Grooveshark, Megaupload und Co. - Die PCGH-Redaktionskolumne
Geiz ist geil! Stimmt auch, aber Verstöße gegen geltendes Recht sind keine gute Grundlage für kostenlose Bespaßung. Derzeit ist die Stimmung im Filesharing-Lager auf dem Höhepunkt - Megaupload ist dicht, andere Filehoster bekommen kalte Füße und die Behörden eröffnen die Jagdsaison. Fast noch unerträglicher als Geldmacherei einiger weniger ist aber mitunter das Niveau, auf dem sich die Nutznießer der illegalen Inhalte im Netz zu den aktuellen Geschehnissen äußern.
(Lars Craemer, 29.01.2012)
Grooveshark, Megaupload und Co. - Die PCGH-Redaktionskolumne [Quelle: siehe Bildergalerie]
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben. Zum Abschluss dieser Woche spricht Lars Craemer über die Niveau-Abstinenz und die Grabenkriege im Bezug auf Grooveshark, Megaupload und Co.
Das Sterben der Anbieter von kostenlosen Musikdiensten, Videoportalen oder Filesharing-Seiten hat nicht erst mit dem Niedergang von Megaupload begonnen. Bereits vor Jahren sorgten Copyright-Schwierigkeiten beispielsweise für die Abschaltung von Pandora in Deutschland. Doch ein Vergleich mit der derzeitigen Lage hinkt, denn Pandora ist im Prinzip ein Radio und keine Jukebox, darüber hinaus ist aber die Rechtevergabe im Internet immer noch ein echter Nervfaktor, wie man auch bei Youtube schon seit langer Zeit beobachten kann. In diesem Kontext bedarf es dringend einer weltweiten Regelung, damit das freie Internet nicht in diversen Fällen an der deutschen Grenze endet.
Doch mit den aktuellen Ereignissen rund um Megaupload und Co. haben die "normalen" Streitereien rund um die Rechteverwertung an sich nichts zu tun - dennoch werden Sie gerne mit in den Topf geworfen, wenn der Internet-Mob mal wieder Sturm läuft. Wer noch alle Sinne beisammen hat fragt sich bei vielen Diskussionen ohnehin, woher viele Anwender die Frechheit nehmen, sich über die Verwehrung eines Dienstes zu beschweren, der ohnehin umsonst angeboten wird. Und wer echtes Geld für Premium-Behandlung bei offensichtlich in rechtlichen Grauzonen operierenden Firmen steckt, ist einfach selbst schuld. Dass man als Filehoster auch durchaus etwas geschickter agieren kann, zeigt Rapidshare eindrucksvoll - wo andere Anbieter die Flucht antreten, kündigt Rapidshare den Ausbau des Dienstes mit Smartphone-Apps an. Allerdings werden bei Rapidshare auch nicht Anwender zur Begehung einer Straftet angeregt, für die es dann Belohnungen gibt. Megaupload hat sich naiv in die Schlangengrube gestürzt und ist darin umgekommen - das hat nichts mit Gängelung durch Staatsgewalten oder einem altertümlichen Copyright-Recht zu tun.
Die rechtlichen Grundlagen stören aber die verschiedenen Stimmungsmacher im Internet kaum, so wird neben verbalen Attacken auf die rechtlichen Institutionen auch mit DDoS-Attacken Stimmung gemacht. Pressewirksam wird das Ganze dann unter dem Anonymous-Banner zelebriert. Dabei kann sich vom Script-Kiddy bis zum Filehoster-Konkurrent wirklich jeder als Anonymous-Aktivist bezeichnen. Doch auch abseits des professionellen Mega-Raubrittertums, quer durch alle Foren und über alle Plattformen hinaus haben die durch diverse Dienst-Abschaltungen Geschädigten eine Meinung. Dabei lässt sich "geschädigt" auf vielerlei Art übersetzen. Diskussionen zu diesem Thema verlaufen dann meist auf Schulhof-Niveau. Vermutlich auch, weil im Netz keine Altersgrenze herrscht.
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin ein Freund der rechtlichen Grauzonen. Darüber hinaus ist es eine Tatsache, dass viele Plattformen, die den Copyright-Besitzern ein Dorn im Auge sind, technisch schlichtweg ausgereifter sind, als die der Rechteinhaber. Die Gründe dafür sind mannigfaltig, aber wirklich lernen tut die Industrie aus den Entwicklungen dann auch nicht so recht. Doch gerade hier wäre doch ein perfekter Ansatz gegeben, die Möglichkeiten des Internets sinnvoll zu verwenden. Viele Anwender, die beispielsweise über Jahre hinweg Grooveshark als Anker der musikalischen Unterhaltung genutzt haben, sind durchaus bereit, für so einen Dienst Geld zu bezahlen. Warum also kauft die Industrie solche gewachsenen Dienste nicht auf, veranschlagt nach einigen Probemonaten eine monatliche Gebühr und alle sind glücklich? Naja, natürlich alle bis auf die Zeitgenossen, die wirklich der Meinung sind, dass Inhalte vom Himmel regnen und gänzlich kostenlos sind. Dieses Thema können Sie gerne mit der freundlichen Dame im Zeitungskiosk besprechen, nach dem Sie stundenlang alle Magazine durchgelesen, aber natürlich keines gekauft, haben.
Ja, die lokale Rechteverwertung im weltweiten Internet, die Gängelung bei Youtube, die Abschaltung von liebgewonnenen Diensten, dies sind alles nachvollziehbare Ärgernisse für uns Internet-Anwender. Doch wenn man noch nicht mal ansatzweise bereit ist, in so einer Diskussion einen Konsens zu suchen, ist man der Lösung des Problems keinen Schritt näher - da helfen auch keine DDoS-Attacken oder Foren-Flames.
