Facebook startet nächste Woche in Richtung Börse - IPO zwischen April und Juni 2012 [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die Börsenkapitalisierung, das heißt der Börsenwert der emittierten Aktien, eines Unternehmens ist ein schneller Anhaltspunkt um den Wert eines Unternehmens ermitteln zu können. Das größte Soziale Netzwerk Facebook war und ist nach wie vor nicht börsennotiert. Der Schritt in Richtung organisierten Markt erscheint überfällig. Nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern auch aus rechtlicher Sicht. US-amerikanische Unternehmen mit über 500 Investoren sind gesetzlich verpflichtet ihre Geschäftsberichte, wie börsennotierte Unternehmen offenzulegen nach US-GAAP (die US-amerikanischen Vorschriften zur Rechnungslegung und das Pendant zu den deutschen Regelungen im HGB).
Damit einhergehend sind die vollständige Aufdeckung sämtlicher Vermögens-, Schulden- und Eigenkapitalpositionen inkl. des Gewinns. Bisher konnte Facebook auf seiner Gesellschaftsform derart detaillierte Offenlegungspflichten umgehen. Marktforscher von eMarketer schätzen den Umsatz im Jahr 2011 auf 3,8 Milliarden US-Dollar. Eine Twitter-Nachricht von Julie Boorstein vom Sender CNBC erzählt sogar von einem Gewinn von 1,5 Milliarden US-Dollar im selben Zeitraum.
Mit "Schätzungen" wird voraussichtlich Mitte dieses Jahres Schluss sein. Das Wall Street Journal berichtet, dass Facebook kommende Woche die Unterlagen bei der SEC für einen erfolgreichen Börsengang einreichen wolle. Das IPO (das öffentliche Angebot der erst-emittierten Aktien), welches mit einem Volumen von 75 bis 100 Milliarden US-Dollar das größte eines Internet-Unternehmens in der US-Geschichte sein soll, soll dann zwischen April und Juni 2012 starten. Zum Vergleich, Google erzielte 2004 bei seinem Börsengang eine Bewertung von 23 Milliarden US-Dollar. Gleich zwei Banken, Morgan Stanley und Goldman Sachs werden Schlüsselpositionen einnehmen. Rund 10 Milliarden US-Dollar sind als Ziel für die Einnahmen gesteckt.
Zuckerberg selbst sieht einen allzu schnell durchgeführten Börsengang skeptisch. Seiner Ansicht nach würde eine Konzentration auf den Aktienkurs die Unternehmenskultur schädigen. Konkret bedeutet das, dass nicht wenige Facebook-Mitarbeiter ihre Aktienoptionen ziehen und das Unternehmen verlassen werden.
Quelle: Wall Street Journal
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