auch die Auswahl im Store deutlich größer.
Inzwischen ist schon bekannt geworden, wie man das Media Center der neuen Windows freischaltet. Dazu öffnen Sie mit Windowstaste + F die Windows-Suche, wählen in der Leiste Rechts den Punkt "Einstellungen" und suchen nach dem Punkt "Features zu Windows 8 anzeigen". Im folgenden Menü geben Sie an, dass sie bereits einen Key haben, und geben folgenden Schlüssel ein: MBFBV-W3DP2-2MVKN-PJCQD-KKTF7. Nach dem Sie den Lizenzbedingungen zugestimmt haben und der Computer neu gestartet wurde, sollten sie Zugriff auf das Media Center haben. Optisch und funktional ist es identisch zum Vorgänger.
Auch beim Desktop verzichtet Microsoft nun auf den Aquariums-Look und ersetzt das Hintergrundbild mit den Fischen durch eines, das Tulpen zeigt. Der angekündigte Verzicht auf die Aero-Oberfläche beim alten GUI hat noch nicht stattgefunden, allerdings lassen sich kleinere optische Anpassungen bei den Ribbon-Leisten ausmachen. Hinterließen die Buttons in der Consumer Preview durch die Schattierungen noch einen plastischen Eindruck sind sie nun komplett flach und passen so besser zum allgemeinen Look & Feel von Windows 8. Modifiziert wurden auch die Buttons "Vor" und "Zurück". Diese wirken nun ebenfalls optisch komplett plan und erinnern an die funktionsidentischen Buttons der Metro Apps. Dasselbe gilt nun auch für die Speichplatz anzeigenden Leisten neben den Laufwerk-Icons im Arbeitsplatz. Inzwischen ähneln sie sehr denen, die man von der klassischen Windows-Ansicht von Windows 7/Vista kennt.
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Auch wenn Aero über Bord geworfen wird: die Buttons wurden angepasst und wirken nun flach.
Windows 8: Windows 8 auf mehr als einem Monitor
Leicht verbessert wurde auch der Multimonitor-Support. Inzwischen kann man das Charms-Menü öffnen, indem man den Mauszeiger in eine der Ecken rechts bewegt - egal mit auf welchem Bildschirm. Vorher war das nur auf dem Bildschirm ganz rechts möglich. Mit der Tastenkombination Windowstaste + P erreicht man schnell ein Menü, mit dem man das Verhalten des zweiten Bildschirmes per Mausklick festlegen kann. Das gibt's zwar schon seit längerem, ist im Hinblick auf den besseren Multimonitor-Support der Release Preview dennoch eine Erwähnung wert.
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Die Charms-Leiste kann nun auch am rechten Rand eines jeden Bildschirms geöffnet werden
In der Standardkonfiguration zeigt der zweite Bildschirm das Bild des Hauptmonitors an. Stellt man die Anzeigeart auf Erweitert um, wird auf dem zweiten Monitor durchgehend der von Windows 7 bekannte Desktop angezeigt - allerdings immer noch ohne Startknopf. Ebenso ist die Anzeige eines doppelten Desktops möglich. Den Startbildschirm kann man jedoch immer nur auf Anzeige 1 öffnen, ihn auf mehreren Anzeigen zu betrachten ist leider nicht möglich. Inzwischen funktioniert auch das Verschieben zwischen Bildschirmen von Metro-Apps per Drag & Drop einwandfrei. Dazu muss man sie am oberen Rand greifen, da wo sich bei einer traditionellen Anwendung die Titelleiste befunden hätte.
Quelle: Microsoft
Mit Windowstaste + P erreicht man schnell die Einstellungen für Multimonitoring
Windows 8 kann Flash - nun auch unter Metro
Auch wenn Microsoft das meiste Feedback zu Windows ignoriert hat - Windows 8 hat immer noch die Metro-Oberfläche - so sind sie den Nutzern doch ein Stück weit entgegengekommen. In vorhergehenden Beta-Releases musste man noch für jedes Flash-Video, über das man im Metro-IE10 stolperte, zum Standard-IE wechseln, damit man es sich ansehen konnte. Das hat Microsoft nun abgestellt, indem sich sie mit Adobe zusammentaten und nun den Flashplayer ähnlich einer Systemkomponente mitliefern. Dabei wird der Einsatz des Flash-Players als Plug-In für die ActiveX-Schnittstelle verhindert, was einige sicherheitstechnische Vorteile im Vergleich zur herkömmlichen Nutzung des Flash-Players mit Plug-In-Schnittstelle bringen soll. Der Grund dafür ist wohl darin zu suchen, dass sich HTML5 nicht so schnell wie erhofft durchsetzt, wenn es um das Abspielen von Webvideos geht. Flash ist hier noch der bei weitem dominierende Standard. Durch diese Zusammenarbeit mit Adobe hat Microsoft auch Einblick in den Source-Code von Flash erhalten, was die genannte Integration von Flash in Windows ermöglicht hat. Ob nun auch die Flashwiedergabe unter Windows 8 RT möglich ist, ist noch nicht bekannt. Da sich Microsoft hier aber stark an Apples rigiden Vorgehen beim iPhone und iPad orientiert, ist eine Unterstützung von Flash auf ARM-Plattformen wohl nicht zu erwarten.