Redaktions-Kolumne In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben und zwar jeden Sonntag um 13:15 Uhr.
AW: Grooveshark, Megaupload und Co. - Die PCGH-Redaktionskolumne
@PCGH: gibt es eigentlich ne Prüfung, ob jemand die Reife mitbringt, in Euren Foren per Mod-Status für Ordnung sorgen zu dürfen...?
Ich kann ihr Problem nicht so ganz nachvollziehen. Und warum glauben Sie das Ihre quasi direkte Beleidigung meiner Person von "Reife" zeugt?
Und nur mal ganz nebenbei: Ich sagte mit keinem Wort das ich DDoS-Angriffe o.ä. befürworte, ich sagte das ich der Meinung bin das man - unter den Umständen - sich nicht wirklich darüber wundern sollte.
Wobei man eigentlich sagen darf das die Industrie da eher keinen Konsens sucht (s.o.), sich dann aber auch nicht über schwachsinnige "Trotzreaktionen" wie zb. DDoS-Angriffe wundern darf.
Bevor sie nächstes mal beleidigend werden, egal ob gegenüber Usern oder Mods, fragen Sie lieber per PM nach wie eine Äußerung genau gemeint war.
AW: Grooveshark, Megaupload und Co. - Die PCGH-Redaktionskolumne
Eine der kritischeren Kolumnen.
Aber bei solchen Diensten wie Grooveshark konnte ja keiner wissen, dass es (fürs deutsche Recht) illegal ist. Ich habe mir einen Jahrespass für Grooveshark geholt weil ich die Gängelwerbung von Simfy Leid war und Grooveshark den Dienst auch angenehm günstig anbietet im Vergleich zu Simfy, die dann auch noch mit sinnlosen Premiumpaketen kommen die 30€ teurer im Jahr sind und sich nur unterscheiden indem ein 2 Cent (in der Produktion mit Lieferkosten) Wasserball beigelegt wird. Mir bleibt zumindest solange mein Jahreszugang bei Grooveshark noch gültig ist nur die Nutzung der App (Gottseidank nicht gesperrt) und die Verwendung eines Proxys, denn ich habe kein Geld bezahlt um mir dann eine Weiße Seite mit einem lustigen Text anzusehen weil die Gema wieder was abzwacken will.
Wobei man eigentlich sagen darf das die Industrie da eher keinen Konsens sucht (s.o.), sich dann aber auch nicht über schwachsinnige "Trotzreaktionen" wie zb. DDoS-Angriffe wundern darf.
...was sich nicht alles Mod nennen darf.... die "Industrie" braucht keinen Konsens zu suchen, sie hat ihn doch ganz klar angeboten: Geld gegen Ware/Nutzungsrechte. Wer nicht bereit ist, die im jeweiligen Fall aufgerufenen Beträge zu zahlen, hat halt keinerlei Recht, diese auch zu nutzen.... was ist daran so kompliziert?
im Umkehrschluss würde Deine Aussage bedeuten: "jemand, der sich mit einem Nach-Schlüssel Zugang zu Deiner Wohnung verschafft, darf noch mit Fug und Recht sauer reagieren, wenn Du ihm den Zugriff auf dann Dein Eigentum nicht erlauben willst?"
@PCGH: gibt es eigentlich ne Prüfung, ob jemand die Reife mitbringt, in Euren Foren per Mod-Status für Ordnung sorgen zu dürfen...?
Moderator
01.02.2012 13:31
Und nur mal ganz nebenbei: Ich sagte mit keinem Wort das ich DDoS-Angriffe o.ä. befürworte, ich sagte das ich der Meinung bin das man - unter den Umständen - sich nicht wirklich darüber wundern sollte.
Bevor sie nächstes mal beleidigend werden, egal ob gegenüber Usern oder Mods, fragen Sie lieber per PM nach wie eine Äußerung genau gemeint war.
Vielen Dank.
Komplett-PC-Käufer
30.01.2012 10:46
Eine der kritischeren Kolumnen.
Aber bei solchen Diensten wie Grooveshark konnte ja keiner wissen, dass es (fürs deutsche Recht) illegal ist. Ich habe mir einen Jahrespass für Grooveshark geholt weil ich die Gängelwerbung von Simfy Leid war und Grooveshark den Dienst auch angenehm günstig anbietet im Vergleich zu Simfy, die dann auch noch mit sinnlosen Premiumpaketen kommen die 30€ teurer im Jahr sind und sich nur unterscheiden indem ein 2 Cent (in der Produktion mit Lieferkosten) Wasserball beigelegt wird.
Mir bleibt zumindest solange mein Jahreszugang bei Grooveshark noch gültig ist nur die Nutzung der App (Gottseidank nicht gesperrt) und die Verwendung eines Proxys, denn ich habe kein Geld bezahlt um mir dann eine Weiße Seite mit einem lustigen Text anzusehen weil die Gema wieder was abzwacken will.
Schraubenverwechsler
30.01.2012 06:06
Wobei man eigentlich sagen darf das die Industrie da eher keinen Konsens sucht (s.o.), sich dann aber auch nicht über schwachsinnige "Trotzreaktionen" wie zb. DDoS-Angriffe wundern darf.
...was sich nicht alles Mod nennen darf....
im Umkehrschluss würde Deine Aussage bedeuten: "jemand, der sich mit einem Nach-Schlüssel Zugang zu Deiner Wohnung verschafft, darf noch mit Fug und Recht sauer reagieren, wenn Du ihm den Zugriff auf dann Dein Eigentum nicht erlauben willst?"
@PCGH: gibt es eigentlich ne Prüfung, ob jemand die Reife mitbringt, in Euren Foren per Mod-Status für Ordnung sorgen zu dürfen...?