Laut Apple-Webseite müssen Auftragsfertiger wie Foxconn Ihren Mitarbeitern Schutzkleidung bieten. Im Bild: Die Fabrik in Chengdu (China), in der es vergangenes Jahr zu einem schweren Unfall kam. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Update: Apple-Chef hat dem Artikel der New York Times Berichten zufolge widersprochen. In einer internen Mail an Mitarbeiter soll er klar gemacht haben, dass sich Apple natürlich um die Arbeiter bei seinen Zulieferern sorge. So hakt man bei Unfällen nach und klärt die dortigen Arbeiter über ihre Rechte auf. Apple habe bereits auf diese Weise eine Million Mitarbeiter geschult.
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"Apple verlangt, dass Lieferanten einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen, der sowohl sicher als auch gesund ist", so beschreibt es Apple auf der eigenen Webseite unter "
Supplier Responsibility" (auf Deutsch: Verantwortung der Lieferanten). Doch gerade der Fertigungsmoloch Foxconn, welcher unter anderem das iPhone herstellt, war mehrmals in die Schlagzeiten geraten, nachdem sich ein Mitarbeiter vom Dach stürzte. Im vergangenen Jahr starben bei Foxconn 14 Mitarbeiter durch Selbstmord. Erst vor wenigen Wochen
drohten 300 Foxconn-Mitarbeiter mit Selbstmord, um eine Abfindung zu erzwingen, die Foxconn angeblich unzufriedenen Mitarbeitern versprochen aber nicht eingehalten hat. Foxconn betreibt mehrere Fabriken und beschäftigt derzeit 1,2 Millionen Mitarbeiter.
Tatsächlich sollen Apple die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bekannt gewesen sein. "Apple hat sich nie um etwas anderes gekümmert, als steigende Produktqualität und sinkende Produktionskosten", behauptet nun der Ex-Foxconn-Manager Li Mingqi und verklagt seinen ehemaligen Arbeitgeber. "Das Wohlergehen der Arbeiter hat nichts mit ihren Interessen zu tun", zitiert die New York Times Li Mingqi weiter. Mingqi arbeitete bis April bei Foxconn und war dort für die Fabrik in Chengdu zuständig. Vergangenes Jahr starben dort drei Mitarbeiter bei einem Unfall; 15 wurden verletzt.
Weitere Mitarbeiter in den Foxconn-Fabriken berichten laut New York Times von "ernsten - manchmal tödlichen - Sicherheitsproblemen". Manche Angestellte müssen sieben Tage in der Woche arbeiten und so lange bei der Arbeit stehen, bis ihre Beine anschwellen und sie sich kaum noch bewegen können.
Ähnliche Probleme sind allerdings nicht auf Foxconn beschränkt. So erkrankten 2009 etwa 130 Mitarbeiter beim Touch-Display-Hersteller Wintek. Dieser setzte die gesundheitsschädliche Chemikalie n-Hexan ein, um die Displays von Apple-Produkten schneller säubern zu können.
Neben Apple lassen auch andere Hersteller wie Dell, Hewlett-Packard, IBM, Lenovo, Motorola, Nokia, Sony oder Toshiba bei Foxconn fertigen.
Quelle:
New York Times
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PCGH-Community-Veteran
10.02.2012 10:51
Da sehe ich die Regierungen in der Pflicht, nicht die Auftraggeber. Wäre die Fertigung in Ländern wie China nicht so verdammt günstig, würden auch Smartphones in den USA oder Deutschland hergestellt werden. China wird aber ganz sicher nicht sein Wirtschaftswachstum für bessere Arbeitsbedingungen opfern...
Schraubenverwechsler
31.01.2012 11:34
Ja, eider kommt heute leider fast alles was im Eliktronikmarkt hergestellt wird aus China, Thailand etc.. Und leider kann nur Appel selbst dafür sorgen das die Arbeits u. Sozialbedingungen durch Sanktionen eingehalten werden. Es scheint aber Appel sowie anderen Firmen recht egal zu sein wie Ihre Produkte hergestellt werden. Das einzige was man als Konsument machen kann ist, diese Produkte nicht kaufen!
PCGH-Community-Veteran
30.01.2012 11:09
Wir alle sind es, die "denen" ummenschliche Handlungen ermöglichen. > Geiz ist ja schliesslich Geil...
Solange wir immer auf der Suche "nach einem nächsten Schnäppchen" primär unseren eigenen Interessen im Blick haben, ohne uns über die Mechanismen der Produktion zu informieren und entsprechend zu kaufen....Solange werden wir noch unzählige dieser News (die ja nicht wirklich eine neue ist) über den Weg laufen...Naja, zappt man halt schnell weg...
Also nur allein an dieser "Geiz ist geil" Mentalität kann es nicht liegen, denn 630,-€ für ein iPhone ist ganz sicher kein Schnäppchen.
Man könnte den Preis auch beliebig nach oben schrauben, z.B. glatt 1000,-€ pro Stück. Die Geräte würden trotzdem gekauft werden (wenn auch nicht in den gleichen Stückzahlen), aber die Foxconn Mitarbeiter würden keinen Cent mehr verdienen.