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Der IE im Metro-Look beherrscht nun auch Flash.
Windows 8: Storage Space
Mit Windows 8 findet auch eine sinnvolle Funktion von Windows Home Server bei den Consumer-Versionen von Windows Einzug: Storage Spaces. Dieses ist nun auch im Release Preview des kommenden Windows enthalten. Die Technik entspricht dabei prinzipiell dem Gegenteil von Partitionieren. Während man beim Partitionieren ein Laufwerk in mehrere logische Partitionen unterteilt, erlaubt es die Funktion Storage Spaces mehrere Festplatten zu einer einzigen Partition zu verbinden und so zu nutzen, als wäre es ein einziges Laufwerk. Und sollte der Platz später einmal knapp werden, kann das Festplatten-Array problemlos um weitere Datenträger erweitert werden.
Quelle: PC Games Hardware
Windows Storage Space erlaubt das Verbinden einzelner Laufwerke zu einer großen Partition
Windows 8: Fazit zur Release Preview
Das letzte Beta-Update vor dem Release der fertigen Version wirkt schon deutlich runder als das, was uns Microsoft im September letzten Jahres präsentierte. Dennoch werden die meisten Nutzer wohl nicht mit dem Ergebnis zufrieden sein. Metro UI schlug schon seit dem Bekanntwerden der Tatsache, dass Metro nicht optional sein wird, heftige Ablehnung entgegen. Mit der Release Preview ist es nun auch definitiv, dass Windows mit Metro in dieser Form erscheinen wird. Auch wenn es in der Developer Preview deutlich schlimmer war: Metro UI bedient sich mit Maus und Tastatur deutlich schlechter als noch Windows 7. Und auch wenn sie für Wischgesten und Touch-Eingaben geradezu prädestiniert ist, muss man dennoch oftmals überlegen, wie man welche Funktion denn nun erreicht. Ein Teil dieser Bedenkzeit ist natürlich der Neuartigkeit des Bedienkonzepts geschuldet. Aber eben nur ein Teil. Für diejenigen, die sich schon bisher nicht mit der neuen Oberfläche anfreunden konnten, wird dies wohl auch in Zukunft nicht möglich sein. Diese müssen entweder beim Vorgänger bleiben oder sich mit dem touch-freundlichen GUI abfinden.
Abseits der umstrittenen Anpassung der Oberfläche bietet Windows 8 aber auch zahlreiche Verbesserungen. Das App-Konzept mag zwar nicht jedem schmecken, nimmt dem Nutzer aber viel Arbeit ab, da dieser sich nicht mehr um Dinge wie die Aktualität der Software selbst kümmern muss. Auch Verwaltungsaufgaben wie den Installationspfad managt das Betriebssystem dabei nutzerfreundlich selbst. Dies gilt jedoch nur, solange man den Windows App Store benutzt. Traditionelle Programme können immer noch wie bisher nach eigenem Gutdünken überall hin installiert werden. Das erlaubt zwar Flexibilität, diese geht allerdings auf Kosten der genannten Vorteile. Weitere Verbesserungen sind ein robusteres Dateisystem und die Rückkehr des Hardwaresounds. Ab Werk wird Windows 8 auch aktuellste Hardware wie Chipsätze und USB-3.0-Controller unterstützen. Andere Features wie die Ribbons im Explorer sind zwar auch nicht unumstritten, erfahren aber deutlich weniger Ablehnung als die Metro-Oberfläche. Zudem besteht hier die Option, sie auszublenden.
Aber egal ob man jetzt Windows 8 mag oder nicht: Dass es so oder so seinen Weg auf die Rechner dieser Welt finden wird, gilt bereits als Tatsache. Sei es durch Retail-Verkauf oder vorinstalliert auf Komplettsystemen. Auch Microsoft selbst achtet darauf, dass das neue Windows Verbreitung findet. Einige Händler berichteten bereits vom Drängen Microsofts, ab dem Release von Windows 8 nur noch Komplettsysteme auf Basis des neuesten Microsoft-Betriebssystems anzubieten. Zumindest diesen Usern wird damit die Entscheidung abgenommen, auf welches Windows er setzen soll.

Wozu? Würdest du dir plötzlich ein neues OS kaufen nur weil die alte Ansicht des Startmenüs wiederhergestellt ist? Das würden die allerwenigsten, da es
1. Geld kostet und
2. Win7 für Desktops ausreichend ist.
Anders herum wäre das klassische Startmenü nur zusätzlicher Ballast und ein Schritt zurück in die Steinzeit für die Vielzahl an Geräten, die jetzt mit Win8 angesprochen werden sollen. Ist schon alles gut so, wie es jetzt ist.
Die 2 Shortcuts strg+x und strg+e sind meine neuen Freunde. Da muss ich nur dann ins Metro, wenn ich ein seltenes Programm brauche und das tippe ich dann schnell in die Suche ein.
Ignoriert Microsoft die starke Kritik?!
Gebt uns das Startmenü wieder!!