Von der Lochkarte bis zur DRAM-Disk: Die Geschichte der Massenspeicher [Quelle: siehe Bildergalerie]
Massenspeicher werden selten beachtet, doch fristen sie zu Unrecht ein Schattendasein. Denn nichts verleiht einem PC stärkere Performanceschübe als die Beschleunigung der nach wie vor langsamsten Komponente im Ökosystem - mit Ausnahme des Users. :) Ob Zugriffszeiten oder Datenübertragungsraten: Beides ist von enormer Wichtigkeit für die gefühlte Geschwindigkeit eines PCs auch abseits der allfälligen Benchmarks von Prozessor- und Grafikleistung. Um die Datenverfügbarkeit zu sichern, werden etliche Stufen von Speichern im PC genutzt: Von den L1-Caches und Registern moderner Prozessoren bis hin zum per USB oder Netzwerk angebundenen Laufwerk für die Medienbibliothek und die Backups - je geringer die Wartezeiten, desto besser.
Wir haben uns im heutigen Special verschiedene Formen von Massen- und transportablen Speichern angesehen und ihren Weg durch die Jahrzehnte verfolgt. Dabei sind neben klassischen Festplatten in verschiedenen Formen auch Bandlaufwerke wie die berühmte Datasette des C64, Iomegas ZIP-Drive, optische Datenträger oder DRAM-basierte Solid-State-Disks aus Zeiten als Flash-Speicher noch sündhaft teuer war. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei unserer Reise durch die Träger der Bits und Bytes!
FestplattenDer Begriff Festplatte rührt dabei in erster Linie vom grundlegenden Prinzip der Datenspeicherung auf einer oder mehreren Scheiben her. Ob die einzelnen Bits dort "0" oder "1" bedeuten, wird von Gruppen winzigkleiner magnetischer Partikel bestimmt, deren Zustand mithilfe von Lese-/Schreibköpfen überprüft, also ausgelesen, und zum Speichern von Daten verändert wird. Doch bereits zuvor sind Daten wie Programme mithilfe von 0/1-Unterscheidungen, etwa in Form von Lochkarten, Bandlaufwerken oder Disketten - "Scheibchen", die nicht fest im Computer installiert sind - bereit zur Verarbeitung durch den PC gehalten worden.
Festplatten: Formfaktoren von 5,25- bis 1,8 Zoll (v.u.n.o) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Sechs Jahrzehnte HDDDer Urvater moderner Festplattentechnik wurde von IBM im September 1956 eingeführt – vor 55 Jahren. Die damalige IBM 350 Disc Storage Unit bot 4,375 Megabyte Speicherplatz, eine Transferrate von umgerechnet 7,7 Kilobyte pro Sekunde, wog rund eine Tonne und kostete als Teil der RAMAC-Speicherlösung 3.200 US-Dollar pro Monat im Leasing. Sie wurde erst 13 Jahre später aus dem Programm genommen. 1980 wurde die erste Festplatte im noch klobigen 5,25-Zoll-Format (im Bild rechts: Quantum Bigfoot, die letzte 5,25-Zoll-Platte) von Seagate auf den Markt gebracht. Eckdaten der ST-506: 1.500 US-Dollar, 5 Megabyte und eine Zugriffszeit von 170 Millisekunden. Heute aktuelle, vergleichsweise handliche Modelle speichern bis zu 3.000 Gigabyte im 3,5-Zoll-Format und bieten Gigabyte-Preise von unter 3 Eurocent. Auch die Schnittstellen, über welche Festplatten die auf ihnen gespeicherten Daten übertragen, entwickelten sich rasant. Frühe Desktop-Modelle benötigten noch bis zu drei separate Kabel und eine Steckkarte mit Controller-Chip, während heutige Modelle mit einem schmalen SATA-Kabel auskommen und über integrierte Controller samt leistungssteigerndem Cache aus DRAM verfügen.
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Freizeitschrauber
16.02.2012 00:48
Davon hab ich noch nie was gehört (obwohl ich schon so alt bin dass ich noch mit 5,25'' und 3,5'' Disketten hantiert habe^^).
Den Locher kenn ich auch nicht.
Die 3,5" Zeitschriftendisketten mit nen Klebestreifen aufmotzen, das man se beschreiben kann, so ist man früher an Datenträger gekommen....
Software-Overclocker
14.02.2012 20:26
Die Zip Laufwerke habe ich ausgelassen ansonsten liegt noch alles irgendwo hier rum ^^
Inklusive erster eigener Programme in Basic auf Datasette
Freizeitschrauber
14.02.2012 10:27
Genau und noch relevanter ist das hier: upload.wikimedia.org/wiki...
In den 60er/ 70er Jahren die Grundlage für die meisten programmierbaren Maschinen (z. B.: Leiterplattenkoordinatenbohrmaschine).
Und auch die ersten Uni-PL/1-Programme sowie Pascal- und Fortran-Übungen gingen da per Lochstreifen ans Uni-Rechenmonster.
03:00 Uhr war meist die Kompilierzeit; danach gab es ein mehr oder weniger langes Fehlerprotokoll.
Dann wurde solange neugestanzt, bis das Fehlerprotokoll verschwunden war.
Die Lochstreifenlocher waren mörderisch laut und das entstehende "Konfetti" nicht mehr aus dem Teppich zu kriegen.